Expertenstandards in der Pflege für Menschen mit Demenz einführen

Mehr Lebensqualität durch Beziehungsgestaltung


Hausarbeit, 2020

23 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Methode

3 Entwicklung und Bedeutung pflegerischer Expertenstandards in Deutschland
3.1 Entstehungsgeschichte
3.2 Rechtliche Bedeutung und Auswirkung der Expertenstandards in der Praxis
3.3 Entwicklung, Einführung und Aktualisierung der DNQP-Expertenstandards
3.4 Veröffentlichte Expertenstandards des DNQP

4 Expertenstandard „Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz“
4.1 Struktur des Expertenstandards
4.2 Person-zentrierter Ansatz von Tom Kitwood
4.3 Beziehungsgestaltung und -förderung von Menschen mit Demenz

5 Prüfkriterien für die Beziehungsgestaltung von Menschen mit Demenz
5.1 Prüfprozess bei der Intervention zur Beziehungsgestaltung
5.2 Interventionsbeispiel: Einsatz von Musik/Singen
5.3 Mögliche Beobachtungs- und Prüfkriterien

6 Diskussion

7 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Zusammenfassung

Das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) entwickelt seit ca. 20 Jahren Expertenstandards für die Pflege. Ein Expertenstandard ist vorrangig ein Instru- ment des Qualitätsmanagements und wird auch zur Qualitätsbeurteilung der Pflege von Überprüfungsgremien sowie zur juristischen Urteilsbildung bei Pflegefehlern herangezogen. Jeder Expertenstandard berücksichtigt das aktuelle Wissen in Pflegewissenschaft und Pfle- gepraxis und enthält darauf basierende Handlungsrichtlinien.

Im Mai 2019 veröffentlicht das DNQP den Expertenstandard „Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz“. Die Fokussierung auf die Beziehungsgestaltung bzw. auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz macht diesen Standard so besonders und wertvoll. Durch Interventionen zur Beziehungsgestaltung und -förderung wie beispiels- weise Lebensweltorientierung, Wahrnehmungsförderung, Wertschätzung und Zuwendung mit einer person-zentrierter Haltung wird eine wertschätzende Beziehung und damit eine zuverlässige Bindung und Sicherheit gefördert. Das Ziel ist mehr Lebensqualität.

Der Expertenstandard gibt keine konkreten Evaluationskriterien an, um eine erfolgrei- che Beziehungsgestaltung verifizieren zu können. Das abschließende Kapitel dieser Arbeit beschreibt eigene Vorstellungen zu möglichen Prüfkriterien, die die Wirksamkeit von Inter- ventionen in der Beziehungsgestaltung von Menschen mit Demenz aufzeigen können. Die Evaluation der Beziehungsgestaltung ist jedoch person- und situationsabhängig und deshalb gestaltet sich diese Prüfung äußerst schwierig. Es geht um das Erleben und Fühlen eines Menschen, was schwer greifbar ist und oft bei Menschen mit Demenz mehr auf der subjek- tiven Interpretation des Beobachters basiert.

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 Prüfprozess für die Intervention zur Beziehungsgestaltung. Eigene Darstellung

Tabellenverzeichnis

Tab 1: Veröffentlichte Expertenstandards des DNQP (Eigene Darstellung in Anlehnung an Schmidt 2020, S. 3)

Tab 2: Kriterien des neuen Expertenstandards Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz (DNQP 2019, S. 31)

1 Einleitung

In Deutschland beträgt die Zahl der Menschen mit Demenz aktuell rund 1,7 Millionen, von denen die meisten von der Alzheimer-Krankheit betroffen sind. Pro Jahr erkranken in Deutschland 300.000 Menschen an Demenz. Da die Zahl der Neuerkrankungen, die der Ster- befälle übersteigt, wächst die Zahl um 40.000 pro Jahr. In der Bevölkerung ohne deutsche Staatsangehörigkeit gibt es etwa 48.000 Demenzkranke. (vgl. Deutsche Alzheimer Gesell- schaft Selbsthilfe Demenz, Informationsblatt 1)

Für die Pflege gehört Demenz zu den großen Herausforderungen. Die Zahlen machen deutlich, wie wichtig Forschung ist, um die Qualität der Pflege von Menschen mit Demenz zu verbessern. Das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) hat das Thema Beziehungsgestaltung in einem neuen Expertenstandard in den Vordergrund ge- stellt. Menschen mit Demenz brauchen Sicherheit, die durch eine zuverlässige Bindung und positive Beziehungsgestaltung entstehen kann. Die Bedürfnisse dieser Menschen nach einer sicheren Beziehung erfordern eine wichtige pflegerische Kompetenz, nämlich das Erkennen dieser Bedürfnisse und die Auswahl der passenden Interventionen. Dies ist der Kern des person-zentrierten Ansatzes, also das Werkzeug zu erfolgreichem pflegerischem Handeln. (vgl. Schumann 2019, S. 200 ff.)

Warum dieses Thema? Noch ein Expertenstandard! Und auch noch für Menschen mit Demenz? Standard klingt doch verrückt bei Menschen mit Demenz, oder? Solche und ähn- liche Aussagen sind keine Seltenheit im Pflegealltag. Aber allein der Titel: „Beziehungsge- staltung in der Pflege von Menschen mit Demenz“ erfreute mich und machte mich neugierig. Aufgrund der emotionalen und kognitiven Einschränkungen benötigen Menschen mit De- menz besondere Unterstützung bei der Beziehungsgestaltung. Die Interaktion und Kommu- nikation mit dem pflegebedürftigen Menschen mit Demenz steht im Mittelpunkt dieses Expertenstandards. Dies erfordert von allen an der Pflege beteiligten Personen eine person- zentrierte Haltung, bei der die pflegebedürftige Person selbst im Mittelpunkt der Aufmerk- samkeit steht. Mehr Lebensqualität durch persönliche Beziehungsgestaltung ist das Ziel die- ses Expertenstandards.

In dieser Arbeit wird zunächst auf die Entstehungsgeschichte, die rechtliche Bedeu- tung sowie die Entwicklung und Einführung pflegerischer Expertenstandards in Deutschland behandelt. Die aktuelle Liste der bisher veröffentlichten Standards beendet diesen Abschnitt. Es folgt die Darstellung von Ausschnitten der wesentlichen Inhalte des Expertenstandards „Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz“, indem die Struktur des Standards gezeigt sowie die wesentliche Grundlage dieses pflegerischen Ansatzes der Per- son-zentrierung von Tom Kitwood erläutert wird. Elemente zur Vorbereitung und Durch- führung von Interventionen zur Beziehungsgestaltung und -förderung bilden den Abschluss dieses Kapitels.

Da in dem Expertenstandard „Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz“ keine konkreten Evaluationskriterien genannt werden, wird hier der Frage nach- gegangen, wie Prüfkriterien aussehen könnten, mit denen die Wirksamkeit von Interventio- nen zur Erreichung der Beziehungsgestaltung zu verifizieren sind. Es sollen Prüfkriterien formuliert werden, um ermitteln zu können, wie eine Intervention emotional wirkt bzw. ob Beziehungsgestaltung überhaupt stattfindet. Es geht darum, ob und wie es einem innerhalb oder außerhalb der Beziehung stehenden Menschen ermöglicht werden kann, festzustellen, ob eine Beziehung entstanden ist - vielleicht beginnt, zu entstehen. Um den Rahmen dieser Arbeit nicht zu sprengen, wird die Frage eingeengt auf das Interventionsbeispiel „Musik/Sin- gen“.

2 Methode

Für die Sammlung der für diese Hausarbeit wichtigsten Daten und Informationen wurde eine Literaturrecherche durchgeführt. Diese Methode ist sinnvoll und völlig ausreichend, um Grundlagen für diese Arbeit zu erhalten. Um einen Überblick über das Thema Qualitätsent- wicklung in der Pflege sowie Expertenstandards und konkret, über den Expertenstandard Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz zu erzielen, wurde als erstes in der Datenbank OPAC der Bibliothek der Alice Salomon Hochschule unter den Schlag- worten „Expertenstandard, Demenz, person-zentriert, Methoden von Expertenstandards und Qualitätsentwicklung in der Pflege“ gesucht. Treffer wurden erzielt und zwei Bücher wurden ausgewählt. Der Expertenstandard selbst war nicht vorhanden; er wurde gekauft. Weiter wurde in den Internet-Suchmaschinen Google und Google Scholar nach den Schlagwörtern „Expertenstandard“, „Demenz“, und „Beziehungsgestaltung“ gesucht. Zwecks weiterer De- tails über Demenz wurde auch auf der Internetseite der Deutschen Alzheimer Gesellschaft recherchiert. Ein eigenes Brainstorming, basierend auf dem Hintergrund eigener Berufser- fahrung in der Pflege und Begleitung von Menschen mit Demenz, bildet die Grundlage zur Entwicklung möglicher Prüfkriterien zur Evaluation von Interventionen zur Beziehungsgestaltung. Das Brainstorming wurde speziell zu der ausgewählten Intervention „Musik/Singen“ durchgeführt, um Begriffe zu sammeln, welche die Grundlage für die Er- stellung der Prüfkriterien bilden.

3 Entwicklung und Bedeutung pflegerischer Expertenstandards in Deutschland

In den folgenden Kapiteln wird zuerst die Entstehungsgeschichte der Qualitätssicherung in der Pflege in Deutschland bis heute dargestellt. Es werden die rechtliche Bedeutung und die Auswirkungen der Expertenstandards in der Praxis behandelt, gefolgt von der Darstellung, wie das DNQP Standards entwickelt, einführt und aktualisiert. Den Abschluss bildet die ta- bellarische Übersicht der bisher veröffentlichten Expertenstandards.

3.1 Entstehungsgeschichte

Die Entstehungsgeschichte der Entwicklung pflegerischer Qualitätssicherung in Deutsch- land begann 1980 mit dem Programm der Weltgesundheitsorganisation (WHO) „Gesundheit für alle bis zum Jahr 2000“. Hierin wurden alle Mitgliedsstaaten aufgefordert, bis 1990 ef- fektive Qualitätssicherungsverfahren im Gesundheitssystem zu implementieren. In Kopen- hagen wurde für fünf Jahre eine englischsprachige Arbeitsgruppe (Dänemark, Großbritannien, Irland, Niederlande und Schweden) gegründet, um den Forderungen der WHO nach pflegerischer Qualitätssicherung von Patienten auf europäischer Ebene nachzu- kommen. Nach Beendigung des WHO-Förderprogramms wurde 1992 das Europäische Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege, European Quality in Nursing Network (EuroQUAN) durch das Oxforder Institute of Nursing des Royal College of Nursing (RCN) gegründet, um die Qualitätsentwicklung im Pflegebereich fortzusetzen. Eine Steuerungs- gruppe aus Mitgliedern jedes Landes plante gemeinsame Qualitätsprojekte und Konferen- zen. Pflicht der Mitglieder war es, ein nationales Qualitätsnetzwerk kooperativ mit den Berufsverbänden des eigenen Landes aufzubauen und somit die Qualität der Pflege weiter zu steigern und eine Vernetzung verschiedener Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen sowie von Pflegewissenschaft und –praxis zu schaffen. Die Mitgliedsländer des WHO-Förder- programms hatten in Expertenarbeitsgruppen Erfahrungen mit der Entwicklung von natio- nalen Pflegestandards gesammelt, wovon die im Rahmen des EuroQUAN gebildeten Qualitätsnetzwerke neuer europäischer Mitgliedsländer profitieren konnten. Gemeinsames Ziel war die Einführung der „Stationsgebundenen Qualitätsentwicklung“ (SQE). Hier erarbeiten und evaluieren Pflegekräfte selbst die Pflegestandards in kleinen Organisations- einheiten, z.B. auf Stationsebene (Bottom-up-System), mit methodischer Unterstützung von hierfür speziell qualifizierten Wissenschaftskolleg*innen. (vgl. Schiemann 2017, S. 19 ff.)

In Deutschland begann die Fachhochschule Osnabrück 1992 mit dem Aufbau des DNQP, um die Qualitätsentwicklung auf Bundesebene voranzutreiben. Der Wissensvor- sprung des europäischen Netzwerks zum methodischen Vorgehen bei der Entwicklung von Expertenstandards für die Pflegepraxis waren sehr hilfreich. (vgl. ebd. S. 21) Seit 1999 ar- beitet das DNQP in Kooperation mit dem Deutschen Pflegerat (DPR) und mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) bis 2008; seitdem wird es ausschließlich aus eigenen Einnahmen (Verkaufserlöse aus Veröffentlichungen sowie Ein- nahmen von Konferenzen und Workshops) finanziert. (vgl. ebd. S. 22 f.)

Die von der DNQP entwickelten Expertenstandards sind evidenzbasierte, monodiszip- linäre Instrumente, die den besonderen Beitrag der Pflege für die gesundheitliche Versor- gung von Patienten, Bewohnern und ihren Angehörigen zu zentralen Qualitätsrisiken auf- zeigen. Die Expertenstandards bilden die Grundlage für andauernde Verbesserung der Pfle- gequalität in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen. Die Förderung einer evidenzbasierten Berufspraxis sowie die Einführung von Innovationen sind wichtige Funktionen der Exper- tenstandards. Außerdem fördern sie, analog zu ärztlichen Leitlinien, die interprofessionelle Gemeinschaftsarbeit in der Gesundheitsversorgung. (vgl. Schiemann, Moers 2017, S. 30)

3.2 Rechtliche Bedeutung und Auswirkung der Expertenstandards in der Praxis

Für zugelassene Pflegeeinrichtungen, alle Pflegekassen und deren Verbände sind seit 2008 die im Bundesanzeiger veröffentlichten Expertenstandards nach § 113 a Abs. 3 Satz 2, 3 SGB XI unmittelbar rechtlich verbindlich. Die Einrichtungen und die dort arbeitenden Pfle- gekräfte sind bei der Einführung der Expertenstandards in die Praxis sowie zur Durchfüh- rung von Maßnahmen der Qualitätssicherung und des Qualitätsmanagements nach § 112 Abs. 2 SGB XI zur Unterstützung verpflichtet. In jeder Qualitätsprüfung durch den Medizi- nischer Dienst der Krankenversicherung (MDK) / PKV-Prüfdienstes oder der Heimauf- sichtsbehörde wird geprüft, ob die Bewohner bzw. Patienten nach dem aktuellen Stand der Pflegewissenschaften gepflegt und betreut werden. Da die Expertenstandards eine direkte Verbindlichkeit für die Pflegekräfte und Pflegeeinrichtungen entfalten, werden sie als vor- weggenommene Sachverständigengutachten gewertet, die bei juristischen Auseinander- setzungen als Maßstab zur Beurteilung des aktuellen Standes der medizinisch-pflegewissen- schaftlichen Erkenntnisse herangezogen werden. Bei mehreren Bundessozialgerichtsurteilen (z.B. BSG Urteile vom 24.09.2002, Az.: B 3 KR 9/02 R und Az.: B 3 KR 15/02 R) wurde auf einen Expertenstandard Bezug genommen. (vgl. PPM PRO Pflege Management Verlag & Akademie, S. 3)

Die Nichtbeachtung oder Nichtumsetzung des Expertenstandards stellt haftungsrecht- lich immer eine Fahrlässigkeit und damit ein Verschulden dar. Die Pflegefachkraft trägt die Durchführungsverantwortung, Pflegedienstleitung und Einrichtungsleitung übernehmen die Organisationsverantwortung und somit die Haupthaftungsverantwortung für die korrekte Umsetzung der Expertenstandards. Da der veröffentlichte Expertenstandard einem vorweg- genommenen Sachverständigengutachten entspricht, muss die Bewohner*in/Patient*in im Rechtsstreit die Pflegefehler nicht beweisen, sondern es kommt zur Beweislasterleichterung oder -umkehr, wodurch die Pflegeeinrichtung anhand der Dokumentationen beweisen muss, dass die Leistungen korrekt erbracht wurden. (vgl. Theuerkauf 2017, S. 164 ff.) Für die Lei- tung einer Pflegeeinrichtung ist es daher sehr wichtig, Dokumentationsvorgaben festzulegen und deren Umsetzung zu kontrollieren. (vgl. Schmidt 2020, S. 5)

3.3 Entwicklung, Einführung und Aktualisierung der DNQP-Expertenstandards

Das DNQP hat für die Entwicklung von Expertenstandards folgende sechs Schritte festge- legt: (vgl. Bartholomeyczik 2019, S. 306 f.; Schiemann, Moers 2017, 31 ff.)

1. Zielsetzung ist, erhebliche Qualitätsverbesserungen übergreifend über die Versorgungs- felder zu erreichen. Eine Entscheidung über die Themen fällt ein Lenkungsausschuss, der aus Pflegewissenschaftlern und Verbandsvertretern besteht. Er entscheidet auf Basis pflege- epidemiologischer Literatur und der Praxisrelevanz.
2. Eine Expertenarbeitsgruppe von acht bis zwölf Mitgliedern (je zur Hälfte Pflegepraktiker und Pflegewissenschaftler) wird über eine fachöffentliche Ausschreibung zusammen mit ei- ner wissenschaftlichen Leitung einberufen.
3. Aufgrund entsprechender Themenpräzisierung kann eine internationale Literaturanalyse mit üblichen Evidence-Kriterien durchgeführt werden. Die Ergebnisse werden in der Exper- tengruppe diskutiert, abgestimmt und anschließend ein Entwurf des Expertenstandards ver- fasst.
4. Der Konsentierungsprozess erfolgt durch die Fachöffentlichkeit auf einer Konsensuskon- ferenz. Zur Fachöffentlichkeit gehören hier auch Vertreter von nichtpflegerischen Organisa- tionen, wie z.B. Vertreter aus Verbraucherschutz- und Patientenverbänden. Diese Veranstaltung dient der strukturierten Erörterung jedes Standardkriteriums. Stellungnahmen der Fachöffentlichkeit werden auch nach der Konferenz angenommen. Die Expertengruppe entwickelt aufgrund der protokollierten Fachdiskurse eine abschließende Version.
5. Die Implementierung des neuen Standards wird modellhaft in geeigneten Einrichtungen der Akutversorgung, Langzeitpflege und ambulanten Pflege durchgeführt. Diese Implemen- tierung erfolgt in mehreren Schritten, die hier nicht weiter ausgeführt werden. Wichtig ist allerdings, dass das Ergebnis der Einführung über ein Audit unter Einbeziehung von Patien- ten/Bewohnern und Pflegenden sowie schriftlichen Dokumenten evaluiert wird.
6. Der letzte Schritt ist die regelmäßige Aktualisierung fünf Jahre nach Veröffentlichung bzw. sieben Jahre nach der ersten Aktualisierung. Durch ein regelmäßiges Monitoring soll sichergestellt sein, dass neue Forschungsergebnisse bzw. der neue Wissensstand in eine Ak- tualisierung einfließen. Die Mitglieder der Expertengruppe können bei dringendem Ände- rungsbedarf auch über eine vorzeitige Aktualisierung entscheiden. Der Ablauf der Aktualisierung ähnelt dem der Erstellung eines Standards.

Ein Expertenstandard beginnt mit einigen allgemeinen Erläuterungen in einer Präam- bel, gefolgt von tabellarisch aufgeführten Standardkriterien und einer ausführlichen Kom- mentierung jedes Kriteriums. Die Veröffentlichung zum Standard enthält zusätzlich eine Literaturanalyse und die Auditergebnisse.

3.4 Veröffentlichte Expertenstandards des DNQP

Das DNQP hat bisher folgende Expertenstandards erarbeitet, veröffentlicht und aktualisiert:

Tab 1: Veröffentlichte Expertenstandards des DNQP

(Eigene Darstellung in Anlehnung an Schmidt 2020, S. 3)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Expertenstandards in der Pflege für Menschen mit Demenz einführen
Untertitel
Mehr Lebensqualität durch Beziehungsgestaltung
Hochschule
Alice-Salomon Hochschule Berlin
Autor
Jahr
2020
Seiten
23
Katalognummer
V514786
ISBN (eBook)
9783346104748
ISBN (Buch)
9783346104755
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Expertenstandard, Demenz, Beziehungsgestaltung
Arbeit zitieren
Ana Rudolphi (Autor), 2020, Expertenstandards in der Pflege für Menschen mit Demenz einführen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/514786

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Expertenstandards in der Pflege für Menschen mit Demenz einführen



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden