Ist die deutsche Sprache frauenfeindlich? Werden Frauen unzureichend beachtet? Zwar sind Männer und Frauen laut Gesetz gleichgestellt, doch sind sie es auch in unseren Köpfen und in unserer Sprache? Mit der vorliegenden Facharbeit wird beiden Positionen nachgegangen und eben diese Frage genauer untersucht.
Um diese Fragen klären zu können, wendet sich die Autorin zuerst der allgemeinen Diskriminierung durch Sprache im Alltag zu und versucht dann die Frage zu beantworten, ob die Muttersprache unser Denken beeinflusst. Danach geht sie auf die Genderdiskriminierung und auf die gendergerechte Sprache ein.
Abschließend wird eine Umfrage folgen, die zeigt, wie viele Bürgerinnen und Bürger die gendergerechte Sprache verwenden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Diskriminierung im Alltag
3. Diskriminierung in unserer Sprache
3.1 Diskriminierung als sprachliches Grundprinzip
3.2 Beeinflusst Sprache unser Denken?
3.2.1 Raum- und Zeitvorstellungen
3.2.2 Facetten der Erinnerung
4. Genderdiskriminierung im Alltag
4.1 Feministische Sprachkritik
4.1.1 Sexismus im Sprachsystem und im Sprachgebrauch
4.2 Lösungsansätze der gendergerechten Sprache
4.3 Gendergerechte Sprache Pro und Contra
5. Umfrage: Gendergerechte Sprache
5.1 Fragestellungen und Hypothesen
5.2. Durchführung
5.3 Auswertung
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit untersucht das Phänomen der Diskriminierung durch Sprache im Alltag, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Genderdiskriminierung und der Frage, ob die Muttersprache das menschliche Denken beeinflusst.
- Allgemeine Formen und Auswirkungen von Diskriminierung im täglichen Leben.
- Die Rolle der Sprache als Medium zur Ausgrenzung und Abwertung.
- Theoretische Grundlagen zur Verbindung von Sprache, Denken und Weltanschauung.
- Feministische Sprachkritik und die Debatte um gendergerechte Formulierungen.
- Empirische Analyse des aktuellen Sprachgebrauchs in der Bevölkerung.
Auszug aus dem Buch
3.1 Diskriminierung als sprachliches Grundprinzip
Der Begriff Diskriminierung stammt vom lateinischen Verb „disriminare“ ab und wird mit seiner ursprünglichen Bedeutung „trennen“ oder „unterscheiden“ übersetzt. In dieser Bedeutung wurde das Wort im 17. Jahrhundert in verschiedenen europäischen Sprachen entlehnt. Durch den Sprachgebrauch hat es sich im 19. Jahrhundert von einer neutralen Bedeutung in eine herabwürdigende Bewertung gewandelt. Dieser Verlauf vom „Unterscheiden“ zum „Abwerten“ oder „Benachteiligen“ spiegelt sich auch in unserer heutigen Sprache wieder, denn das ist der Teil jeder diskriminierenden Handlung. „Zunächst muss man eine Unterscheidung treffen, dann kann man diese Unterscheidung mit Bewertungen und Konsequenzen aufladen.“ Dieses Unterscheiden ist die Kernfunktion der Sprache, sowohl als auch das grundlegende Strukturprinzip von Sprache und teilt die Welt in zwei Rubriken auf: alles, was durch das Wort bezeichnet wird und alles, was nicht durch das Wort bezeichnet wird.
Es gibt also immer ein Gegenteil, eine Ausschlussmenge. Das Wort Frau beispielsweise definiert einen Menschen als „weiblich“, gleichzeitig aber auch als „nicht männlich“. Außerdem ist eine Frau erwachsen, wohingegen ein nicht erwachsener, weiblicher Mensch als „Mädchen“ bezeichnet wird. Daher wird das Wort durch unterschiedliche Merkmale bestimmt und immer mehr Menschen werden vom Begriff ausgeschlossen. So werden Menschen durch dieses sprachliche Grundprinzip unbewusst diskriminiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, ob die deutsche Sprache Frauen benachteiligt, und erläutert den Aufbau der Untersuchung.
2. Diskriminierung im Alltag: Dieses Kapitel definiert verschiedene Formen der Diskriminierung, wie personale, direkte und indirekte Diskriminierung, sowie deren gesellschaftliche Relevanz.
3. Diskriminierung in unserer Sprache: Hier wird untersucht, wie Sprache soziale Realitäten schafft und als Instrument zur Ausgrenzung fungieren kann.
4. Genderdiskriminierung im Alltag: Das Kapitel analysiert die Verankerung von Sexismus in der deutschen Grammatik sowie Ansätze der feministischen Sprachkritik und gendergerechten Sprache.
5. Umfrage: Gendergerechte Sprache: Es wird der Prozess und das Ergebnis einer Befragung zur Verwendung und Akzeptanz geschlechtergerechter Sprache in der Bevölkerung dargelegt.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt, dass Sprache unser Denken beeinflusst und dass geschlechtergerechte Sprache ein wichtiges Instrument zur Sichtbarmachung von Frauen sein kann.
Schlüsselwörter
Diskriminierung, Sprache, Gendergerechte Sprache, Feministische Sprachkritik, Sexismus, Generisches Maskulinum, Sprachwissenschaft, Soziale Ausgrenzung, Denkmuster, Gleichberechtigung, Sprachgebrauch, Wahrnehmung, Genderdiskriminierung, Bewusstseinsbildung, Identität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der diskriminierenden Wirkung von Sprache im Alltag und untersucht insbesondere die geschlechtsspezifischen Aspekte der deutschen Sprache.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die verschiedenen Formen der Diskriminierung, der Einfluss von Muttersprache auf das Denken und die Debatte um eine geschlechtergerechte Sprache.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Sprache Frauen benachteiligen oder unsichtbar machen kann und welche Möglichkeiten es gibt, dies durch gendergerechte Formulierungen zu ändern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Neben einer theoretischen Literaturanalyse wurde eine eigene Umfrage unter 40 Personen durchgeführt, um den tatsächlichen Sprachgebrauch und die Einstellung der Bevölkerung zu erfassen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Auseinandersetzung mit Diskriminierung und Sprache, eine Analyse des Sexismus im deutschen Sprachsystem sowie die Vorstellung und Auswertung einer empirischen Befragung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Genderdiskriminierung, Feministische Sprachkritik, Generisches Maskulinum und soziale Wahrnehmung beschreiben.
Warum wird das generische Maskulinum in der Arbeit kritisch betrachtet?
Die Autorin argumentiert, dass das generische Maskulinum dazu führt, dass Frauen in der Vorstellungskraft unsichtbar bleiben, da bei Berufsbezeichnungen oder Nomen primär an männliche Personen gedacht wird.
Zu welchem Ergebnis kommt die Umfrage zur Nutzung gendergerechter Sprache?
Die Umfrage ergab, dass eine große Mehrheit (85 %) der Befragten im Alltag keine gendergerechte Sprache nutzt, obwohl über die Hälfte der Befragten (60 %) dies in öffentlichen Texten oder Reden befürworten würde.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2019, Sprachdiskriminierung im Alltag. Werden Frauen diskursiv benachteiligt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513917