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Der Einfluss von Sprachwandel auf den deutschen Konjunktiv

Titre: Der Einfluss von Sprachwandel auf den deutschen Konjunktiv

Dossier / Travail de Séminaire , 2004 , 65 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Carina Fueller (Auteur), Dorothea Brenner (Auteur)

Philologie Allemande - Linguistique
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Résumé Extrait Résumé des informations

Sprachwandel ist ein ganz besonderes Phänomen. Jede Sprache verändert sich kontinuierlich, ohne dass diese Veränderungen den jeweiligen Sprechern wirklich bewusst sind. Trotzdem trägt jeder Sprecher eigens zum Wandel einer Sprache bei. Verschiedene Varianten linguistischer Einheiten werden von einzelnen Sprechern verwendet und von anderen wiederum aufgegriffen. Sprachwandel ist ein also ein interaktiver Prozess der sich in allen Bereichen einer Sprache vollzieht, in der Phonologie, der Morphologie und der Syntax, sowie auch in der Semantik, wobei Veränderungen in einem Bereich Auswirkungen auf andere haben kann. Sprachwandeln hängt also sehr eng mit Sprachvariation des Sprachsystems und dessen Sprechergemeinschaft zusammen.
Das Phänomen des Sprachwandels ist seit etwa 150 Jahren Kerngegenstand der Historischen Linguistik mit ihren wichtigsten Vertretern H. Bopp und J. Grimm. Da dieser Bereich der Linguistik zur gleichen Zeit wie auch die Evolutionstheorie Charles Darwins entstand, ist es kaum verwunderlich, dass sich die Historische Linguistik die Erkenntnisse der Evolutionsbiologie zu Nutze machte. Sprachen wurden als eigenständige Organismen mit eigener Entwicklungsgeschichte angesehen, die es zu erforschen und zu rekonstruieren galt. Dazu entstanden seitdem zahlreiche Theorien, die z.T. sogar miteinander konkurrieren, so zum Beispiel die Natürlichkeitstheorie, die Markiertheitstheorie und soziolinguistische Ansätze. Diese Theorien finden auch im Deutschen ihre Anwendung, um Erklärungsansätze für Sprachwandelprozesse anzubieten, da sich wie in allen Sprachen auch im Deutschen stetige Veränderungen im Sprachgebrauch abzeichnen. Eine aktuelle Entwicklungstendenz ist unter anderem der Wandel vom synthetischen hin zum analytischen Sprachbau. Gerade im Bereich von Kasus, Tempus und Modus werden immer häufiger periphrastische Konstruktionen anstelle der komplexen Flexionssysteme bevorzugt. Im Kasussystem ersetzt der Dativ in Verbindung mit der Präposition „von“ immer häufiger den Genitiv. Das periphrastische Perfekt verdrängt langsam das Präteritum in seiner Funktion als Erzähltempus. Im modalen Bereich wird der im Deutschen besonders auffällige Formenreichtum des Konjunktivs heute zunehmend auf die periphrastische „würde“-Konstruktion reduziert, was die Frage nach der Präsenz der synthetischen Formen im Lexikon aufwirft.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wie entsteht Sprachwandel?

2.1 Variation

2.2 Theorien zum Sprachwandel

2.2.1 Markiertheit

2.2.2 Natürlichkeit

2.2.3 Soziolinguistische Ansätze

2.3 Sprachwandel des Deutschen

3. Der Konjunktiv im Deutschen

3.1 Die Entwicklung des Konjunktivs im Deutschen

3.1.1 Althochdeutsch

3.1.2 Mittelhochdeutsch

3.1.3 Frühneuhochdeutsch

3.1.4 Neuhochdeutsch

3.2 Die Formen des Konjunktivs

3.2.1 Der synthetische Konjunktiv

3.2.2 Die würde-Konstruktion

3.3 Funktionsbereiche des Konjunktivs

3.3.1 Aufforderung und Wunsch

3.3.2 Irrealität und Potenzialität

3.3.3 Indirekte Rede

3.4 Geschriebene vs. gesprochene Sprache

3.4.1 Der Konjunktiv Präsens

3.4.2 Der Konjunktiv Präteritum

3.4.3 Verteilung der Konjunktivformen in geschriebener vs. gesprochener Sprache

3.4.4 Die „würde“-Konstruktion

3.5 Tendenzen

4. Empirische Untersuchung zum Konjunktiv

4.1 Ziel und Methode

4.2 Auswertung und Ergebnisse

Items

Gesamt

Verbtyp

Fehler

Regulär

4.3 Interpretation

5. Zusammenfassung und Diskussion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des Sprachwandels auf das deutsche Modussystem, mit besonderem Fokus auf den Rückgang synthetischer Konjunktivformen zugunsten der analytischen „würde“-Konstruktion. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit das Wissen über die Bildung dieser synthetischen Formen im Lexikon der Sprecher noch präsent ist und welche Faktoren, wie Frequenz und Regularität, diesen Prozess beeinflussen.

  • Historische Entwicklung des deutschen Konjunktivs vom Althochdeutschen bis heute
  • Morphologische Analyse von Konjunktiv-Paradigmata und Synkretismen
  • Gegenüberstellung von schriftsprachlichen Anforderungen und gesprochener Umgangssprache
  • Empirische Untersuchung zur Kompetenz der Konjunktiv-Bildung bei Muttersprachlern
  • Diskussion über die Tendenz hin zu einem „Einheitskonjunktiv“

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Sprachwandel ist ein ganz besonderes Phänomen. Jede Sprache verändert sich kontinuierlich, ohne dass diese Veränderungen den jeweiligen Sprechern wirklich bewusst sind. Trotzdem trägt jeder Sprecher eigens zum Wandel einer Sprache bei. Verschiedene Varianten linguistischer Einheiten werden von einzelnen Sprechern verwendet und von anderen wiederum aufgegriffen. Sprachwandel ist ein also ein interaktiver Prozess der sich in allen Bereichen einer Sprache vollzieht, in der Phonologie, der Morphologie und der Syntax, sowie auch in der Semantik, wobei Veränderungen in einem Bereich Auswirkungen auf andere haben kann. Sprachwandeln hängt also sehr eng mit Sprachvariation des Sprachsystems und dessen Sprechergemeinschaft zusammen.

Das Phänomen des Sprachwandels ist seit etwa 150 Jahren Kerngegenstand der Historischen Linguistik mit ihren wichtigsten Vertretern H. Bopp und J. Grimm. Da dieser Bereich der Linguistik zur gleichen Zeit wie auch die Evolutionstheorie Charles Darwins entstand, ist es kaum verwunderlich, dass sich die Historische Linguistik die Erkenntnisse der Evolutionsbiologie zu Nutze machte. Sprachen wurden als eigenständige Organismen mit eigener Entwicklungsgeschichte angesehen, die es zu erforschen und zu rekonstruieren galt. Dazu entstanden seitdem zahlreiche Theorien, die z.T. sogar miteinander konkurrieren, so zum Beispiel die Natürlichkeitstheorie, die Markiertheitstheorie und soziolinguistische Ansätze. Diese Theorien finden auch im Deutschen ihre Anwendung, um Erklärungsansätze für Sprachwandelprozesse anzubieten, da sich wie in allen Sprachen auch im Deutschen stetige Veränderungen im Sprachgebrauch abzeichnen. Eine aktuelle Entwicklungstendenz ist unter anderem der Wandel vom synthetischen hin zum analytischen Sprachbau.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Phänomen des Sprachwandels ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit sowie den Aufbau der Untersuchung.

2. Wie entsteht Sprachwandel?: Das Kapitel erörtert Ursachen für Sprachwandel, wie Variation und Sprachkontakt, und stellt zentrale Theorien wie Markiertheit, Natürlichkeit und soziolinguistische Ansätze vor.

3. Der Konjunktiv im Deutschen: Hier wird die historische Entwicklung des Konjunktivs von den Anfängen bis zur Gegenwart detailliert beschrieben sowie Formen, Funktionen und Gebrauchstendenzen analysiert.

4. Empirische Untersuchung zum Konjunktiv: Dieses Kapitel präsentiert die Methodik und Ergebnisse einer empirischen Studie zur Bildungsfähigkeit synthetischer Konjunktivformen bei Muttersprachlern.

5. Zusammenfassung und Diskussion: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die zunehmende Dominanz der „würde“-Konstruktion und den schwindenden Gebrauch synthetischer Formen.

Schlüsselwörter

Sprachwandel, Konjunktiv, Morphologie, Syntax, würde-Konstruktion, Markiertheit, Natürlichkeit, Sprachvariation, historischer Sprachwandel, Verbalsystem, synthetischer Sprachbau, analytischer Sprachbau, empirische Linguistik, Modus, Synkretismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung des deutschen Konjunktivs unter dem Einfluss sprachwandelbedingter Prozesse und der Frage, warum synthetische Formen zunehmend durch analytische ersetzt werden.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung der Modusformen, die morphologische Beschreibung des Konjunktivs im Zeitverlauf sowie der Vergleich zwischen schriftsprachlichen Normen und tatsächlichem Sprachgebrauch.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die primäre Frage ist, inwieweit der Abbau synthetischer Sprachstrukturen Auswirkungen auf die Präsenz dieser Formen im mentalen Lexikon der Sprecher hat und welche Faktoren (Frequenz, Regularität) dabei eine Rolle spielen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Neben einer theoretischen Aufarbeitung und literaturwissenschaftlichen Fundierung wird eine empirische Untersuchung an 25 Versuchspersonen durchgeführt, bei der Test-Items (Verben) in einen anderen Konjunktiv-Modus transformiert werden mussten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in den Sprachwandel, einen ausführlichen diachronen Überblick über die Konjunktivformen und eine detaillierte Analyse der empirischen Untersuchungsergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Typische Schlüsselbegriffe sind Konjunktiv, Sprachwandel, würde-Konstruktion, morphologische Variation, Lemma-Frequenz und Regularität.

Warum wird die „würde“-Konstruktion heute so häufig verwendet?

Die „würde“-Konstruktion bietet kognitive Vorteile, da sie ein einfacheres Regelsystem ermöglicht und bei hoher Transparenz eindeutig als Konjunktiv erkennbar ist, was sie zu einer bevorzugten „Hauptvariante“ macht.

Was ist das zentrale Ergebnis der empirischen Untersuchung?

Die Untersuchung zeigt, dass die Mehrheit der Probanden Schwierigkeiten bei der korrekten Bildung synthetischer Konjunktiv-Präteritum-Formen hat und häufig auf den Konjunktiv Präsens ausweicht, was die abnehmende Präsenz synthetischer Formen im Lexikon bestätigt.

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Résumé des informations

Titre
Der Einfluss von Sprachwandel auf den deutschen Konjunktiv
Université
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Sprache und Information, Abt. Allgemeine Sprachwissenschaft)
Cours
Hauptseminar Morphologischer Wandel
Note
1,0
Auteurs
Carina Fueller (Auteur), Dorothea Brenner (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
65
N° de catalogue
V51836
ISBN (ebook)
9783638477000
ISBN (Livre)
9783656779933
Langue
allemand
mots-clé
Einfluss Sprachwandel Konjunktiv Hauptseminar Morphologischer Wandel
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Carina Fueller (Auteur), Dorothea Brenner (Auteur), 2004, Der Einfluss von Sprachwandel auf den deutschen Konjunktiv, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51836
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Extrait de  65  pages
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