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Das Verhältnis von Sprache und Subjektkonzeption in Gottfried Benns Gedichten "Gesänge I und II"

Título: Das Verhältnis von Sprache und Subjektkonzeption in Gottfried Benns Gedichten "Gesänge I und II"

Trabajo Escrito , 2019 , 12 Páginas , Calificación: 6,0

Autor:in: Anonym (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Diese Arbeit behandelt Gottfried Benns im Jahr 1913 erschienene "Gesänge I und II". Inhaltlich konzentriert sie sich auf das Verhältnis zwischen dem sich im Gedicht konzipierenden Subjekt und den verwendeten sprachlichen Mitteln.

Mögliche Fragestellungen, die diese Eingrenzung anbietet, betreffen die Kommunikationssituation zwischen der textlich in Erscheinung tretenden Erzählinstanz und ihrem Adressaten. Wessen Stimme ist es, die aus dem Gedicht dringt? Welche Eigenarten weist sie auf? Worauf gründet ihr Entschluss, sich zu Wort zu melden?

Besondere Aufmerksamkeit verdient die Tatsache, dass die Erzählinstanz sich mittels formaler und semantischer Werkzeuge, die in den nächsten Seiten herausgearbeitet werden, immer weiter aus ihrem Gedicht zurückzieht und letzten Endes vollends untertaucht. Deswegen lautet die These der Arbeit: Die Erzählinstanz löscht sich in der Folge ihrer Überlegungen und mit plötzlichem Verzicht auf zuvor etablierte sprachliche Mittel selbst aus.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Gedicht

2 Ein erster Vorstoss in Gottfried Benns «GESÄNGE»

3 Ein durch den Titel aufgespannter Erwartungshorizont

4 Eine Ahnung der Zerrissenheit

5 Die Autoreflexivität des Titels

6 Das Untertauchen der Erzählinstanz

7 Eine Wiederbelebung der Kreativität durch Ego-Auflösung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert Gottfried Benns Gedicht «GESÄNGE I und II» hinsichtlich des Verhältnisses zwischen der Erzählinstanz und den verwendeten sprachlichen Mitteln, mit einem besonderen Fokus auf die Konzeption des Subjekts.

  • Analyse der kommunikativen Situation und der Erzählstimme.
  • Untersuchung der formalen und semantischen Werkzeuge zur Darstellung von Zerrissenheit.
  • Erforschung der Autoreflexivität des Titels.
  • Nachweis der Selbstauflösung der Erzählinstanz im Gedichtverlauf.
  • Poetologische Einordnung der Ego-Auflösung als kreativen Prozess.

Auszug aus dem Buch

Das Untertauchen der Erzählinstanz

Die Ahnung der Zerrissenheit lässt sich an der Isolierung der vierten Strophe konkretisieren. In dieser tritt, wie die anfangs formulierte These verrät, die Erzählinstanz zurück. Die unmittelbarste Vermutung, dass etwas in dieser Art geschieht, stützt sich auf die Absenz des Personalpronomens «wir». Nun reicht dieses Argument allein nicht aus, kann es doch durch die Tatsache entkräftet werden, dass das Pronomen auch in der zweiten Strophe fehlt.

Stattdessen werden andere sprachliche Besonderheiten wirksam. In den ersten drei Strophen sind die jeweils letzten beiden Verse durch ein Enjambement verbunden. Dadurch werden Gedanken über das Versende hinaus- und in die nächste Zeile hineingetragen, es wird über eine formale Grenze hinausgedacht. In der vierten Strophe gibt es kein Enjambement, was dem Willen der Erzählinstanz entspricht, keiner geistigen Tätigkeit mehr folgen zu müssen.

Ausserdem lässt sich feststellen, dass die ersten drei Sätze maximal einen Satz pro Vers aufweisen und den letzten durch die Enjambements sogar auf zwei Zeilen verteilen. So gibt es in diesen Strophen jeweils drei komplette Sätze. Die vierte Strophe verletzt beide dieser Regeln, indem sie einerseits einen konsequenten Zeilenstil statt der Enjambement-Struktur verwendet und andererseits im letzten Vers zwei Sätze aufweist statt nur einem.

Überdies wird in der vierten Strophe eine Wortfigur prominent, die davor nur einmal und ohne nennenswerte Funktion auftritt: Die Anapher. Mit dem unbestimmten Artikel «ein» verbindet sie die weit entfernten Verse 2 und 7. In der vierten Strophe tritt sie als bestimmter Artikel «die» viermal auf, was die Strophe formal von den anderen abgrenzt und der szenischen Beschreibung dient, in die das Gedicht zum Schluss abdriftet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Gedicht: Präsentation des Primärtextes «GESÄNGE» von Gottfried Benn.

2 Ein erster Vorstoss in Gottfried Benns «GESÄNGE»: Einleitung in die Thematik und Formulierung der zentralen These über die Selbstauslöschung der Erzählinstanz.

3 Ein durch den Titel aufgespannter Erwartungshorizont: Untersuchung der paratextuellen Wirkung des Titels auf die Rezeption und den historischen Kontext.

4 Eine Ahnung der Zerrissenheit: Analyse der inhaltlichen und formalen Gegensätze im Gedicht, insbesondere der Zerrissenheit zwischen Tierischem und Göttlichem.

5 Die Autoreflexivität des Titels: Untersuchung der autoreflexiven Elemente im Titel, die den Regressionsgedanken und den Wunsch nach Sprachlosigkeit unterstützen.

6 Das Untertauchen der Erzählinstanz: Detailanalyse der sprachlichen Mittel, mit denen die Erzählinstanz in der vierten Strophe systematisch aus dem Text entfernt wird.

7 Eine Wiederbelebung der Kreativität durch Ego-Auflösung: Fazit zur poetologischen Bedeutung der Ego-Auflösung als notwendiges Werkzeug für den schöpferischen Prozess.

Schlüsselwörter

Gottfried Benn, Gesänge, Erzählinstanz, Subjektkonzeption, Regression, Zerrissenheit, Ego-Auflösung, Gedichtanalyse, Literaturgeschichte, Paratext, Poetologie, Sprachanalyse, Ausdrucksform, Kreativität, Lyrik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Sprache und Subjektkonzeption in Gottfried Benns Gedicht «GESÄNGE I und II».

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Zerrissenheit des lyrischen Ichs, der Wunsch nach Regression in urzeitliche Zustände sowie die Selbstauflösung der Erzählinstanz.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist der Nachweis, dass die Erzählinstanz im Verlauf des Gedichts durch gezielte sprachliche Mittel ihre eigene Existenz und Ausdrucksfähigkeit systematisch beendet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die klassische Gedichtanalyse unter Einbeziehung rhetorischer Figuren, formaler Kriterien wie Metrik und Enjambement sowie literaturtheoretischer Konzepte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die formale und inhaltliche Struktur des Gedichts, die Autoreflexivität des Titels und die sprachlichen Veränderungen, die zum Verschwinden der Stimme führen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Ego-Auflösung, Regression, Subjektkonzeption und literarische Selbstauslöschung charakterisiert.

Welche Rolle spielt der Titel für die Analyse?

Der Titel «GESÄNGE» wird als autoreflexives Element verstanden, das den Regressionswunsch der Erzählinstanz und den Übergang zu einer archaischeren Ausdrucksform vorwegnimmt.

Warum wird die vierte Strophe als Schlüsselstelle identifiziert?

In der vierten Strophe bricht das Gedicht mit den bisherigen formalen Mustern (z.B. Wegfall von Enjambements), was das tatsächliche Untertauchen und die Aufgabe der geistigen Tätigkeit der Erzählinstanz symbolisiert.

Final del extracto de 12 páginas  - subir

Detalles

Título
Das Verhältnis von Sprache und Subjektkonzeption in Gottfried Benns Gedichten "Gesänge I und II"
Universidad
University of Zurich
Calificación
6,0
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2019
Páginas
12
No. de catálogo
V516544
ISBN (Ebook)
9783346110114
ISBN (Libro)
9783346110121
Idioma
Alemán
Etiqueta
verhältnis sprache subjektkonzeption gottfried benns gedichten gesänge
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2019, Das Verhältnis von Sprache und Subjektkonzeption in Gottfried Benns Gedichten "Gesänge I und II", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/516544
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