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Narrative Gestaltung von Trauma in Víctor Hugo Viscarras "Borracho estaba pero me acuerdo". Narration als Mittel der Verarbeitung?

Titel: Narrative Gestaltung von Trauma in Víctor Hugo Viscarras "Borracho estaba pero me acuerdo". Narration als Mittel der Verarbeitung?

Hausarbeit , 2019 , 14 Seiten , Note: 14

Autor:in: Karina Stolte (Autor:in)

Romanistik - Hispanistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit wird die narrative Darstellung traumatischer Erlebnisse sowie die damit eingehende Identitätsbildung Victor Hugo Viscarra anhand seiner Autobiografie "Borracho estaba pero me acuerdo" untersucht. Es stellt sich die Frage, ob es dem Autor gelingt, Traumatisches zu narrativieren und somit zu verarbeiten, oder ob eher Formen der Verdrängung wiederzufinden sind. In diesem Zusammenhang ist auch die Thematik des "Erinnerns" und "Vergessens" von Bedeutung und somit unumgänglich für die Interpretation.

In seiner Autobiografie berichtet Viscarra von seinem Leben auf den Straßen von La Paz. Seine Erzählung ist fragmentartig, in vielen nicht miteinanderzusammenhängenden Kapiteln angeordnet, und beschäftigt sich mit seinen persönlichen Lebenserinnerungen und -erfahrungen. Diese sind von Kindheit an von Gewalt geprägt. Neben seinen individuellen, traumatischen Erinnerungen gibt uns der Autor einen Einblick in das "andere" La Paz – in das Leben der Menschen am Rande der Gesellschaft, fernab von jeglichen sozialen Normen und Standards. Viscarra berichtet uns von persönlichen Schicksalen anderer, die so wie er selbst auch täglich ums Überleben kämpfen. Die private Welt des Autors und die politische und gesellschaftliche Welt von La Paz treffen hier aufeinander.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsabgrenzung

2.1 Trauma

2.2 Autobiographische Erinnerungen und Identität

3. Narrative Gestaltung von Trauma

3.1 Allgemeine Betrachtung in Borracho estaba pero me acuerdo

3.2 Am Beispiel der Kapitel „Cicatrices de la vida“ und „Estómagos eran los de antes“

3.3 Kapitelübergreifende Erkenntnisse

4. Abschlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwiefern es dem bolivianischen Autor Victor Hugo Viscarra gelingt, traumatische Lebenserfahrungen in seiner Autobiographie „Borracho estaba pero me acuerdo“ narrativ zu verarbeiten, anstatt sie lediglich zu verdrängen. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie der Autor durch die Konstruktion einer narrativen Identität Sinn in seiner fragmentierten Lebensgeschichte stiftet.

  • Narrative Gestaltung von Trauma in der Literatur
  • Wechselspiel zwischen Erinnern, Vergessen und Identitätsbildung
  • Analyse der Autobiographie „Borracho estaba pero me acuerdo“
  • Verbindung von persönlichen Traumata und politisch-gesellschaftlichen Kontexten
  • Theoretische Grundlagen aus Psychologie und Gedächtnisforschung

Auszug aus dem Buch

3.2 Am Beispiel der Kapitel „Cicatrices de la vida“ und „Estómagos eran los de antes“

„Cicatrices de la vida“ und „Estómagos eran los de antes“ sind eine der wenigen Kapitel, in denen Viscarra den Fokus auf seine eigene Person legt. Dementsprechend sind diese Kapitel von besonderer Bedeutung für unsere Untersuchung, denn insbesondere diese verweisen auf seine individuellen Erfahrungen und Traumata sowie auf seinen Umgang mit diesen.

Dem ersten Kapitel seines autobiographischen Romans „Borracho estaba, pero me acuerdo“, gibt der Autor V.H Viscarra den Titel „Cicatrices de la vida“. Thematisch beschäftigt sich das Kapitel mit frühsten Kindheitserinnerungen Viscarras. Wir erfahren, dass er unter prekären Verhältnissen in La Paz aufwächst. Seine Schwester und er werden von seiner Mutter körperlich misshandelt: „Guardo varias cicatrices gracias a sus palizas“ (Viscarra 2006: 16). Der Autor zeichnet ein lebhaftes Bild seiner gewalttätigen Mutter. Diese wird von ihm, als nervöse Person und als „[…] especie de mal de rabia“ (Viscarra 2006: 17) beschrieben, die sich oft nicht unter Kontrolle hat. Im Gegensatz dazu beschreibt er seinen Vater als „[…] muy buena gente“ (Viscarra 2006: 19), der jedoch nichts dafür tut, um ihn und seine Schwester aus deren Situation herauszuhelfen. Im Kapitel dominieren jedoch die Erinnerungen an seine Mutter: „[…] tengo la cabeza llena de recuerdos de mi madre“ (Viscarra 2006: 16). Damit sind seine Erinnerungen von besonderer Negativität geprägt. Obwohl Viscarra zum Zeitpunkt des Verfassens seiner Autobiographie bereits ein erwachsener Mann Ende vierzig ist, und die Geschehnisse bereits weit zurück liegen, scheinen diese trotzdem sehr lebhaft und intensiv zu sein.

Im Kapitel „Los estómagos eran los de antes“ berichtet Viscarra von seiner Festnahme am 21. Juli 1980, vier Tage nach dem Militärputsch von General Luis García Meza Tejada in Bolivien. Als der damals Zweiundzwanzigjährige Viscarra Flyer für die COB austeilt, wird er von Soldaten festgenommen, in einer Schule eingesperrt und gefoltert. Während der Inhaftierung wird er dazu gezwungen die verbliebenen Flyer unter Schlägen auf den Magen zu essen. In dem Kapitel führt er seine „perforación ulcerosa en el duodeno“ (Viscarra 2006: 173) auf ebendiese Gewalterfahrung in seiner Jugendzeit zurück.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Autobiographie von V.H. Viscarra und die Zielsetzung der Arbeit, das Verhältnis von Trauma und Narration zu untersuchen.

2. Begriffsabgrenzung: Theoretische Definition der zentralen Konzepte Trauma sowie autobiographische Erinnerung und Identität auf Basis psychologischer Ansätze.

3. Narrative Gestaltung von Trauma: Analyse, wie Viscarra durch die Strukturierung von Erinnerungen versucht, traumatische Erlebnisse zu verarbeiten und sich eine Identität zu stiften.

4. Abschlussbetrachtung: Zusammenfassendes Fazit über das Gelingen der narrativen Traumaverarbeitung bei Viscarra und die Rolle der politischen Einbettung seiner Geschichte.

Schlüsselwörter

Autobiographie, Trauma, Narration, Identitätsbildung, Gedächtnisforschung, La Paz, Erinnerungskultur, Kindheitsmissbrauch, Sinnstiftung, politische Identität, Verdrängung, narrative Synthesis, V.H. Viscarra, Traumaverarbeitung, Borracho estaba pero me acuerdo

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Autobiographie von Victor Hugo Viscarra und analysiert, wie der Autor seine traumatischen Lebenserfahrungen durch erzählerische Mittel darstellt und verarbeitet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die psychologische Bewältigung von Trauma, die Konstruktion von Identität durch autobiographisches Schreiben sowie die Wechselwirkung zwischen persönlicher Erinnerung und gesellschaftlich-politischem Kontext.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage lautet, ob es dem Autor gelingt, das Erlebte durch Narration zu verarbeiten und in einen Sinnzusammenhang zu bringen, oder ob die Erzählform eher auf Verdrängungsmechanismen hindeutet.

Welche wissenschaftliche Methodik wird in der Arbeit angewandt?

Die Arbeit nutzt literaturwissenschaftliche Methoden, kombiniert mit theoretischen Ansätzen aus der Psychologie und der Gedächtnisforschung, um die narrativen Strukturen im Text zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst theoretische Begriffe geklärt und anschließend zwei ausgewählte Kapitel („Cicatrices de la vida“ und „Estómagos eran los de antes“) detailliert analysiert, um die narrative Gestaltung von Trauma exemplarisch aufzuzeigen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Identitätsbildung, Trauma, Narration, autobiographisches Gedächtnis, Sinnstiftung, Verdrängung und die Analyse von Erinnerungen im Kontext der bolivianischen Gesellschaft.

Wie spielt die Stadt La Paz eine Rolle in der Biografie des Autors?

La Paz wird als prägender Lebensraum dargestellt, der für Viscarra nach dem frühen Verlust der familiären Strukturen eine Art Ersatzfamilie und prägende Identitätsumgebung bildet.

Inwiefern legitimiert der Autor sein späteres Alkoholproblem in der Erzählung?

Viscarra beschreibt den Alkohol metaphorisch als „Desinfektionsmittel“ gegen die desaströsen Lebensbedingungen und stellt sein Trinkverhalten als Notwendigkeit zum Überleben und nicht als bloßes Laster dar.

Warum spielt die politische Identität eine so große Rolle für den Autor?

Die politische Identität dient Viscarra als Mittel zur Strukturierung seines Lebens, um die erlittenen Traumata durch eine bewusste politische Rolle in einen erklärbaren, kontinuierlichen Sinnzusammenhang zu bringen.

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Details

Titel
Narrative Gestaltung von Trauma in Víctor Hugo Viscarras "Borracho estaba pero me acuerdo". Narration als Mittel der Verarbeitung?
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Romanistik)
Veranstaltung
(Un)Sichtbarkeit schreiben: V.H. Viscarras Roman Borracho estaba, pero me acuerdo
Note
14
Autor
Karina Stolte (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
14
Katalognummer
V513555
ISBN (eBook)
9783346097828
ISBN (Buch)
9783346097835
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Trauma Narration Traumaverarbeitung Literaturwissenschaft Identität Autobiographische Erinnerung Narrative Gestaltung Víctor Hugo Viscarra Borracho estaba pero me acuerdo Autobiographie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Karina Stolte (Autor:in), 2019, Narrative Gestaltung von Trauma in Víctor Hugo Viscarras "Borracho estaba pero me acuerdo". Narration als Mittel der Verarbeitung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513555
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Leseprobe aus  14  Seiten
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