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Identitätskonzepte mittelhochdeutscher Artusromane und ihr literaturdidaktischer Wert für den Deutschunterricht

Am Beispiel Hartmanns von Aue und Wirnts von Grafenberg Wigalois

Titel: Identitätskonzepte mittelhochdeutscher Artusromane und ihr literaturdidaktischer Wert für den Deutschunterricht

Examensarbeit , 2019 , 77 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel des fachwissenschaftlichen Teils dieser Arbeit ist es, unter der Fragestellung "Welche Rolle spielt die Identitätsfindung in der Geschichte des jeweiligen Titelhelden und wie vollzieht sich diese im Romanverlauf?" die jeweilige Entwicklung in den unterschiedlichen Etappen der Artusritter Iwein und Wigalois gegenüberzustellen, sowie ihre identitätsstiftende Bedeutung im jeweiligen Romankontext herauszuarbeiten. Da die Forschung die Werke Iwein und Wigalois bis heute der "klassischen" und "nachklassischen“ Artusepik zuordnet, wird die dahinter stehende Konzeption zunächst im Hinblick auf ihre identitätsanalytische Relevanz skizziert. Anschließend wird die Umsetzung und Bedeutung des Krisenmotivs im jeweiligen Roman untersucht, bei dem sich ein temporärer Identitätsverlust der Protagonisten einstellt. Daraufhin werden die weiteren, aus identitätsanalytischer Sicht bedeutsamen Szenen bis ans Romanende hin analysiert. Die Fragestellung der Arbeit wird abschließend in Form eines Fazits beantwortet.

Die Analyseergebnisse bilden dann jeweils die Ausgangslage für einen fachdidaktischen Teil. Unter der Fragestellung "Welche Kompetenzzuwächse lassen sich anhand der Identitätskonzeption mittelhochdeutscher Artusepen bei Schülerinnen und Schülern im heutigen Deutschunterricht erzielen?" wird dann ein beispielhafter, kommentierter und auf Erkenntnissen der aktuellen deutschdidaktischen Forschung basierender Entwurf einer Unterrichtssequenz mit einem literaturdidaktischen Fokus vorgestellt, der eine mögliche Antwort auf die Fragestellung darstellt. Zunächst wird hierbei der literaturdidaktische Mehrwert älterer deutscher Literatur, sowie insbesondere der hier kontrastierten Artusromane als Unterrichtsgegenstand im Deutschunterricht diskutiert, woran sich dann der Entwurf der Unterrichtssequenz anschließt. Dieser beinhaltet zunächst essentielle Angaben zu Lernvoraussetzungen, Curricularer Legitimation, sowie der angestrebten Lehr-Lernziele, woran sich eine Darstellung der Unterrichtszusammenhänge anschließt. Es folgt die Vorstellung des Unterrichtsmaterials, welches anhand der dahinterstehenden Fachdidaktik, sowie der zentrale didaktisch-methodischen Überlegungen vorgestellt wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Iwein und Wigalois: „Klassische“ und „nachklassische“ Artusromane

3. Iwein und Wigalois: Identitätskonzeption der Titelhelden

3.1. Aufbruch zur Aventiure – Ausgangslage und Leitmotivik

3.2. Bewährung als Artusritter – Die Eingangsaventiure

3.3. Vom wan und troum – Die Identitätskrise und ihre Bedeutung

3.4. Die Progression der Protagonisten nach überwundener Krise

4. Fazit

5. Zum literurdidaktischen Potenzial älterer deutschsprachiger Literatur und der mittelhochdeutschen Artusepik

6. Entwurf einer exemplarischen Unterrichtssequenz zur Artusepik

6.1. Darstellung der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge: Zentrale didaktisch-methodische Erläuterungen und Tabellarische Übersicht mit curricularem Bezug

6.2. Verwendete Unterrichtsmaterialien

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Identitätskonzeptionen der Protagonisten in Hartmanns von Aue "Iwein" und Wirnts von Grafenberg "Wigalois", um deren literaturdidaktisches Potenzial für den Deutschunterricht an Gymnasien und Gesamtschulen aufzuzeigen.

  • Analyse der "klassischen" und "nachklassischen" Artusromane im Hinblick auf Identitätsgenese.
  • Vergleichende Untersuchung der Identitätskrisen und Entwicklungsphasen der Titelhelden.
  • Erörterung des literaturdidaktischen Mehrwerts mittelhochdeutscher Literatur zur Förderung von Identitätsbildung bei Jugendlichen.
  • Konzeption einer exemplarischen Unterrichtssequenz zur Artusepik.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

In den letzten Jahren ist die Frage nach der Bedeutsamkeit des Identitäts- und Individualitätsbegriffs im Mittelalter zunehmend in den Fokus der mediävistischen Forschung gerückt worden. Im Hinblick auf die deutschsprachige Literatur des Mittelalters wird der Diskurs auf eine Ebene von fiktionaler Identität und figuraler Identitätskonzeption verlagert, um zu gewährleisten, dass wertende Projektionen moderner Vorstellung des tief philosophischen Individualitätsbegriffs den Diskurs möglichst nicht verfälschen, weil umstritten ist, inwiefern moderne Konzepte von Individuum und Identität der mittelalterlichen Dichtung gerecht werden können. In der communis opinio der Mediävistik wird die Art und Weise, wie der Identitätsbegriff anhand eines Titelhelden im Artusroman ausgestaltet ist, als ein literarisch idealisierten Beispiel des höfischen Ritters dargestellt. Unter Berücksichtigung rezeptionstheoretischen Gesichtspunkten geht es damit bei den Werken weniger die Frage nach der Individualität des Titelhelden, als vielmehr um die Ausbildung einer rezeptionellen „Wir-Identität“ der höfischen Adelsgesellschaft. Von diesen Prämissen ausgehend, lässt sich sowohl an der titelgebenden Figur im Iwein Hartmanns von Aue, als auch im Wigalois Wirnts von Grafenberg eine Entwicklung nachvollziehen, die in der mediävistischen Forschung vor dem Begriff der Identitätsgenese diskutiert wird. Die Ausbildung dieser Identität vollzieht sich dabei jeweils im Wechselspiel von Erfahrung und textimmanenter Funktion. Auch auf dieser fiktionalen Ebene gibt es Auseinandersetzung mit eigenen und fremden Ansprüchen, mit Rollenmodellen und dem sozialen Umfeld, mit individuellen und wahrgenommenen Erfahrungen und Erinnerungen, was dann jeweils zur Ausbildung von Fähigkeiten, Bedürfnissen und Überzeugungen, der Identität einer Figur also, führt. Auch auf der Ebene der fiktionalen Identitätsgenese vollzieht sich dabei ein Prozess, der sowohl den Aufbau einer Identität, wie deren Anpassung an veränderte Bedürfnisse, beinhaltet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, die sich mit der Identitätsgenese im höfischen Artusroman und deren Relevanz für moderne Identitätskonzepte befasst.

2. Iwein und Wigalois: „Klassische“ und „nachklassische“ Artusromane: Das Kapitel grenzt die beiden Werke gattungstypologisch voneinander ab und beleuchtet ihre literaturgeschichtliche Einordnung.

3. Iwein und Wigalois: Identitätskonzeption der Titelhelden: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert die Protagonistenentwicklung von der Ausgangslage über die Identitätskrise bis zur gereiften Rolle als Landesherr.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und bestätigt die Bedeutung der Identitätskonzeption für die Struktur der untersuchten Romane.

5. Zum literurdidaktischen Potenzial älterer deutschsprachiger Literatur und der mittelhochdeutschen Artusepik: Dieses Kapitel erörtert, warum mittelalterliche Texte trotz ihrer Fremdheit wertvolle Lerngegenstände für den heutigen Deutschunterricht darstellen.

6. Entwurf einer exemplarischen Unterrichtssequenz zur Artusepik: Hier wird ein konkretes didaktisches Modell entwickelt, das die theoretischen Erkenntnisse in die Unterrichtspraxis überführt.

Schlüsselwörter

Artusroman, Identität, Identitätsgenese, Iwein, Wigalois, Hartmann von Aue, Wirnt von Grafenberg, Literaturdidaktik, Deutschunterricht, Identitätskrise, Rittertum, Mittelalter, Rezeptionsgeschichte, Kompetenzorientierung, Unterrichtssequenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Konzepte der Identitätsbildung der Hauptfiguren in den mittelhochdeutschen Artusromanen "Iwein" und "Wigalois" und verknüpft diese literaturwissenschaftliche Analyse mit didaktischen Ansätzen für den Deutschunterricht.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Entwicklung des Ritterideals, die Identitätskrisen der Protagonisten, der Vergleich zwischen klassischer und nachklassischer Artusepik sowie das didaktische Potenzial vormoderner Texte für die Schule.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Identitätskonzeptionen der Titelhelden zur Struktur der Romane beitragen und wie dieses Wissen genutzt werden kann, um Kompetenzen von Schülern im Fach Deutsch zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine identitätsanalytische Untersuchungsmethode in Kombination mit literaturwissenschaftlichen Analysen der Primärtexte sowie eine fachdidaktische Reflexion zur Unterrichtsplanung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Werke Iwein und Wigalois eingehend analysiert, wobei der Fokus auf den Entwicklungsstadien der Helden, deren Krisenerfahrungen und der schrittweisen Integration in ihre höfischen Rollen liegt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Artusroman, Identitätsgenese, literaturdidaktisches Potenzial, Kompetenzorientierung und der Vergleich von Iwein und Wigalois als Protagonisten.

Inwiefern spielt der Vergleich zwischen Iwein und Wigalois eine besondere Rolle?

Der Vergleich verdeutlicht die Entwicklung der Artusepik von einer "klassischen" zur "nachklassischen" Form, indem unterschiedliche Weisen der Krisenbewältigung und Identitätsfindung aufgezeigt werden.

Warum wird die Artusepik als geeignet für den Deutschunterricht erachtet?

Die Artusepik bietet durch die Themen Kampf, Abenteuer und die Suche nach dem eigenen Platz in der Gesellschaft Identifikationsangebote, die bei Jugendlichen das Interesse am Fach fördern und Kompetenzen im Bereich Textverstehen und Reflexion stärken können.

Welchen Stellenwert nimmt die Unterrichtssequenz ein?

Die Unterrichtssequenz dient als exemplarisches Modell, um zu demonstrieren, wie die wissenschaftlich analysierten Identitätskonzepte in die Schulpraxis umgesetzt werden können, um den Schülern einen Zugang zu mittelalterlicher Literatur zu ermöglichen.

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Details

Titel
Identitätskonzepte mittelhochdeutscher Artusromane und ihr literaturdidaktischer Wert für den Deutschunterricht
Untertitel
Am Beispiel Hartmanns von Aue und Wirnts von Grafenberg Wigalois
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Germanistisches Institut)
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
77
Katalognummer
V515111
ISBN (eBook)
9783346122483
ISBN (Buch)
9783346122490
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Identitätskonzepte fiktionale identität iwein wigalois artusritter artusroman vergleich mittelhochdeutsch deutschdidaktik didaktik mediävistik literaturdidaktik klassischer artusroman nachklassischer artusroman hartmann von aue wirnt von grafenberg aventiure identitätskrise leitmotiv krise heldenkrise literaturdidaktischen Potenzial älterer deutschsprachiger Literatur unterrichtsreihe deutschunterricht Unterrichtssequenz zur Artusepik artusromane artusepik unterrichtssequenz didaktischer kommentar unterrichtsmaterial
Produktsicherheit
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Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2019, Identitätskonzepte mittelhochdeutscher Artusromane und ihr literaturdidaktischer Wert für den Deutschunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/515111
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Leseprobe aus  77  Seiten
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