Adam Olearius und seine Rolle als Kartograph im 17. Jahrhundert

Darstellung anhand einer Quellenkritik der Persienkarte in der von Olearius verfassten Beschreibung der Gesandtschaft nach Moskau und Isfahan


Hausarbeit, 2020

26 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichtlicher Hintergrund
2.1 Adam Olearius
2.2 Verlauf und Hintergrund der Reise

3. Überblick über die Reisebeschreibung
3.1 Aufteilung
3.2 Karten
3.3 Europäische Rezeption

4. Quellenkritik der Persienkarte
4.1 Äußere Beschreibung
4.2 Die Kartuschen
4.3 Die Darstellung des Kaspischen Meeres
4.4 Die Quellen
4.5 Die Rolle des Autors
4.6 Die Druckerei
4.7 Die Lesergeschichte
4.8 Europäische Rezeption

5. Fazit

Quellen- und Literaturverzeichnis

Thema:

„Adam Olearius und seine Rolle als Kartograf im 17. Jahrhundert. Darstellung anhand einer Quellenkritik der Persienkarte in der von Olearius verfassten Beschreibung der Gesandtschaft nach Moskau und Isfahan.“

1. Einleitung

In den letzten zehn Jahren bin ich immer wieder mit Adam Olearius in Berührung gekommen, beginnend mit der Landesgartenschau 2010, die dem großen Sohn der Stadt Aschersleben gewidmet war. Adam Olearius ist nicht nur ein Reisender und Naturforscher des siebzehnten Jahrhunderts, sondern auch als Herausgeber, Historiker, Poet, Architekt, Mathematiker, Astronom unermüdlich tätig gewesen. Seine „Vermehrte Beschreibung der Muscowitischen und Persianischen Reise“ gilt bis heute als erste wissenschaftliche Reisebeschreibung, eine Einschätzung, die auf die kritische Arbeitsweise Olearius´ zurückgeführt wird. Beim Lesen der Reisebeschreibung fällt immer wieder auf, wie sehr Olearius im eurozentrischen traditionellen Weltbild zuhause ist, andererseits aber immer wieder das Hergebrachte mit wissenschaftlichen Methoden hinterfragt – und im Zweifel bereit ist zu korrigieren.

Zunächst erfolgen einige biografische Angaben und kurze Erläuterungen zu den Beweggründen Herzog Friedrichs III. sowie zur politischen und kulturellen Situation Persiens. Vor allem letztere werden aufgenommen, um den Hintergrund zu beleuchten, vor dem die Gesandtschaft nach Persien reiste.

Anhand der Persienkarte lassen sich besonders gut der Geograf Adam Olearius und seine wissenschaftliche Arbeitsweise herausstellen, vor allem weil er in dieser Karte mit einer jahrhundertealten Tradition bricht und das Kaspische Meer und damit die nördliche Grenze Persiens erstmals annähernd korrekt darstellt. Es soll näher auf die von Olearius verwendete Methode einer Quellenkritik eingegangen werden, auch dies etwas Neues in seiner Zeit. Danach wird die unterschiedliche Rezeption in der europäischen, vor allem niederländischen Kartenproduktion thematisiert, sowie die Frage beantwortet, ob sich der Reisebericht bei seinen Zeitgenossen tatsächlich so großer Beliebtheit erfreute, wie heute angenommen wird.

Was Olearius macht, ist nicht weniger als ein Paradigmenwechsel in der Darstellung der Welt, bei dem es darum ging, die Wahrheit höher zu bewerten als die Tradition. In den vergangenen Jahrhunderten waren die Karten der Region, zurückgehend auf Ptolemäus, hauptsächlich immer wieder kopiert worden.

Als Hauptquelle dient mir das Digitalisat der „Vermehrten Newen Reisebeschreibung“ von 1656 der Bayerischen Staatsbibliothek München sowie der 1971 erschienene Reprint, auf dessen Text ich immer wieder zurückgreife. Als begleitende Literatur hat sich als guter Überblick der großartige Tagungsband „Neugier als Methode“1 erwiesen, hier vor allem der Beitrag von Krieger. Für weitergehende Informationen findet sich sehr hilfreiches Material in den Texten von Brancaforte und Alai.

2. Geschichtlicher Hintergrund

2.1 Adam Olearius

Adam Olearius´ Geburt als Sohn des Schneiders Adam Oehlschlegel selbst ist nicht belegt, jedoch seine Taufe am 24.09.1599 in der Ascherslebener Stephanikirche. Sein Taufdatum lässt sich durch das Kirchenbuch belegen. Seine Kindheit verbringt er in ärmlichen Verhältnissen in Aschersleben. Dennoch hat Olearius das Glück, dass ihm die Familie den Schulbesuch ermöglicht. Im Jahr 1620 immatrikuliert er sich an der Universität Leipzig an der theologischen Fakultät und latinisiert seinen Namen in Olearius, was damals nicht unüblich war. Neben der Theologie studiert Olearius auch Philosophie, Mathematik und Naturwissenschaften. 1632 tritt er eine Assessorenstelle an der philosophischen Fakultät an, nachdem er kurzzeitig und mit wenig Begeisterung an der Leipziger Nikolaischule als Konrektor gelehrt hatte.

Im gleichen Jahr begegnet er in Leipzig dem jungen Dichter Paul Fleming. Olearius, der sich in den Leipziger Jahren selbst gern als Poet betätigt, findet in Fleming einen engen Freund, dem er sich tief verbunden fühlt und dessen begeisterter Förderer er nun wird. Als sich die Gelegenheit ergibt, sich gemeinsam mit seinem Freund Paul Fleming einer Gesandtschaft Herzog Friedrichs III. von Schleswig-Holstein-Gottorf nach Moskau und Persien anzuschließen, ergreift Olearius diese Gelegenheit. Zwei Gründe mögen dafür ausschlaggebend gewesen sein: Der Dreißigjährige Krieg erfasst zwischenzeitlich auch Leipzig, die Assessorenstelle erfüllt ihn nicht. In seinem Kopf erscheint das verlockende Bild eines fernen, exotischen Landes, und die Reise verspricht zudem abenteuerlich zu werden. Sein Forscherinteresse ist spätestens in dem Moment geweckt, als Herzog Friedrich III. ihn zum Secretarius der Reise ernennt und ihn darum bittet, anschließend Bericht zu erstatten.

Noch während der Rückreise nach Gottorf erhält Olearius das Angebot, als Geograf und Astronom am Zarenhof zu dienen, und die Moskauer Behörden legen ihm daraufhin das Bleiben in einem Schutzbrief nahe. Nach seiner Rückkehr 1639 nach Gottorf wird ihm auf Vermittlung Johann Adolf Kielmanns, eines Bekannten aus Leipziger Tagen und seit 1636 als Rat am Hofe des Herzogs Friedrich III. in Gottorf tätig, jedoch die Stellung des Hofmathematicus am Gottorfer Hof angeboten, die er annimmt. Die Sicherheit, im eigenen Land ein Auskommen zu haben, mag eine unsichere Zukunft in Moskau überwogen haben. Im Oktober 1640 heiratet Olearius in Reval (dem heutigen Tallin) die Kaufmannstochter Katharina Müller, aus der Ehe gehen vier Kinder hervor. Im gleichen Jahr muss Olearius jedoch auch den Tod seines engen Freundes Paul Fleming erleben, der mit erst 31 Jahren an Entkräftung starb, sowie die Hinrichtung Otto Brüggemanns am 05.05.1640.

Bereits in seiner Leipziger Zeit wird Olearius die sich immer stärker ausdifferenzierende Kartenproduktion Europas kennengelernt haben, ist Leipzig doch bereits damals ein bedeutender Messeplatz für Bücher und Karten. In Gottorf entfaltet Olearius nun ein umfassendes kartografisches Programm2: 1647 gibt er die erste Auflage3 der Persianischen Reisebeschreibung heraus, 1656 folgt die zweite erweiterte Auflage4, mit einem gegenüber der ersten Auflage deutlich erweiterten Kartenfundus. 1649 ernennt ihn der Herzog zum Hofbibliothekar. Olearius ergänzt die bereits reiche Bibliothek unter anderem um persische Literatur und baut die auch heute noch berühmte Gottorfische Kunstkammer auf. Seit 1651 ist Olearius Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft5, daneben betätigt er sich unermüdlich als Architekt, Herausgeber, Naturforscher, Astronom, Historiker, Geograph u.a. Hierzu gehört auch seine Mitarbeit am Gottorfer Riesenglobus, einem begehbaren Hohlglobus mit einem Durchmesser von drei Metern, der bis heute als erstes Planetarium der Welt gilt.

Als Friedrich III. 1659 stirbt und sein Sohn Christian Albrecht in das Amt des Herzogs eingeführt wird, behält Olearius offiziell seine Stellung bei Hofe, spielt aber bei weitem nicht mehr die gleiche Rolle. In Friedrich III. hatte Olearius einen gebildeten und naturwissenschaftlich hoch interessierten Förderer und Vertrauten verloren. Am 22.02.1671 stirbt Adam Olearius in Gottorf und wird in der Schleswiger Dreifaltigkeitskirche, deren Bauleitung er 1650 selbst übernommen hatte, im Stadtteil Friedrichsberg beigesetzt.

2.2. Verlauf und Hintergrund der Reise

Nach einer ersten erfolglosen Reise an den Moskauer Hof bricht die Gesandtschaft unter der Leitung des Hamburger Kaufmanns Otto Brüggemann und des ihm gleichberechtigt zur Seite gestellten Herzoglichen Rates Philipp Crusius am 22.10.1635 von Hamburg aus nach Russland und Persien auf, nachdem „ der Großfürst in Muscow den Durchzug durch sein Reich in Persien bewilliget“6. Über neunzig Teilnehmer umfasst die Gesandtschaft7, weitere stoßen während der Reise hinzu, und beim Aufbruch aus Moskau in Richtung Persien besteht die Gesandtschaft aus 126 Personen8: „ Diese alle seynd theils mit aus Teutschland gezogen/ theils auch auf der Reise zu uns kommen.“9 Anfang 1637 erreicht die Holsteinische Gesandtschaft Persien. Einen Aufenthalt von drei Monaten in Schemacha (zu Olearius Zeit in Persien gelegen, heute in der Republik Aserbaidschan) nutzt Olearius, um von ortsansässigen Gelehrten kartografische Informationen zu erhalten und die Grundlagen der persischen Sprache zu erlernen10. Am 03.08.1637 kommt die Gesandtschaft in Isfahan an. Vom Schah zunächst empfangen, schafft es Otto Brüggemann nicht, die Verhandlungen im Sinne des Holsteinischen Hofes durchzuführen, sondern verspielt durch sein oft anmaßendes Auftreten die Gunst des Schahs. Ohne ein Abkommen geschlossen zu haben, verlässt die Mission Isfahan am 21.12.1637.

Das Herrschaftsgebiet Herzog Friedrichs III. von Schleswig-Holstein-Gottorf umfasste mehrere nicht zusammenhängende Gebiete teils auf deutschem, teils auf dänischem Gebiet. Friedrich wollte, wie viele Herrscher seiner Zeit, die Verwaltung verbessern, das Territorium nach außen stärken und hegte zudem wirtschaftliche Ambitionen über die Grenzen der Nordseeregion hinaus. 1621 hatte er Friedrichstadt gegründet, mit dem Ziel, eine eigene Handelsmetropole zu errichten. Er holte kaufmännisch erfahrene holländische Bürger in die Stadt und lockte sie mit absoluter Religionsfreiheit. Die Gesandtschaft nach Rußland und Persien stellte Friedrich auf Anregung des Hamburger Kaufmanns Otto Brüggemann zusammen. Brüggemann hatte die gewagte Idee vorgebracht, wertvolle Ware aus dem Orienthandel der Seidenstraße mit russischer und persischer Unterstützung über Russland und die Ostsee ohne den gefahrvollen Umweg über das Osmanische Reich direkt in das holsteinische Hoheitsgebiet umzuleiten. Man wollte daher zunächst mit dem russischen Zar, später auch mit dem persischen Schah entsprechende Handelsabkommen erzielen.

Friedrich stand dieser Idee sehr aufgeschlossen gegenüber. Er hoffte zudem, aus verwandtschaftlichen Beziehungen zum Zaren Vorteil schlagen zu können, und die politische Situation in Persien stand in der Vergangenheit europäischen Gesandtschaften interessiert und offen gegenüber, so dass die äußeren Umstände das Vorhaben Brüggemanns zunächst nicht aussichtslos erscheinen ließen.

In Persien herrschte die Safawidendynastie. Der erste Schah dieser Dynastie, Schah Ismail, aus einer einflussreichen religiösen Familie stammend, bestieg 1502 den Thron mit gerade 16 Jahren. Entgegen allen Erwartungen gelang ihm, was viele vor ihm erfolglos versucht hatten: er vereinigte fast alle persischen Staaten unter seiner Herrschaft. Als Ismail 1523 starb, hinterließ er ein neues persisches Großreich („Persian Empire“11 ), genannt das Safawiden-Königreich oder, latinisiert, „Sophorum Regnum“. Ismail suchte gezielt militärische und wirtschaftliche Beziehungen mit europäischen Königshäusern im Kampf gegen das Osmanische Reich, den gemeinsamen Feind. Während der frühen Safawidenherrschaft reisten in der Folge verschiedene Delegationen und Gesandtschaften nach Persien, wo diese für gewöhnlich sehr willkommen waren. Sie brachten bei ihrer Rückkehr neue Informationen auf vielen Gebieten, einschließlich der Geschichte und Geographie, mit12 und erhielten damit ein stetes Interesse an Persien lebendig. Mitte des 16. Jahrhunderts erhob Ismail den Schiismus zur Staatsreligion. Durch die theokratische Staatsführung wurde das geistige Leben im Land massiv eingeschränkt. So kam es dazu, dass mehr als 700 Dichter und Gelehrte Persien in Richtung Osmanisches Reich und Indien13 verließen.

Seinen Zenit erreichte das Safawidenreich mit Schah Abbas dem Großen, der von 1587 bis 1628 regierte. Dieser war, wie seine Vorgänger, um eine Zentralisierung des sich vom Pandschab bis nach Mesopotamien erstreckenden Herrschaftsgebietes14 bemüht. 1598 verlegte er die Hauptstadt nach Isfahan, dessen zentrale Lage eine bessere Kontrolle des ganzen Landes erlaubte. Ein modernes und dichtes Netz von Straßen und Karawansereien erleichterte das Reisen und die Kommunikation auf große Entfernungen. Isfahan blieb Hauptstadt des Reiches für 140 Jahre. Schah Abbas plante und baute die Stadt neu und machte sie zu einer der größten und schönsten Städte der Welt seiner Zeit. Die Staatsführung unter Abbas blieb theokratisch.

1628 starb Abbas jedoch und unter seinem Nachfolger, Schah Safi, war die große Zeit der Safawidenherrschaft endgültig vorbei. Schah Safi hatte, im Gegensatz zu seinen Vorgängern, an einem politischen Bündnis mit den Holsteinern kein großes Interesse. Die Beziehung zum Osmanischen Reich entspannte sich gerade, viele persische Gebiete fielen nach und nach wieder an die Osmanen zurück. Als die Holsteinische Gesandtschaft sich auf den Weg nach Persien machte, reiste sie also in ein verändertes Reich, das nicht mehr an vergangenen Glanz anknüpfen konnte. Neue Informationen flossen jedoch nur langsam und vereinzelt nach Europa, so dass die Mission des Herzogs auf die veränderte Situation nicht vorbereitet war.

3. Überblick über die Reisebeschreibung

3.1. Aufteilung

Die Reisebeschreibung15 folgt einem klaren Aufbau und kann grob in drei Abschnitte unterteilt werden: Titelblatt, Widmungen und Vorrede, eigentliche Reisebeschreibung. Die erste gedruckte Seite der Reisebeschreibung bildet der Titelkupferstich. Dieser enthält neben bildlichen Darstellungen eine Kurzfassung des Titels: „Vermehrte Moscowitische und Persianische Reisebeschreibung Zum andern Mal herauß gegeben durch Adam Olearius“ sowie das Erscheinungsjahr 1656. Anschließend folgt der ausführliche Titel und die Nennung der Druckerei: „Gedruckt in der Fürstl. Druckerey/durch Johan Holwein“.

Widmungen, zunächst an Johann Adolf Kielmann16, schließen sich an. In dieser Widmung nennt Olearius Kielmann neben Herzog Friedrich III. seinen „ersten Anstiffter und fürnehmbsten Ermahner … /daß ich meine Reise beschreibung/ … / durch offentlichen Druck heraus geben/ und unsern Landsleuten deutscher nation bekandt machen sollte…“17 Ein Bildnis des Autors und ein Abdruck der Kaiserlichen Privilegien über die Abdruckrechte an dem Buch ergänzen diesen Teil. Bevor die eigentliche Reisebeschreibung beginnt, wendet sich Olearius in einer Vorrede direkt „ an den günstigen Leser “. Er erläutert seine Absichten und seine Arbeitsweise. Die Vorrede zur zweiten Auflage fällt gegenüber der ersten Auflage erheblich ausführlicher aus, da Olearius sich nach deutlicher Kritik an seiner neuen Darstellung des Kaspischen Meeres18 rechtfertigt und verstärkt auf seinen Wahrheitsanspruch eingeht, den er für absolut hält. Ein Autorenverzeichnis („ Catalogus autorum “) und weitere, in Latein geschriebene Widmungen sowie Bildnisse Otto Brüggemanns und Philipp Crusius´ schließen sich an.

Die eigentliche Reisebeschreibung selbst umfasst dann in der zweiten deutschsprachigen Ausgabe 778 Seiten zuzüglich der eingehefteten und beigelegten Karten und ist in sechs Bücher eingeteilt: 1.Von der Reise nach Muscow, 2.Von der andern Reise nach Muscow, 3.Von Russland und dessen Einwohnern, 4.Von der Reise aus Muscow nach Persien, 5.Vom Persischen Reiche und dessen Einwohnern und 6.Von der Rückreise aus Persien wieder Holstein. Den Abschluss bilden ein Stichwortregister sowie eine Anweisung an den Buchbinder wegen der Kupferstiche.

3.2. Die Karten

Die Reisebeschreibung enthält mehrere Stadtansichten, Abbildungen und topografische Landkarten. Insbesondere handelt es sich dabei u.a. um eine Karte jeweils des Ostseeraumes, des Weißen Meeres um Archangelsk, der Wolga, der Provinz Kilan und Persiens insgesamt. Nur in einzelnen Karten gibt sich Olearius dabei durch Selbstbildnis oder Namensnennung selbst als Autor zu erkennen.

Die doppelseitig gedruckte, in der ersten Auflage zwischen S. 54 und 55 eingebundene Karte des Ostseeraumes gibt durch die Darstellung einer gepunkteten Linie den Reiseverlauf wieder, und stellt so einen unmittelbaren Bezug zum Text der Reisebeschreibung her19. Sie erfährt in der zweiten Auflage mehrere Änderungen. So ist sie nun in den Text eingefügt, wesentlich kleiner und geografisch deutlich ungenauer. Krieger20 leitet daraus ab, dass Olearius der Karte in der zweiten Auflage einen mehr dekorativen als informativen Charakter beimessen will.

[...]


1 Erschienen anlässlich einer Tagung zu Adam Olearius 2016

2 Vgl. Krieger, Die Landkarten in Adam Olearius´ Offt begehrter Beschreibung der newen orientalischen Reise, S. 94

3 „Offt begehrte Beschreibung der newen orientalischen Reise“

4 „Vermehrte newe Beschreibung der Muscowitischen und Persianischen Reise“

5 Die Fruchtbringende Gesellschaft wurde am 24.08.1617 von Fürst Ludwig I. von Anhalt-Köthen in Weimar gegründet, mit dem Ziel, die deutsche Sprache zu pflegen und zu erhalten, gleichzeitig wollte man dem bevorstehenden Krieg ein Friedensprogramm entgegenstellen. Jedes Mitglied erhielt einen Beinamen, Olearius bekam den Namen „der Vielbemühete“.

6 Olearius, Vermehrte Neue Reisebeschreibung , S. 56

7 Die Vermehrte Neue Reisebeschreibung enthält im 1. Kapitel des 2. Buches eine Übersicht der teilnehmenden Personen: „ Das erste Kapitel hält in sich die Namen derer Personen/ welche sich bey der andern Gesandtschafft befunden“, Vermehrte Neue Reisebeschreibung S. 56. Aufgezählt werden Hofjuncker und Truchsessen, Kammerdiener, Quartiermeister, Musiker, Küchenschreiber, Silberdiener, Uhrmacher, Lakaien, Wagenmeister, Russische und Persische Dolmetscher, mehrere Schiffer und Bootsleute u.v.a. vgl. Vermehrte Neue Reisebeschreibung, S. 56ff.

8 Vgl. Olearius, Vermehrte Neue Reisebeschreibung, S. 60

9 Olearius, Vermehrte Neue Reisebeschreibung , S. 59

10 Vgl. Priesner, Deutsche Biographie, S. 517

11 Vgl. Alai, General maps of Persia, S. 47

12 Vgl. Alai, General maps of Persia, S. 47.

13 Vgl. Khodaee, Oleariusrezeption im Iran, S. 128

14 Vgl. Khodaee, Oleariusrezeption im Iran, S. 128

15 Die folgenden Angaben beziehen sich, soweit nicht anders angegeben, auf die überarbeitete und erweiterte Ausgabe 1656

16 Eine Widmung an den Landesherrn hatte Olearius bereits der ersten Auflage 1647 vorangestellt und hielt nach eigener Aussage eine Wiederholung nicht für angebracht.

17 Olearius, Vermehrte Neue Reisebeschreibung, Vorrede VI

18 Olearius Vermehrte Neue Reisebeschreibung, Vorrede XIV

19 Vgl. Olearius, Vermehrte Neue Reisebeschreibung, S. 60ff. “Das ander Kapitel. Ein Theil von der höchstbeschwerlichen und gefehrlichen Schiffarth.“

20 Vgl. Krieger, Die Landkarten in Adam Olearius´ Offt begehrter Beschreibung der newen orientalischen Reise, S. 97

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Details

Titel
Adam Olearius und seine Rolle als Kartograph im 17. Jahrhundert
Untertitel
Darstellung anhand einer Quellenkritik der Persienkarte in der von Olearius verfassten Beschreibung der Gesandtschaft nach Moskau und Isfahan
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Modul G4: Kulturelle Räume und Grenzen
Note
1,7
Autor
Jahr
2020
Seiten
26
Katalognummer
V518381
ISBN (eBook)
9783346116802
ISBN (Buch)
9783346116819
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Olearius, Persien, Landkarte, Kaspisches Meer, Aschersleben
Arbeit zitieren
Claudia Ostermann (Autor), 2020, Adam Olearius und seine Rolle als Kartograph im 17. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/518381

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