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Was versteht man unter sozialer Erwünschtheit?

Title: Was versteht man unter sozialer Erwünschtheit?

Term Paper , 2018 , 14 Pages , Grade: 2.0

Autor:in: Alexander Schröer (Author)

Sociology - Basics and General
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Begriff der "Sozialen Erwünschtheit". Mithilfe bekannter Autoren werde ich versuchen, die grundlegenden Schlussfolgerungen des heutigen Erkenntnisstandes wiederzugeben. Ziel soll es sein, einen Überblick über das breite Themenfeld "Soziale Erwünschtheit" zu schaffen, und somit den Einstieg in die tiefergehende Betrachtung zu ermöglichen. Dabei werde ich zunächst die zwei Arten "Sozialer Erwünschtheit" nach Esser (1986) benennen und folgend auf Hartmanns (1991) "Sozialer Erwünschtheit" als Bewertungskriterium in seinen Grundzügen eingehen. Anschließend gehe ich anhand Lischewskis (2014) Dissertation der Frage nach, inwiefern sich das Verständnis von "Sozialer Erwünschtheit" bis heute weiterentwickelt hat.

Verzerrung im Antwortverhalten nennt man "Soziale Erwünschtheit" oder "Social Desirability Bias", welche empirisch durch Sozialwissenschaftler wie Edwards (1957), Crowne und Marlowe (1960) und anderen erforscht wurde und weiter erforscht wird. Um dem Problem der "Sozialen Erwünschtheit" entgegenzuwirken und mehr wahrheitsgemäße Antworten von den Befragten zu erhalten, sind bisher verschiedene Methoden untersucht und entwickelt worden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist „Soziale Erwünschtheit“?

2.1 Zwei Arten sozialer Erwünschtheit nach Esser

2.2 Kritik an Esser nach Lischewski

2.3 Soziale Erwünschtheit nach Hartmann

2.4 Kritik an Hartmann nach Lischewski

3. Lischewskis Ansatz einer Definition Sozialer Erwünschtheit

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen der „Sozialen Erwünschtheit“ als eine zentrale Form der Antwortverzerrung in der empirischen Sozialforschung. Ziel ist es, ein systematisches Verständnis für die theoretischen Grundlagen und die methodischen Herausforderungen zu schaffen, die entstehen, wenn Befragte ihre Antworten aufgrund gesellschaftlicher Normen oder situativer Erwartungen idealisieren.

  • Grundverständnis der Sozialen Erwünschtheit als „Social Desirability Bias“
  • Vergleich und Kritik der theoretischen Ansätze nach Esser und Hartmann
  • Lischewskis multiparadigmatischer Ansatz der vier Dimensionen
  • Die Problematik der Validität bei der Erfassung sensibler Themen

Auszug aus dem Buch

2.1 Zwei Arten sozialer Erwünschtheit nach Esser

In seiner Arbeit geht Esser von zwei Arten sozialer Erwünschtheit aus: Zum einen die kulturelle soziale Erwünschtheit, die ihre Ursache in internalisierten allgemeinen Verhaltenserwartungen hat, wie zum Beispiel die Verinnerlichung traditioneller Geschlechterrollen.

Zum anderen die situationale soziale Erwünschtheit, die sich durch die konkreten Stimuli der Befragungssituation auszeichnet, also einen Reiz der eine bestimmte Reaktion beim Befragten auslöst. Zum Beispiel wegen des Geschlechts oder Hautfarbe des Interviewers (Schnell, Hill, Esser, S. 347, 2013).

Esser sieht die Erklärung für die Verzerrungen von Antworten nach sozialer Erwünschtheit also einerseits als ein kombiniertes Ergebnis von Motiven, Bedürfnissen und Bewertungen sowie dem Versuch mit dem Antwortverhalten ein subjektiv verbundenes Ziel zu erreichen, und andererseits darin, dass gewisse Erwartungen über den Zusammenhang einer Antwort bestimmte Konsequenzen bedingen (Esser, S. 6, 1986).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der Sozialen Erwünschtheit bei der Untersuchung sensibler Forschungsthemen wie Diskriminierung oder politischer Einstellungen.

2. Was ist „Soziale Erwünschtheit“?: Dieses Kapitel definiert den Begriff als Antwortverzerrung und stellt die theoretischen Modelle von Esser und Hartmann vor, ergänzt um eine kritische Auseinandersetzung durch Lischewski.

2.1 Zwei Arten sozialer Erwünschtheit nach Esser: Esser differenziert zwischen kulturell bedingten Erwartungen und situationalen Stimuli, die das Antwortverhalten der Befragten beeinflussen.

2.2 Kritik an Esser nach Lischewski: Lischewski bemängelt an Essers Modell die fehlende Konkretisierung der Rahmenbedingungen für kulturelle Normen in anonymen Befragungssituationen.

2.3 Soziale Erwünschtheit nach Hartmann: Hartmann erweitert das Konzept, indem sie Soziale Erwünschtheit als Bewertungskriterium definiert, das auf kollektiven Vorstellungen über erwünschte Eigenschaften basiert.

2.4 Kritik an Hartmann nach Lischewski: Lischewski reflektiert Hartmanns Ansatz kritisch durch eine soziologische und konstruktivistische Linse und betont die Notwendigkeit kombinierter Erhebungsverfahren.

3. Lischewskis Ansatz einer Definition Sozialer Erwünschtheit: Das Kapitel führt Lischewskis vierdimensionale Analyse (Bezugsgruppen, kognitiv, zeitlich, inhaltlich) ein, um die Komplexität und Multiparadigmatizität des Bias zu erklären.

4. Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und betont, dass Soziale Erwünschtheit ein vielschichtiges Phänomen ist, das je nach Blickwinkel unterschiedlich analysiert werden muss.

Schlüsselwörter

Soziale Erwünschtheit, Social Desirability Bias, Antwortverzerrung, Empirische Sozialforschung, Befragungsmethodik, Esser, Hartmann, Lischewski, Situative Normen, Kulturelle Normen, Validität, Sensible Themen, Antwortverhalten, Datenerhebung, Theoriebildung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das Problem der „Sozialen Erwünschtheit“ (Social Desirability Bias) in der empirischen Sozialforschung und untersucht, warum Befragte dazu neigen, ihre Antworten in einem gesellschaftlich gewünschten Rahmen zu verfälschen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretische Modellierung von Antwortverzerrungen, der Einfluss von situativen und kulturellen Faktoren auf die Befragungssituation sowie die Herausforderungen bei der Erfassung sensibler Daten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu geben und die theoretischen Ansätze von Esser, Hartmann und Lischewski gegenüberzustellen, um die methodische Erfassung des Bias besser zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und einer vergleichenden Aufarbeitung bekannter sozialwissenschaftlicher Dissertationen und Fachpublikationen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Modelle von Esser und Hartmann vorgestellt, ihre Schwachstellen durch Lischewski analysiert und schließlich ein multiparadigmatisches Modell mit vier Dimensionen diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Soziale Erwünschtheit, Antwortverzerrung, Validität, theoretische Modellierung und methodische Kontrolle in der Umfrageforschung.

Was unterscheidet kulturelle von situationaler Erwünschtheit nach Esser?

Kulturelle Erwünschtheit beruht auf internalisierten allgemeinen Werten (z.B. Rollenbilder), während situationale Erwünschtheit durch direkte Reize in der Befragungssituation, wie das Auftreten des Interviewers, hervorgerufen wird.

Warum hält Lischewski eine nachträgliche Korrektur des Bias für schwierig?

Lischewski argumentiert, dass die bisherigen Modelle keine ausreichende Stabilität aufweisen und zu empfindlich auf kleinste Änderungen in der Operationalisierung reagieren, was die Vergleichbarkeit einschränkt.

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Details

Title
Was versteht man unter sozialer Erwünschtheit?
College
Ruhr-University of Bochum
Course
Empirische Methoden der Sozialforschung
Grade
2.0
Author
Alexander Schröer (Author)
Publication Year
2018
Pages
14
Catalog Number
V515185
ISBN (eBook)
9783346109132
ISBN (Book)
9783346109149
Language
German
Tags
soziale Erwünschtheit Messung Verzerrung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Schröer (Author), 2018, Was versteht man unter sozialer Erwünschtheit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/515185
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