Die erste Assoziation mit dem Begriff Bildung ist meistens die Bandbreite an Wissen einer Person, oder das, was in der Schule gelernt wird. Doch wie auch Oscar Wilde schon sagte, ist Bildung vielmehr als das. In den letzten Jahrhunderten hat sich unsere Gesellschaft stetig weiterentwickelt und mit ihr der Bildungsbegriff sowie das Verständnis von und für Bildung. Was ist Bildung überhaupt? Welche Bildungsformen gibt es und wieso wird der formalen Bildung meist ein höherer Wert zugeschrieben als den anderen Bildungsmodalitäten? Diesen Fragen soll im Rahmen der vorliegenden Arbeit nachgegangen werden.
"Bildung ist etwas Wunderbares. Doch sollte man sich von Zeit zu Zeit daran erinnern, dass wirklich Wissenswertes nicht gelehrt werden kann." (Oscar Wilde nach Rohlfs, 2007)
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Bildungsbegriff
2.1 historische Entwicklung
2.2 heutiges Bildungsverständnis
3 Bildungsmodalitäten
3.1 formale Bildung
3.2 informelle Bildung
3.3 non-formale Bildung
4 Die Schule als formaler Bildungsort
5 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel und die Vielfalt des Bildungsbegriffs sowie die Differenzierung in formale, informelle und non-formale Bildungsmodalitäten. Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen diesen Bildungsbereichen zu beleuchten und kritisch zu hinterfragen, warum die formale Bildung institutionell höher bewertet wird als informelle Lernprozesse, und wie eine zukunftsfähige Verzahnung dieser Orte aussehen kann.
- Historische Entwicklung und heutiges Verständnis von Bildung
- Differenzierung zwischen formaler, informeller und non-formaler Bildung
- Die Rolle der Schule als zentraler formaler Bildungsort
- Die Bedeutung von Familie und Peers für informelle Lernprozesse
- Das Konzept der Bildung als lebenslanger, individueller Prozess
Auszug aus dem Buch
3.2 informelle Bildung
„Bildung ist mehr als Schule.“ (Rauschenbach, 2009, S.25) Das wird zumindest in den letzten Jahren vermehrt so gesehen. Der Begriff der informellen Bildung war demnach nicht schon immer in Deutschland bekannt. In den englischsprachigen Ländern, insbesondere in den USA wurden schon früh in Abgrenzung zu dem ´formal learning´ die Begriffe ´informal learning´ und ´informal education´ verwendet. Durch Veränderungen im gesellschaftlichen Bereich, speziell in der Berufs-und Arbeitswelt verbreitete sich diese Form auch in Deutschland. Die einhergehenden Fragen, inwieweit welches Lernen auf die Berufswelt vorbereitet und ob die formale Bildung eventuell angepasst werden muss waren dafür ausschlaggebend (Harring/Rohlfs/Palentien, 2007). John Dewey, ein amerikanischer Philosoph, Pädagoge und Psychologe, gilt als Begründer des informellen Lernens. Im Gegensatz zu der formalen Bildung, ist bei der informellen Bildung die Bildung außerhalb von Institutionen gemeint. Hierbei wird von diversen anderen Bildungsorten, wie die Familie, Peers-Gruppen, Vereine oder auch Medien ausgegangen (Harring/Rohlfs/Palentien, 2007) Gelernt wird im alltäglichen Umfeld, ohne jegliche Lernziele oder strukturierten Rahmenbedingungen. Somit wird ein Lernfortschritt auch nicht zertifiziert, die Ergebnisse zeigen sich in neu gewonnen Fähigkeiten (Europäische Kommission, 2015) Sowohl Rauschenbach als auch Dewey sehen die informelle Bildung als Grundlage und Voraussetzung für die formale Bildung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der sich wandelnden Bildungslandschaft ein und formuliert die Leitfragen zur Bewertung verschiedener Bildungsmodalitäten.
2 Der Bildungsbegriff: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung des Begriffs von der Mystik bis zum modernen Verständnis und diskutiert verschiedene aktuelle Definitionsansätze.
3 Bildungsmodalitäten: Hier werden formale, informelle und non-formale Bildungsformen voneinander abgegrenzt und ihre jeweilige Funktion sowie Bedeutung für das Individuum analysiert.
4 Die Schule als formaler Bildungsort: Das Kapitel beleuchtet die Rolle der Schule als zentraler Bildungsort, deren historische Entwicklung sowie die Herausforderungen durch soziale Ungleichheit und PISA-Ergebnisse.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit eines Zusammenspiels aller Bildungsorte für eine ganzheitliche Bildung.
Schlüsselwörter
Bildung, Bildungsbegriff, formale Bildung, informelle Bildung, non-formale Bildung, lebenslanges Lernen, Schule, Bildungsort, Kompetenzentwicklung, Sozialisation, Pädagogik, Bildungsbenachteiligung, PISA-Studie, Selbstregulation, Bildungsgerechtigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Wandel des Bildungsbegriffs und der Analyse verschiedener Bildungsmodalitäten in der heutigen Gesellschaft.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die theoretische Herleitung von Bildung, die Abgrenzung von formalem, informellem und non-formalem Lernen sowie die kritische Betrachtung der Schule als formalem Bildungsort.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu ergründen, warum die formale Bildung gesellschaftlich einen so hohen Stellenwert einnimmt und wie das Verhältnis zu anderen Lernorten in der Zukunft gestaltet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine literaturbasierte Arbeit, die auf der Analyse bestehender pädagogischer Fachliteratur, Berichten und Studien basiert.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die Unterscheidung der Bildungsmodalitäten und eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Institution Schule und deren Herausforderungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wesentliche Begriffe sind Bildungsbegriff, Bildungsmodalitäten, Schule, informelles Lernen und soziale Ungleichheit.
Warum wird die Schule als formaler Bildungsort kritisch betrachtet?
Die Kritik ergibt sich aus PISA-Ergebnissen, der Verstärkung sozialer Ungleichheit durch das Schulsystem und der Tatsache, dass viele relevante Kompetenzen außerhalb der Schule erlernt werden.
Welche Rolle spielt die Familie im Bildungsprozess?
Die Familie fungiert als erster und grundlegender Bildungsort, der entscheidend die Basiskompetenzen und die späteren Bildungschancen eines Kindes prägt.
Was versteht der Autor unter dem „Paradigmenwechsel“ in den 1990er Jahren?
Es handelt sich um den Wandel von einer rein „education“-zentrierten Sichtweise, in der die Lehrkraft die Hauptrolle spielt, hin zum eigenverantwortlichen „Lernen“ des Individuums.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Bildungsprozesse. Die Bedeutung von formaler, non-formaler und informeller Bildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/514913