Ecocriticism in Cormac McCarthys Roman "The Road" anhand verschiedener Naturdarstellungen


Hausarbeit, 2019

19 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Ecocriticism
1.1 Definition und interdisziplinärer Ansatz
1.2 Anthropozentrismus und Biozentrismus
1.3 Nature vs. Culture

2. Analyse The Road
2.1 Ecocriticism in The Road
2.1.1 Asche und Fußabdrücke
2.1.2 Feuer und Sonne
2.1.3 Die Vögel
2.2 Ethik und Moral in The Road
2.3 Stellenwert der Nahrung und der Menschen (Good Guys - Bad Guys)

Schluss

Bibliographie

Einleitung

„Looking for anything of color. Any movement […] Then he just sat there holding the binoculars and watching the ashen daylight congeal over the land. He knew only that the child was his warrant. He said: If he is not the word of God God never spoke.

(McCarthy 8)

Anknüpfend an Cormac McCarthys Werk The Road unter Betrachtung und Berücksichtigung des Ecocriticism soll eine Hausarbeit angefertigt werden. Der ersten Teil umfasst den Begriff und die Definition von Ecocriticism als interdisziplinärer Ansatz, welcher erstmals von Cheryll Glotfelty geprägt und entwickelt wurde und sich seit der Herausgabe des Werkes The Ecocriticism Reader in der Literaturwissenschaft etabliert hat. Die folgende Arbeit setzt sich mit dem Modell Ecocritcism auseinander, hierbei widme ich meine Aufmerksamkeit zum größten Teil den Ansätzen der Autoren Glotfelty und Fromm, anderweitige Theorien werden daher bewusst nur am Rande behandelt. Diese Abhandlung widmet sich primär der Frage, ob und inwiefern Ecocriticism in der Literatur zu einem bewusstem ökologischen Denken beitragen kann.

Anschließend untersucht das folgende Kapitel die terminologische Klärung von Anthropozentrismus und Biozentrismus und setzt sich mit dem Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt auseinander. Aufbauend auf den Grundlagen und geschilderten Konzepten zeigen sich Zukunftsperspektiven auf, die sowohl Anthropozentrismus als auch Biozentrismus aufweisen können. Im weiteren Verlauf soll genauer auf die Darstellung und Gegenüberstellung Nature vs. Culture eingegangen werden und die darauffolgende Fragestellung, ob es denkbar ist, dass beide Entitäten unabhängig voneinander funktionieren und agieren können oder ob sie in einer kontinuierlichen und sich gegenseitig bedingten Relation zueinander stehen.

Nach einer Bemerkung hierzu, gehe ich zum Hauptteil vorliegender Arbeit vor, um mich mit den Naturdarstellungen zu beschäftigen, welche die höchste Präsenz, meines Erachtens nach, aufweisen. Anknüpfend an die Analyse dargestellter Naturaspekte beschäftigt sich das zweite Kapitel mit der kontroversen Frage, ob und inwiefern Gott, Ethik und Moral in The Road zu finden sind. Der zweite Teil beleuchtet den Stellenwert der Nahrung und die nähere Betrachtung einzelner inszenierter Figuren im Werk, um anschließend ein Resümee schlussfolgern zu können.

Ist The Road eine realistische Vorhersage vom Ende der Menschheit?

1. Ecocriticism

1.1 Definition und interdisziplinärer Ansatz

Folgendes Kapitel befasst sich mit dem Versuch einer Definition des literaturwissenschaftlichen Ansatzes Ecocriticism. Von einer spezifischen Definition möchte ich mich distanzieren, da dies in Anbetracht der zahlreichen Interpretationen von Ecocriticism schwer zu klassifizieren erscheint, dennoch werden Ansichten anderer Theoretiker und Literaturwissenschaftler in gegebenem Rahmen berücksichtigt. Eine bedeutende Rolle in der Entwicklung des Ecocriticism kommt hierbei vor allem Cheryll Glotfelty und Harold Fromm zu. Die Literatur-und Umweltwissenschaftlerin C.Glotfelty und H.Fromm definieren in gemeinsamer Zusammenarbeit den Begriff Ecocriticism in ihren gesammelten Schriften The Ecocriticism Reader wie folgt:

Simpy put, ecocriticism is the study of the relationship between literature and the physical environment. Just as feminist criticism examines language and fitterature from a gender-conscious perspective, and Marxist criticism brings an awareness of modes of production and economic class to its reading of texts, ecocriticism takes an earth-centered approach to literary studies.

(Glotfelty XVIII)

Ecocriticism spiegelt daher einen Zusammenhang zwischen der Literatur und unseres Lebensraumes wider. Somit werden unter Betrachtung und Berücksichtigung des Ecocriticism „interconnections between nature and culture, specifically the cultural artifacts of language and literature“ (Glotfelty XIX) thematisiert. Greg Garrard definiert Ecocriticism wie folgt: „Ecocriticism is the study of the relationship of the human and the non-human“ (Garrard 5). Was für Garrard Ecocriticism in der zeitgenössischen Literatur einzigartig macht, ist die enge Beziehung zur Ökologie. Für ihn ist folglich nur logisch, dass die heutigen ökologischen Probleme in enger Beziehung zu wissenschaftlichen Problemen stehen (vgl. Garrard 5).

Zurückgehend auf das Jahr 1978 wurde der Terminus Ecocriticism erstmals geprägt durch Wiliam Rueckerts Essay Literature and Ecology: An Experiment in Ecocriticism (vgl. Glotfelty XX). Die einheitliche Bezeichnung Ecocriticism konnte sich immer mehr etablieren. Ein Beispiel hierfür ist die von Harold Fromm organisierte Sonderkonferenz Modern Language Association (MLA) unter dem Titel „Ecocriticism: The Greening of Literary Studies“. Im Jahr 1992 wurde die Association for the Study of Literature and the Environment, kurz ASLE, gegründet. Die Vertreter der ASLE sprechen sich für eine Förderung eines Ideen- und Informationsaustausches über Themengebiete in der Literatur aus, unter der Berücksichtigung, dass Mensch und Umwelt in Beziehung zueinander stehen (vgl.Glotfelty XVIII). Der Mensch identifiziert sich mit seiner Kultur, dies deutet darauf hin, dass Kulturen als ökologische Systeme agieren könnten und lassen somit die Frage einer Wechselwirkung zwischen humanitärer Kultur und natürlicher Umwelt aufkommen, sich bewusst machend, dass beide Komponenten sich gegenseitig bedingen und in einem Abhängigkeitsverhältnis zueinander stehen könnten. The Ecocriticism Reader skizziert weitere kritische Fragestellungen: „Do men write about nature differently than women do?“ (XIX), diese Überlegungen werfen die Frage auf, was das Außergewöhnliche an diesem interdisziplinären literaturwissenschaftlichem Ansatz zu sein scheint. Inwiefern Ecocriticism der klassischen Literaturwissenschaft neue Anregungen und Anreize geben kann, wird im Folgenden näher erörtert.

Laut Glotfelty und Fromm untersucht die klassische Literaturwissenschaft im Allgemeinen das Verhältnis zwischen Schriftstellern, Texten und der Welt (vgl. XIX). Glotfelty und Fromm definieren diese „Welt“ als „social sphere“(XIX), welche in diesem Falle gleichzusetzen ist mit der Gesellschaft. Diese soziale Sphäre bzw. Ebene bildet einen essentiellen Teil des Fundaments der klassischen Literaturwissenschaft. Das Außergewöhnliche dieses ökokritischen Ansatzes ist, dass die meisten Werke über Ecocriticism ein gemeinsamer sozialer Antrieb verbindet; das unterbewusste Gefühl, dass wir die Grenzen unseres Planeten bald erreicht haben oder sogar Anzeichen darauf bereits sichtbar deutlich sind. Die Motivation, die Ökokritiker verbindet, ist die perfide Beunruhigung von einem Zeitalter, in der die Folgen menschlichen Handelns die grundlegenden Lebenserhaltungssysteme unseres Planeten möglicherweise irreparabel beeinträchtigen (vgl. XX). Glotfelty selbst bezeichnet die Problematik meines Empfindens nach sehr treffend: „Either we change our ways or we face global catastrophe, destroying much beauty and exterminating countless fellow species in our headlong race to apocalypse“ (XX). Oben genanntes „change our ways or...“ impliziert eine Wenn-Dann Situation, die unumgänglich ist, sofern wir unseren Lebensstil nicht ändern.

Der Begriff Ecocriticism kann daher als literaturwissenschaftliche Disziplin verstanden werden, in dessen Präsentation ökologisch relevante Themen, aber auch Probleme und Krisensituationen veranschaulicht werden. Ziel dabei ist es, den Menschen ökologische Werte näher zu bringen und ein erweitertes Bewusstsein für die umgebende Umwelt zu schaffen. Besonders umweltabhängige Faktoren und Krisen wie zum Beispiel globale Erwärmung, der Verlust von Artenvielfalt und die verheerenden Auswirkungen menschlicher Ausbeutungen spiegeln die zentralen Themen einer ökokritischen Perspektive wider. Die Konsequenzen von der Ausbeutung unserer Natur sind faktisch kaum zu leugnen und sicherlich keine erfreulichen Informationen, dennoch könnten diese in ausgearbeiteter Form dazu beitragen, die Haltung und Wertevorstellungen der Gesellschaft gegenüber Ecocriticism und unserer Umwelt zum Positiven zu beeinflussen.

Daher ist für vorliegende Hausarbeit besonders die Fragestellung, wie die Natur dargestellt wird und inwiefern verwendete Metaphern und Abbilde der Natur in der Literatur unser Verhalten und unsere Position gegenüber der Natur positiv oder negativ beeinflussen können. Dabei bedient sich ökokritische Literatur verschiedenster Methoden; im Falle The Road ist es eine post-apokalyptische Zukunftsperspektive innerhalb eines dystopischen Endzeitszenarios, welche teilweise zur Abschreckung dienen soll, aber auch Werke, die gegenwärtige Probleme wie zum Beispiel den fortschreitenden Klimawandel aufzeigen in Chantal Bilodeaus Sila.

Orientiert man sich aber nicht nur an den negativen Begleiterscheinungen einer Ökokatastrophe, sondern vor allem an Lösungsansätzen, so ist das Ziel des Ecocriticism das Streben nach einer Veränderung der gegenwärtig herrschenden Paradigmen und Mustern, in denen wir tagtäglich agieren und Entscheidungen treffen, um anschließend einen weitaus ökologischeren Blickwinkel zu bekräftigen. Letztendlich sind sich wohl die meisten Theoretiker darüber einig, dass die fortschreitende Vernichtung unseres Lebensraumes in Abhängigkeit zu unserem Bewusstsein und der Position gegenüber unserer Umwelt stehe. Die systematische Zerstörung der Erde lässt sich erst durch einen positiven Wandel des Erkennens, Umdenkens und Handelns aufhalten, dazu ist es unumgänglich einen individuellen, sozialen und politischen Willen zu festigen, um anschließend aus einer naiven Weltansicht eine vertiefte Weltbejahung zu kreieren.

Diese Art des Umdenkens ist mitunter eines der wichtigsten Anliegen von Vertretern des Ecocriticism; die Bildung eines Bewusstseins gegenüber der Gesellschaft, aber vor allem auch gegenüber unserer Umwelt. Eine so simpel wirkende, jedoch sehr effektive und auf den Punkt gebrachte Frage Glotfeltys lautet: „For how can we solve environmental problems unless we start thinking about them?“ (Glotfelty XXIV). Ziel und Sinn des Ecocriticism ist es daher einen Beitrag zu leisten, das gemeinsame Leben von Mensch und Umwelt positiv zu verändern, im besten Falle dem Individuum und gleichzeitig dem Kollektiv die Augen öffnen zu können. Dabei darf nicht außer Acht gelassen werden, dass die Vorstellungen beider Komponenten einbezogen und betrachtet werden müssen, um darauf das Fundament für eine Zukunft zu bauen, die das (Über-)leben beider Gruppierungen fördert.

In dem umstrittenen Aufsatz The Historical Roots of Our Ecologic Crisis des Historikers Lynn White Junior argumentiert White kritisch, dass die Umweltkrise Angelegenheit von Überzeugungen und Werten ist, die in direkter Konfrontation mit Wissenschaft und Technologie stehen. Die umstrittene Debatte über Whites Aufsatz trug trotz Kritik zur Stärkung eines verbessertem Umweltbewusstseins bei (vgl. Glotfelty 3).

1.2 Anthropozentrismus und Biozentrismus

Für diese Analyse grenze ich die Themengebiete größtenteils auf ethischen Anthropozentrismus und Biozentrismus ein, alle weiteren Ansätze und Theorien werden daher bewusst vernachlässigt. Anthropozentrisch ist ein Denkansatz und eine humanisierte Weltideologie, in dessen Zentrum sich der Mensch selbst als Mittelpunkt der Welt wiederfindet. Die Anthropozentrik kann auch als Art „Weltbild“, „Weltanschauung“ oder „Weltansicht“ angesehen werden, kommt also einer gewissen Ideologie nahe (vgl. Ritter 380). Ein menschliches Individuum kann viele Gemeinsamkeiten mit der Natur und ihren Geschöpfen innehaben und gleichzeitig einen gewissen elitären Rang einnehmen als „Krönung der Schöpfung“ (vgl. Höffe 15). Der Mensch klassifiziert sich im Zentrum unseres Systems, dies hat meist zur Folge, dass Flora, Fauna und unbelebter Materie der Anspruch auf einen eigenständigen Wert verwehrt bleibt.

Der Mensch stellt sich selbst in den Mittelpunkt und schützt die Natur nur, weil er sie braucht. Der Selbsterhaltungstrieb des Menschen lässt sich auf eigener Wichtigkeit begründen und beinhaltet daher die Beweggründe unseren Lebensraum zu schützen. Aufgrund dessen, dass der Mensch seine eigene Spezies auf der höchsten Stufe der Evolution einkategorisiert, fühlt er sich dadurch bestärkt und berechtigt, sich die Natur mit all ihren Geschöpfen Untertan zu machen. Der Mensch stellt sich auf einen paradigmatisch einzigartigen ethischen Rang, dies hat zur Konsequenz, dass unser Lebensraum abgebaut, ausgeschlachtet und zerstört zurückgelassen wird, einzig zum Zwecke der menschlichen Bereicherung. Folglich ist es nur logisch, dass anthropozentrische Orientierungen besonders von Seiten der Umweltethik kritisch betrachtet werden, angesichts der vorauszusehenden Umweltkatastrophen, die sich anbahnen.

Anregend hierzu argumentiert Professorin Kate Rigby in ihrem Werk Dancing with Disaster, dass man Katastrophen als Chance sehen solle, etwas aus der Katastrophe zu lernen, um daraus neues Potential schöpfen zu können (vgl. Rigby 17, 18). Im Vergleich; die biozentrische Weltansicht geht davon aus, dass der Mensch Pflichten und Verantwortung gegenüber allen Lebewesen hat. Dies schließt nicht nur Lebewesen mit Schmerzempfinden ein, sondern auch die Pflanzenwelt. Trotzdem kann ein vehement konsequenter Vertreter des Biozentrismus in einen Gewissenskonflikt geraten, wie auch Theologe und Pazifist Albert Schweitzer in seinen Grundtexten Die Ehrfurcht vor dem Leben aufzeigt. Auch Bakterien genießen aus biozentrischer Sicht ein Anrecht auf Leben, Schweitzer geriet daher in einen inneren Gewissenskonflikt, da die Heilung eines Menschen nur auf Kosten eines anderen Lebewesens möglich ist. Schweitzers Ansicht war, dass sämtliche Lebewesen in die Ehrfurcht vor dem Leben miteinbezogen werden müssen, dies schließt somit auch Insekten und Bakterien als Existenzberechtigte ein (vgl. Weckelmann 179).. Daraus folgernd müsse der Mensch in stetiger Rücksicht gegenüber sämtlichen Lebewesen agieren, dies hat permanente innere Konflikte zur Folge. Der Überlebenswille stünde in ständiger Konfrontation mit den Prinzipien und Wertvorstellungen des Biozentrismus. Schweitzer ging sogar soweit, dass er sich selbst als „Massenmörder der Bakterien“ (Weckelmann 179) bezeichnete.

Das Konzept und die Ansichten des Biozentrismus weisen auf einen umweltschonenden Weg hin, unsere Natur und ihre Vielfältigkeit zu bewahren, jedoch sind viele biozentrische Prinzipien in der Realität kaum umsetzbar, da sie ein stetig schlechtes Gewissen hervorbringen, was zur Folge hat, dass diese Vorsätze meist gar nicht mehr befolgt werden. Eine strikte anthropozentrische Weltansicht trägt ebenso wenig zum Erhalt unseres Planeten bei, wie strenge biozentrische Ansichten, die ein zu großes Ausmaß annehmen. In einem gesunden Gleichgewicht und Maß können aber beide Ideologien ein verstärktes Bewusstsein gegenüber unserer Umwelt in der Gesellschaft begünstigen und fördern reflektierende Gedanken über eigenes Verhalten und den Auswirkungen auf die Natur.

1.3 Nature vs. Culture

Die Entscheidung zwischen Natur und Kultur, beziehungsweise die Gegenüberstellung Natur gegen Kultur, ist keine einfach zu beantwortende. Seit Menschengedenken herrschen offensichtliche Spannungen zwischen der uns gegebenen Natur und der Kultur des Menschen. Theorien über Kultur finden sich zahlreiche, diese erfüllen den Zweck und die Aufgabe aus verschiedenen Ansichten und Standpunkten Versuche zur Erklärung für den Zusammenhang von Kultur und Gesellschaft zu bieten (vgl. Nünning 365).

Die Gegenüberstellung von Natur und Kultur ist seit dem Ende des 19. Jahrhunderts zu einem der wohl am meist diskutierten Themen in der Literaturwissenschaft, aber auch in der Umweltethik, geworden. Die Historie der Kultur lässt sich gut an dem Kultur-Natur-Dualismus beobachten, der sich seit jeher durch die Menschengeschichte zieht (vgl. Nünning 366). Kate Rigby als Veranschaulichung merkt an, dass Natur als feindlicher Raum gesehen wird, welcher über uns allen liegt. Dies setzt einen „hierarchical dualism of 'nature' and 'culture'“ (Rigby 10) voraus, allerdings trägt die Aufstellung einer Hierarchie in solch heikler Thematik nicht nur Lösung unserer ökologischen Probleme innerhalb der Gesellschaft bei, sondern ist darüber hinaus sogar ein Hindernis (vgl. Rigby 10).

Merkmale von Kultur zeichnen sich dadurch aus, dass der Mensch etwas von sich selbst hervorbringt, während die Natur nicht von Menschen geschaffen und veränderbar ist. Somit wird all das, was der Mensch nicht geschaffen hat, als Natur bezeichnet, während die Kultur der Menschen ein rein künstlich erzeugtes Konstrukt darstellt. Ein Entweder-oder-Prinzip erscheint vorerst logisch, jedoch müssen Kultur und Natur keine Kontrahenten sein, die sich gegenseitig ausschließen. Betrachten wir aber einige Unterbegriffe der Bezeichnungen Kultur und Natur fällt auf, dass eine genaue semantische Zuweisung stets schwieriger wird. Klar zuzuordnende Objekte wären zum Beispiel Fuchs, Tanne oder Stein, welche eindeutig in der Natur einzukategorisieren sind. Kunst, Sprache und Wissenschaft sind Felder, welche sich im menschlichen Bewusstsein unterordnen lassen. Folglich sind Natur und Kultur Begrifflichkeiten, die stark an kulturelle und soziale Gruppen, sowie an gesellschaftliche Aspekte gebunden sind, welche wiederum in diesem Zusammenhang großes Konfliktpotential hinsichtlich der Formulierung einer einheitlichen Definition aufweisen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Ecocriticism in Cormac McCarthys Roman "The Road" anhand verschiedener Naturdarstellungen
Hochschule
Universität Augsburg
Veranstaltung
Environmental Disasters and narrative plays
Note
2,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
19
Katalognummer
V515239
ISBN (eBook)
9783346114754
ISBN (Buch)
9783346114761
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ecocriticism, cormac, mccarthys, roman, road, naturdarstellungen
Arbeit zitieren
Janis Alina Hindelang (Autor), 2019, Ecocriticism in Cormac McCarthys Roman "The Road" anhand verschiedener Naturdarstellungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/515239

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