Handelt es sich bei der Sharing Economy um einen temporär bestehenden Modetrend, welcher beispielsweise durch einen gesellschaftlichen Wandel verebben oder durch gesetzliche Regularien gestoppt werden wird? Denkbar ist aber auch, dass in den letzten Jahren tatsächlich ein Umbruch passiert ist. Die Kohortensukzession, prägende Themen wie die Finanzkrise und eine steigende Umweltbelastung haben zu einer nicht aufzuhaltenden Bewegung geführt, welcher unter Umständen ein hohes Wachstum zu unterstellen ist.
Diese Fragestellung soll im Fokus der vorliegenden Arbeit stehen. Unter der Berücksichtigung verschiedener Aspekte, welche als fördernde sowie auch als hemmende Faktoren bewertet werden können, soll schlussendlich die Frage, ob die Collaborative Consumption einen Modetrend oder einen Paradigmenwechsel darstellt, beantwortet werden. Einschränkend sei ergänzt, dass sich diese Betrachtung auf Deutschland begrenzt. Neben der Bereitstellung theoretischer Überlegungen soll mittels einer Primärerhebung geprüft werden, welche Einschätzung zur Zukunft der Collaborative Consumption realistische Chancen hat.
Die Befragung konzentriert sich dabei auf die Generationen Y und Z. Diese Einschränkung erfolgt, da diesen beiden Gruppen eine hohe Technikaffinität sowie ein gesteigertes Interesse an Umwelt- und Gesellschaftsaspekten unterstellt werden darf. Diese Grundeinstellung der Probanden stellt eine erhöht positive Basis für die Bestimmung der Zukunftsausrichtung der Collaborative Consumption dar.
Im Rahmen der Befragung wird von einem Betrachtungshorizont von zwei Jahren ausgegangen, d.h. die Befragten geben eine Einschätzung zu ihren Aktivitäten in den kommenden zwei Jahren. Diese Ergebnisse bieten eine Basis, von der aus sich eine Tendenz ableiten lässt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Gang der Arbeit
2. Allgemeine Grundlagen und Definitionen
2.1 Ursprung und historische Einordnung
2.2 Consumption
2.3 Collaborative Consumption
2.4 Modetrend
2.5 Paradigmen
2.6 Generationen Y und Z
3. Theoretische Auseinandersetzung mit den Zukunftsperspektiven der Collaborative Consumption
4. Gründe für die Entstehung einer Sharing Economy
4.1 Gesellschaftlicher Wandel unter dem Einfluss der Generationen Y und Z
4.2 Digitalisierung sowie technologischer Wandel
4.3 Nutzertypen
4.4 Nutzungsmotive
4.5 Geschäftsmodelle und Angebote
4.5.1 Gewinnerzielungsabsicht
4.5.2 Soziales Sharing
5. Fördernde und hemmende Faktoren
5.1 Ressourcenschutz und Nachhaltigkeit
5.2 Wachstum sowie neue Eintrittschancen in den Arbeitsmarkt
5.3 Rechtliche Hintergründe
5.4 Verdrängungseffekte
5.5 Informationsasymmetrien
6. Empirischer Zugang
6.1 Methodenwahl, Auswahl der Befragten sowie Ablauf der Befragung
6.2 Deskriptive Erkenntnisse
7. Kritische Analyse der Ergebnisse im Hinblick auf die Forschungsfrage
8. Fazit und Ausblick
Anhang
Anhang 1 - Fragebogen
Anhang 2 - Zuordnung der Nutzertypen zu den Antwortmöglichkeiten der Frage 27
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, ob die "Collaborative Consumption" (Sharing Economy) einen temporären Modetrend darstellt oder einen nachhaltigen Paradigmenwechsel in der deutschen Wirtschaft einläutet. Im Fokus steht dabei die Analyse fördernder und hemmender Faktoren sowie eine empirische Befragung der Generationen Y und Z hinsichtlich ihrer Einstellung und künftigen Partizipation an Sharing-Angeboten.
- Historische und theoretische Einordnung der Sharing Economy
- Einfluss soziokultureller Faktoren (Generationen Y und Z) auf das Konsumverhalten
- Analyse von Geschäftsmodellen und wirtschaftlichen Treibern (Digitalisierung)
- Kritische Beleuchtung rechtlicher Rahmenbedingungen und Verdrängungseffekte
- Empirische Untersuchung von Akzeptanz und Zukunftserwartungen in Deutschland
Auszug aus dem Buch
2.1 Ursprung und historische Einordnung
Die Idee des Teilens ist keine innovative Erfindung, die die Neuzeit hervorgebracht hat. Unzählige Naturvölker leben bis heute unter der Prämisse: „Meins, deins, unser“ und sichern damit ihr tägliches Überleben und das Bestehen ganzer Stämme.
Die ersten wirtschaftlich signifikanten Auseinandersetzungen mit dem Nutzungskonzept „Teilen statt Besitzen“ erfolgten bereits in den 1980er und 90er Jahren und damit lange vor den ersten Unternehmensgründungen, die den Schwerpunkt auf Sharing-Angebote setzten. Einen Vorreiter stellt der Harvard-Ökonom Weitzman dar, der bereits 1984 sein Werk „The Share Economy“ veröffentlichte. Entgegen dem heutigen Begriffsverständnis betrachtete Weitzman die Beteiligung von Arbeitnehmern am Unternehmensgewinn als „Share Economy“. Dieser zusätzliche, aber nach Weitzmann notwendige Teil der Entlohnung soll dem Aufkommen von Arbeitslosigkeit und Stagflation entgegenwirken. Stahel dagegen näherte sich 1994 der heute verbreiteten Auffassung über die Sharing Economy an. Er beschrieb in seinem Werk eine „utilization-focused service economy“, die sogenannte nutzungsorientierte Ökonomie. Zwei Jahre später fand die Thematik bereits Widerhall in der Wirtschaft. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hinterfragte die Zukunftsaussichten des Sharings mittels der Studie „Nutzen statt Besitzen: Mieten, Teilen, Leihen von Gütern – ein Zukunftsmodell?“ Es folgten verschiedene Konzeptstudien, die primär Beiträge zur Ressourcenschonung darstellten, wie Behrendt mit seinen Ausführungen zu „nutzungsbezogenen Dienstleistungen“ oder Hirschl et al. mit Forschungsansätzen zu „neuen Nutzungskonzepten.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, Zielsetzung und des methodischen Vorgehens der Arbeit im Kontext der Sharing Economy.
2. Allgemeine Grundlagen und Definitionen: Historische Einordnung des Teilens sowie Definition der zentralen Begriffe wie Collaborative Consumption, Trend und Generationen.
3. Theoretische Auseinandersetzung mit den Zukunftsperspektiven der Collaborative Consumption: Gegenüberstellung positiver und kritischer Forschungssichten auf die Zukunftsfähigkeit der Sharing-Bewegung.
4. Gründe für die Entstehung einer Sharing Economy: Analyse soziokultureller und technologischer Treiber sowie Vorstellung verschiedener Nutzertypen und Geschäftsmodelle.
5. Fördernde und hemmende Faktoren: Detaillierte Untersuchung von Nachhaltigkeitsaspekten, Arbeitsmarktchancen, rechtlichen Hürden, Wettbewerb und Informationsasymmetrien.
6. Empirischer Zugang: Erläuterung der quantitativen Befragungsmethodik sowie Präsentation der deskriptiven Daten zur Zielgruppe.
7. Kritische Analyse der Ergebnisse im Hinblick auf die Forschungsfrage: Auswertung der Umfrageergebnisse zur Beantwortung der Ausgangsfrage über den Charakter der Collaborative Consumption.
8. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Einschätzung des Paradigmenwechsels und Ausblick auf zukünftige regulatorische sowie gesellschaftliche Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Collaborative Consumption, Sharing Economy, Nachhaltigkeit, Generation Y, Generation Z, Digitalisierung, Peer-to-Peer, Nutzertypen, Geschäftsmodelle, Plattformökonomie, Ressourcenschutz, Verdrängungseffekte, Informationsasymmetrien, Konsumverhalten, Zukunftsprognose
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob die Sharing Economy bzw. Collaborative Consumption lediglich einen temporären Modetrend darstellt oder einen dauerhaften Paradigmenwechsel im Konsumverhalten und in der Wirtschaft einleitet.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die Thesis beleuchtet den Einfluss der Generationen Y und Z, die Rolle der Digitalisierung, verschiedene Geschäftsmodelle, ökologische Nachhaltigkeit sowie rechtliche und wettbewerbsorientierte Hürden.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage nach der Zukunft der Collaborative Consumption in Deutschland unter Berücksichtigung fördernder und hemmender Faktoren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt einen zweigeteilten Ansatz: eine theoretische Literaturanalyse kombiniert mit einer quantitativen Online-Primärerhebung unter Angehörigen der Generationen Y und Z.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Konzepte, die Analyse von Treibern der Sharing Economy (z.B. Digitalisierung) und die differenzierte Betrachtung von Faktoren, die den Markterfolg beeinflussen (z.B. rechtliche Rahmenbedingungen).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Collaborative Consumption, Nachhaltigkeit, Generationen Y und Z, Plattformökonomie und Informationsasymmetrien.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen verschiedenen Geschäftsmodellen?
Es erfolgt eine Differenzierung in kommerzielle Modelle mit Gewinnerzielungsabsicht (z.B. Airbnb) und soziale, nicht-kommerzielle Angebote (z.B. Foodsharing), basierend auf dem Kriterium der Entgeltlichkeit.
Welche Rolle spielt die Generationenzugehörigkeit für die Ergebnisse?
Die Generationen Y und Z werden aufgrund ihrer Technikaffinität und ihres Interesses an Nachhaltigkeit als besonders relevante Zielgruppen für die Akzeptanz und Zukunft der Sharing-Angebote analysiert.
Welche rechtlichen Probleme werden im Kontext der Sharing Economy diskutiert?
Thematisiert werden unter anderem steuerliche Aspekte, fehlende arbeitsschutzrechtliche Absicherungen für Anbieter sowie Probleme durch Zweckentfremdung von Wohnraum in Großstädten.
Warum ist das Vertrauen für die Sharing Economy so essenziell?
Aufgrund der virtuellen Distanz zwischen Transaktionspartnern fungieren Bewertungssysteme und Verifizierungsmechanismen als zentrale Instrumente, um Informationsasymmetrien abzubauen und das notwendige Vertrauen zu schaffen.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2019, Collaborative Consumption. Modetrend oder Paradigmenwechsel?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/516549