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Die 'stylized facts' der Fiskalpolitik in offenen Volkswirtschaften: Was sagt die aktuelle empirische Literatur zu den Wirkungen expansiver Nachfrageschocks

Title: Die 'stylized facts' der Fiskalpolitik in offenen Volkswirtschaften: Was sagt die aktuelle empirische Literatur zu den Wirkungen expansiver Nachfrageschocks

Seminar Paper , 2004 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Robert Doelling (Author)

Economics - Finance
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Summary Excerpt Details

Nach der Keynesianischen Theorie kann der Staat den konjunkturellen Verlauf durch finanzpolitische Maßnahmen beeinflussen. Maßnahmen, wie Staatsausgaben oder Steuereinnahmen, verursachen nicht nur einen direkten Impuls, sondern lösen auch eine Multiplikatorwirkung aus. Durch die Erhöhung des Bruttoinlandsproduktes wird die hierdurch induzierte Ausweitung des privaten Konsums zu einer weiteren Nachfrageerhöhung und einer abermaligen Produktionserhöhung führen. Aus diesem Grund prognostiziert die Keynesianische Theorie eine Wirkung der Fiskalpolitik, die den Wert 1 übersteigt. Dieses Modellergebnis ist jedoch in der theoretischen Diskussion stark umstritten. Je nachdem, wie die Annahmen gesetzt werden, erscheint das komplette Spektrum von sehr starken Effekten der Fiskalpolitik bis zu völliger Neutralität als theoretisch möglich. Die vorliegende Arbeit dient der empirischen Überprüfung der theoretisch postulierten Zusammenhänge der Wirkung einer expansiven Fiskalpolitik. Dazu wird nach Darstellung der grundlegenden theoretischen Einflussfaktoren darauf eingegangen, ob die expansiven fiskalpolitischen Maßnahmen überhaupt ihre prognostizierte Wirkung gezeigt haben. Im Anschluss wird auf die empirische Relevanz der Einflussfaktoren der sog. Crowding-out- Effekte näher eingegangen, um dann möglicherweise aus den Ergebnissen der betrachteten Studien empirische Regelmäßigkeiten sog. „stylized facts“ abzuleiten.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zur Frage der Wirksamkeit expansiver Fiskalpolitik

2.1 Crowding-out-Effekte

2.2 Reaktions- und Wirkungslags

3 Die emprische Relevanz der Wirkung expansiver Fiskalpolitik

3.1 Empirische Relevanz von Multiplikatoreffekten

3.1.1 VAR-basierte Studien

3.1.2 Metaanalytische Betrachtung ausgewählter Studien

3.2 Empirische Relevanz der Determinaten von Crowding-out-Effekten

3.2.1 Zinsinduziertes Crowding-out

3.2.2 Wechselkursinduziertes Crowding-out

3.2.3 Erwartungsinduziertes Crowding-out

3.2.4 Direktes Crowding-out

4 Die „stylized facts“ expansiver Fiskalpolitik

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, theoretisch postulierte Zusammenhänge der Wirkung expansiver Fiskalpolitik empirisch zu überprüfen. Es wird analysiert, ob fiskalpolitische Maßnahmen die prognostizierte nachfragestimulierende Wirkung erzielen und welche Faktoren, insbesondere Crowding-out-Effekte, das Ausmaß dieser Wirkung bestimmen, um daraus empirische „stylized facts“ abzuleiten.

  • Analyse theoretischer Einflussfaktoren der Fiskalpolitik
  • Empirische Untersuchung von Multiplikatoreffekten mittels VAR-Modellen
  • Untersuchung von Crowding-out-Determinanten (zins-, wechselkurs- und erwartungsinduziert)
  • Metaanalytische Auswertung aktueller empirischer Literatur
  • Ableitung empirischer Regelmäßigkeiten der fiskalpolitischen Wirksamkeit

Auszug aus dem Buch

3.1.1 VAR-basierte Studien

Matsuoka (1996): Die Wachstumsschwäche der japanischen Wirtschaft in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts und der daraus resultierende Einsatz der Fiskalpolitik als ein die Wirtschaft stimulierendes Instrument, ist Grundlage dieser auf einem VAR-Modell basierenden Studie. Matsuoka schätzt einen kurzfristigen Ausgabenmultiplikator auf höchstens 0,4. Wahrscheinlicher ist jedoch ein Multiplikator von –0,2. Matsuoka erklärt diesen negativen Multiplikator mit der zunehmenden Besorgnis der Japaner in Hinblick auf den wachsenden Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung, der sie in höherem Maße zum Sparen veranlasst, um die aufgrund der Bevölkerungsentwicklung zunehmenden Staatsausgaben auszugleichen.

Edelberg, Eichenbaum und Fisher (1999): Diese Studie untersucht die Wirkung der stark angestiegenen amerikanischen Rüstungsausgaben in den Jahren 1950, 1965 und 1980 (Ramey und Shapiro (1997)) auf das amerikanische BIP. Die Autoren identifizieren dabei eine positive und signifikante Wirkung der expansiven Nachfrageschocks durch die Rüstungsausgaben auf das BIP nach einem Jahr. Diese ist allerdings nur als kurzfristig anzusehen, da sie innerhalb von drei Jahren gegen Null tendiert.

Bruneau und de Bandts (1999): Im Zentrum der Betrachtung stehen in dieser Studie Frankreich und Deutschland und deren durch die Fiskalpolitik induzierten Nachfrageschocks in den Jahren 1972 bis 1995. Kurzfristig ist die Fiskalpolitik während des betrachteten Zeitraums in Frankreich unwirksam, während in Deutschland nach einem ¾- bis 1½-jährigen Wirkungslag ein Multiplikator von 0,8 zu beobachten ist. Dieser Unterschied wird mit der seit den 70er Jahren eher passiven französischen Fiskalpolitik begründet.

Bayoumi (2000): Die die japanische Fiskalpolitik der 90er Jahre untersuchende Studie Bayoumis, schätzt einen Staatsausgabenmultiplikator von 0,7, der allerdings nur kurzfristig stimulierend wirkt. Der Autor erklärt diesen abgeschwächten Multiplikatoreffekt mit der in der japanischen Bevölkerung bestehenden Unsicherheit über die Art und das timing hoher öffentlicher Ausgaben und der trotzdem geringen sozialen staatlichen Zuwendungen. Der Steuermultiplikator wird in dieser Studie auf 0,2 geschätzt. Dieses ist auf die durch die ho-

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die keynesianische Theorie der fiskalpolitischen Steuerung ein und formuliert das Ziel der Arbeit, die empirische Relevanz dieser theoretischen Zusammenhänge sowie die Rolle von Crowding-out-Effekten zu untersuchen.

2 Zur Frage der Wirksamkeit expansiver Fiskalpolitik: Dieses Kapitel gibt einen theoretischen Überblick über die Faktoren, die die Wirksamkeit expansiver fiskalpolitischer Maßnahmen beeinflussen, insbesondere verschiedene Arten von Crowding-out-Effekten und zeitliche Verzögerungen (Lags).

3 Die emprische Relevanz der Wirkung expansiver Fiskalpolitik: Das Kapitel überprüft anhand einer Vielzahl empirischer, VAR-basierter Studien die tatsächliche Wirksamkeit fiskalischer Multiplikatoren sowie die Relevanz der theoretisch identifizierten Crowding-out-Determinanten.

4 Die „stylized facts“ expansiver Fiskalpolitik: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und leitet allgemeine empirische Regelmäßigkeiten – die „stylized facts“ – hinsichtlich der Wirksamkeit expansiver Fiskalpolitik ab.

Schlüsselwörter

Fiskalpolitik, Multiplikatoreffekte, Crowding-out, Vektorautoregressive Modelle, VAR, Staatsausgaben, Steuersenkungen, Bruttoinlandsprodukt, Konjunktur, Ricardianische Äquivalenz, Finanzpolitik, Stabilisierungspolitik, Empirische Literatur, Nachfrageschocks, OECD.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die empirische Wirksamkeit expansiver Fiskalpolitik in offenen Volkswirtschaften und überprüft, ob theoretisch erwartete nachfragestimulierende Effekte in der Praxis tatsächlich eintreten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind fiskalische Multiplikatoreffekte, verschiedene Crowding-out-Mechanismen (zins-, wechselkurs-, erwartungs- und direkt induziert) sowie die Rolle von Wirkungsverzögerungen bei finanzpolitischen Maßnahmen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die empirische Überprüfung theoretisch postulierter Zusammenhänge der Fiskalpolitik durch eine Analyse aktueller empirischer Studien, um daraus allgemeine „stylized facts“ abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Metaanalyse und Literaturübersicht empirischer Studien, die schwerpunktmäßig vektorautoregressive Modelle (VAR-Modelle) zur Identifikation fiskalpolitischer Schocks nutzen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Darstellung der Einflussfaktoren auf die fiskalpolitische Wirksamkeit (Kapitel 2) und eine umfangreiche empirische Überprüfung dieser Faktoren anhand von VAR-basierten Studien (Kapitel 3).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Fiskalpolitik, Multiplikatoreffekte, Crowding-out, VAR-Modelle, Staatsausgaben, BIP-Wachstum und Ricardianische Äquivalenz.

Welche Bedeutung haben „Crowding-out-Effekte“ in der Untersuchung?

Crowding-out-Effekte werden als entscheidende Faktoren analysiert, die den expansiven Effekt der Fiskalpolitik abschwächen oder neutralisieren können, wobei die empirische Evidenz für deren Existenz differenziert betrachtet wird.

Was lässt sich nach der Studie über die Wirksamkeit expansiver Fiskalpolitik aussagen?

Die Ergebnisse zeigen, dass fiskalpolitische Maßnahmen zwar grundsätzlich effektiv sein können, die Multiplikatoreffekte jedoch oft gering sind, kurzfristig wirken und auf lange Sicht stark an Wirksamkeit verlieren.

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Details

Title
Die 'stylized facts' der Fiskalpolitik in offenen Volkswirtschaften: Was sagt die aktuelle empirische Literatur zu den Wirkungen expansiver Nachfrageschocks
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Institut für Volkswirtschaftslehre)
Course
Stabilisierungspolitik
Grade
1,3
Author
Robert Doelling (Author)
Publication Year
2004
Pages
24
Catalog Number
V51529
ISBN (eBook)
9783638474788
ISBN (Book)
9783638661720
Language
German
Tags
Fiskalpolitik Volkswirtschaften Literatur Wirkungen Nachfrageschocks Stabilisierungspolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robert Doelling (Author), 2004, Die 'stylized facts' der Fiskalpolitik in offenen Volkswirtschaften: Was sagt die aktuelle empirische Literatur zu den Wirkungen expansiver Nachfrageschocks, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51529
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