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Unter welchen Bedingungen ist eine Förderung phonologischer Bewusstheit sinnvoll für Prävention von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten ?

Title: Unter welchen Bedingungen ist eine Förderung phonologischer Bewusstheit sinnvoll für Prävention von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten ?

Examination Thesis , 2004 , 78 Pages , Grade: 1

Autor:in: Jan Senftleben (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Scheitern Kinder schon im Anfangsunterricht am Lesen und Schreiben führt dies im Verlauf ihres weiteren Schulbesuchs zur Beeinträchtigung des gesamten schulischen Lernens und ihres Selbstwertgefühls. Einen Teil der Versuche, dem entgegenzuwirken, stellen Konzepte zur präventiven Förderung von Kindern dar. In den letzten Jahren haben vor allem Trainingsprogramme zur präventiven Förderung phonologischer Bewusstheit größere Verbreitung und Aufmerksamkeit gefunden. Phonologische Bewusstheit wird zu den für den Schriftspracherwerb bedeutsamen Voraussetzungen gezählt. Die Trainingsprogramme erwiesen sich in verschieden Studien offenbar als wirksame Maßnahmen zur Prävention von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten. Bezüglich der Frage, unter welchen Bedingungen eine frühe Förderung im Bereich phonologische Bewusstheit für die Prävention von LRS sinnvoll ist und der Frage, ob sie im Vorschulbereich nötig ist, gibt es jedoch unterschiedliche, ja gegensätzliche Einschätzungen. Aufgrund der zumindest in empirischen Studien erwiesenen Wirksamkeit der Trainingsprogramme, aber auch der gleichzeitigen Kritik an ihnen, scheint es mir sinnvoll, mich mit der Frage auseinanderzusetzen, unter welchen Bedingungen eine Arbeit mit diesen Programmen Sinn macht.
Die Kritik an den Programmen führt mich zu drei Fragen bezüglich der Förderung phonologischer Bewusstheit, denen ich in dieser Arbeit nachgehe:
1. Ist eine präventive Förderung der Fähigkeiten zur Analyse und Synthese von Phonemen, die den Umgang mit Schriftsprache ausspart, sinnvoll?
2. Ist der Stellenwert phonologischer Bewusstheit für den Erfolg im SSE derart groß, dass eine effektive Prävention eine vorschulische Förderung der Fähigkeiten zur Analyse und Synthese von Phonemen notwendig macht?
3. Ist eine Förderung phonologischer Bewusstheit, deren Durchführung und inhaltliche Planung allein von der Feststellung eines Entwicklungsrückstandes im Bereich phonologischer Bewusstheit abhängig gemacht wird, angemessen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Schwierigkeiten im SSE und Kritik an Konzepten zur Förderung phonologischer Bewusstheit

1.1 Verständnis von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten vor dem Hintergrund einer entwicklungsorientierten Sichtweise des Schriftspracherwerbs

1.1.1 Entwicklungsorientierte Sichtweise des SSE am Beispiel des Entwicklungsmodells von Klaus B. Günther

1.1.2 Schwierigkeiten im Schriftspracherwerb

1.1.3 Zur Bedeutung von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten für Schüler mit Förderbedarf im Bereich Lernen

1.2 Kritik an Konzepten zur Förderung phonologischer Bewusstheit

2. Positionen zur Bedeutung von phonologischer Bewusstheit für die Entstehung von LRS und deren Prävention

2.1 Definitionen phonologischer Bewusstheit und Unterscheidungen

2.2 Phonologische Bewusstheit und Schriftspracherwerb

2.2.1 Bedeutung phonologischer Bewusstheit für den SSE vor dem Hintergrund neuerer Entwicklungsmodelle

2.2.2 Aspekte der Entwicklung phonologischer Bewusstheit

2.3 Phonologische Bewusstheit und Schwierigkeiten im SSE

2.3.1 Untersuchungen zu phonologischer Bewusstheit

1. Studien zum Zusammenhang zwischen vorschulischen Kompetenzen im Bereich phonologischer Bewusstheit und späterem Erfolg im SSE

2. Studien zur Auswirkung (vor)schulischer Trainings

3. Zum Stellenwert phonologischer Bewusstheit in Förderung und Diagnostik

2.3.2 Kritik an einigen Prämissen der Frühdiagnostik und Frühprävention auf der Grundlage empirischer Studien

2.3.3 Entwicklungsrückstände im Bereich phonologischer Bewusstheit und ihre Verbindung mit anderen Bereichen des SSE

Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Bedingungen, unter denen eine Förderung der phonologischen Bewusstheit sinnvoll ist, um Lese-Rechtschreibschwierigkeiten (LRS) vorzubeugen oder diese zu beheben. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob eine isolierte Förderung von Teilfertigkeiten ohne Anbindung an einen schriftsprachlichen Kontext effektiv ist oder ob die Bedeutung der Unterrichtsgestaltung und individueller Voraussetzungen bisher unterschätzt wurde.

  • Entwicklungsorientierte Sichtweise des Schriftspracherwerbs
  • Kritische Analyse von Trainingsprogrammen zur phonologischen Bewusstheit
  • Bedeutung der phonologischen Bewusstheit für den Schriftspracherwerb
  • Diskussion von Frühdiagnostik und Frühprävention
  • Zusammenhang von Schrifterfahrung und Sprachreflexion

Auszug aus dem Buch

1.1.1 Entwicklungsorientierte Sichtweise des SSE am Beispiel des Entwicklungsmodells von Klaus B. Günther

Die Stufenmodelle zum SSE "unterscheiden sich im Prinzip nur durch ihre Feindifferenzierung und durch unterschiedliche Benennung der einzelnen Phasen". Eine wichtige Gemeinsamkeit aller Modelle besteht in der Vorstellung vom Lesen- und Schreiben lernen. Dieses besteht nicht im Nachvollziehen eines Lernangebotes. Kinder bilden sich auf der Grundlage ihrer bisher gemachten Erfahrungen mit Schrift aktiv Hypothesen über die Regelhaftigkeit der geschriebenen Sprache bzw. darüber, wie Lesen und Schreiben funktionieren.

Da alle Modellvorstellungen Denkentwicklung im oben skizzierten Sinne als zentral für Fortschritte im Schriftspracherwerb ansehen, versuchen sie nach Sassenroth zwei Fragen zu beantworten: "Mit welcher Strategie unternimmt das Kind seine ersten Lese- und Schreibversuche?"

"Welche Vorstellungen über Schrift hat es schon entwickelt und wie verändern sie sich im Laufe der Entwicklung?"

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Problematik des Scheiterns beim Schriftspracherwerb und Darlegung der zentralen Forschungsfragen hinsichtlich der Sinnhaftigkeit präventiver Förderprogramme.

1. Schwierigkeiten im SSE und Kritik an Konzepten zur Förderung phonologischer Bewusstheit: Theoretische Einordnung von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten und kritische Auseinandersetzung mit der Förderung phonologischer Teilfertigkeiten.

2. Positionen zur Bedeutung von phonologischer Bewusstheit für die Entstehung von LRS und deren Prävention: Detaillierte Darstellung verschiedener wissenschaftlicher Definitionen, Modelle und empirischer Studien zur phonologischen Bewusstheit.

Schluss: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfragen und Plädoyer für einen Unterricht, der individuelle Schrifterfahrungen und Lernvoraussetzungen stärker berücksichtigt.

Schlüsselwörter

Phonologische Bewusstheit, Schriftspracherwerb, Lese-Rechtschreibschwierigkeiten, LRS, Prävention, Frühdiagnostik, Trainingsprogramme, Schrifterfahrung, Sprachbewusstheit, Phonemanalyse, Synthese, Unterrichtsgestaltung, Lernvoraussetzungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht kritisch den Stellenwert und die Einsatzbedingungen von Förderprogrammen zur phonologischen Bewusstheit im Kontext der Prävention von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind der Schriftspracherwerbsprozess, die Definition und Entwicklung phonologischer Bewusstheit sowie die Wirksamkeit und Kritik von präventiven Trainingsprogrammen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, unter welchen Bedingungen eine isolierte Förderung phonologischer Bewusstheit sinnvoll ist und ob eine stärkere Einbindung in den schriftsprachlichen Kontext sowie eine differenzierte Unterrichtsgestaltung notwendig sind.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die den aktuellen Forschungsstand auf Basis von Entwicklungsmodellen und empirischen Studien (u.a. Längsschnitt- und Trainingsstudien) kritisch reflektiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert theoretische Positionen zum Schriftspracherwerb, diskutiert Definitionen der phonologischen Bewusstheit und überprüft kritisch empirische Belege für deren Rolle bei der LRS-Prävention.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Phonologische Bewusstheit, Schriftspracherwerb, LRS-Prävention, Frühdiagnostik und didaktische Unterrichtsgestaltung.

Was kritisieren die Autoren am Bielefelder Screening (BISC)?

Die Arbeit weist darauf hin, dass das BISC neben phonologischen Aspekten auch andere Faktoren erfasst und Ergebnisse der LOGIK-Studie nahelegen, dass die Prognosekraft teilweise durch Kontextbedingungen beeinflusst wird, statt nur die inhaltliche phonologische Kompetenz abzubilden.

Warum wird das freie Schreiben als kompensatorisch bezeichnet?

Das freie Schreiben ermöglicht Schülern, in authentischen Situationen eigene Hypothesen über Schrift zu entwickeln, was die Motivation fördert und als Anker für das Verständnis von Phonem-Graphem-Beziehungen dient, auch wenn Teilfertigkeiten noch nicht isoliert trainiert wurden.

Wie bewertet der Autor den Würzburger Ansatz?

Der Autor erkennt den Wert von Trainings wie "Hören, lauschen, lernen" an, warnt jedoch davor, diese isoliert vom Schriftspracherwerb einzusetzen und betont, dass individuelle Lernvoraussetzungen stets den Vorrang vor schematischen Förderprogrammen haben sollten.

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Details

Title
Unter welchen Bedingungen ist eine Förderung phonologischer Bewusstheit sinnvoll für Prävention von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten ?
College
University of Hannover  (Institut für Sonderpädagogik)
Grade
1
Author
Jan Senftleben (Author)
Publication Year
2004
Pages
78
Catalog Number
V51638
ISBN (eBook)
9783638475518
ISBN (Book)
9783638698955
Language
German
Tags
Unter Bedingungen Förderung Bewusstheit Prävention Lese-Rechtschreibschwierigkeiten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan Senftleben (Author), 2004, Unter welchen Bedingungen ist eine Förderung phonologischer Bewusstheit sinnvoll für Prävention von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten ?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51638
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