Meine Arbeit soll sich mit dem Thema der Geschlechterkonstruktion im Fußball auseinandersetzen und dabei den Einstiegsprozess von Frauen in der Ultragruppierung des Fußballvereins 1.FC Union Berlin näher beleuchten. Wie gelangen Frauen in diese Szene und wie können sie Akzeptanz erreichen? Sind der Fußballsport und die damit verbundene Ultraszene tatsächlich eine reine Männlichkeitskultur, die sich bewusst vom weiblichen Geschlecht abwendet?
In der Theorie möchte ich mich zunächst mit der Darstellung des Vereins Union Berlin und seiner Vereinsgeschichte beschäftigen, sowie dessen Fankultur ergründen, bevor es inhaltlich in einem nächsten Block um die Geschlechterkonstruktion geht. Dabei sollen die evolutionären, sowie heutigen Geschlechterverhältnisse aufgezeigt und daraufhin die Position des weiblichen Geschlechts in hegemonialen Sportkulturen erläutert werden. Darüber hinaus werde ich kurz darauf eingehen, wie sich der Fußballsport eine geschlechtliche Identität aneignet.
Der darauf folgende Themenblock soll die Entstehung der Ultras, die öffentliche Wahrnehmung, sowie deren Ideologie erläutern und außerdem die Geschlechterverhältnisse in der Ultraszene zeigen.
Basierend auf den genannten Punkten werde ich weiterführend Leitfadeninterviews mit männlichen und weiblichen Ultras des 1.FC Union Berlin führen, um dadurch Erkenntnisse zu den vorherrschenden Männlichkeits- bzw. Weiblichkeitsvorstellungen zu gewinnen und insbesondere die Frage beantworten zu Basierend auf den genannten Punkten werde ich weiterführend Leitfadeninterviews mit männlichen und weiblichen Ultras des 1.FC Union Berlin führen, um dadurch Erkenntnisse zu den vorherrschenden Männlichkeits- bzw. Weiblichkeitsvorstellungen zu gewinnen und insbesondere die Frage beantworten zu
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Union Berlin
2.1 Vorreiter des 1. FC Union Berlin
2.2 Gründung - Heute
2.3 Fankultur
3 Deutsche Fankultur
3.1 Geschichte
3.2 Kuttenfans
3.3 Hooligans
4 Ultras.
4.1 Entstehung der Ultrabewegung in Italien
4.2 Entstehung der deutschen Ultrabewegung
4.3 Merkmale der Ultraszene
4.3.1 Ultras und Gewalt
4.3.2 Ultras und Politik
4.3.3 Ultras in der öffentlichen Darstellung
4.3.4 Geschlechter in der Ultraszene
5 Geschlechtsidentitäten
5.1 Evolutionäre Konstruktion der Geschlechtsidentität
5.2 Heutige Geschlechterkonstruktion
5.3 Geschlechtszugehörigkeit als Exklusionskriterium
5.4 Der Fußballsport als Geschlecht
5.5 Das weibliche Geschlecht in hegemonialen Sportkulturen
6 Methodisches Vorgehen
6.1 Datenerhebung
6.1.2 Das narrative Interview
6.1.3 Leitfadeninterview
6.2 Datenauswertung
7 Ergebnisse
7.1 Untersuchungsergebnisse
7.2 Ergebnisdiskussion
8 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Geschlechterkonstruktionen im Fußballsport mit einem spezifischen Fokus auf den Einstiegsprozess weiblicher Personen in Ultragruppierungen, beispielhaft dargestellt am 1. FC Union Berlin. Ziel ist es, die exklusiven Mechanismen der Szene zu identifizieren und zu ergründen, warum und wie Frauen von diesem als maskulin geprägten Raum ausgeschlossen werden oder unter welchen Bedingungen sie eine Anerkennung erreichen können.
- Geschlechterkonstruktion und Männlichkeitsideale im Fußballsport
- Soziologische Analyse der Ultraszene als maskuliner Raum
- Ausschlussmechanismen und Exklusionskriterien für Frauen
- Qualitative Untersuchung mittels Leitfadeninterviews mit aktiven und ehemaligen Ultras
- Rolle der Sozialisation und Medialisierung bei der Stereotypenbildung
Auszug aus dem Buch
4.3.4 Geschlechter in der Ultraszene
Im Folgenden soll es darum gehen, wie beide Geschlechter in der Ultraszene betrachtet werden und inwieweit die Zugehörigkeit zu einem Geschlecht Chancen und Zugangsmöglichkeiten in die Ultraszene bieten. Frauen werden in Verbindung mit dem Fußballsport als Sondererscheinung betrachtet, da dieser mit Maskulinität verbunden wird, wie etwa Sülzle (2005) feststellt: „Fußball und die Fußballfankultur sehe ich als wichtigen Ort gesellschaftlich wirksamer Konstruktionen von Männlichkeit“.
Gerade in Ultragruppierungen zeigt sich eine quantitative Dominanz des männlichen Geschlechts. Der Frauenanteil in solchen Gruppen wird mit lediglich rund 5% beziffert (vgl. Pilz et. al, 2006, S.86/87). Des Weiteren zeigten die Untersuchungen von Pilz et.al (Ebd., S.88/89) eine in der Ultraszene verbreitete Sicht auf die Unvereinbarkeit von Frauen und Ultratum: Über 65 % der Ultras gaben an, dass das weibliche Geschlecht kein Ultra sein kann und über 42% der befragten Ultras beantworteten die Frage ob Frauen und der Fußballsport überhaupt miteinander vereinbar seien mit „Nein“.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Fußballs als männlich dominierte Domäne ein und beleuchtet die Schwierigkeiten weiblicher Personen, sich in diesem Sport zu etablieren.
2 Union Berlin: Dieses Kapitel beschreibt die Vereinsgeschichte und die spezifische Identität des 1. FC Union Berlin sowie die Besonderheiten seiner Fankultur.
3 Deutsche Fankultur: Hier werden die historische Entwicklung, die verschiedenen Fangruppierungen wie Kuttenfans und Hooligans sowie die Entstehung der Fankultur in Deutschland thematisiert.
4 Ultras.: Der vierte Abschnitt erläutert Entstehung, Ideologie, Merkmale, Organisationsstruktur sowie das Verhältnis von Ultras zu Gewalt, Politik und Medien.
5 Geschlechtsidentitäten: In diesem Kapitel werden theoretische Grundlagen zur Geschlechterkonstruktion, Stereotypisierung und die Positionierung des weiblichen Geschlechts in der Gesellschaft und im Sport diskutiert.
6 Methodisches Vorgehen: Hier werden das qualitative Forschungsdesign, die Datenerhebung durch narrative Interviews und Leitfadeninterviews sowie die Auswertungsmethode dargelegt.
7 Ergebnisse: Dieser Teil präsentiert die aus den Interviews mit Ultras des 1. FC Union Berlin gewonnenen Erkenntnisse und deren wissenschaftliche Diskussion.
8 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Forschungsergebnisse zusammen und beantwortet die zentrale Forschungsfrage hinsichtlich des Einstiegsprozesses von Frauen in Ultragruppierungen.
Schlüsselwörter
Ultras, 1. FC Union Berlin, Geschlechterkonstruktion, Männlichkeit, Fankultur, Ausschlussmechanismen, Frauen im Fußball, qualitative Sozialforschung, Gruppenidentität, Stereotypen, hegemoniale Männlichkeit, Gender, Fanbewegung, Stadionkultur, soziale Exklusion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Masterarbeit befasst sich mit der Frage, wie Geschlechterrollen im Umfeld des Fußballs konstruiert werden und welche Hürden Frauen beim Versuch haben, in eine Ultragruppierung einzusteigen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verknüpft die Geschichte des Vereins 1. FC Union Berlin mit der soziologischen Fankulturforschung sowie Theorien zur Geschlechtsidentität und sozialen Konstruktion von Geschlecht.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, das Phänomen der Geschlechterhomogenität in Ultragruppen zu erklären und zu verstehen, warum diese Gruppierungen meist exklusiv männlich organisiert sind.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine qualitative Forschungsstrategie gewählt, wobei narrative Interviews und Leitfadeninterviews mit männlichen und weiblichen Mitgliedern aus der Ultraszene von Union Berlin geführt wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Fankultur und Geschlechterforschung sowie eine empirische Analyse, in der die Interviews ausgewertet und diskutiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Ultras, Geschlechterkonstruktion, hegemoniale Männlichkeit, Exklusionskriterien und Fanidentität.
Wie stehen die interviewten Ultras zum Frauenanteil in ihrer Szene?
Die Ergebnisse zeigen, dass eine kategorische Ablehnung gegenüber der Aufnahme von Frauen in die Ultragruppe besteht, wobei biologische Unterschiede oder mangelnde Anpassungsfähigkeit als Begründungen für den Ausschluss angeführt werden.
Welche Rolle spielen die Partnerinnen der Ultras bei deren Arbeit?
Obwohl Frauen als vollwertige Ultras abgelehnt werden, sind sie in der kreativen Vorbereitung (z.B. bei Choreografien) als Zuarbeiterinnen involviert, was jedoch eher als Unterstützung der Partner und nicht als gleichberechtigte Mitgliedschaft gewertet wird.
- Citation du texte
- Johannes Südbeck (Auteur), 2018, Geschlechterkonstruktionen im Fußball. Über den Einstiegsprozess weiblicher Personen in Ultragruppierungen anhand von Union Berlin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/514350