Kinder nutzen digitale Medien immer häufiger. Teilweise besitzen sie bereits im Grundschulalter eigene Smartphones oder Tablets. Die psychischen Folgen erhöhter Mediennutzung sind bislang erst unzureichend erforscht. Wie viel Einfluss nehmen digitale Medien auf die Entwicklung der Kinder?
Was verstehen wir unter dem Selbstwert, dem Selbstkonzept und dem Selbstbild? Welche Faktoren nehmen Einfluss auf das Selbstwertgefühl? Welche Chancen bieten die neuen Medien? Wie und warum zeichnen Kinder?
Beate Graf-Egetemeyr untersucht, wie die tägliche Nutzungsdauer von digitalen Medien das Selbstbild der Kinder beeinflusst. Durch eine Umfrage und die gemalten Selbstbildnisse von Grundschulkindern verschiedener Altersstufen stellt sie einen Bezug zwischen dem Medienkonsum und der emotionalen Entwicklung der Kinder her. Ihr Buch richtet sich an Eltern und Pädagog/innen.
Aus dem Inhalt:
- Digitalisierung;
- digitale Medien;
- Kunsterziehung;
- Selbstwertgefühl;
- Identität;
- Mann-Zeichen-Test
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Selbstwert und Selbstkonzept
2.1 Selbstwert
2.2 Selbstkonzept
3 Die Kinderzeichnung und das Selbstbild
3.1 Definition Selbstbild
3.2 Definition und geschichtlicher Hintergrund der Kinderzeichnung
3.3 Entwicklungsstufen der Kinderzeichnung
4 Digitale Medien
4.1 Was sind digitale Medien
4.2 Kinder und digitale Medien: aktuelle Forschungsergebnisse
4.3 Mögliche Chancen durch digitale Medien
4.4 Mögliche Risiken durch digitale Medien
5 Forschungsmethode
5.1 Zu dem Bild:
5.2 Vorgehensweise der Bildanalyse
5.3 Fragebogen
6 Umfrage
6.1 Die Auswertung der Fragebögen
6.2 Die Selbstbildnisse der Grundschulkinder
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss des digitalen Medienkonsums auf das Selbstbildnis von Grundschulkindern, um festzustellen, ob ein Zusammenhang zwischen der Mediennutzung und der Selbstwahrnehmung existiert.
- Grundlagen zu Selbstwert und Selbstkonzept
- Psychologische Bedeutung der Kinderzeichnung
- Aktuelle Forschung zum digitalen Medienkonsum von Kindern
- Empirische Untersuchung mittels Mann-Zeichen-Test und Elternfragebögen
- Analyse von Zusammenhängen zwischen Medienzeit und gemaltem Selbstbild
Auszug aus dem Buch
3.3.3 Phase 3: Übernahme der kulturellen Vorbilder von 8 bis zur Adoleszenz
Die Zeichnungen orientieren sich an Vorbildern der Kunst und der Kultur. Es werden Techniken übernommen wie die Perspektivzeichnung, Comic und Karikaturen können ebenfalls zum Thema werden. Leider verlieren viele Jugendlichen das Interesse am Zeichnen. Als Grund wird angenommen, dass die Jugendlichen viel kritischer mit ihren Fähigkeiten sind und daher eher unzufrieden mit den zeichnerischen Leistungen. (vgl. Schuster 2015: S.12 ff)
Gerade bei Selbstbildnissen lässt sich feststellen, dass Kindern mit den Jahren immer mehr Details bei ihren Zeichnungen wichtig sind. So wird z.B. im Mann-Zeichen-Test von Ziler davon ausgegangen, dass die Kinder ab drei mit jedem Lebensjahr ca. 4 weitere Details auf ihren Selbstbildnissen festhalten. Dies ist aber nur möglich, wenn sie sich ihrem „Selbst“ bewusst sind und sich selbst wahrnehmen. Daher ist das Selbstwertgefühl eng verbunden mit dem Selbstbild. Ein Kind malt nur was es wahrnimmt.
An dem folgenden Selbstbildnis ist schön zu erkennen, dass sich das Mädchen sehr differenziert wahrnimmt. Die Frisur, Augenfarbe, Kleidung entsprechen der Realität. Sie malt ihr Gesicht im Profil, ihre Finger haben unterschiedliche Längen, die Knie wurden angedeutet. Im Mann-Zeichen-Test käme sie auf ein Alter von: 14,25
Dadurch wird ersichtlich, dass Kinder sich tatsächlich sehr differenziert malen können und ihre Selbstwahrnehmung deutlich im Gemalten sichtbar wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Problematik des zunehmenden digitalen Medienkonsums bei Kindern und Formulierung der Forschungsfrage hinsichtlich der Auswirkungen auf das Selbstbildnis.
2 Selbstwert und Selbstkonzept: Theoretische Herleitung und Definition der psychologischen Komponenten Selbstwert und Selbstkonzept sowie deren Bedeutung für die kindliche Entwicklung.
3 Die Kinderzeichnung und das Selbstbild: Erläuterung der Bedeutung von Kinderzeichnungen als Ausdruck innerer Selbstbilder und Darstellung der entwicklungspsychologischen Stufen der zeichnerischen Ausdrucksfähigkeit.
4 Digitale Medien: Auseinandersetzung mit dem Begriff der digitalen Medien sowie Übersicht aktueller Forschungsergebnisse zu Chancen und Risiken bei der Mediennutzung im Kindesalter.
5 Forschungsmethode: Beschreibung des methodischen Vorgehens, basierend auf einer Kombination aus Literaturanalyse, Elternfragebögen und der qualitativen Bildanalyse mittels Mann-Zeichen-Test.
6 Umfrage: Darstellung und Auswertung der empirischen Daten sowie detaillierte Untersuchung der gesammelten Kinderzeichnungen im Hinblick auf den Medienkonsum.
7 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Schlussfolgerung über den Einfluss digitaler Medien auf die Entwicklung des kindlichen Selbstbildes.
Schlüsselwörter
Selbstbild, Selbstwert, Selbstkonzept, digitale Medien, Medienkonsum, Kinderzeichnung, Mann-Zeichen-Test, Grundschulkinder, Medienkompetenz, Bildanalyse, Selbstwahrnehmung, Entwicklungspsychologie, Mediennutzung, Erziehung, empirische Untersuchung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Nutzung digitaler Medien im Grundschulalter und der Entwicklung des Selbstbildes bei Kindern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die psychologische Fundierung von Selbstwert und Selbstkonzept, die Entwicklung der zeichnerischen Ausdrucksfähigkeit bei Kindern sowie die Auswirkungen des Medienkonsums.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es zu beantworten, ob die Nutzung von digitalen Medien das gemalte Selbstbildnis von Grundschulkindern beeinflusst.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein kombinierter Ansatz aus Literaturrecherche (theoretischer Bereich) und einer quantitativen Felduntersuchung (Bildanalyse nach dem Mann-Zeichen-Test von Ziler sowie Elternbefragung) angewandt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen (Selbstwert/Selbstkonzept), die Bedeutung von Kinderzeichnungen, die Diskussion über digitale Medien und die konkrete Durchführung sowie Auswertung der empirischen Umfrage.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Selbstbild, Medienkonsum, Kinderzeichnung, Selbstwert und Medienkompetenz.
Warum wird der Mann-Zeichen-Test zur Analyse verwendet?
Der Test dient als sprachfreies Instrument, um auf Basis der Anzahl gezeichneter Körperdetails Rückschlüsse auf das intellektuelle Alter und die Selbstwahrnehmung des Kindes zu ziehen.
Gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen Medienzeit und dem Testergebnis?
Die Untersuchung zeigt auf, dass Kinder mit einer sehr hohen täglichen Mediennutzung tendenziell auffälligere Zeichnungen mit einer größeren Differenz zwischen tatsächlichem Alter und erreichtem Mann-Zeichen-Alter aufweisen.
Was empfehlen die Ergebnisse für Eltern?
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine begrenzte Medienzeit und elterliche Unterstützung bei der Mediennutzung zu einem stabileren Selbstbild der Kinder beitragen können.
- Arbeit zitieren
- Beate Graf-Egetemeyr (Autor:in), 2020, Hat erhöhter Medienkonsum Einfluss auf die Selbstbildnisse von Grundschülern?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513926