Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten. Was ist Wissenschaft?


Hausarbeit, 2018

10 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhalt

I. Inhaltsverzeichnis

II. Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung - „Was ist Wissenschaft“

2. Wissenschaft als geregeltes Erkenntnissystem
2.1. Was ist Wissenschaft generell?
2.2. Systematik der Wissenschaft
2.3. Denkschulen
2.4. Widersprüche der Wissenschaft
2.5. Beispiel für die Denkschule des kritischen Rationalismus

3. Resümee

4. Literaturverzeichnis

II. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung - „Was ist Wissenschaft“

Was ist Wissenschaft? Diese Frage klingt bei erster Betrachtung sehr banal und man würde sie wohl leicht überlesen, wenn man sich nicht zufällig ohnehin gerade mit dem Thema befasst.

Lässt man diese Frage jedoch etwas auf sich wirken, so stellt man recht schnell fest, dass die Beantwortung gar nicht so leicht ist und man vielleicht sogar etwas nachforschen muss, um auf die Antwort zu kommen.

Forschen ist auch schon das passende Stichwort, denn die bloße Behauptung (These) einer Sache würde nicht ausreichen, um als Wissenschaft bezeichnet werden zu können. Vielmehr geht es in der Wissenschaft darum, eine Behauptung (These) aufzustellen, diese mittels verschiedenster Methoden zu erforschen, um anschließend eine Erkenntnis zu treffen. Ziel der Wissenschaft ist also die belegte Erkenntnisgewinnung.

Wer nun alle Forschungsschritte schriftlich so festhält, systemisch arbeitet und so beschreibt, dass auch ein anderer Wissenschaftler bei Nachahmung auf dieselbe Erkenntnis kommen würde, der hat eine wissenschaftliche Arbeit verfasst. Da diese Vorgehensweise generell jeder Wissenschaftler betreiben könnte, ist die Wissenschaft also nicht personengebunden, sondern unpersönlich. Ein weiteres wichtiges Merkmal für die Unpersönlichkeit ist, dass die persönliche Meinung zu einem Thema in Gänze aus einer Forschung ausgeschlossen werden muss.

Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass die Wissenschaft als ein methodisch unpersönliches Erkenntnissystem anzusehen ist.1

Weiter beschränkt sich die Wissenschaft nicht nur auf ein Thema, sondern auf viele einzelne Wissenschaften. Diese Fachbereiche nennen sich Disziplinen. Auch gibt es eine Disziplin, die sich ausschließlich mit der Wissenschaft der Wissenschaft auseinandersetzt. Dabei handelt es sich um die sog. Wissenschaftstheorie.

2. Wissenschaft als geregeltes Erkenntnissystem

2.1. Was ist Wissenschaft generell?

Wissenschaft ist ein Erkenntnissystem. „Das Wissenschaftssystem definiert in seinem Ablauf einen Prozess. Dieser Wissenschaftsprozess lasst sich auf mindestens zwei verschiedenen Ebenen analysieren, nämlich einmal auf der strukturellen Ebene des Wissens […] Der Wissenschaftsprozess kann aber auch auf einer zweiten Ebene analysiert werden, nämlich der Ebene der Menschen, ihrer Handlungen, Ziele, Werte , der Ebene der sozialen Gruppen und Institutionen , kurz: der sozialen Ebene.“ (Balzer 2016, S. 11) Die hier beschriebene Ebene des Menschen bezeichnet man auch als die Inspiration einer Denkschule.

Für die Wissenschaft bedeutet der Einfluss von Denkschulen, dass sie nicht ausschließlich auf einem starren System und einer Disziplin beruht, sondern auch Einflüsse der Unterrichtenden maßgeblich zur Ergebnisentwicklung beitragen. Nur durch dieses Zusammenspiel der beiden Faktoren Denkschule und Systematik ist es möglich, immer wieder neue und unterschiedliche Ergebnisse zu erarbeiten, alte bereits erforschte Gebiete neu zu erforschen und andersartige Ergebnisse zu erhalten.

Mit diesem oben genannten Zusammenspiel beschäftigt sich u.a. die Wissenschaftstheorie. „Um wissenschaftlichen Standards zu genügen, sind daher Kenntnisse notwendig, wie Begriffe zu definieren sind oder wie Hypothesen formuliert werden u.v.m. Solche Bausteine von wissenschaftlichen Arbeiten lernt jeder Wissenschaftler während seiner Ausbildung kennen. Häufig beschränkt sich die Ausbildung jedoch auf die Beschreibung der Methoden der jeweiligen Wissenschaftsdisziplin. Es fehlt hingegen an einer grundlegenderen Diskussion der Erkenntnismethoden. Erst wer diese Kenntnisse erwirbt, ist in der Lage, sachgerechte Entscheidungen über zu definierende Begriffe oder zu entwickelnde Theorien zu treffen. Wissenschaftstheorie vermittelt daher Kenntnisse, mit denen Wissenschaftler kritisch über ihr Handeln und das von anderen Wissenschaftlern reflektieren können.“ (Brühl 2017, S. 13). Als Wissenschaftler ist es also wichtig, die Methoden zu kennen, aber ebenso wichtig ist die Basis ihrer Anwendungsvielfalt.

2.2. Systematik der Wissenschaft

Die Systematik der Wissenschaft ist einfacher zu verstehen, wenn man erstmal den Begriff „System“ erläutert. „Ein System ist eine Einheit aus verschiedenen Elementen, die in einer funktionalen Beziehung zueinander stehen.“ (Thommen, 2008, S.632). Systematik beschreibt hierbei auf welche Weise, also mit welcher Technik, das System angewandt wird.

Es lässt sich sagen, dass die Wissenschaft einem relativ starren System zugrundeliegt, welches klar gegliedert ist und so die Basis aller wissenschaftlichen Arbeiten bildet. Die Systematik beschreibt also das Vorgehen oder in unserem Fall das Arbeiten nach einem vorgegebenem System. Eines haben, bei all den Unterschieden, alle Forschungsdisziplinen (Fachrichtungen) gemeinsam, sie benötigen alle einen Forschungsgegenstand. Es unterscheidet sich jedoch die Art, wie solcher erforscht wird.

„In der Wissenschaft wird sprachlich kommuniziert, um sich über die Ergebnisse von Forschung, den Ablauf von Forschungsprozessen, Gütekriterien der Forschung u.v.m. auszutauschen. Wissenschaftliche Diskussion oder Diskurse zeichnen sich dadurch aus, dass in ihnen argumentiert wird.„ (Brühl 2017, S. 70)

Neben der straff geregelten Vorgehensweise (These, Forschung, Ergebnis) gibt es jedoch Variationsmöglichkeiten. So ist es bspw. möglich, nach qualitativen oder quantitativen Methoden zu forschen.

Während die quantitative Forschung eher mittels mathematischen Formeln, Statistiken, Beobachtungen, Experimenten und Kennzahlen arbeitet und dabei statisch ist, arbeitet die qualitative Forschung eher dynamisch und etwas kreativer, bspw. in Form von Interviews, Gruppendiskussionen oder Beobachtungen.

Ein weiterer großer Unterschied der beiden Methoden (qualitative / quantitative Forschung) besteht in der Analyse. Bei dem qualitativen Ansatz werden Einzelfälle betrachtet und beim quantitativem Ansatz werden Massendaten analysiert. (N. Burzan 2015, S. 24)

Die Methodik wird u.a. durch die Denkschule beeinflusst, es kann jedoch auch ein Methodenmix angewandt werden, wobei dabei idR. eine primäre und sekundäre Anwendung unterschieden wird.

Abschließend lässt sich sagen, dass es keine richtige oder falsche Methodik gibt, sondern unterschiedliche Vorgehensweisen zu andersartigen Forschungsergebnissen führen, die in Summe das Wissen facettenreich und tiefgründig werden lassen.

2.3. Denkschulen

Die Wissenschaft unterliegt also einer recht starren Systematik. Man könnte sich nun die Frage stellen, wie man kontinuierlich neue Erkenntnisse gewinnen kann, wenn alle Wissenschaftler auf dieselbe Vorgehensweise, lediglich mit unterschiedlichen Methoden, forschen. Ganz so einfach scheint es also doch nicht zu sein.

In der Wissenschaft wird nicht nur geforscht, sondern auch gelehrt. Daher ist es möglich, dass bspw. ein Professor für Rechtswissenschaften an einer Universität in Süddeutschland völlig anders lehrt, als ein Berufskollege mit divergierender Lehrmethodik, in Norddeutschland, weil die beiden Professoren auch einst von unterschiedlichen Personen ausgebildet wurden und sie erlerntes Wissen über die möglichen Anwendungen einer Methode an ihre Studenten weitergeben möchten. Diese latent personalisierte Vorgehensweise bezeichnet man als Denkschule und beschreibt die Tatsache, dass an verschiedensten Universitäten nach unterschiedlichen Forschungskanon geforscht wird und persönliche Erfahrungen und Vorgehensweisen in einer jeden Forschung mitschwingen.

Auch haben bedeutende Wissenschaftler, die einst an dieser oben genannten beispielhaften Universität forschten, einen Einfluss auf die Denkschule, denn die eventuell bedeutende Methodik soll selbstverständlich bewahrt werden und so einen dauerhaften Einfluss auf die zukünftigen Forschungen haben.

Beispiele für mögliche Denkschulen sind logischer Empirismus oder der kritische Rationalismus.

Diese o.g. personalisierten Einflüsse können jedoch auch den faden Beigeschmack bekommen, dass sich der methodische Horizont der Universität verlangsamt oder nicht erweitert. Es macht also auch in der Wissenschaft Sinn, weiträumiger zu denken und offen für neue Einflüsse zu sein. Bspw. durch das Zusammenarbeiten von Forschern unterschiedlichster Herkünfte (Länder und Universitäten) können neue, interessante und letztlich verändernde Einflüsse gewonnen werden.

2.4. Widersprüche der Wissenschaft

Nun ließe sich annehmen, dass etwas, was wissenschaftlich belegt ist, generell als wahr zu bezeichnen ist und Endgültigkeitscharakter hat. Doch ist es wirklich so, dass eine Sache die als bewiesen gilt, nicht überholt werden kann? Nein, natürlich nicht und genau darauf zielt der kritische Rationalismus von Sir Karl Raimund Popper ab. Die Denkschule des kritischen Rationalismus stürzte die Wissenschaft Anfang des 20 Jhd. in die Krise, denn was als endgültig feststand, war es plötzlich doch nicht mehr und konnte erneut in Frage gestellt werden. Gegen Popper wurde zunächst die gleiche Kritik vorgebracht wie gegen den frühen Positivismus – nur in weiter-entwickelter Form. (Schülein und Reitze 2016, S. 164). Diese Kritik ist nachvollziehbar, denn Wissenschaftler die einst bedeutsame Forschungsergebnisse hervorbrachten, sahen ihre Arbeiten, gar ihre Lebenswerke in Gefahr.

Laut dem kritischen Rationalismus von Popper gibt es also nie die Gewissheit einer Forschung und Irrtümer sind demnach grundsätzlich nicht auszuschließen. Erstmal klingt diese Feststellung sehr irritierend oder widersprüchlich, doch sind nach Popper alle äußeren und inneren Einflüsse auf eine Forschung nicht überschaubar und daher nicht aus der Forschung auszuschließen. Selbst im idealsten Forschungsumfeld können sich Einflüsse einschleichen, die im Vorfeld nicht kalkulierbar waren. Diese Einflüsse können intern und externer Natur sein.

[...]


1 Diesen treffenden Satz habe ich mehrfach recherchieren können, jedoch ohne dabei einen Urheber recherchieren zu können, daher berufe ich mich auf meine Studienskripte der Internationale Hochschule Fernstudium (IUBH), Studienskript BWIR01 S. 19

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten. Was ist Wissenschaft?
Hochschule
Internationale Fachhochschule Bad Honnef - Bonn
Note
2
Autor
Jahr
2018
Seiten
10
Katalognummer
V513953
ISBN (eBook)
9783346116246
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einführung, arbeiten, wissenschaft
Arbeit zitieren
Annette Voigt (Autor), 2018, Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten. Was ist Wissenschaft?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513953

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten. Was ist Wissenschaft?



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden