Der folgende Forschungsbericht für das Fach Geschichte wurde im Rahmen der Begleitveranstaltung für das Praxissemester im Wintersemester 2018/19 an der Ruhr-Universität Bochum angefertigt und bezieht sich auf die Praxisphase an einer Gesamtschule. Zentrales Thema ist die quellenkritische und kompetenzorienterte Betrachtung politischer Plakate.
Im Rahmen des Faches Geschichte umfasst der Forschungsbericht dabei üblicherweise die Planung, Durchführung und Reflexion einer an der Schule umgesetzten Unterrichtsreihe, welche die explizite Messung und Förderung einer ausgewählten Kompetenz – in diesem Fall Methodenkompetenz – intendiert. Der erste Messzeitpunkt findet hierbei vor Beginn der Unterrichtsreihe statt, in der die Kompetenzen bei den Schülerinnen und Schülern ausgebaut werden sollen, während der zweite Messungzeitpunkt am sich daran anschließt. Der Forschungsbericht klärt im Folgenden zunächst die Rahmenbedingungen der Untersuchung, sowie den Untersuchungsgegenstand. Anschließend macht die Reihenplanung sichtbar, wie die hier geplante Förderung der Kompetenz innerhalb dieses Forschungsprojektes in Form der Unterrichtsreihe angelegt wurde.
Ferner wird die Diagnoseaufgabe, sowie das Auswertungsraster des Forschungsprojekts vorgestellt, anhand dessen die Ergebnisse nachvollzogen werden sollen. Abschließend erfolgt die Vorstellung der Ergebnisse, die überdies kritisch reflektiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Untersuchungsgegenstand und Voraussetzungen
3. Maßnahmen zur Kompetenzförderung
4. Diagnoseaufgabe und Auswertungsraster
5. Ergebnisse der Erhebungen
6. Reflexion der Ergebnisse
7. Literatur
Zielsetzung und Themen
Dieser Forschungsbericht dokumentiert die Planung, Durchführung und Reflexion einer Unterrichtsreihe im Fach Geschichte, die darauf abzielt, die Methodenkompetenz von Schülerinnen und Schülern durch die gezielte Analyse politischer Plakate der Weimarer Republik zu fördern und messbar zu machen.
- Förderung der historischen Methodenkompetenz
- Einsatz und Analyse von Bildquellen (Plakaten)
- Entwicklung und Anwendung von Diagnoseaufgaben und Kompetenzrastern
- Empirische Untersuchung von Kompetenzzuwächsen
- Reflexion der Lehr-Lern-Prozesse im Geschichtsunterricht
Auszug aus dem Buch
Untersuchungsgegenstand und Voraussetzungen
Eine zentrale Perspektive und Aufgabe des Faches Geschichte ist nach dem Kernlehrplan, Schülerinnen und Schülern Orientierung zu bieten, indem man im Unterricht der Beschäftigung mit vergangenen Zeiten oder anderen Kulturen Fremdes und gegebenenfalls auch Alternativen zur Lebenswelt heutiger Schülerinnen und Schüler aufzeige. Die historische Gebundenheit des gegenwärtigen Standortes werde dadurch für die Schülerinnen und Schüler erkennbar. Dies führe zur Möglichkeit einer kritischen Wahrnehmung und lege somit eine wichtige Grundlage zur Ausbildung eines „reflektierten Geschichtsbewusstseins“. Als eine der beiden wichtige Voraussetzung, für solche Orientierungsmöglichkeiten wird in dem geschichtsdidaktischen Kompetenzmodell „FUER Geschichtsbewusstsein“ die historische Fragekompetenz genannt, die das Interesse an Vergangenheit und Geschichte abzielt. Aus dem Bedürfnis, Vergangenes zu entdecken und zu erforschen entwickeln Schülerinnen und Schüler Fragen, wodurch historische Denk- und Orientierungsprozesse initiiert werden.
Als andere wichtige Voraussetzung wird im Modell die Möglichkeit benannt, diesen Fragen auch mit einem methodischen Instrumentarium nachgehen zu können und mithilfe der gefundenen Antworten, die eigene Fragestellung zu beantworten. Geschichte auf diese Weise re- und dekonstruieren zu können, wird unter dem Begriff der historischen Methodenkompetenz zusammengefasst.
Während die Dekonstruktion auf den analysierenden Aspekt zielt, meint Rekonstruktion die kritische Auseinandersetzung mit unterschiedlichen historischen Quellen. Diese sollen einer Quellenkritik unterzogen werden, um so eine eigene Narration entwickeln zu können. Dieser Kompetenzüberschneidung folgend, bilden die historische Fragekompetenz und die historische Methodenkompetenz also nach dem Kompetenzmodell „FUER Geschichtsbewusstsein“ die Grundlage für die historische Orientierung, indem die Erkenntnisse, die aus der De- und Rekonstruktion der Methodenkompetenz hervorgehen, auf die eigene Person und Weltsicht bezogen und kritisch hinterfragt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Rahmens der Arbeit als Praxissemesterbericht und Erläuterung des Vorhabens zur Messung und Förderung der Methodenkompetenz.
2. Untersuchungsgegenstand und Voraussetzungen: Theoretische Herleitung der Bedeutung von Geschichtsbewusstsein und Methodenkompetenz im Geschichtsunterricht anhand fachdidaktischer Modelle.
3. Maßnahmen zur Kompetenzförderung: Darstellung der unterrichtspraktischen Planung und der methodischen Schritte zur Förderung der Plakatinterpretationsfähigkeit über acht Schulstunden.
4. Diagnoseaufgabe und Auswertungsraster: Beschreibung des methodischen Vorgehens zur Messung des Kompetenzstandes mittels eines vierstufigen Rasters zur Analyse von Bildquellen.
5. Ergebnisse der Erhebungen: Visualisierung und Zusammenfassung der quantitativen Daten aus den durchgeführten Prä- und Post-Tests zur Kompetenzentwicklung.
6. Reflexion der Ergebnisse: Kritische Analyse des Lernfortschritts unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen und der Wirksamkeit der eingesetzten Diagnoseinstrumente.
7. Literatur: Verzeichnis der verwendeten fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Quellen.
Schlüsselwörter
Geschichte, Geschichtsdidaktik, Methodenkompetenz, Weimarer Republik, Bildquellenanalyse, Plakat, Kompetenzraster, FUER Geschichtsbewusstsein, Historisches Lernen, Praxissemester, Diagnoseaufgabe, Quellenkritik, Geschichtsbewusstsein, Politische Plakate, Unterrichtsreihe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Forschungsbericht?
Die Arbeit dokumentiert ein Praxisprojekt im Fach Geschichte, bei dem die Entwicklung der Methodenkompetenz von Schülern beim Analysieren historischer Bildquellen untersucht wurde.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Zentrum stehen die Förderung historischer Analysefähigkeiten, der Umgang mit Plakaten der Weimarer Republik und die Anwendung wissenschaftlicher Kompetenzmodelle im Schulalltag.
Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?
Das Ziel ist es, nachzuweisen, ob eine gezielte Unterrichtsreihe die Kompetenz der Schüler zur Dekonstruktion und Interpretation historischer Bildquellen nachweislich verbessert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein empirischer Ansatz mit Prä- und Post-Tests gewählt, bei dem die Schülerleistungen anhand eines kriteriengeleiteten, vierstufigen Kompetenzrasters bewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung der Kompetenzförderung, die detaillierte Darstellung der Unterrichtsphasen und die Auswertung der erhobenen Leistungsdaten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Methodenkompetenz, Bildquellenanalyse, historische Orientierung und Kompetenzdiagnostik geprägt.
Warum wurde die Weimarer Republik als inhaltlicher Schwerpunkt gewählt?
Die Plakate dieser Epoche bieten eine hohe methodische Suggestivkraft und eignen sich hervorragend, um bei Schülern Fähigkeiten zur kritischen Dekonstruktion von Massenmedien zu schulen.
Welche Schwierigkeiten traten bei der Analyse durch die Schüler auf?
Insbesondere die Kategorie „Reflektieren“ stellte die Schüler vor Herausforderungen, da sie ein hohes Maß an historischem Vorwissen und die Abstraktionsfähigkeit erfordert, ein Quellenprodukt kritisch zu hinterfragen.
Konnten die Kompetenzzuwächse eindeutig belegt werden?
Die Ergebnisse zeigen eine allgemeine Verbesserung des Kompetenzniveaus, wobei der Autor einschränkend anmerkt, dass die Transparenz der Diagnosekriterien den Lernprozess beeinflusst haben könnte.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Praxissemester Geschichte. Die Interpretation politischer Plakate im Unterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/515117