Die Arbeit setzt sich mit den Problemen und Voraussetzungen für die rechtliche Absicherung eines bedingungslosen Grundeinkommens auseinander. Wiederkehrende Wirtschaftskrisen, die Instabilität des Ölpreises, der Wirtschaft und politischen Gegebenheiten erfordern ein Umdenken und einer Stärkung der Widerstandsfähigkeit auf Makro- wie Mikroebene. In einem Umfeld der Instabilität und zunehmender Komplexität die Existenzgrundlage für die Gesellschaft und deren nachfolgenden Generationen zu sichern, erfordern nicht nur eine Bewusstseinsveränderung, sondern darüber hinaus auch den Willen, Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz zu setzen.
Rudolf Steiner geht von der Ichentwicklung des Menschen bzw. der Menschheit aus. Die Weiterentwicklung sowohl des einzelnen Individuums wie auch der Menschheit bewegt sich im Gesetz der Individualisierung – wenngleich bei den einzelnen Völkern wie auch beim Individuum in unterschiedlicher Geschwindigkeit. Dies ist der Grund dafür, dass alle, auch die gut gemeinten Maßnahmen vielleicht noch hier und da und für kurze Zeit wirken – wie etwa die so genannten Motivationen, aber keine dauernden oder langfristigen Erfolge bringen.
Sie kehren sich gerade dann ins Gegenteil um, wenn sie auf selbständige und eigenverantwortlich arbeitende Mitarbeiter treffen, die man zum Erhalt des Betriebes benötigt, welche aber natürlich den Zweck der Motivation erkennen. Allerdings werden die Zusammenhänge, dass die Motivation, auch die rein materielle nur auf den Geldstrom bedachte Entlohnung gegen den Entwicklungsstrom der Individualisierung und damit gegen ein höheres Entwicklungsgesetz läuft, heute noch wenig durchschaut.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Resilienz – Ziele und Denkansätze
2.1 Resilienz und welches Umfeld davon umfasst wird
2.2 Historische Entwicklung von Gewinn und Konsum
2.3 Die Resilienz der Gesellschaft stärken – eine Notwendigkeit der zunehmenden Klassifizierung
3 Das bedingungslose Grundeinkommen – ein neuer Wertschöpfungsstrom
3.1 Bedingungsloses Grundeinkommen sein Umfeld und die sich eröffnenden Möglichkeiten
3.2 Die 4 Kriterien des bedingungslosen Grundeinkommens
3.3 Die 4 Argumente gegen die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens
3.4 Der Wertschöpfungsstrom der gesetzlichen Abgaben
3.5 Trennung von Arbeit und Einkommen
3.6 Gegenfinanzierung der Kosten
3.7 Das Problem mit den Steuern
4 Relevante Gesetzesänderungen
4.1 Von der Idee zur Gesetzgebung
4.2 Die österreichische Verfassung
4.3 Menschenrechte
4.4 Sozialversicherung – Soziale Hauptgesetze
4.4.1 Sozialversicherung – bestehende Gesetzeslage in Österreich
4.4.2 Verwendung der abgeführten Sozialversicherungsbeiträge und Rechtsgrundlage
4.4.3 Soziale Hauptgesetze
4.5 Einkommenssteuergesetz
4.6 Lohn- und Sozialdumpinggesetz
4.7 Arbeitslosenversicherungsgesetz
4.8 Die stufenweise Einführung des bGE
4.8.1 Elaborat eines Begutachtungsentwurfs für die verfassungsrechtliche Konsolidierung
4.8.2 Änderung des Einkommenssteuergesetzes
4.8.3 Beitragszahlungen an die Sozialversicherungsträger
4.8.4 Fundament für das Sozialgesetzbuch zur Schaffung eines BGE Gesetzes
4.8.5 Einführung des Grundeinkommens für Kinder
4.8.6 Entfall des Kinderbetreuungsgeldes
4.8.7 Entfall des Arbeitslosengeldes
4.8.8 Vereinfachung des Sozialversicherungssystems
4.8.9 Erwachsene und das Grundeinkommen mit Verpflichtung
4.8.10 Erwachsene und das Grundeinkommen ohne Verpflichtung
4.9 Steigende Zuwanderung
4.10 Das Finnland Projekt
4.11 Das Ergebnis der Volksabstimmung in der Schweiz
4.12 Chancen durch die Einführung des bGE
5 Persönliche Überlegungen und Fachliteraturhinweise
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die rechtlichen Probleme und Voraussetzungen für die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens (bGE) zu analysieren, um so eine Grundlage für die gesellschaftliche und generationsübergreifende Resilienz zu schaffen. Die Forschungsfrage untersucht, wie bestehende Gesetze angepasst werden müssen, um einen neuen Wertschöpfungsstrom zu ermöglichen und die Trennung von Arbeit und Einkommen zu realisieren.
- Rechtliche Grundlagen und notwendige Gesetzesänderungen für ein bGE
- Analyse von Resilienz und Bewusstseinsbildung in der Gesellschaft
- Die Rolle der Wertschöpfungsketten und Abgabensysteme
- Stufenplan zur Implementierung des Grundeinkommens
- Internationale Vergleiche und gesellschaftliche Herausforderungen
Auszug aus dem Buch
3.2 Die 4 Kriterien des bedingungslosen Grundeinkommens
Die nachstehenden Kriterien sind maßgeblich für die Einführung und die nachhaltige generationsbezogene Sicherung des bGE. Die Höhe ist auf nationaler als auch globaler Ebene zu formulieren.
Existenzsicherung: Sicherung der Existenz und kulturellen Teilhabe ohne zusätzliche Belastung der Sozialkassen
Individueller Rechtsanspruch: Loslösung von der familiären Situation und dem familiären Machtgefüge, Umverteilung von Geld und Macht
Losgelöst von einer Bedürftigkeit: Keine Prüfung der Bedürftigkeit und Gleichbehandlung ohne Klassifizierung
Entfall des Zwanges zur Arbeitsleistung: Modell einer Grundsicherung ohne Verpflichtung zur Arbeit
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit, aufgrund wirtschaftlicher Instabilität und Komplexität die gesellschaftliche Resilienz durch ein Umdenken, das über das bGE gefasst wird, zu stärken.
2 Resilienz – Ziele und Denkansätze: Dieses Kapitel erörtert den Begriff Resilienz und die damit verbundene notwendige Bewusstseinsbildung, um nachhaltig Zukunftsfähigkeit und gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein zu erlangen.
3 Das bedingungslose Grundeinkommen – ein neuer Wertschöpfungsstrom: Es werden der Begriff bGE, die Wertschöpfungsprozesse und die Problematik einer alternden Gesellschaft im Hinblick auf aktuelle Abgabensysteme analysiert.
4 Relevante Gesetzesänderungen: Dieses Kapitel untersucht notwendige Modifikationen des österreichischen Rechtsrahmens und skizziert eine schrittweise Implementierung des bGE.
5 Persönliche Überlegungen und Fachliteraturhinweise: Der Autor resümiert die Notwendigkeit, gesellschaftliche Probleme nicht auf kommende Generationen zu verschieben und unterstreicht die Wichtigkeit der persönlichen Bewusstseinsentwicklung.
Schlüsselwörter
bedingungsloses Grundeinkommen, bGE, Resilienz, Wertschöpfungsstrom, soziale Sicherheit, Gesetzgebung, Österreich, Einkommensteuer, Sozialversicherung, Bewusstseinsbildung, Generationenvertrag, Arbeitsmarkt, Existenzsicherung, Transformation, Gesellschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die rechtlichen Voraussetzungen und notwendigen gesetzlichen Anpassungen, die für eine Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens (bGE) erforderlich sind, um die Resilienz der Gesellschaft zu stärken.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind das bGE, die rechtliche Konsolidierung, das österreichische Steuer- und Sozialversicherungssystem sowie die soziale und ökonomische Resilienz.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, den Transformationsprozess zu einem Grundeinkommensmodell zu skizzieren und zu prüfen, welche Gesetze auf dem Weg zu einer generationenübergreifenden sozialen Sicherung angepasst werden müssen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse bestehender Gesetze, Literaturrecherche und sozioökonomischen Theorien zur Dreigliederung und Resilienz basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine detaillierte Analyse der Kriterien des bGE, die Problematik der aktuellen Abgabensysteme sowie einen konkreten Stufenplan für die gesetzliche Implementierung in Österreich.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind bedingungsloses Grundeinkommen, Resilienz, soziale Gerechtigkeit, Gesetzgebung, Wertschöpfung und Bewusstseinsentwicklung.
Wie schlägt der Autor die Gegenfinanzierung des bGE vor?
Der Autor schlägt vor, das bGE langfristig durch eine Konsumsteuer (Umsatzsteuer) zu finanzieren und Sozialversicherungsstrukturen in ein steuerfinanziertes System zu überführen.
Welche Bedeutung hat das "Finnland Projekt" für die Arbeit?
Es dient als praktisches Beispiel für ein real durchgeführtes Experiment, das untersuchen sollte, wie sich ein Grundeinkommen auf die Erwerbsbereitschaft von Langzeitarbeitslosen auswirkt.
Welche Rolle spielt die österreichische Verfassung in den Überlegungen?
Sie bildet den rechtlichen Rahmen; der Autor identifiziert Artikel 10 und 12 als Ansatzpunkte, um das bGE für alle Bürger des Bundesgebietes rechtlich zu verankern.
- Citar trabajo
- Maria Pichlbauer (Autor), 2017, Das bedingungslose Grundeinkommen als Grundlage der gesellschaftlichen generationsübergreifenden Resilienz. Probleme und Voraussetzungen für die rechtliche Absicherung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/515228