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Ideale Inkarnationen? Wahrheitsgehalt und Wunschdenken in Rezeptionen Maria Theresias und Friedrich des Großen

Title: Ideale Inkarnationen? Wahrheitsgehalt und Wunschdenken in Rezeptionen Maria Theresias und Friedrich des Großen

Term Paper , 2019 , 20 Pages

Autor:in: Marinus Kirmaier (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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In dieser Arbeit soll es darum gehen, die Biographien von Maria Theresia und Friedrich II. anhand von zeitgenössischen Rezeptionen zu charakterisieren, und darüber hinaus die Rezeptionen beider zu späteren Zeitpunkten gegenüberzustellen.

Diese Zeitpunkte stellen Hochphasen dar, in welchen die beiden besonders rezipiert wurden, das soll aber nicht heißen, dass man die Monarchen in der Geschichtsforschung ansonsten nicht betrachtet hätte, nur würde dies den Rahmen einer Hausarbeit sprengen, die Rezeptionen der beiden vom Zeitpunkt ihres Todes bis heute miteinander zu vergleichen. Daher sollen hier der Zeitraum um die Einigungskriege im späten 19. Jahrhundert in erster Linie und in zweiter die Zeit des Aufstiegs der Nationalsozialisten, also Ende der 1920er Jahre bis in den Zweiten Weltkrieg hinein, den Fokus dieser Arbeit bilden.

Zunäcsht erfolgt deshalb ein Überblick über Biographien und Rezeptionen der beiden Monarchen zu Lebzeiten, bevor ein vergleichender Vorgang für Rezeptionen und Biographien der beiden Herrrscher aus dem 19. - und 20. Jahrhundert erfolgt. Abschließend werden die gesammelten Ergebnisse nochmals zusammengefasst und ein abschließendes Fazit gezogen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Das preußisch-österreichische Verhältnis im 18. Jahrhundert – ein Vorwort

2 Überblick über beide Biographien und ihre Rezeption zu Lebzeiten

2.1 Friedrich II.: Im Feldlager daheim?

2.2 Maria Theresia: Wiener Idylle?

3 Überblick der Rezeptionen von beiden Monarchen im 19. und 20. Jahrhundert

3.1 Der „Alte Fritz“ als Reichsgründer

3.2 Maria Theresia als „Magna Mater Austriae”

4 Fazit: Zwei Biographien zwischen Idealisierung und Stigmatisierung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Wahrnehmung und biographische Rezeption von Maria Theresia und Friedrich II. vom 18. Jahrhundert bis in die Zeit des Nationalsozialismus. Ziel ist es, den Wahrheitsgehalt der zeitgenössischen Darstellungen gegenüber dem späteren "Wunschdenken" und der instrumentellen Nutzung beider Monarchen für nationale oder ideologische Zwecke aufzuzeigen.

  • Vergleich der zeitgenössischen biographischen Darstellung beider Monarchen.
  • Analyse der Rezeption in den Einigungskriegen des 19. Jahrhunderts.
  • Untersuchung der Instrumentalisierung durch den Nationalsozialismus.
  • Kontrastierung von "Wahrheitsgehalt" und "politischer Kopie" der historischen Figuren.
  • Reflektion über die geschlechtsspezifische Stigmatisierung und Idealisierung in der Geschichtsschreibung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Der „Alte Fritz“ als Reichsgründer

„Wenn der noch am Leben wäre, dann stünden wir nicht hier!“, soll Napoleon Bonaparte 1807 in der Gruft der Potsdamer Garnisonskriege vor dem Sarg Friedrichs gesagt haben. Aber blieb er nicht der Einzige, der in dieses Horn gestoßen hat. Die „Legende“ des großen Militärs wurde regelmäßig als der Inbegriff preußischer Tugenden gewertet. Kein Wunder also, dass bereits zum „Jubiläumsjahr“ 1840, 100 Jahre nach dem Regierungsantritt Friedrichs, ein Militärmarsch komponiert wurde, mit dem Namen „Fridericus Rex“ von dem Romanschriftsteller Willibald Alexis, der die Taten, insbesondere die gegen Frankreich, auf eine deutlich patriotische Art und Weise resümierte. Denn ohne das „alte“ Preußen Friedrichs II. wäre die Geschichte vermutlich bereits in den Freiheitskriegen gegen Napoleon anders verlaufen. Ohne eben jenes Preußen wäre der Aufstieg des "neuen" Preußen aus den hinterbliebenen Trümmern des "alten" Preußen nach den napoleonischen Kriegen nicht in dem bekannten Sinne möglich gewesen. Nun aber hatte sich das Reich einen Platz unter den Großmächten Europas gesichert. Man beschäftigte sich zunehmend mit der Figur des Friedrich als identitätsstiftende Figur für alle und alles „Deutsche“. Gerade die napoleonischen Kriege haben aufgezeigt, dass der napoleonische Franzose nicht so wehrlos war wie der unter den Bourbonen, den Friedrich im Siebenjährigen Krieg bereits geschlagen hatte. Eben dieser Franzose war unter Napoleon in einem Siegeszug durch (fast) ganz Europa gezogen, hatte aber schlussendlich doch den Krieg verloren hat. Man verglich nun Friedrich mit Napoleon unter der Frage, wer von den beiden wohl der größere Feldherr gewesen sein mochte. Natürlich beschäftigten sich mit dieser Frage nur die „Deutschen“, worauf die Antwort auf die Frage klar beantwortet wurde. So wurde der Sieg über die Franzosen und die Reichstruppen bei Roßbach 1757 als der ausschlaggebende Grund genannt, warum Friedrich der größere unter den beiden sein muss.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Das preußisch-österreichische Verhältnis im 18. Jahrhundert – ein Vorwort: Einleitende Betrachtung des historischen Dualismus zwischen Österreich und Preußen ab 1740 und Einführung in die Fragestellung der Arbeit.

2 Überblick über beide Biographien und ihre Rezeption zu Lebzeiten: Darstellung der Kindheit und Regierungszeit von Friedrich II. und Maria Theresia sowie ihre Wahrnehmung durch Zeitgenossen.

3 Überblick der Rezeptionen von beiden Monarchen im 19. und 20. Jahrhundert: Analyse der mythologischen Verklärung beider Monarchen während der Einigungskriege und der NS-Zeit.

4 Fazit: Zwei Biographien zwischen Idealisierung und Stigmatisierung: Zusammenfassende Betrachtung, wie geschlechtsstereotypische Rollenbilder und zeitgenössische Propaganda die Wahrnehmung der Monarchen bis heute beeinflussen.

Schlüsselwörter

Maria Theresia, Friedrich II., Preußen, Österreich, Rezeption, Geschichtsschreibung, Nationalsozialismus, Einigungskriege, Pragmatische Sanktion, Mythos, Identität, Militarismus, Geschlechterrolle, Politik, historische Wahrnehmung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie Maria Theresia und Friedrich II. in verschiedenen historischen Epochen dargestellt wurden und inwieweit diese Bilder den historischen Tatsachen entsprechen oder politisch konstruiert sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die dynastische Konkurrenz, die historische Heldenbildung (Mythologisierung) sowie die Instrumentalisierung beider Figuren im 19. und 20. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, den "Wahrheitsgehalt" der biographischen Rezeptionen gegen die "Wunschdenken"-Konstruktionen (propagandistische Korsette) abzuwägen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine vergleichende Analyse der historischen Rezeptionen auf Basis biographischer Studien und zeithistorischer Quellen durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Lebensläufe zu Lebzeiten und die anschließende diachrone Betrachtung der Rezeptionsgeschichte in zwei Hochphasen: den Einigungskriegen und der NS-Zeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Mythosbildung, Identitätsstiftung, nationale Propaganda und das Spannungsfeld zwischen Preußen und Österreich.

Wie wurde Maria Theresia in der Zeit des Nationalsozialismus wahrgenommen?

Sie wurde in ein völkisches Konstrukt gezwängt, wobei man ihren militärischen Aspekt ignorierte und sie primär auf die Rolle des "königlichen Beispiels" für das deutsche Frauentum reduzierte.

Welche Bedeutung hatte der "Alte Fritz" für die Nationalsozialisten?

Er wurde als "erster Nationalsozialist" und Symbol des Heroischen instrumentalisiert, um Kontinuität und nationale Stärke in der NS-Ideologie zu legitimieren.

Warum wurde Maria Theresias Rolle als Kriegerin in der Rezeption oft ausgeblendet?

Dies lag vor allem an geschlechtsstereotypen Vorstellungen der jeweiligen Epochen, die das Bild einer "Landesmutter" oder "gütigen Herrscherin" gegenüber einer militärisch agierenden Frau bevorzugten.

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Details

Title
Ideale Inkarnationen? Wahrheitsgehalt und Wunschdenken in Rezeptionen Maria Theresias und Friedrich des Großen
Author
Marinus Kirmaier (Author)
Publication Year
2019
Pages
20
Catalog Number
V514397
ISBN (eBook)
9783346113849
ISBN (Book)
9783346113856
Language
German
Tags
ideale inkarnationen wahrheitsgehalt wunschdenken rezeptionen maria theresias friedrich großen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marinus Kirmaier (Author), 2019, Ideale Inkarnationen? Wahrheitsgehalt und Wunschdenken in Rezeptionen Maria Theresias und Friedrich des Großen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/514397
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