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Bismarcks Sozialisation zum Urpreußen und sein politisches Werden im historischen Umfeld

Title: Bismarcks Sozialisation zum Urpreußen und sein politisches Werden im historischen Umfeld

Seminar Paper , 2001 , 22 Pages , Grade: 2+

Autor:in: Nicole Rösingh (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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Fragestellung

In der deutschen Geschichte hat kaum eine historische Persönlichkeit so viele Kontroversen ausgelöst wie der Urpreuße und Reichsgründer Otto von Bismarck. Einige Historiker sehen in ihm den genialen Staatsmann, der es gekonnt verstanden hat, die Politik, seinen Zielen entsprechend, zu beeinflußen. Es gibt jedoch eine Vielzahl von Kritikern, die den „Eisernen Kanzler“ als reaktionären Manipulator bezeichnen, der durch die von ihm eingeleitete Reichsgründung den Weg für das „Dritte Reich“ Adolf Hitlers ebnete. Doch wer war dieser Mann wirklich, der neben Friedrich dem Großen auch heute noch als Synonym für das preußische Beamtentum und Militärwesen steht?

Die folgende Ausarbeitung beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Biographie Bismarcks bis zu seinem 33. Lebensjahr. Sie soll einen Blick auf seine Sozialisation in einer traditionell preußischen Umwelt geben, die ihn in seiner Wesensart und seinen Verhaltensweisen entscheidend geprägt hat. Der zweite Teil der Arbeit wird näher auf die Bedeutung der Herkunft Bismarcks in Bezug auf seine zukünftige Politik eingehen. Der letzte Aspekt soll Auskunft darüber geben, ob Bismarck tatsächlich ein deutscher Patriot gewesen ist, für den er sich nach 1866 ausgab. War es innere Überzeugung die ihn antrieb, sich für eine Einigung des deutschen Volkes einzusetzen, oder war der Nationalismus nur ein Instrument für sein preußisches Hegemoniestreben? Zur Person Otto von Bismarcks sind in den letzten Jahrzehnten unzählige Werke erschienen, die sich mit seinem Leben und seiner Politik auseinandergesetzt haben. Diese Ausarbeitung stützt sich auf folgende grundlegende Biographien Bismarcks:

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung:

1.1. Fragestellung

1.2. Forschungsstand

2. Der konservative Urpreuße

2.1. Herkunft der Bismarcks

2.2. Bismarcks Entwicklung im historischen Umfeld

2.3. Selbstfindung auf den pommerschen Gütern und Hinwendung zum Glauben

3. Die Bedeutung der Herkunft Bismarcks für die deutsche Politik

3.1. Politische Sozialisation

3.2. Der deutsche Nationalismus – das Instrument der Reichsgründung

4. Schluß

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Biografie Otto von Bismarcks bis zu seinem 33. Lebensjahr, um zu ergründen, inwiefern seine Sozialisation in einer traditionell preußischen Umwelt sein späteres politisches Handeln prägte und ob sein Wirken von echter nationaler Überzeugung oder machtpolitischem Kalkül geleitet war.

  • Sozialisation und familiäre Prägung im preußischen Adel
  • Entwicklung zum "Urpreußen" und konservative Wertehaltung
  • Die Instrumentalisierung des deutschen Nationalismus für machtpolitische Ziele
  • Die Rolle des Pietismus und des Glaubens in Bismarcks persönlicher Entwicklung

Auszug aus dem Buch

2.2. Bismarcks Entwicklung im historischen Umfeld

Die Kindheit und Jugend sind für einen jungen Menschen die Jahre, in denen er maßgebend in seiner Entwicklung beeinflußt wird und die ihn für sein gesamtes Leben prägen. Für Otto von Bismarck trifft dies mehr im negativen Sinne zu. Noch in seinen letzten Lebensjahren blickte der Reichskanzler mit Bitterkeit auf seine „verpfuschte“ Kindheit zurück. Die Ursache dieser negativen Eindrücke war in seinen Augen die ehrgeizige, lieblose Mutter. So schrieb er 1847 an seine Verlobte, Johanna von Puttkamer: „Meine Mutter war eine schöne Frau, die äußre Pracht liebte, von hellem lebhaften Verstande, aber wenig von dem, was der Berliner Gemüth nennt. Sie wollte, daß ich viel lernen und viel werden sollte, und es schien mir oft, daß sie hart, kalt gegen mich sei. Als kleines Kind haßte ich sie, später hinterging ich sie mit Falschheit und Erfolg“.

Tatsächlich war die spröde Wilhelmine in der Erinnerung ihrer Kinder keine liebevolle Mutter. Die Kusine Ottos, Hedwig von Bismarck, sprach von ihr als einer kalten, unzugänglichen Frau, und ein Bruder Ferdinands charakterisierte seine Schwägerin sogar als „Fischnatur“. Die Mutter Bismarcks machte in ihrer näheren Umgebung den Eindruck einer nervösen, überspannten Person, weshalb sie sich auch häufig auf Kuren begab, die mit längeren Reisen verbunden waren. Als Bismarck 1821 mit sechs Jahren in der humanistischen Erziehungsanstalt von Plamann in Berlin eingeschult wurde, mußte dies für ihn den Eindruck bestätigen, „seiner schöngeistigen Mutter sei Kindererziehung unbequem gewesen, und sie habe sich schon früh davon losgesagt [...]“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische Person Bismarcks ein und formuliert die zentrale Fragestellung sowie den Forschungsstand.

2. Der konservative Urpreuße: Hier wird Bismarcks familiäre Herkunft, seine Jugendzeit, die schulische Prägung und seine schwierige Entwicklung im Elternhaus beleuchtet.

3. Die Bedeutung der Herkunft Bismarcks für die deutsche Politik: Dieses Kapitel analysiert, wie seine konservative Sozialisation und sein Machtstreben in seine spätere politische Tätigkeit und die Instrumentalisierung des Nationalismus einflossen.

4. Schluß: Das abschließende Kapitel fasst die Gegensätzlichkeit und den Widerspruch in Bismarcks Persönlichkeit zusammen und bewertet sein Wirken vor dem Hintergrund seines Geltungsdranges für den preußischen Staat.

Schlüsselwörter

Otto von Bismarck, Urpreuße, Reichsgründung, preußische Monarchie, politische Sozialisation, Nationalismus, Konservatismus, Biographie, Machtstreben, 19. Jahrhundert, Pietismus, preußischer Adel, Diplomatie, Deutsche Einigung, Staatskunst.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die prägenden Einflüsse von Bismarcks Kindheit und Jugend auf seine spätere Rolle als preußischer Politiker und Reichsgründer.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen Bismarcks Herkunft, sein gespanntes Mutter-Sohn-Verhältnis, sein Studium, seine Hinwendung zum Konservatismus sowie die bewusste Nutzung des deutschen Nationalismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll geklärt werden, ob Bismarcks Handeln in der Außenpolitik eher aus einer inneren patriotischen Überzeugung entsprang oder ob der Nationalismus lediglich als Instrument zur Durchsetzung preußischer Hegemonie diente.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer biographisch-historischen Analyse, die sich auf grundlegende Werke führender Historiker wie Ernst Engelberg, Otto Pflanze und Lothar Gall stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Bismarcks Herkunft und familiärem Umfeld sowie die anschließende Analyse der Auswirkungen dieser Sozialisation auf seine spätere politische Praxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind "Urpreuße", "Reichsgründung", "politische Sozialisation", "Konservatismus" und die Instrumentalisierung des Nationalgefühls.

Wie bewertet die Autorin das Verhältnis von Bismarck zu seiner Mutter?

Die Autorin stellt Bismarcks Mutter Wilhelmine als ehrgeizige und distanzierte Frau dar, deren strenger Erziehungsstil und die "zivile Kadettenanstalt" das gespannte Verhältnis und Bismarcks späteren Widerwillen gegen intellektuelle Bevormundung maßgeblich prägten.

Warum war Bismarck laut der Autorin kein "klassischer" Demokrat?

Bismarck lehnte liberale Grundsätze, wie das Drei-Klassen-Wahlrecht oder allgemeine Wahlen, ab, da er eine Ständeordnung bevorzugte und das Volk lediglich als Mittel zum Zweck für das Machtstreben der preußischen Monarchie betrachtete.

Welche Rolle spielte der Pietistenkreis für Bismarcks weiteren Lebensweg?

Der Pietistenkreis bot Bismarck nach gescheiterten Versuchen im Staatsdienst eine gesellschaftliche und politische Anbindung, wobei die Autorin kritisch anmerkt, dass Bismarck den Glauben eher für seine Selbstverwirklichung instrumentalisierte.

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Details

Title
Bismarcks Sozialisation zum Urpreußen und sein politisches Werden im historischen Umfeld
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Course
Deutsche Außenpolitik von Bismarck bis Hitler
Grade
2+
Author
Nicole Rösingh (Author)
Publication Year
2001
Pages
22
Catalog Number
V51440
ISBN (eBook)
9783638474122
ISBN (Book)
9783656771760
Language
German
Tags
Bismarcks Sozialisation Urpreußen Werden Umfeld Deutsche Außenpolitik Bismarck Hitler
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicole Rösingh (Author), 2001, Bismarcks Sozialisation zum Urpreußen und sein politisches Werden im historischen Umfeld, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51440
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