Diese Arbeit behandelt die Entwicklung einer Population von Kammmolchen in einem Naturschutzgebiet im Münsterland, die über wenige Jahre beobachtet worden ist. Kammmolche lassen sich anhand ihrer Bauchmuster eindeutig identifizieren und dadurch Fang-Wiederfang-Statistiken anlegen, die eine Berechnung der Populationsgröße zulassen. Die Kammmolche wurden in dieser Arbeit identifiziert und die Populationsgrößen im Anschluss bestimmt.
Des Weiteren soll die Umgebung und das Gewässer auf Grundlage von bekannten abiotischen und biotischen Faktoren beurteilt werden, ob und wie gut diese für Kammmolche geeignet sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.2 Einleitung Beschreibung des Standorts Münster Coerde
1.2.1 Teich 2
1.2.2 Teich 3
1.3 Fragestellung
2. Material & Methoden
2.1 Material
2.1.1 Bilder
2.1.2 Fallen
2.2 Methode
2.2.1 Fangen
2.2.2 Wiedererkennung
2.2.3 Populationsgrößenberechnung
2.2.4 Flächen- bzw. Raumabundanz
3. Ergebnisse
3.1 Ergebnisse
3.2 Ergebnis Zusatz
4. Diskussion
4.1 Diskussion
4.2 Diskussion Zusatz
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelor-Arbeit untersucht die Populationsgröße und die geschlechterspezifische Zusammensetzung des Kammmolchs (Triturus cristatus) an zwei ausgewählten Gewässern über mehrere Jahre hinweg. Dabei wird analysiert, wie unterschiedliche statistische Methoden zur Bestimmung von Populationsdichten angewendet werden können und welche ökologischen Einflussfaktoren (abiotisch und biotisch) die Populationsdynamik sowie die Wanderungsbewegungen der Tiere zwischen den Lebensräumen beeinflussen.
- Methodische Anwendung der Fang-Wiederfang-Statistik nach Jolly-Seber und Petersen
- Ermittlung von Populationsgrößen und Raumabundanzen
- Analyse der geschlechterspezifischen Unterschiede im Wanderungs- und Ansiedlungsverhalten
- Einfluss von Gewässerbeschaffenheit und Vegetation auf die Habitatsnutzung
Auszug aus dem Buch
1.1 Allgemeine Einleitung zu Art und Wissensstand
Der Kammmolch gehört zur Ordnung der Caudata FISCHER VON WALDHEIM (1813), den Schwanzlurchen, und wird darin der Überfamilie Salamandroidea FITZINGER (1826), weiter der Familie der Salamandridae GOLDFUSS (1820), den echten Salamandern und Molchen, zugeordnet. Der Begriff Kammmolche bezeichnet einen „Artenkreis“ oder eine „Superspezies“, deren Arten zuerst von LAURENTI 1768 beschrieben worden sind und in die beiden Formen Triturus cristatus und Triturus carnifex unterteilt wurden. Erst 1870 entdeckte STRAUCH Triturus karelinti und 1903 KIRITZESCU Triturus dobrogicus. Der zuletzt entdeckte Kammmolch Triturus macedonicus wurde bereits 1922 von KARAMAN beschrieben, jedoch betrachtete diese als Varietät und bezeichnete diese deswegen als Triturus karelintii var. macedonica, jedoch wurde 2007 von ARNTZEN et al. festgestellt, dass diese Varietät als eigenständige Art Triturus macedonicus einzuordnen ist.
Im Raum NRW ist davon auszugehen, dass ausschließlich der nördliche Kammmolch Triturus cristatus LAURENTI zu finden ist. Bei Triturus cristatus LAURENTI wird das Weibchen bis 20 cm lang und ist damit etwas größer als das bis 18 cm lange Männchen (VEITH 1996), jedoch liegen die durchschnittliche Größe mitteleuropäischer Individuen zwischen 11 bis 12 cm beim Männchen und 12 bis 13 cm beim Weibchen, das Maximum beider Geschlechter lag bei zwischen 16 und 16,5 cm (SCHONERT & SCHONERT 2008). Der nördliche Kammmolch ist ein sehr schlanker und langer Vertreter der Ordnung der Schwanzlurche und hat einen breiten und flachen Kopf. Das Gewicht der Männchen liegt bei 6 bis 9g und das der Weibchen bei 8 bis 10g. Triturus cristatus LAURENTI wird mit einem Alter von ca. zwei Jahren geschlechtsreif. Weibchen können sich durchschnittlich 2 bis 3 mal fortpflanzen, obwohl anhand von Skelettchronologie festgestellt worden ist, dass einzelne Individuen bis zu 17 Jahre alt werden (MIAUD et al. 1993).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die biologische Systematik und den wissenschaftlichen Kenntnisstand des Kammmolchs sowie die Beschreibung der Untersuchungsgebiete und die zentrale Forschungsfrage.
2. Material & Methoden: Hier werden die verwendeten Fanginstrumente, die Identifikationsmethodik mittels Bauchmustern sowie die mathematischen Verfahren zur Berechnung von Populationsgrößen und Abundanzen erläutert.
3. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die erhobenen Fangdaten in tabellarischer Form sowie die daraus berechneten Populationsschätzungen und Flächenabundanzen für die verschiedenen Untersuchungsjahre.
4. Diskussion: Hier werden die Ergebnisse kritisch interpretiert, die Eignung der verschiedenen statistischen Methoden verglichen und ökologische Einflüsse auf das Wanderverhalten der Molche diskutiert.
5. Zusammenfassung: Dieses Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zur Populationsentwicklung und die methodischen Erfahrungen der Studie zusammen.
Schlüsselwörter
Triturus cristatus, Kammmolch, Populationsgröße, Fang-Wiederfang, Jolly-Seber Methode, Petersen Methode, Raumabundanz, Amphibienökologie, Habitatanalyse, Bauchmuster, Wanderungsverhalten, Populationsdynamik, Nordrhein-Westfalen, Gewässerökologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bestimmung und Überwachung von Kammmolch-Populationen in zwei verschiedenen Gewässern in Münster Coerde über den Zeitraum von 2008 bis 2010.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Populationsbiologie des Kammmolchs, die Anwendung statistischer Fang-Wiederfang-Modelle zur Bestimmung von Bestandszahlen sowie die Analyse ökologischer Habitatfaktoren.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Ermittlung der Populationsgröße und -zusammensetzung sowie der Vergleich zweier statistischer Methoden (Jolly-Seber und Petersen) hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit und Genauigkeit für diese Art.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird die Fang-Wiederfang-Methode eingesetzt, wobei die Individuen anhand ihres einzigartigen ventralen Bauchmusters visuell identifiziert und statistisch ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Beschreibung, die detaillierte Darstellung der Fangdaten und die darauf basierenden statistischen Populationsberechnungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Triturus cristatus, Populationsgröße, Fang-Wiederfang-Methode, Raumabundanz und Amphibienökologie definiert.
Welche Rolle spielt die Identifikation der Individuen?
Da keine künstliche Markierung vorgenommen wurde, ist die Wiedererkennung anhand des natürlichen, bleibenden Bauchmusters die entscheidende methodische Basis für die statistische Auswertung.
Warum ist die Wahl zwischen Jolly-Seber und Petersen Methode relevant?
Die Wahl der Methode beeinflusst die Stabilität der Berechnungsergebnisse, insbesondere bei geringen Wiederfangquoten, was in der Diskussion kritisch bewertet wird.
- Quote paper
- Steven Winkelnkemper (Author), 2012, Der Kammmolch. Entwicklung und Größe der Population im Münsterland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/514811