Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Theater Studies, Dance

Körpereinsatz. Weibliche/Queere Performancekunst: Subversion & Heilung

Title: Körpereinsatz. Weibliche/Queere Performancekunst: Subversion & Heilung

Research Paper (postgraduate) , 2020 , 50 Pages , Grade: 1

Autor:in: Sabine Küster (Author)

Theater Studies, Dance
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Wie gut kennen wir unseren Körper? Wer bestimmt über unseren Körper? Woraus besteht unser Körper? Wem oder welchen übergeben wir die Verantwortung für unseren Körper? Welches Potential schlummert in unserem Körper? Welche Rolle spielt unser Körper im Kontext Identitätsbildung, Selbstverwirklichung, Lebensgestaltung? Wie pflegen wir unseren Körper? Was ist die Minimal-, was die Maximalversion unserer Körper? Worin besteht der Zusammenhang von Identität und Körper? Wie viel Leiden erträgt unser Körper? Welches und wieviel Wissen ist in unserem Körper gespeichert? Wie setzen wir unseren Körper ein? Wer ist mein Körper – wer bin Ich?

Als Performerin spüre ich selbst um wie viel stärker und präsenter ich als Person und Künstlerin bin, wenn mein Körper mit all seinem Wissen und seiner Ausdruckskraft eine tragende Rolle spielen darf.
Über den Körper kommt die Lebens-Lust; das Verlangen das Leben in Gänze anzunehmen und auszukosten. Kunst und Leben verschmelzen miteinander und die früher auch oft von mir separat betrachteten Bereiche von Persönlichem (biografische Arbeit), Subversion (politische Arbeit) und Heilung (spirituelle Arbeit) gehören heute für mich untrennbar zusammen.

Mit der nun hier vorliegenden Arbeit unternehme ich eine „Forschungsreise“ zu weiteren Künstler*innen, die in ihren Performances persönliche und kollektive Geschichte(n) aufarbeiten, Machtverhältnisse und Missstände anprangern, Tabus brechen und Grenzen sprengen. Sie leisten mit ihrer künstlerischen Arbeit aus meiner Sicht einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Wandel- und Heilungsprozess.
Subversion definiere ich als Differenzierungs- und Kritikvermögen und damit als Ausrichtung der eigenen künstlerischen Arbeit auf Veränderung der Verhältnisse und Systeme hin. Heilung verstehe ich in diesem Kontext als prozessuale Praxis der Selbsterkenntnis, Selbstfürsorge und des Selbstausdrucks.
Subversion & Heilung in Kombination betrachtet die Basis und der Motor für Selbstermächtigung und schöpferische Lebensgestaltung.

Aus Respekt vor der radikal persönlichen Auseinandersetzung der vorgestellten Künstler*innen mit ihrer jeweils eigenen Lebensgeschichte verzichte ich bewusst auf Vergleiche der Performances untereinander.
Jede Performerin ist einzigartig. Jede Performance ist unverwechselbar. Über die einzelnen Performances lasse ich im Text dann auch nur die Künstler*innen selbst per Zitate sprechen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort

2 Performancekunst – ephemer, intermedial, grenzenlos

3 Körpereinsatz in der Performancekunst

3.1 Der entblößte und/oder dargebotene Körper

Yoko Ono

Ana Mendieta

Andrea Fraser

Julischka Stengele

3.2 Der verborgene und/oder abwesende Körper

Lynn Hershmann Leeson

Sophie Calle

Naoko Tanaka

Kris Lemsalu

3.3 Der kollektive und/oder transformierende Körper

Marina Abramovic

Moon Ribas

Verena Kyselka

Okwui Okpokwasili

4 Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den bewussten Einsatz des eigenen Körpers in der Performancekunst als Mittel zur Identitätsbildung, Selbstermächtigung und gesellschaftlichen Transformation. Ziel ist es, die Verbindung zwischen persönlicher Biografie, politischer Subversion und Heilungsprozessen innerhalb verschiedener künstlerischer Herangehensweisen zu beleuchten.

  • Analyse des Körpers als zentrales Medium und Ausdrucksinstrument in der zeitgenössischen Performancekunst.
  • Untersuchung der Kategorien des entblößten, verborgenen und kollektiven Körpers.
  • Betrachtung von Geschlechterverhältnissen und Machtstrukturen in der Kunst.
  • Erforschung der Verschränkung von persönlicher Lebensgeschichte und künstlerischem Schaffen.
  • Reflexion über die Heilungspotenziale von Performance als prozessuale Praxis.

Auszug aus dem Buch

3.1 Der entblößte und/oder dargebotene Körper

Den eigenen Körper zu entblößen und einem Publikum darzubieten stellte für die ersten Performancekünstler*innen in den 1960er Jahren einen massiven Bruch dar mit den gesellschaftlichen, religiösen, familiären Traditionen und Konventionen. Den eigenen, nicht unbedingt immer geliebten Körper herzuzeigen, um sich und andere anzuklagen, zu verführen, zu bestrafen, um den Körper zu benutzen und benutzen zu lassen, um sich zu spüren, um Gefühle zu transformieren, um Grenzen auszuloten: ein mentale, körperliche, spirituelle Arbeit, auf die sich die Künstler*innen selbst nur bedingt vorbereiten konnten und deren Verlauf und ihr Ende nicht zu berechnen waren.

Mit diesem Kraftakt unternahmen Künstler*innen stellvertretend für uns Alle die Aufgabe, verschwiegene, aber über Jahrhunderte wirksame Tabus aufzuzeigen und zu hinterfragen.

„Weil der förderliche Umgang mit Schamschmerz aber trotzdem ohne Vorbilder kaum auskommt, brauchen wir Stellvertreter, die sich für uns schon mal die Finger verbrennen. Künstler und Vertreter der Subkultur sind nach wie vor die unangefochtene Avantgarde auf diesem Gebiet der affektösen Kriegsführung (...) In diesen demonstrativen Vorgängen des Austretens aus dem geschützten Konsens der Anständigen relativiert der Künstler das Auftauchen von Scham aus dem Dunkel des Bewusstseins wie kaum ein anderer zu einem Ausdruck, der das Festgefügte gesellschaftlicher Verabredungen anspricht. So zeigt sich das Schamempfinden in der Kunst als Bewegungsmelder für den Wandel von Vorstellungen sowie für gärende Widersprüche in der Gesellschaft.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Vorwort: Die Autorin reflektiert ihre persönliche Forschungsreise, motiviert durch ihre Ausbildung in Tanz- und Ausdruckstherapie, und definiert ihre Sicht auf die Verbindung von Kunst, Leben, Subversion und Heilung.

2 Performancekunst – ephemer, intermedial, grenzenlos: Ein Überblick über die historische Entwicklung und Bedeutung der Performancekunst als radikale Ausdrucksform, die traditionelle Kunstgrenzen sprengt.

3 Körpereinsatz in der Performancekunst: Das Hauptkapitel, in dem die Autorin verschiedene Strategien des Körpereinsatzes anhand ausgewählter Künstlerinnen analysiert.

3.1 Der entblößte und/oder dargebotene Körper: Untersuchung von Arbeiten, die durch die radikale körperliche Entblößung Tabus brechen und Machtverhältnisse in der Kunst hinterfragen.

3.2 Der verborgene und/oder abwesende Körper: Analyse von Performances, in denen durch Verhüllung, Abwesenheit oder Rollenwechsel Autonomie und neue Sichtweisen auf Identität erzeugt werden.

3.3 Der kollektive und/oder transformierende Körper: Betrachtung der Einbettung des individuellen Körpers in kollektive Strukturen und der transformativen Kraft von Performance für die Gesellschaft.

4 Schlusswort: Ein reflektierendes Fazit, in dem die Autorin die Vielschichtigkeit der behandelten Performances zusammenfasst und ihre eigene Entwicklung während des Schreibprozesses beschreibt.

Schlüsselwörter

Performancekunst, Körpereinsatz, Identitätsbildung, Subversion, Heilung, Feminismus, Geschlechterrollen, Körperpolitik, zeitgenössische Kunst, Selbstdarstellung, Transformation, kollektive Geschichte, Tabubruch, Avantgarde, Biografische Arbeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der zeitgenössischen Performancekunst und untersucht, wie Künstlerinnen ihren Körper als zentrales Ausdrucksmittel einsetzen, um gesellschaftliche Normen zu hinterfragen und Heilungsprozesse anzustoßen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rolle des Körpers in der Kunst, Geschlechteridentität, die Verbindung von persönlicher Lebensgeschichte und politischem Widerstand sowie die transformative Kraft von performativen Handlungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Performancekunst als Medium zur Subversion patriarchaler Strukturen und als Werkzeug für die Selbstermächtigung und gesellschaftliche Heilung fungieren kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit folgt einer qualitativen, subjektiven Forschungsreise, die auf Literaturrecherche und der Analyse spezifischer Performancewerke von Künstlerinnen basiert, ohne dabei die Performances direkt miteinander zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden verschiedene Ansätze des Körpereinsatzes kategorisiert (entblößter, verborgener und kollektiver Körper) und anhand von Fallbeispielen bekannter Künstlerinnen tiefgreifend analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Charakteristische Begriffe sind Performancekunst, Körpereinsatz, Subversion, Heilung, Identität, Feminismus und gesellschaftlicher Wandel.

Wie begründet die Autorin die Wahl der Künstlerinnen?

Die Auswahl ist eine subjektive Entscheidung der Autorin, die Pionierinnen der Performancekunst sowie aktuelle Akteurinnen einbezieht, deren Arbeiten die im Titel genannten Themen Subversion und Heilung widerspiegeln.

Warum spielt das Thema "Scham" in der Analyse eine wichtige Rolle?

Die Autorin betrachtet Scham als ein wirksames Tabu, das durch die künstlerische Arbeit entlarvt wird und als "Bewegungsmelder" für gesellschaftliche Widersprüche und den Wunsch nach Veränderung fungiert.

Excerpt out of 50 pages  - scroll top

Details

Title
Körpereinsatz. Weibliche/Queere Performancekunst: Subversion & Heilung
Grade
1
Author
Sabine Küster (Author)
Publication Year
2020
Pages
50
Catalog Number
V513660
ISBN (eBook)
9783346107237
Language
German
Tags
Tanz Performance Heilung Subversion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabine Küster (Author), 2020, Körpereinsatz. Weibliche/Queere Performancekunst: Subversion & Heilung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513660
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  50  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint