Diese Arbeit befasst sich mit dem von Gottfried Wilhelm Leibniz entwickelten System der prästabilierten Harmonie in Hinblick auf das Leib-Seele-Problem. Es wird die Frage untersucht, inwieweit die prästabilierte Harmonie eine zufriedenstellende Lösung für das Leib-Seele-Problem darstellt. Außerdem wird die Monadenlehre beziehungsweise das System der prästabilierten Harmonie auf ihre Schwierigkeiten hin untersucht und insbesondere Bayles Kritik an Leibniz sowie Leibniz Apologie dargelegt.
Uneinigkeit unter den Philosophen herrscht in der Debatte über das Leib-Seele-Problem, welches vor allem durch den cartesianischen Dualismus im 17. Jahrhundert zunehmend an Bedeutung gewann. In seiner Monadenlehre greift Leibniz den Dualismus Descartes auf und entwickelt diesen mit dem System der prästabilierten Harmonie weiter. Ziel seiner Lehre ist es, die Schwierigkeiten der cartesianischen Lehre, derer sich der Okkasionalismus bereits erfolglos annahm, zu eliminieren.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Das Leib-Seele-Problem
- Der cartesianische Dualismus
- Die Probleme des cartesianischen Dualismus
- Der Okkasionalismus
- Die Monadenlehre
- Die Eigenschaften der Monaden
- Die prästabilierte Harmonie
- Die Probleme der Leibniz'schen Monadenlehre
- Kritik am Substanzbegriff
- Bayles Kritik am System der prästabilierten Harmonie
- Weitere Probleme der Monadenlehre
- Resümee
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit untersucht das von Gottfried Wilhelm Leibniz entwickelte System der prästabilierten Harmonie im Kontext des Leib-Seele-Problems. Ziel ist es zu beleuchten, inwiefern die prästabilierte Harmonie eine adäquate Lösung für das Leib-Seele-Problem darstellt und die Schwierigkeiten des cartesianischen Dualismus sowie des Okkasionalismus löst. Darüber hinaus werden die Monadenlehre und das System der prästabilierten Harmonie auf ihre Schwächen hin analysiert, wobei insbesondere Bayles Kritik an Leibniz und Leibniz' Verteidigung im Fokus stehen. Ein grundlegendes Verständnis der Lehre Descartes und der Herausforderungen des cartesianischen Dualismus ist essenziell für das Verständnis des Leib-Seele-Problems.
- Das Leib-Seele-Problem und seine historischen Wurzeln
- Der cartesianische Dualismus und seine Schwächen
- Leibniz' System der prästabilierten Harmonie als Alternative
- Kritik an Leibniz' Monadenlehre, insbesondere von Bayle
- Analyse der Stärken und Schwächen des Systems der prästabilierten Harmonie
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik des Leib-Seele-Problems ein und beleuchtet den historischen Kontext, in dem Leibniz' System der prästabilierten Harmonie entstanden ist. Sie gibt einen Überblick über Leibniz' Anliegen, eine Synthese zwischen verschiedenen philosophischen Strömungen zu erreichen. Das zweite Kapitel beleuchtet den cartesianischen Dualismus und seine Problematik. Es wird erläutert, wie Descartes das Leib-Seele-Problem durch die Unterscheidung von res extensa und res cogitans zu lösen versuchte und welche Kritikpunkte an seiner Theorie geäußert wurden. Das dritte Kapitel stellt Leibniz' Monadenlehre und das System der prästabilierten Harmonie vor. Es werden die Eigenschaften der Monaden beschrieben und erläutert, wie Leibniz das Leib-Seele-Problem mit seiner Theorie zu lösen versuchte. Schließlich werden die Kritikpunkte an Leibniz' System dargestellt, insbesondere Bayles Einwände und Leibniz' Verteidigung seiner Theorie.
Schlüsselwörter
Leib-Seele-Problem, Dualismus, Descartes, Interaktionsproblem, Okkasionalismus, Leibniz, Monadenlehre, prästabilierte Harmonie, Substanzbegriff, Kritik, Bayle.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Leib-Seele-Problem?
Es ist die philosophische Frage nach dem Verhältnis zwischen dem materiellen Körper (Leib) und dem immateriellen Geist (Seele) und wie diese miteinander interagieren können.
Wie löst Leibniz' "prästabilierte Harmonie" dieses Problem?
Leibniz nimmt an, dass Körper und Seele nicht direkt aufeinander einwirken, sondern wie zwei perfekt synchronisierte Uhren von Gott so eingestellt wurden, dass sie parallel ablaufen.
Was sind "Monaden" in der Lehre von Leibniz?
Monaden sind nach Leibniz die unteilbaren, geistigen Grundbausteine der Realität. Sie sind "fensterlos", das heißt, sie empfangen keine äußeren Einflüsse, sondern entwickeln sich nach ihrem inneren Gesetz.
Was kritisierte Pierre Bayle an Leibniz' System?
Bayle bezweifelte, dass eine Seele alle ihre Zustände rein aus sich selbst heraus (ohne äußere Reize) erzeugen könne, und empfand die prästabilierte Harmonie als zu komplex und unplausibel.
Was ist der Unterschied zum Okkasionalismus?
Während im Okkasionalismus Gott bei jeder Interaktion direkt eingreifen muss, hat Gott bei der prästabilierten Harmonie die Welt einmalig so perfekt erschaffen, dass sie ohne weiteres Eingreifen harmoniert.
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- Teresa Graf (Author), 2019, Leibniz' System der prästabilierten Harmonie. Eine Lösung des Leib-Seele-Problems?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/514265