"The Little Albert Experiment". Eine Alternative zur Psychoanalyse?


Hausarbeit, 2018

18 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung und Grundfragen

2 John Broadus Watson

3 Die Emotionstheorie des klassischen Behaviorismus

4 Das Lernen von Angst – der kleine Albert
4.1 Vorgeschichte und Ziel
4.2 Versuchsbedingungen
4.3 Versuchsablauf
4.4 Versuchsergebnisse

5 Kritik an dem Experiment
5.1 Inhaltliche Kritik
5.2 Ein Leben nach dem Experiment

6 Fazit

7 Literaturverzeichnis

8 Quellenverzeichnis/Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung und Grundfragen

Wie können wir ein bestimmtes Verhalten von Menschen erklären? Das ist eine vieler Grundfragen der Wissenschaften. Im Laufe der Zeit wurden zahlreiche Theorien, zur Beantwortung dieser Frage, aufgestellt.

Einen entscheidenden Ansatz, der die Verhaltensforschung beherrschen sollte brachte im 19. Jahrhundert der Behaviorismus.

Nach erstmaligen Nachweisen von Konditionierungen durch Pawlow wurden schon kurze Zeit danach weitere Untersuchen vorangetrieben.

Als einer der ersten Wissenschaftlicher und „Vater des Behaviorismus” (Bodenmann et al., 2004, S. 45) entwickelte John B. Watson mithilfe der Klassischen Konditionierung einen neuen Aspekt der Verhaltenspsychologie. Mit der Veröffentlichung des Artikels „Psychology as the Behaviorist views it“ (Watson,1913) in der Psychological Review legte er den Grundstein für eine, noch bis heute weltweit anerkannte Lerntheorie. Watson bekam großen Zuspruch und seine theoretischen Ansätze wurden, unter anderem von B.F Skinner, weiterentwickelt.

Doch was waren die Grundgedanken und Ideen des Behaviorismus? Wie konnte der Behaviorismus als Verhaltenstheorie des Menschen empirisch belegt werden? Welche Kritikpunkte lassen sich feststellen?

Die vorangegangenen Leitfragen sollen Anhand einer der wichtigsten Verhaltenstheorien, von John B. Watsons Grundannahmen und seinem wohl bekanntesten Experiment “The Little Albert”, in der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit, näher betrachtet werden.

Um diese Thematik genauer in den Blick zu nehmen, werde ich zunächst einige Eckdaten zum Leben des Behavioristen Watson erörtern und diese in den Zusammenhang mit seiner späteren Arbeit bringen.

Im Zweiten und umfangreichsten Teil meiner Arbeit werde ich das Laborexperiment von Watson, das „Little-Albert Experiment”, als Beispiel der empirischen Anwendung, untersuchen. Welchen Einfluss letztendlich die Theorie Watsons auf die Psychologie hatte und welche, auch kritischen, Auswirkungen die Untersuchungen mithilfe des Reiz- Reaktions- Modell auf die Entwicklung des kleinen Albert hatten, wird im dritten Abschnitt dargelegt.

2 John Broadus Watson

Der berühmte amerikanische Psychologe John B. Watson wurde am 09.01.1887 in Greenville, South Carolina, geboren. Als Jugendlicher studierte er an der Furman University Greenville sowie an der University of Chicago. In den folgenden Jahren unterrichte er als Professor für Psychologie und Direktor des psychologischen Laboratoriums an der John Hopkins University in Baltimore. Nach seinem Examen wurde er dort anerkannter Dozent (vgl. Lefrancois, 1994, S.20).

Abbildung 1 wurde von der Redaktion aus urheberrechtlichen Gründen entfernt

Abbildung 1: John Watson (Quelle: Universität Würzburg, 2018)

Schon früh kam Watson mit dem Gesetz in Berührung. Er stieß oft auf Konflikte mit den Behörden (vgl. Bodenmann et al., 2004, S.46f.).

Watsons wissenschaftliche Theorien beruhen zum großen Teil auf früheren Arbeiten von Iwan Pawlow, dessen Schriften und Beobachtungen er aufgriff.

Watson behauptet: “menschliches Verhalten sei einzig und allein auf eine Reihe von Konditionierungen zurückzuführen.” (Bodenmann et al., 2004, S.46f.) Für ihn stellten die Berührung der Reize sowie der Erwerb des Signalcharakters das relevante Erklärungsprinzip für die von außen beobachtbarer gelernter Reaktion dar.

Watsons Lernmodell befasst sich daher vor allem mit den vorhergehenden Bedingungen des Verhaltens und weniger mit seinen Konsequenzen.

Über seine genannte These hinweg, definierte Watson seine Grundannahmen wie folgt:

Erstens: Menschen sowohl als auch Tiere (Organismen) passen sich durch vererbte und erworbene Mechanismen an ihre Umwelt an.

Zweitens: Diese Anpassung ist entweder adäquat oder so unangemessen, dass der Organismus gerade noch überleben kann.

Drittens: Ein bestimmter Reiz führt zu einer Reaktion des Organismus.

Zudem: In einer voll entwickelten Psychologie ist es möglich bei gegebener Reaktion den Reiz und bei gegebenem Reiz, die Reaktion vorherzusehen (vgl. Watson, 1913, S. 167).

Watson suchte nach Möglichkeiten das menschliche Verhalten objektiv zu studieren.

In einer gemeinsamen Arbeit mit einem Schüler Freuds, entstand so das klassische Experiment über die Entstehung von Ängsten bei Kleinkindern.

Eine gemeinsame Erkenntnis der beiden bezieht sich auf das Vernachlässigen der Bewusstseinsprozess, die aus ihrer Sicht für die klassische Konditionierung uninteressant sind (vgl. Edelmann, 2000, S.32).

Außerdem spielen Laborexperimente eine entscheidende Rolle bei Watson. Denn um an Wissen zu gelangen, ist es unvermeidlich, dass Laborexperimente an Menschen sowie an Tieren durchgeführt werden. Menschliches Verhalten unterscheidet sich, nach Watson, nur in dem Grad der Komplexität von den Tieren. Der damit verbundene finale Grund seiner Untersuchungen, „is to learn general and particular methods by which I may control behavior.“ (Watson, 1913, S.168)

Da er nur geringe Anerkennung von seiner Frau und der Universität, an der er tätig war bekam, wandte sich Watson einem neuen Arbeitsgebiet zu. Er verdiente Geld mit Verkauf von Kaffee und Gummistiefeln und war außerdem als Handelsvertreter sowie Werbepsychologe tätig (vgl. Bodenmann et al., 2004, S.46f.).

Später arbeitete er für die J.-Walter-Thompson-Company in New York, da er seine Anstellung an der John-Hopkins-Universität aufgrund eines Scheidungsskandals verlor.

Er verstarb am 25.9.1958 in New York (vgl. Lefrancois, 1994, S.20).

Aufgrund seiner zahlreichen Theorien und seiner die Arbeit um den Behaviorismus gilt er nicht nur als dessen Begründer und Beeinflusser seiner Zeit, sondern ist genau wegen seiner Behauptungen und Experimente bis heute in Erinnerung geblieben.

3 Die Emotionstheorie des klassischen Behaviorismus

Die Emotionstheorie des klassischen Behaviorismus ist das zugrundeliegende Modell, auf das Watson seine Experimente zur Konditionierung von Emotionen stützt. Vorweg steht eine kurze Auseinandersetzung mit dem Begriff der Emotionstheorie und eine kleine Einführung in den Behaviorismus.

„Eine Emotion ist ein erbliches Reaktionsmuster, das tiefgreifende Veränderungen des körperlichen Mechanismus als Ganzem beinhaltet […]. Mit Reaktionsmuster meinen wir, dass die einzelnen Details der Reaktion immer dann mit einiger Konstanz, mit einiger Regelmäßigkeit und in ungefähr derselben Abfolge auftreten, wenn der auslösende Reiz dargeboten wird." (Watson, 1913, S. 165)

Watson ging davon aus, dass die Vielzahl der menschlichen Emotionsreaktionen über Konditionierung aus den drei angeborenen Emotionsmustern Furcht, Liebe und Wut entstanden sind. Das bedeutet, dass unter dem Einfluss von Umgebungsfaktoren konditionierte emotionale Reaktionen entstehen.

Mit dieser Theorie wäre erklärbar, dass wahrscheinlich das gesamte Repertoire, einschließlich das Entstehen von Angst und Furcht, an menschlichen Emotionsmustern erlernt ist, über Konditionierung auf die drei angeborenen Emotionsmuster zurückzuführen sind.

Zu Lebzeiten von Watson wurde Angst als klassisch konditioniert betrachtet. Wenn ein ehemals neutraler Reiz, durch zeitlich und räumliche Kopplung mit einem Schreckreiz dargeboten wird, folgt eine Reaktion, die zu einem Angstauslöser wird.

Denn entgegen der ,,Bewusstseins Psychologie", die sich als Wissenschaft von Erlebens- oder Bewusstseinszuständen darauf beschränkte, die subjektiven Erlebensdaten einer Person zu analysieren, versuchten die Behavioristen sich in ihren Erkenntnisprozessen auf die von außen beobachtbaren, also intersubjektiv messbaren Daten zu beschränken. Bildlich stellte sich dies in dem bekannten ,,Black -Box- Modell" dar, in dem die Vorgänge innerhalb des Menschen, für den Beobachtbar als nicht erfassbar gelten und sich jegliche Erkenntnisse aus dem messbaren ,,Input" und ,,Output" herleiten. Der Behaviorismus stellte als Reaktion auf die ,,Introspektionspsychologie" vor 1920 einen völlig neuen erkenntnistheoretischen Ansatz in der Psychologie dar (vgl. Meyer, 1993, S. 44f.).

Watson Experiment ist Grundlage für Hinweise auf Verständnis der Entstehungsmechanismen von Angst und hatte beträchtlichen Einfluss auf frühe Theoriebildung. Die Konditionierung gilt bis heute als Grundverständnis für therapeutisches Handeln (vgl. Spada, 2006, S.351f.).

4 Das Lernen von Angst – der kleine Albert

4.1 Vorgeschichte und Ziel

1909 veröffentlichte Siegmund Freud seine Analyse zur Phobie eines fünfjährigen Jungen, in der er die plötzlich auftretende Angst des Jungen vor Pferden beschreibt. Über viele Jahre bekam der die Entwicklung des Kindes schriftlich vom Vater des Jungen mitgeteilt.

Freud hatte psychodynamische Erklärung über mögliche Ursachen, welche sehr fragwürdig waren. Er ging davon aus, dass der Junge Zeuge eines Unfalls war, bei dem ein Pferdewagen auf der Straße entgleitet war und das Tier zu Boden riss. Weiterführende Informationen ließ Freud außer Acht.

Für Watson gingen Freuds Interpretationen zu weit. Er assoziierte den Unfall (UCS) mit dem Pferd (NS) was bei Hans eine Angstreaktion (CS) auslöste. Um die Freud’schen Spekulationen zu wiederlegen führt Watson mit Rayner die Erzeugung einer Angst am Menschen durch.

Er wollte beweisen, dass jedes menschliche Verhalten auf Zeit – Reaktion – Mechanismen beruht und Ängste somit konditionierbar sind (vgl. Bodenmann et al., 2004, S.80f).

Das Ziel der Untersuchungen, war die Erlernbarkeit und Generalisierbarkeit von Angstreaktionen. Watsons Hauptexperiment sollte vier Fragen beantworten:

1. Kann dieser so hervorgerufene Furchtzustand auf ein Objekt, das erkennbar keine besondere Reaktion hervorruft übertragen werden, wenn dieser zusammen mit dem schmerzhaft lauten Lärm geboten wird?
2. Kann dieser Furchtzustand danach auch bei anderen, mehr oder weniger ähnlichen Objekten in irgendwie beobachtbarer Weise auftreten?
3. Wie lange halten solche Effekte an?
4. Wie kann man diese wieder abschwächen? (vgl. Angermeier et al., 1991, S.209f.)

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
"The Little Albert Experiment". Eine Alternative zur Psychoanalyse?
Hochschule
Hochschule Merseburg
Veranstaltung
wissenschaftliches Arbeiten
Note
1,7
Autor
Jahr
2018
Seiten
18
Katalognummer
V516730
ISBN (eBook)
9783346114976
ISBN (Buch)
9783346114983
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hausarbeit, The Little Albert, Psychologie, John Watson
Arbeit zitieren
Vanessa Rösch (Autor:in), 2018, "The Little Albert Experiment". Eine Alternative zur Psychoanalyse?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/516730

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