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Interpretation des c. 526 CIC

Title: Interpretation des c. 526 CIC

Term Paper , 2005 , 16 Pages , Grade: sehr gut (1,0)

Autor:in: Frank Schröder (Author)

Theology - Systematic Theology
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Themenrelevanz

„Hat die Ortsgemeinde eine Zukunft?“ fragt Publik-Forum seine Leser im Titel der Aprilausgabe diesen Jahres.1 Angesichts der überall stattfindenden und fast inflationär anmutenden Zusammenlegung von Pfarreien zu Seelsorgeeinheiten - oder auch Pfarreiengemeinschaften, Pastoralverbünden, Pfarrei-Verbünden, pastoralen Räumen, wie sie von Bistum zu Bistum anders genannt werden - scheint die Frage eher rhetorischer Natur zu sein; sie soll höchstens zum Nachdenken anregen, wie sich durch die neue Struktur Seelsorge und Gemeindeleben zukünftig gestalten kann und wird. So gründet die gegenwärtige Situation, in der ein Pfarrer für mehrere Gemeinden verantwortlich ist, hauptsächlich auf der Ursache, dass es zu wenig Priester gibt und das Interesse am Priesterberuf weiter zurück geht: Während es im Jahr 2003 deutschlandweit noch 130 Neupriester gab, waren es 2004 nur noch 112. Und auch die Zahl der neu in die Seminare eintretenden Priesteramtskandidaten ist von 2004 gegenüber dem Vorjahr um fünfzehn Prozent gesunken. 2 Somit fehlt in der Zukunft - und auch heute schon - den Bistümern schlichtweg das Personal um in jede Pfarrei einen Priester zu entsenden. Darüber hinaus wird sich die Lage durch einen Rückgang der Katholikenanzahl, der mit sinkenden Kirchensteuereinnahmen einhergeht, noch - verstärkt durch die demographische Entwicklung - verschärfen: Beispielsweise ist das Erzbistum Paderborn in den letzen 20 Jahren um 200 000 Katholiken kleiner geworden. Aktuell sinkt hier die Mitgliederzahl jährlich um etwa 14 000. Durch diesen deutlichen Rückgang werden sich einzelne Gemeinden extrem verkleinern, sodass eine Zusammenlegung zu Seelsorgeeinheiten notwendig wird, damit Gemeinde - auch aus finanziellen Gesichtspunkten - möglich bleibt.3

Ob der Umgang mit der gegenwärtigen Situation - sprich die Zusammenlegung von Gemeinden - richtig ist, bleibt umstritten und kann aufgrund der Ausrichtung dieser Arbeit nicht näher beleuchtet werden; wohl aber ist zu betrachten was der c. 526 CIC, auf den ein Hauptaugenmerk bei der Übertragung von Seelsorge mehrerer Pfarreien an einen Pfarrer fällt, zu den Seelsorgeeinheiten tatsächlich beiträgt und wie er das Pfarrleitungsmodell „Ein Pfarrer für eine Pfarrei“, das von gestern zu sein scheint, wertet.
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1 Vgl. Meesmann, Ortsgemeinde, S. 52-56.

2 Vgl. Deutschland, Priesterberuf, S. 139-140.

3 Vgl. Generalvikariat, Perspektive, S. 10-11; Knauer, Geld, S. 64-70.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A Einleitung

I Themenrelevanz

II Quellenlage und Weg der Behandlung

B Auslegung

I Einordnung

II Zentralbegriffe

a) Die (Einzel-)Pfarrei

b) Der Pfarrer

c) Die Sorge und die pfarrliche Sorge

III Erste Kernaussage

IV Zweite Kernaussage

V Dritte Kernaussage

VI Wertung und inneres System des Canons

C Conclusio

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die kirchenrechtlichen Grundlagen des c. 526 CIC vor dem Hintergrund aktueller Strukturveränderungen in der katholischen Kirche. Das primäre Ziel ist es, die kirchenrechtliche Idealvorstellung der Pfarrei mit einem eigenen Pfarrer der gegenwärtigen Praxis der Seelsorgeeinheiten gegenüberzustellen und den c. 526 CIC im Hinblick auf seine Bedeutung für die zukünftige pfarrliche Sorge auszulegen.

  • Kirchenrechtliche Interpretation des c. 526 CIC
  • Die Pfarrei als Idealtyp der Gemeindeleitung
  • Umgang mit Priestermangel und Strukturreformen
  • Verhältnis zwischen Pfarrei, Pfarrer und pfarrlicher Sorge
  • Kritische Analyse von Seelsorgeeinheiten

Auszug aus dem Buch

IV Zweite Kernaussage

Im Fortlauf des § 1 ermöglicht der Gesetzgeber in einem Konditionalgefüge, dass die erste Kernaussage aufgrund (ob) gewisser und schwerwiegender Gegebenheiten relativiert werden kann. So heißt es hier: „[…] ob penuriam tamen sacerdotum aut alia adiuncta, plurimum vincinarum paroeciarum cura eidem parocho concredi potest.“

Zum Einen stellt hier zunächst der Priestermangel den wesentlichen Grund dafür dar, dass die Sorge für mehrere benachbarte Pfarreien demselben Pfarrer übertragen werden kann. Penuria in dem Sinne dass ein Fehlen an sacerdotes vorliegt; Priester aber in der Hinsicht, dass bei vorliegender Vakanz einer Pfarrei kein geeigneter Pfarrer gemäß c. 521 § 2 zur Verfügung steht. Somit kann beispielsweise die Situation bestehen, dass eine kinderreiche Pfarrei vakant ist und auch ein Priester zur Verfügung stehen würde, dieser aber - weil bekannter Weise krankhaft pädophil - nicht die Eignung besitzt in dieser Pfarrei zu wirken. Der Terminus Priestermangel ist hier folglich unglücklich gewählt, da eigentlich von Pfarrermangel gesprochen werden müsste.

Zum Zweiten können auch andere und nicht näher aufgeführte Umstände von Belang sein. Das Bindewort aut lässt penuria sacerdotum und alia adiuncta gleichwertig erscheinen, sodass entweder der Priestermangel oder die anderen Umstände als ausreichende Begründung zur Abweichung von dem in der ersten Kernaussage grundsätzlich Festgestelltem genügen. Alia ist dementsprechend zu verstehen, dass weitere Gründe außer Priestermangel vorliegen. Hier ist deutlich von mehreren Umständen, also mindestens derer zwei, auszugehen, die sich durch die Gleichsetzung durch aut in ihrer Gesamtheit als schwerwiegende Störung des Gemeindelebens - ähnlich dem Priestermangel - verstehen müssen.

Zusammenfassung der Kapitel

A Einleitung: Dieses Kapitel erörtert die Relevanz des Themas angesichts des Priestermangels und der zunehmenden Gründung von Seelsorgeeinheiten in den deutschen Bistümern.

B Auslegung: Dieser Hauptteil analysiert den c. 526 CIC detailliert, indem zentrale Begriffe wie Pfarrei und Pfarrer definiert sowie drei spezifische Kernaussagen des Canons und dessen inneres System erarbeitet werden.

C Conclusio: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass die Einzelpfarrei kirchenrechtliches Ideal bleibt, die aktuelle Organisationsform der Seelsorgeeinheiten jedoch als problematische Antwort auf Priestermangel zu bewerten ist.

Schlüsselwörter

Kirchenrecht, CIC 1983, c. 526, Pfarrei, Pfarrer, Priestermangel, Seelsorgeeinheit, Seelsorge, cura pastoralis, Ortsgemeinde, Gemeindeleitung, Kirchenverfassung, Pastoralstruktur, Hirtendienst, Strukturreform.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der kirchenrechtlichen Auslegung des c. 526 CIC und untersucht, wie das kanonische Recht den Leitungsdienst eines Pfarrers in Pfarreien regelt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind das kirchenrechtliche Ideal der Pfarrei, die Rolle des Pfarrers (pastor proprius), der Umgang mit dem Priestermangel sowie die kirchenrechtliche Einordnung von Seelsorgeeinheiten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, inwieweit der c. 526 CIC die Einzelpfarrei als Leitmodell festschreibt und wie sich die Praxis der Seelsorgeeinheiten zu dieser kirchenrechtlichen Norm verhält.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit folgt einer dogmatisch-juristischen Auslegungsmethode, die den Wortlaut des Codex Iuris Canonici (CIC 1983) analysiert, unter Einbeziehung des CIC 1917, Konzilsdokumenten und fachspezifischer Literatur.

Was bildet den inhaltlichen Kern des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsbestimmung (Pfarrei/Pfarrer), die Analyse der drei Kernaussagen des c. 526 CIC (Verbot der Mehrpfarreienleitung, Ausnahmebedingungen, Einheit von Pfarrer/Moderator) sowie eine Wertung des Systems.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind insbesondere: Kirchenrecht, c. 526 CIC, Pfarrei, Pfarrer, Priestermangel, Seelsorgeeinheit und cura pastoralis.

Wie bewertet der Autor die Gründung von Seelsorgeeinheiten?

Der Autor stuft die Gründung von Seelsorgeeinheiten als rechtlich fragwürdig ein, da sie oft primär zur Bewältigung des Priestermangels und nicht primär zur Förderung der eigentlichen Hirtensorge eingesetzt werden.

Welche Rolle spielt das "unipersonale Leitungsprinzip" in der Analyse?

Es fungiert als zentraler Maßstab: Die Arbeit postuliert, dass die kirchenrechtliche Grundordnung keine alleinige Gemeindeleitung ohne Pfarrer vorsieht und die Einzelpfarrei das Idealbild darstellt.

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Details

Title
Interpretation des c. 526 CIC
College
University of Tubingen  (Katholisch-Theologische Fakultät)
Grade
sehr gut (1,0)
Author
Frank Schröder (Author)
Publication Year
2005
Pages
16
Catalog Number
V51460
ISBN (eBook)
9783638474276
ISBN (Book)
9783656792734
Language
German
Tags
Interpretation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Frank Schröder (Author), 2005, Interpretation des c. 526 CIC, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51460
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