Feminismus in Walt Disneys "Frozen"

Filmmusik und ihre Vermittlung


Hausarbeit (Hauptseminar), 2017

10 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Definitionen der Gattung Musical-Film und Feminismus

3. Argumente für einen feministischen Film

4. Argumente gegen einen feministischen Film

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einführung

Der US-amerikanische Animationsfilm „Frozen“ (deutscher Titel: „Die Eiskönigin - völlig unverfroren“) wurde im November 2013 von Walt Disney Pictures veröffentlicht. Die Geschichte, von Hans Christian Andersens Märchen „Die Schneekönigin“ inspiriert, spielt im Königreich Arendelle.1 Königin Elsa hat unabsichtlich mit ihren magischen Kräften das ganze Land eingefroren und flüchtet in den eigenen Eispalast. Ihre Schwester Anna sucht sie und möchte sie überreden das Eis zu tauen. „Frozen“ gewann zwei Oscars für den besten Animationsfilm und den besten Filmsong. Kurz nach seinem Erscheinen wurde er von vielen als feministisch, revolutionär und subversiv betitelt.2 Der Film löste im Internet viele Debatten über die Darstellung von Weiblichkeit und deren Idealbilder aus.3 Deshalb wird „Frozen“ unter dem Aspekt des Feminismus näher beleuchtet. Es werden Argumente für und gegen „Frozen“ als feministischen Film aufgezeigt. Anschließend wird im Fazit Stellung bezogen.

2. Definitionen der Gattung Musical-Film und Feminismus

„Frozen“ fällt, laut Traubner et al., unter die Gattung Musical-Film, die er vom Film-Musical abgrenzt.

„[Film musical is a] film that ineludes musical numbers (songs, ensembles, dances) that are usually integrated [...] in the plot. [...] [F]ull-length animated films made from the 1940s onwards by Walt Disney, though cast in the same format as the film musical, are not usually referred to as such.“4

Ein Musical-Film kann jeder Film sein, der Lieder oder Musical­Nummern enthält.5

Feminismus wird in dieser Arbeit wie folgt definiert: „The belief and aim that women should have the same rights and opportunities as men; the struggle to achieve this aim.”6

3. Argumente für einen feministischen Film

Es gibt mehrere Argumente, die für „Frozen“ als feministischen Film sprechen. Zunächst wird auf Anna, anschließend auf Elsa, eingegangen, die beide ein feministisches Frauenbild verkörpern. Prinzessin Anna dient im Film „Frozen“ durchaus der Verkörperung des Feminismus, da sie in erster Linie Fähigkeiten besitzt, die typischerweise eher Männern zugeschrieben werden. Sie hat ein klares Ziel vor Augen: Elsa zu finden und den Zauber rückgängig zu machen. Dafür handelt sie rational und pragmatisch. Beispielsweise kauft sie Ausrüstung und Karotten, die sie gegen die Reise zum Nordberg bei Kristoff eintauscht.7 Als sie diese Forderung stellt, wird ihr Bild einer jungen und selbstbewussten Frau von einem untersichtigen Kamerawinkel sowie marschähnlicher Musik verstärkt. Sie selbst tritt als Heldin auf, wenn sie Kristoff vor den Wölfen beschützt und sich für Elsa am Ende des Films opfert.8 Das entspricht dem oben genannten Streben nach Gleichberechtigung und widerspricht dem Bild eines männlichen Helden in Disney-Filmen.9 Elsa verkörpert den Feminismus auf eine andere Art und Weise. Sie selbst emanzipiert sich. Dies wird durch mehrere Dinge, vor allem aber durch den Song „Let it go“ verkörpert. An diesem Wendepunkt im Film gibt sie das Unterdrücken ihrer Magie auf und macht sich frei. Die gleichmäßige Achtelbewegung in der linken Hand am Klavier betont, ebenso wie der Einsatz von Bläsern in strahlendem Dur, Elsas Entschlossenheit. Dorian Lynskey beschreibt den Song im Guardian:

,,a bravura piece of storytelling: the nervous minor chords of the first verse, jumping to an emphatic major key with the line,Well now they know!‘; the frantic, pulse-quickening syncopation of the bridge; the explosive leap of the chorus [...]; and the final imperious shrug of ,The cold never bothered me anyway.'“10

Des Weiteren findet auch eine sexuelle Emanzipation Elsas statt, da sich ihr Äußeres während der Zeilen „Let it go! And I‘ll rise like the break of dawn“ verändert.11 Sie verwandelt sich in eine Erwachsene, die ihre eigenen Wünsche und Ziele nun kennt und sich ihrer Stärke bewusst ist. Das spiegelt sich in ihrer äußeren Verwandlung wieder.

Ferner sind in „Frozen“ beide Hauptcharaktere weiblichen Geschlechts. Elsa hat keine romantische Beziehung mit einer anderen Person, während Anna eine solche Beziehung mit einem Mann pflegt, der einen schlechten Charakter hat. Hier lässt sich ein absichtlicher Bruch mit der Tradition der dominanten Männerrollen erahnen. Dies zeigt sich bereits im offiziellen Trailer der Walt Disney Animation Studios, als bei der Frage, wer Elsa rettet, ein Bild von Anna neben dem Schriftzug „or no man?“ eingeblendet wird.12 Das wohl stärkste Argument ist das der wahren Liebe. Denn Anna entscheidet sich nicht für den Kuss mit Kristoff, den auch der Zuschauer erwartet, sondern für wahre Geschwisterliebe. Dieses Ereignis ist ungewohnt in Disney- Filmen und daher als feministisch anzusehen: Wahre Liebe zwischen Schwestern kann stärker sein als die romantische Liebesbeziehung zweier heterosexueller Personen.

[...]


1 Vgl. Wu, o.J., S. 1

2 Vgl. Colman, 2014

3 Vgl. Wu, o.J.; Colman, 2014

4 Traubner/Gayda/Snelson, o.J.

5 Vgl. Traubner/Gayda/Snelson, o.J.

6 Hornby, 2015, S. 570

7 Vgl. Frozen. Chris Buck, Jennifer Lee. US 2013. Min. 36:53-38:21

8 Vgl. Frozen. Chris Buck, Jennifer Lee. US 2013. Min 40:25-40:59; Min. 1:22:47-1:22:57

9 Vgl. Wu, o.J., S. 2

10 Lynskey, 2014

11 Vgl. Frozen. Chris Buck, Jennifer Lee. US 2013. Min. 32:47-33:16

12 Vgl. Walt Disney Animations Studios, 2013, Min. 01:03

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Feminismus in Walt Disneys "Frozen"
Untertitel
Filmmusik und ihre Vermittlung
Hochschule
Technische Universität Dortmund
Note
1,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
10
Katalognummer
V517331
ISBN (eBook)
9783346108449
Sprache
Deutsch
Schlagworte
feminismus, walt, disneys, frozen, filmmusik, vermittlung
Arbeit zitieren
Sophie Emilie Beha (Autor), 2017, Feminismus in Walt Disneys "Frozen", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/517331

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