Die vorliegende Arbeit gibt zunächst einen allgemeinen Überblick über verschiedene Entspannungsverfahren sowie den Zustand der Entspannung. Dabei werden Wirkmechanismen auf körperlicher und psychologischer Ebene betrachtet und generelle Hinweise zur Anwendung gegeben. Darüber hinaus erfolgt eine Abgrenzung der physiologischen und psychologischen Entspannung.
Weiterhin geht die Arbeit vertieft auf die Verfahren der Progressiven Relaxation und des Autogenen Trainings ein. Hier werden jeweils Prinzipien der Durchführung, Wirkungsweisen, psychologische Effekte, Einsatzgebiete, Kontraindikationen sowie Erkenntnisse zur Wirksamkeit der Methoden dargelegt. Abschließend erfolgt eine Gegenüberstellung, welche der beiden Techniken in welchem Kontext am besten geeignet ist.
Entspannung ist ein uns innewohnendes, natürliches Reaktionsmuster unseres Verhaltensrepertoires und beschreibt den Gegenpol zur Anspannung beziehungsweise Aktivierung. Um psychische Gesundheit aufrechtzuerhalten wie auch zu fördern, ist es günstig, ein Gleichgewicht zwischen beiden Polen herzustellen. Dies kann über Entspannungsmethoden erreicht werden. Zu ihnen zählen beispielsweise die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson und das Autogene Training.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Begriffsklärung
1.2 Wirkung und Wirkprinzipien
1.2.1 Entspannungsreaktionen auf der psychologischen Ebene
1.2.2 Entspannungsreaktionen auf der körperlichen Ebene
1.2.3 Abgrenzung des Entspannungszustandes vom Schlaf
1.3 Allgemeines zur Anwendung
1.4 Arten von Entspannungsverfahren
2 Progressive Relaxation (PR)
2.1 Grundprinzip
2.1.1 Durchführung
2.1.2 Wirkmechanismen
2.1.3 Psychologische Effekte
2.2 Einsatzgebiete
2.3 Kontraindikation
2.4 Wirksamkeit
3 Autogenes Training (AT)
3.1 Grundprinzip
3.1.1 Die Stufen des autogenen Trainings
3.1.2 Wirkmechanismen
3.1.3 Psychologische Effekte
3.2 Einsatzgebiete
3.3 Kontraindikation
3.4 Wirksamkeit
4 Progressive Relaxation oder Autogenes Training?
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über die wissenschaftlichen Grundlagen und Anwendungsgebiete zweier zentraler Entspannungsverfahren, der Progressiven Relaxation und des Autogenen Trainings, um deren Wirksamkeit und Eignung für klinische sowie präventive Settings gegenüberzustellen.
- Grundlagen und Definitionen von Entspannung
- Physiologische und psychologische Wirkmechanismen
- Methodik der Progressiven Relaxation nach Jacobson
- Struktur und Stufen des Autogenen Trainings
- Klinische Indikationen und Kontraindikationen
- Vergleichende Analyse der Anwendbarkeit im Alltag und in der Therapie
Auszug aus dem Buch
1.2.2 Entspannungsreaktionen auf der körperlichen Ebene
Die anfangs genannte Polarität bzw. das Kontinuum zwischen Anspannung und Entspannung findet ihre biologische Entsprechung im Wechselspiel zwischen sympathischem und parasympathischen Nervensystem. Der Organismus ist am flexibelsten, wenn sich beide in Homöostase befinden. Aus diesem Zustand heraus ist es leichter, tiefere Entspannung zu induzieren, aber ebenso weitere Kraftreserven für Arousalzustände aufzubringen. Allerdings entspricht dieses anschauliche Bild nur einer vereinfachten Darstellung der tatsächlich ablaufenden komplexen biologischen Vorgänge, da die Wirkungen der Systeme oftmals miteinander verflochten sind (Derra, 2017). Eine Darstellung dieser, zum Teil noch nicht abschließend ergründeten Mechanismen würde den Rahmen dieser Abhandlung sprengen.
Die Interpretation dessen, was ein Mensch als entspannend empfindet, übernimmt das Gehirn. Auf neuronaler Ebene sei hier insbesondere das serotonerge System zu nennen, das maßgeblich an der Empfindung von Entspannung beteiligt ist. Der Neuromodulator Noradrenalin wirkt aktivierend, Serotonin dämpfend. Dopamin beeinflusst das Wohlbefinden (Derra, 2017).
Entspannungseffekte werden im Hinblick auf ihre zeitliche Wirkung in kurzfristige und langfristige Effekte unterteilt. Kurzfristige körperliche Entspannungsanzeichen sind in Tabelle 1 aufgeführt: Tabelle 1. Physiologische Kennzeichen einer Entspannungsreaktion nach Petermann & Vaitl (2014, S. 36) Neuromuskulär Kardiovaskulär Respiratorisch Elektrodermal Zentralnervös •Abnahme des Skelettmuskulaturtonus •verminderte Reflexe •Periphere Gefäßerweiterung •geringfügige Verlangsamung der Herzrate •Zunahme der Herzratenvariabilität •Senkung des arteriellen Blutdrucks •Abnahme der Atem-frequenz •Gleichmäßigkeit der Atemzyklen •Abnahme des Sauerstoffverbrauchs •Abnahme der Hautleitfähigkeit •Abnahme der Spontanfluktuationen •Veränderung der hirnelektrischen Aktivität •Veränderung der neurovaskulären Aktivität
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Definiert den Begriff Entspannung als natürlichen Gegenpol zur Anspannung und erläutert die psychophysiologischen Grundlagen sowie die Bedeutung des Arousalniveaus.
2 Progressive Relaxation (PR): Beschreibt die von Edmund Jacobson entwickelte Methode der gezielten Muskelanspannung und -entspannung, inklusive Wirkweise, Kontraindikationen und klinischer Wirksamkeit.
3 Autogenes Training (AT): Erläutert das von J.H. Schultz entwickelte Verfahren der konzentrativen Selbstentspannung, dessen Stufenmodell, Wirkmechanismen durch Autosuggestion und Einsatzbereiche.
4 Progressive Relaxation oder Autogenes Training?: Bietet eine direkte Gegenüberstellung der Charakteristika beider Verfahren, um Kriterien für die Auswahl der geeigneten Methode in unterschiedlichen Kontexten aufzuzeigen.
5 Fazit: Fasst zusammen, dass beide Methoden wirksame Ansätze in Prävention und Therapie darstellen, wobei die Wahl stark von individuellen Bedürfnissen und Indikationen abhängt.
Schlüsselwörter
Entspannungsverfahren, Progressive Relaxation, Autogenes Training, Muskeltonus, Autosuggestion, Stressprävention, Klinische Psychologie, Parasympathikus, Arousalniveau, Psychophysiologie, Entspannungstherapie, Jacobson, Schultz, Stressabwehr, Wirksamkeitsforschung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine Einführung in die theoretischen Prinzipien und die praktische Durchführung der zwei bekanntesten Entspannungsmethoden: der Progressiven Relaxation und des Autogenen Trainings.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Neben der Definition von Entspannung stehen die neurobiologischen und psychologischen Wirkmechanismen, die Indikationsbereiche sowie die Wirksamkeitsprüfung beider Verfahren im Fokus.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, dem Leser ein fundiertes Wissen über die Funktionsweise dieser Verfahren zu vermitteln und Entscheidungshilfen für den Einsatz der jeweiligen Methode in der klinischen Praxis oder Prävention zu liefern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung und Literaturanalyse des aktuellen Forschungsstandes sowie relevanter Fachliteratur aus dem Bereich der Klinischen Psychologie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Betrachtung der Progressiven Relaxation (PMR) und des Autogenen Trainings (AT), wobei jeweils Grundprinzipien, Durchführung, Wirkmechanismen, Einsatzgebiete und Kontraindikationen analysiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Entspannungsverfahren, Muskeltonus, Autosuggestion, Stressprävention, klinische Anwendung und physiologische Entspannungsreaktionen.
Worin unterscheiden sich Progressive Relaxation und Autogenes Training primär?
Die PMR ist ein körperorientiertes Verfahren, das über die willkürliche Muskelanspannung arbeitet, während das AT ein mentales Verfahren ist, das durch Konzentration und Autosuggestion innere Zustände induziert.
Wann ist eine Anwendung dieser Verfahren kontraindiziert?
Absolute Kontraindikationen sind beispielsweise akute Psychosen oder schwere neurologische Erkrankungen; zudem sollten bei bestimmten psychischen Störungen, wie schwerer Depression oder Zwangsstörungen, relative Kontraindikationen fachlich geprüft werden.
- Arbeit zitieren
- Anna-Marie Vitzthum (Autor:in), 2018, Entspannungsverfahren. Eine Einführung in die Durchführungsprinzipien, Wirkungsweisen sowie Effekte von Autogenem Training und Progressiver Relaxation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513614