Immer wieder werden dramatische Werke produziert, in denen eine Amnesie das zentrale Handlungsmotiv darstellt. Ein Beispiel dafür ist "Für immer Liebe" von Michael Sucsy. Innerhalb dieser Ausarbeitung soll analysiert werden welches Motiv in dieser filmischen Erzählung bezüglich des Gedächtnisverlusts verfolgt wird. Dies wird mithilfe einer Betrachtung der Narration und der Funktion der Amnesie im Handlungsaufbau zusammen mit der Bestimmung der Art des Gedächtnisverlusts und der auftretenden Konflikte erreicht.
Grundlage für diese Anschauung ist ein theoretisches Wissen über das autobiographische Gedächtnis, welches die eigenen erlebten Erinnerungen speichert. Bezüglich des Gedächtnisverlusts wird der Begriff der Amnesien eingeführt, um letztendlich die Unterschiede innerhalb der Ursachen und Symptomen zu verdeutlichen. Da es sich in der filmischen Erzählung "Für immer Liebe" um eine Protagonistin mit einer bestimmten Art von Amnesie handelt, wird nach den Unterscheidungen der verschiedenen Formen lediglich auf eine Art vertiefend eingegangen.
Anschließend werden verschiedenen dramaturgischen Maßnahmen vorgestellt, die mithilfe des Motivs einer Amnesie im filmischen Erzählen genutzt werden können, sodass hier das zentrale Fundament für die spätere Analyse geschaffen wird. Eine kurze Zusammenfassung über die Handlung aus Sicht der Protagonistin, die der Amnesie zum Opfer fällt, dient anschließend als Einführung und Überblick für die weitere Untersuchung.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Autobiographisches Gedächtnis
III. Amnesien
i. Retrograde Amnesie
ii. Amnesie-Motiv als dramaturgische Maßnahme im filmischen Erzählen
IV. Gedächtnisverlust in FÜR IMMER LIEBE
i. Die Handlung aus Sicht der amnesiebetroffenen Protagonistin Paige
ii. Art des Gedächtnisverlustes
iii. Narrative Gestaltung
iv. Funktion der Amnesie im Handlungsaufbau
v. Konflikt durch Amnesie
V. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das filmische Motiv der Amnesie anhand des Dramas "FÜR IMMER LIEBE" (2012). Ziel ist es zu analysieren, welche dramaturgische Funktion der Gedächtnisverlust der Protagonistin im Handlungsaufbau einnimmt, wie sich dies auf ihre Identitätsfindung auswirkt und welche narrativen Modelle dabei zur Anwendung kommen.
- Grundlagen des autobiographischen Gedächtnisses
- Klassifizierung und Symptomatik von Amnesien
- Dramaturgische Gestaltungsmöglichkeiten von Identitätsverlust im Film
- Analyse der narrativen Struktur und Konfliktdynamik in "FÜR IMMER LIEBE"
- Einfluss von Gedächtnisverlust auf die Selbstkonzept-Entwicklung
Auszug aus dem Buch
ii. Amnesie-Motiv als dramaturgische Maßnahme im filmischen Erzählen
Amnesien jeglicher Art bewirken im realen Leben ergreifende menschliche Dramen (vgl. Schacter 1999, S. 221). Nicht verwunderlich, dass in der Filmbranche des Öfteren das Motiv einer Amnesie als Grundlage für ein mitreißendes Drama genutzt wird. Darüber hinaus können ein Gedächtnisverlust und der damit verbundene Identitätsverlust eine hervorragende Ausgangslage für einen spannungsgeladenen Thriller liefern. Amnesien können also als Handlungselemente mit den verschiedensten Themen verknüpft sein und somit als Nährboden für unterschiedliche filmische Erzählungen dienen. Dabei bietet die Filmgeschichte eine große Auswahl an Beispielen, in denen Amnesien die Rolle eines psychologischen Phänomens einnehmen und damit zu einem zentralen Handlungsmotiv des Films werden (vgl. Kirste 2001, S. 169). Im Vordergrund dieser Erzählungen steht hierbei immer eine Identitätsproblematik, die auf verschiedenste Weisen vertieft oder dargestellt werden (vgl. ebd., S. 170). In den meisten Fällen vergisst die Hauptfigur Daten und Fakten über die eigene Person, sodass ein Spannungsfeld zwischen dem Vergessen und Erinnern in Bezug zur eigenen Identität entsteht (vgl. ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung des autobiographischen Gedächtnisses für die Identität dar und führt das Filmbeispiel "FÜR IMMER LIEBE" als zentrales Analyseobjekt für das Motiv der Amnesie ein.
II. Autobiographisches Gedächtnis: Dieses Kapitel definiert das autobiographische Gedächtnis als komplexes System, das für das Selbstkonzept und die menschliche Identität essenziell ist.
III. Amnesien: Es werden verschiedene Formen der Amnesie erläutert und deren dramaturgische Nutzung als filmisches Motiv sowie die Anwendung von narrativen Modellen in Erzählungen diskutiert.
IV. Gedächtnisverlust in FÜR IMMER LIEBE: Eine detaillierte Analyse der Protagonistin Paige, der Art ihres Gedächtnisverlustes, der narrativen Struktur, der Funktion der Amnesie für den Handlungsaufbau und der entstehenden Konflikte im Film.
V. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, wonach das Streben nach Identität das zentrale Motiv ist und die Amnesie als narratives Instrument zur Steuerung der Dramaturgie dient.
Schlüsselwörter
Autobiographisches Gedächtnis, Amnesie, Identitätsverlust, FÜR IMMER LIEBE, Narrative Gestaltung, Rekonstruktionsmodell, Transformationsmodell, Dramaturgie, Handlungsaufbau, Anagnorisis, Peripetie, Gedächtnisverlust, Selbstkonzept, Psychologisches Phänomen, Film
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Motiv der Amnesie und deren dramaturgische Funktion im Film anhand des Beispiels "FÜR IMMER LIEBE".
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die Psychologie des autobiographischen Gedächtnisses sowie filmwissenschaftliche Ansätze zur narrativen Gestaltung von Identitätsverlust.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, zu analysieren, wie der Gedächtnisverlust der Protagonistin genutzt wird, um die Handlung voranzutreiben und die Suche nach ihrer Identität zu thematisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Autorin kombiniert theoretische Grundlagen über das Gedächtnis mit filmwissenschaftlichen Konzepten, um die Narration und Struktur des gewählten Werkes zu interpretieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der konkreten Fallanalyse des Films, inklusive der Identitätskrise der Protagonistin, der Art der medizinisch bedingten Amnesie und der dramaturgischen Wendepunkte.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselbegriffe sind autobiographisches Gedächtnis, retrograde Amnesie, Identität, narrative Modelle (Rekonstruktion/Transformation) und dramaturgische Wendung.
Wie verändert der Gedächtnisverlust die Wahrnehmung der Protagonistin?
Paige verliert durch die retrograde Amnesie den Zugriff auf die Erfahrungen der letzten fünf Jahre, was zu einer tiefen Verunsicherung führt, da sie ihre aktuelle Identität und die Entscheidungen, die sie in dieser Zeit getroffen hat, nicht mehr nachvollziehen kann.
Welche Rolle spielen die Eltern im Konfliktverlauf?
Die Eltern nutzen Paiges Unsicherheit aus, um ihre eigene Sicht auf das Leben der Tochter durchzusetzen, was zu einem zentralen Konflikt zwischen Paige und ihrem Ehemann führt.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2018, Die Motive des Gedächtnisverlustes in der filmischen Erzählung "Für immer Liebe", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513779