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Die Objektivitätsdebatte der Geschichtswissenschaft in den 1970er Jahren. Was zeichnet historische Objektivität aus?

Title: Die Objektivitätsdebatte der Geschichtswissenschaft in den 1970er Jahren. Was zeichnet historische Objektivität aus?

Term Paper , 2019 , 28 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anonym (Author)

History - Basics
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Diese Hausarbeit setzt sich mit der Objektivitätsdebatte der 70er Jahre auseinander und analysiert, inwiefern die Ablösung des Historismus durch die Sozialgeschichte und der vorangegangene Positivismusstreit einen Einfluss auf sie hatten. Zudem soll den Fragen nachgegangen werden, was historische Objektivität auszeichnet und durch welche Kriterien der wissenschaftliche Anspruch historischer Forschung legitimiert wird. Um diese Fragen zu beantworten, werden zunächst die "traditionellen" Positionen zur historischen Objektivität wiedergegeben. Anschließend wird sich dem Positivismusstreit und der Ausgangslage der Geschichtswissenschaft in den 60er und 70er Jahren gewidmet. Daraufhin wird die Objektivitätsdebatte der 70er Jahre in den Blick genommen und die unterschiedlichen Positionen beleuchtet. Schließlich wird versucht, die Frage zu beantworten, wonach wir bemessen, welche Aussagen über die Vergangenheit richtig sind und welche nicht und im Anschluss wird ein Fazit gezogen.

Die Thematik von der Relevanz geschichtswissenschaftlicher Objektivität beschäftigt Geschichtsschreiber seit jeher. Schon antike Autoren wie Thukydides hatten den Selbstanspruch an eine objektive Darstellung von Ereignissen und gaben Versicherungen darüber ab, ein "truglos-klares Bild" schaffen zu wollen. Durch die "Ausklammerung des Sagen- und Märchenhaften" versuchten sie sich von poetischen Dichtern abzugrenzen. Doch der Vorwurf der Parteilichkeit historischer Forschung beeinflusste die Frage nach der Wissenschaftlichkeit und Wahrheitsfähigkeit der Geschichtswissenschaft wiederkehrend und innere Entwicklungen führten und führen immer wieder zu der Problematik, theoretische Grundlagen neu festlegen zu müssen.

Derartige innere Entwicklungen prägten auch die 1960er und 1970er Jahre. Seit dem Ende der 60er Jahre hatte sich die Sozialgeschichte als leitendes Paradigma in der deutschen Geschichtswissenschaft etabliert. Die Sozialhistoriker waren es auch, welche die Theoriedebatten dieser Zeit anstießen. So kam es beispielsweise zu der Diskussion, ob die Geschichtswissenschaft den hermeneutischen Geisteswissenschaften oder den kritischen Sozialwissenschaften zugeordnet werden sollte. Zunehmend wurde auch nach der Relevanz historischer Forschung für die Gegenwart gefragt. Mit all diesen Problematiken ging stets die Frage nach der Objektivität der Geschichtswissenschaft einher, die vor allem in einer Debatte in den 70er Jahren ausuferte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „Traditionelle“ Positionen zur historischen Objektivität

3. Der Positivismusstreit in den 1960er Jahren

4. Ausgangslage der Debatte: Die Geschichtswissenschaft der 1960er und 70er Jahre

5. Die Objektivitätsdebatte der Geschichtswissenschaft in den 1970er Jahren

5.1 Probleme des Verhältnisses von Objektivität und Parteilichkeit

5.2 Unterschiedliche Standpunkte

5.2.1 Die Subjektivisten

5.2.2 Die Objektivisten

6. Wissenschaftlichkeit und Objektivität historischer Forschung

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Debatte um Objektivität in der Geschichtswissenschaft während der 1970er Jahre. Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen historischer Forschung vor dem Hintergrund des Historismus und der Sozialgeschichte sowie des Positivismusstreits zu beleuchten und zu klären, welche Kriterien wissenschaftliche Ansprüche in der Geschichtsschreibung legitimieren.

  • Historische Entwicklung der Objektivitätsvorstellungen seit der Antike
  • Der Einfluss des Positivismusstreits auf die Geschichtswissenschaft
  • Positionen der "Subjektivisten" vs. "Objektivisten" in den 70er Jahren
  • Methodische Standards und die Rolle der Parteilichkeit
  • Legitimation wissenschaftlicher Forschung im Kontext aktueller Gesellschaftsprobleme

Auszug aus dem Buch

5.2.1 Die Subjektivisten

Die Mehrheit der Historiker vertrat in der Debatte die subjektivistische Theorie. Zu ihnen zählten beispielsweise Wolfgang Mommsen, Reinhart Koselleck, Jörn Rüsen, Jürgen Kocka, Hans-Ulrich Wehler, Günther Patzig, Rudolf Vierhaus, Winfried Schulze und Helmut Rumpler.

Die Überlegungen dieses Lagers gingen davon aus, dass geschichtswissenschaftliche Forschung prinzipiell standortgebunden sei. Ein Historiker habe immer ein gewisses Erkenntnisinteresse, er selektiere das Quellenmaterial und wähle bestimmte Theorien und Methoden bei der Bearbeitung des Gegenstandes aus. So sei schon der Ausgangspunkt ein subjektiver. Objektivität sei eine Illusion, da auch Bewertung und Gewichtung unterschiedlicher Faktoren bei der Rekonstruktion von Vergangenheit subjektiv durch den jeweiligen Historiker geprägt wären. Zudem seien bereits die Quellen selbst von der Subjektivität ihrer Autoren beeinflusst. Mommsen nannte drei Gruppen von Prämissen, die die Hypothesen und Theorien eines Historikers beeinflussten: seine Auffassung vom Wesen der Menschen, seine Konzeption von sozialem Wandel und seine Erwartungen über zukünftige Entwicklungen der gegenwärtigen Gesellschaft. Die Überlegungen hatten den Ansatz zur Grundlage, dass Geschichte von jeder Generation umgeschrieben müsse; zum einen, da neue Tatsachen bekannt werden würden und zum anderen, weil sich die jeweiligen Gesichtspunkte änderten, unter denen die Vergangenheit analysiert werde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Problematik der Objektivität ein und verortet die Arbeit im Kontext des Paradigmenwechsels zur Sozialgeschichte in den 1960er und 70er Jahren.

2. „Traditionelle“ Positionen zur historischen Objektivität: Dieses Kapitel gibt einen groben Überblick über das Verständnis von Objektivität vom 18. und 19. Jahrhundert bis hin zum Historismus.

3. Der Positivismusstreit in den 1960er Jahren: Hier wird der wissenschaftstheoretische Konflikt zwischen Kritischem Rationalismus und Kritischer Theorie dargestellt, der die späteren geschichtswissenschaftlichen Debatten prägte.

4. Ausgangslage der Debatte: Die Geschichtswissenschaft der 1960er und 70er Jahre: Dieses Kapitel beschreibt den Aufstieg der Sozialgeschichte und die zunehmende Politisierung und Legitimationskrise der Geschichtswissenschaft in den 70er Jahren.

5. Die Objektivitätsdebatte der Geschichtswissenschaft in den 1970er Jahren: Die Kernkapitel analysieren die theoretische Begründung der Geschichtswissenschaft und die zentralen Konfliktlinien zwischen den verschiedenen Historikerlagern.

6. Wissenschaftlichkeit und Objektivität historischer Forschung: Es wird erörtert, welche methodischen Kriterien eine wissenschaftliche Forschung legitimieren und wie alternative Deutungen verarbeitet werden können.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass vollständige Objektivität im Sinne einer absoluten Wahrheit zwar nicht erreichbar ist, aber methodisch geregelte Intersubjektivität als Leitbild dient.

8. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Geschichtswissenschaft, Objektivität, Parteilichkeit, Standortgebundenheit, Subjektivisten, Objektivisten, Positivismusstreit, Sozialgeschichte, Historismus, Quellenkritik, Intersubjektivität, Erkenntnisinteresse, Wissenschaftstheorie, Geschichtsschreibung, Methodik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Debatte über den Begriff und die Anwendbarkeit von Objektivität innerhalb der deutschen Geschichtswissenschaft während der 1970er Jahre.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Themenfelder sind die Entwicklung des Objektivitätsbegriffs vom Historismus über den Positivismusstreit bis hin zu den fachspezifischen Debatten der 1970er Jahre unter Berücksichtigung der Sozialgeschichte.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, inwiefern eine historische Forschung angesichts der Standortgebundenheit des Historikers überhaupt objektiv sein kann und welche Kriterien ihre Wissenschaftlichkeit legitimieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine fachhistorische Analyse, die auf der Auswertung zeitgenössischer Sammelbände, Tagungsbeiträge und wissenschaftlicher Diskurse basiert.

Was wird im Hauptteil analysiert?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Ausgangslage, den Positivismusstreit sowie die detaillierte Gegenüberstellung der subjektivistischen und objektivistischen Positionen in der Geschichtswissenschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Geschichtswissenschaft, Objektivität, Parteilichkeit, Standortgebundenheit und Wissenschaftstheorie charakterisieren.

Welche Rolle spielte der Positivismusstreit für diese Debatte?

Der Positivismusstreit zwischen Kritischem Rationalismus und Kritischer Theorie lieferte die wissenschaftstheoretische Basis für die Diskussionen, wie historisches Wissen gewonnen und auf seine Objektivität hin geprüft werden kann.

Was unterscheidet die "Subjektivisten" von den "Objektivisten" in dieser Debatte?

Die Subjektivisten betonten die unvermeidliche Standortgebundenheit und Interessenabhängigkeit der Forschung, während die Objektivisten trotz Standortbindung an die Notwendigkeit und Erreichbarkeit allgemeingültiger Aussagen durch methodische Standards festhielten.

Wie lautet die abschließende Schlussfolgerung des Autors?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass absolute Objektivität eine Illusion ist, aber intersubjektiv überprüfbare, methodisch fundierte Forschung eine notwendige Form von Objektivität darstellt, die über reine Faktensammlung hinausgeht.

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Details

Title
Die Objektivitätsdebatte der Geschichtswissenschaft in den 1970er Jahren. Was zeichnet historische Objektivität aus?
College
University of Cologne
Grade
2,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2019
Pages
28
Catalog Number
V513764
ISBN (eBook)
9783346095091
ISBN (Book)
9783346095107
Language
German
Tags
objektivitätsdebatte geschichtswissenschaft jahren objektivität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2019, Die Objektivitätsdebatte der Geschichtswissenschaft in den 1970er Jahren. Was zeichnet historische Objektivität aus?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513764
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