Mobbing - Einwirkungsmöglichkeiten der Personalführung


Seminararbeit, 2001

15 Seiten, Note: ohne Benotung


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Definition des Begriffs “Mobbing”

3. Erscheinungsformen des Mobbing

4. Auswirkungen und Folgen
4.1 auf die Personen
4.2 auf den Betrieb

5. Einwirkungsmöglichkeiten der Personalführung
5.1 Vorbeugen und frühes Eingreifen
5.2 Ermahnung und Abmahnung
5.3 Um- oder Versetzung
5.4 Kündigung

6. Rechtliche Bewertung

7. Schluß/Resümee

Literaturverzeichnis

Einleitung

Am 13.April dieses Jahres fällte das Thüringer Landgericht eine bis dato einmalige Musterentscheidung. Einen 54-jährigen leitenden Bankangestellten wollte man aus wirtschaftlichen Gründen zur Aufgabe seiner Arbeit bringen und bediente sich dazu systematischen Mobbings. Das Urteil: Die Methoden der beteiligten Bankangestellten grenzte an strafbare Körperverletzung, für den Fall einer Wiederholung setzte das Gericht ein Ordnungsgeld von 50 000 DM fest.[1] Der Mann bekam seine ursprüngliche Position wieder, aus der er zuvor verdrängt wurde. Der Fall aus Thüringen war bestimmt kein Einzelfall, die Dunkelziffer schätzen Experten als sehr hoch ein. Immer häufiger beklagen sich Angestelle über die Tatsache, daß Kollegen und Vorgesetzte ihnen das Arbeitsleben sehr schwer machen. Die Opfer leiden deswegen u.a. an psychischen und physischen Krankheiten.

Was heißt “Mobbing” und wie kann dieser unangenehmen Verhaltensform vorgebeugt, vermieden und seitens der Personalführung entgegengewirkt werden? Die folgende Seminararbeit soll darüber Klarheit schaffen.

2. Definition des Begriffs “Mobbing”

Die Ursprünge des Begriffs “Mobbing” lassen sich auf das lateinische Wort “mobile vulgus” zurückführen. Darunter versteht man eine wankelmütige, triebenthemmte Volksmenge mit fehlendem Organisationsgrad. Das englische Verb “to mob” wird mit “über jemand lärmend herfallen, angreifen, attackieren, anpöbeln” übersetzt.[2] Die wohl umfassendste und bekannteste Definition lautet: “Mobbing = eine Reihe von negativen, kommunikativen Handlungen, die während einer längeren Zeit (mindestens jedoch während eines halben Jahres mindestens einmal in der Woche) von einer Einzelperson oder mehreren Personen gegen eine bestimmte Person gerichtet sind.”[3] Inzwischen gibt es auch eine juristische Definition des Bundesarbeitsgerichts aus dem Jahr 1997. Demnach ist Mobbing “das systematische Anfeinden, Schikanieren oder Diskriminieren von Arbeitnehmern untereinander oder durch Vorgesetzte, wobei Mobbing durch Streßsituationen am Arbeitsplatz, deren Ursachen unter anderem Über- oder Unterforderung einzelner Arbeitnehmer oder Arbeitnehmergruppen liegen können, begünstigt wird.”[4]

3. Erscheinungsformen des Mobbing

Mobbing tritt in Erscheinung, wenn systematisch, gezielt, häufig und rechtswidrig in das Persönlichkeitsrecht eines anderen Mitarbeiters eingegriffen wird. Mobbing kann in drei verschiedenen Formen auftreten. Am häufigsten findet sich Mobbing auf der selben Hierarchieebene, indem sich Kollegen einer Organisationseinheit untereinander schikanieren. Die zweithäuftigste Form von Mobbing äußert sich im Verhalten des Vorgesetzten gegenüber seinen Mitarbeitern. Dies bezeichnet man auch als “Bossing” Abwärts-Mobbing oder “Mobbing von oben nach unten”.[5] Diese Art von Mobbing zielt ab auf die Einschränkung des Einflusses eines Angestellten, Unterwerfungen oder einfach nur Meinungsäußerungen zu

unterdrücken.[6] Aufgrund seiner höheren Stellung in der betrieblichen Hierarchie kann eine Führungskraft vermeintlich objektive Interessen vorschieben. Geht das Mobbing von einer Person aus, die in der Hierarchieebene weiter unten angesiedelt ist, spricht man vom “Staffing” oder “Mobbing von unten nach oben”.[7] Als Beispiel kann man die Belegschaft nennen, die dagegen aufbegehrt, daß der Arbeitgeber einen neuen Vorgesetzten bestimmt hat, den man nicht haben möchte. Das Mobbing richtet sich dabei nicht gegen den Arbeitgeber, sondern gegen den neuen Vorgesetzten. In einem anderen Fall richtet sich der Widerstand gegen den Chef, den man wegen seines autoritären Führungsstils ablehnt.[8] Die Handlungen der Mobbingtäter hat LEYMANN in einer operationalen Übersicht zusammengefasst. Er unterscheidet anhand folgender Kriterien die verschiedenen Arten der Angriffe von Mobbingtätern:

- Angriffe auf die Möglichkeiten, sich mitzuteilen
- Angriffe auf die sozialen Beziehungen
- Angriffe auf das soziale Ansehen
- Angriffe auf die Qualität der Berufs- und Lebenssituation
- Angriffe auf die Gesundheit[9]

4. Auswirkungen und Folgen

4.1 für die Personen

Für die betroffenen Personen können die Auswirkungen psychisch wie auch physisch auftreten. Physische Belastungen können sich durch Übertragung von schweren und gefährlichen Arbeiten, Umgang mit Schadstoffen, Belastung des Bewegungsapparates sowie durch Aussetzung von Hitze, Kälte und Lärm äußern.

Ferner kommt es gerade durch die enormen Streßsituationen, denen sich die Betroffenen ausgesetzt sehen, häufig zu sog. psychosomatischen Symptomen wie

[...]


[1] Vgl. N.N.: Gericht: Erstes Urteil zum Schutz vor Mobbing, in: FAZ, 13. April 2001

[2] Vgl. Kollmer, Norbert: Mobbing im Arbeitsverhältnis, Heidelberg, Forkel Verlag, 1997, S. 16f.

[3] Kratz, Hans-Jürgen: Mobbing, 2. Auflage, Wien, Ueberreuter Verlag, 2000, S. 11

[4] Kollmer, Norbert: Mobbing im Arbeitsverhältnis, S. 18

[5] Vgl. Kratz, Hans-Jürgen: Mobbing, S. 11

[6] Leymann, Heinz: Mobbing - Psychoterror am Arbeitsplatz und wie man sich dagegen wehren kann, Rohwolt Taschenbuch Verlag, Hamburg, 1993, S. 43

[7] Vgl. Kratz, Hans-Jürgen: Mobbing, S. 11

[8] Vgl. Leymann, Heinz: Mobbing - Psychoterror am Arbeitsplatz und wie man sich dagegen wehren kann, S. 39f

[9] Vgl. Neuberger, Oswald: Mobbing - Übel mitspielen in Organisationen, Rainer Hampp Verlag, München - Mering, 1994, S. 11f.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Mobbing - Einwirkungsmöglichkeiten der Personalführung
Hochschule
Hochschule Heilbronn, ehem. Fachhochschule Heilbronn  (Fachbereich Betriebswirtschaft)
Veranstaltung
Personalführung
Note
ohne Benotung
Autoren
Jahr
2001
Seiten
15
Katalognummer
V5160
ISBN (eBook)
9783638131407
Dateigröße
534 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mobbing, Personalführung, Personal
Arbeit zitieren
Tobias Poss (Autor)Christian Nicke (Autor), 2001, Mobbing - Einwirkungsmöglichkeiten der Personalführung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5160

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