Diese Arbeit widmet sich dem geheimnisvollen Hauptwerk, dem "Letzten Abendmahl", des Renaissance-Malers Leonardo Da Vinci. Sein Wandgemälde soll stilistisch und ikonographisch analysiert und dessen Einzigartigkeit anhand von Vergleichsdarstellungen aufgezeigt werden.
Zu Beginn soll ein kurzer Abriss zur Person des Malers stehen, ebenso in Hinblick auf den Begriff des Universalgenies, um einen Überblick über die wichtigsten Schritte in dessen Leben zu erhalten. Nachfolgend ist es unerlässlich, den Standort des Freskos abzuklären und einen genaueren Blick auf das Refektorium in Santa Maria delle Grazie in Mailand zu werfen. Hierbei werden generelle Informationen genannt und auch Bezug zu den Auftraggebern genommen. Des Weiteren soll die Maltechnik, die Da Vinci im "Letzten Abendmahl" angewendet hat, kurz erläutert werden und im Zusammenhang damit der Erhaltungszustand geklärt werden.
Anschließend erfolgt der tiefere Einstieg in das Werk mit einer Bildbeschreibung, um die stilistischen Merkmale wie z. B. den Bildaufbau, die Zentralperspektive und den Goldenen Schnitt analysieren zu können. Um die Unterschiede zu anderen Abendmahlsdarstellungen zu verstehen, muss auch auf die ikonographischen Merkmale eingegangen und ein Blick auf die verwendeten Quellen Leonardo Da Vincis geworfen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Universalgenie Leonardo Da Vinci
3. Leonardo Da Vincis „Letztes Abendmahl“ in Santa Maria delle Grazie, Mailand
3.1. Standort und Auftraggeber
3.2. Daten und Fakten
3.3. Maltechnik und Erhaltungszustand
4. Bildbeschreibung
5. Stilistische Merkmale
6. Ikonographische Deutung
6.1. Quellen
6.2. Abweichungen von der Bildtradition
6.3. Die Vier Temperamentenlehre des Hippokrates
7. Andere Abendmahlsdarstellungen
7.1. Giotto di Bondones „Das Letzte Abendmahl“
7.2. Domenico Ghirlandaios „Abendmahl“
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert Leonardo da Vincis Wandgemälde „Das Letzte Abendmahl“ stilistisch sowie ikonographisch, um dessen künstlerische Einzigartigkeit und die revolutionäre Fortschrittlichkeit im Vergleich zu zeitgenössischen und früheren Werken herauszuarbeiten.
- Biographische Einordnung Leonardo da Vincis als Universalgenie
- Detaillierte formale und perspektivische Bildanalyse
- Ikonographische Deutung der Apostelfiguren und des Verratsmotivs
- Vergleichende Untersuchung der Temperamentenlehre nach Hippokrates im Werk
- Kontrastierung mit Werken von Giotto di Bondone und Domenico Ghirlandaio
Auszug aus dem Buch
3.3. Maltechnik und Erhaltungszustand
Bereits die vielzähligen Skizzen und Vorstudien zum „Letzten Abendmahl“ belegen die akribische Arbeit, die Leonardo schon jahrelang bevor das eigentliche Hauptwerk begonnen wurde investierte. Der Novellist Matteo Bandello beschrieb damals die Tätigkeiten des Künstlers als er am „Letzten Abendmahl“ arbeitete wie folgt:
„‘ […] Manchmal blieb er vom Morgengrauen bis zum Sonnenuntergang, ohne jemals den Pinsel wegzulegen. Er vergaß zu essen und zu trinken […]. Zu anderen Zeiten rührte er den Pinsel drei oder vier Tage nicht an […]. Ich sah ihn auch […] auf das Gerüst steigen […] ein oder zwei Striche zu machen und dann wieder wegzugehen‘ “ 11 (Nicholl, S. 373).
Dies veranschaulicht die typische Arbeitsweise des Künstlers. Des Weiteren versuchte er anhand des „Letzten Abendmahls" eine neue Technik zu erproben, in dem er Tempera mit Ölfarben mischte, um ein frühzeitiges Trocknen der Farben zu verhindern und einen größeren Glanz der Farben zu erzielen. Allerdings sollte dieses Experiment schon zu seinen Lebzeiten misslingen, sodass die Farbe bereits wieder abzublättern begann und seither sein Werk unter vielen Schichten von Restaurierungen verborgen bleibt. Als Folge dessen, kam es über die Jahrhunderte zu einer Charakterverfremdung des Bildes.12 Nur wenige Jahrzehnte nach Fertigstellung wurde von Zeitzeugen berichtet, dass durch die Feuchtigkeit in der Mauer die Malerei immer mehr zu schwinden drohte. Auch das italienische Universalgenie Giorgio Vasari äußerte sich 1566 über das Werk Leonardos und bezeichnete es als „condotto“13.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Arbeit widmet sich der stilistischen und ikonographischen Analyse des „Letzten Abendmahls“ von Leonardo da Vinci unter Einbeziehung von Vergleichswerken.
2. Das Universalgenie Leonardo Da Vinci: Ein biographischer Abriss beleuchtet die Vielseitigkeit Leonardos und seine berufliche Ausgangslage vor dem Auftrag des Abendmahls.
3. Leonardo Da Vincis „Letztes Abendmahl“ in Santa Maria delle Grazie, Mailand: Dieses Kapitel erörtert Standort, Auftraggeber, die verwendete Maltechnik und den problematischen Erhaltungszustand des Freskos.
4. Bildbeschreibung: Es erfolgt eine detaillierte Erläuterung der dargestellten Personenkonstellation, des Raumes und der biblischen Thematik.
5. Stilistische Merkmale: Der Fokus liegt auf der Anwendung der Zentralperspektive, der Geometrie und des Goldenen Schnitts zur Erzeugung von Tiefe und Bedeutung.
6. Ikonographische Deutung: Hier werden die Quellen der Apostelzuordnung, Abweichungen zur Bildtradition und die Anwendung der Temperamentenlehre nach Hippokrates untersucht.
7. Andere Abendmahlsdarstellungen: Ein Vergleich mit den Werken von Giotto und Ghirlandaio verdeutlicht die kompositorischen Unterschiede und die Innovation Leonardos.
8. Fazit: Die Arbeit resümiert die einzigartige Verschmelzung von Kunst und Wissenschaft in Leonardos Werk und betont seinen bleibenden Status als mysteriöses Meisterwerk.
Schlüsselwörter
Leonardo da Vinci, Letztes Abendmahl, Ikonographie, Renaissance, Zentralperspektive, Goldener Schnitt, Hippokrates, Temperamentenlehre, Fresko, Kunstgeschichte, Apostel, Mailand, Santa Maria delle Grazie, Bildwissenschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert Leonardo da Vincis berühmtes Wandgemälde „Das Letzte Abendmahl“ unter Berücksichtigung von dessen künstlerischer Ausführung, der wissenschaftlich-geometrischen Konstruktion und seiner ikonographischen Bedeutung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Bildkomposition, die Anwendung der Zentralperspektive, die wissenschaftliche Herangehensweise des Künstlers sowie die Deutung der psychologischen Charaktere der Jünger anhand historischer Lehren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Einzigartigkeit des Werks durch den Vergleich mit anderen Abendmahlsdarstellungen der Zeit hervorzuheben und zu zeigen, wie Leonardo Kunst und Wissenschaft vereinte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin kombiniert eine detaillierte Bildbeschreibung mit einer historisch-kontextuellen Analyse sowie einem kunsthistorischen Vergleichsverfahren zu ausgewählten Vorbildern.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Entstehungsgeschichte, der mathematischen Bildkonstruktion, der physiognomischen Deutung nach der Temperamentenlehre und den Vergleich mit Giotto sowie Ghirlandaio.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Leonardo da Vinci, Ikonographie, Zentralperspektive, Temperamentenlehre, Kunstgeschichte und die Analyse der Bildtradition.
Warum ist das "Letzte Abendmahl" heute so schwer zu betrachten?
Aufgrund von Leonardos Experimenten mit einer Tempera-Öl-Mischung begann das Bild bereits zu seinen Lebzeiten zu zerfallen, was über Jahrhunderte hinweg zu zahlreichen Restaurierungen und einer erheblichen Veränderung des Originalzustands führte.
Welche Rolle spielt die Temperamentenlehre des Hippokrates im Bild?
Leonardo nutzt diese Lehre, um die Jünger in verschiedene Gruppen mit spezifischen Emotionen und Gestiken einzuteilen, wodurch jeder Apostel einen individuellen, charaktertypischen Seelenzustand erhält.
Warum wird Jesus oft als "goldene Mitte" bezeichnet?
Jesus fungiert im Bild als ausgleichendes Element zwischen Aktivität und Passivität; durch seine Position und Handhaltung bildet er den kompositorischen und inhaltlichen Ankerpunkt des Werkes.
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- Juliane Breit (Author), 2018, Leonardo da Vincis "Letztes Abendmahl". Stilistische Merkmale und ikonographische Deutung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/518375