Bei dem im folgenden behandeltem Thema „Bildungstourismus: Strukturen und Informationsvermittlung“ handelt es sich um ein sehr vielschichtiges Spektrum.
In der Literatur wird der Bildungstourismus heute mit Bildungsreisen gleich gesetzt und diese wiederum mit Studienreisen, welche die neue Form der Bildungsreisen darstellen. Aus diesem Grund liegt der Schwerpunkt auf den Bildungsreisen, beziehungsweise, wie sie heute heißen, Studienreisen. Es wird weiter unterschieden in individuale und pauschale Studienreisen, wobei hier jedoch vor allem die pauschalen Angebote genauer erläutert werden.
Zunächst wird jedoch der Begriff der Bildungsreisen definiert. Im Anschluß hieran wird die Geschichte des Bildungstourismus sowie seine heutigen Formen beschrieben. Exemplarisch wird bei der geschichtlichen Darstellung vor allem genauer auf die Kavaliersreisen, die romantische Bildungsreise sowie auf den Bildungstourismus im Industriezeitalter eingegangen.
Weiter werden die Strukturen dieses Reisetypus erläutert, sowie die Angebots- und Nachfragestruktur. Hierbei werden unter anderem auch zukünftige Trends dieser prognostiziert. Danach werden die soziographischen Merkmale der Studienreisenden erklärt.
Als Beispiel wird zunächst die Produktpalette aktueller Studienreiseformen am Beispiel von Studiosus Reisen beschrieben. Dieses schien geeignet um die vielfältigen Varianten der Studienreisen zu verdeutlichen.
Anschließend wird, am Beispiel der Türkei, die rückgängige Nachfrage nach Studienreisen durch Krisen eines Landes erläutert.
Als literarische Quellen dienten vor allem mehrere Werke von Wolfgang Günter. Unter anderem: Die Geschichte der Bildungsreise, oder: Der moderne Bildungstourismus. Formen, Merkmale und Beteiligte. Weiter wurden beispielsweise Veröffentlichungen von Klaus Dietsch oder Klaus Dieter Hartmann herangezogen, sowie ein Datenband des Studienkreises für Tourismus und Entwicklung und Publikationen der Studiosus Reisen und der FVW im Internet.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DEFINITIONEN
3. GESCHICHTE DES BILDUNGSTOURISMUS
3.1 DIE KAVALIERSREISEN ODER DIE „GRAND TOUR“
3.2 DIE ROMANTISCHE BILDUNGSREISE
3.3 BILDUNGSTOURISMUS IM ZEITALTER DER INDUSTRIEGESELLSCHAFT
4. DER MODERNE BILDUNGSTOURISMUS
5. STRUKTUREN DER STUDIENREISE
5.1 STUDIENREISEN ALS VERANSTALTERREISEN
5.2 STUDIENFAHRTEN VERFÜGEN ÜBER EIN FESTES PROGRAMM
5.3 STUDIENREISEN WERDEN FACHLICH QUALIFIZIERT GELEITET
5.4 STUDIENREISEN ALS GRUPPENREISEN
5.5 STUDIENREISEN ALS PAUSCHALREISEN
5.6 STUDIENREISEN ALS URLAUBSVERANSTALTUNGEN
5.7 STUDIENREISEN ALS RUNDREISEN
5.8 STUDIENREISEN ALS BUSREISEN
6. STRUKTUR DES ANGEBOTES
6.1 SOZIOGRAPHISCHE MERKMALE DER STUDIENREISENDEN
6.1.1 Das Reiseverhalten der Studienreisenden
7. STRUKTUR DER NACHFRAGE
7.1. URSACHEN FÜR DIE ZUNAHME DER NACHFRAGE
7.2. NACHFRAGEPROGNOSEN
7.2.1. Nachfrageprognosen für Studienreisen in nahe Entwicklungsländer
7.2.2. Nachfrageprognosen für Studienreisen in ferne Entwicklungsländer
7.2.3. Nachfrageprognosen für außereuropäische Industrieländer
8. DIE PRODUKTPALETTE AKTUELLER STUDIENREISEFORMEN AM BEISPIEL VON STUDIOSUS REISEN
8.1. DIE MODERNE STUDIENREISE
8.2. STUDIENREISEN MIT FREIZEIT-PLUS
8.3. DIE STUDIENFERIEN
8.4. DIE STUDIENEXPEDITION
8.5. DIE YOUNG LINE
9. NACHFRAGESCHWUND DURCH KRISEN - BEISPIEL TÜRKEI
10. SCHLUSS
Zielsetzung und Themenfelder
Die Arbeit untersucht die vielschichtigen Strukturen und die Informationsvermittlung innerhalb des Bildungstourismus. Das primäre Ziel ist es, die Entwicklung von den historischen Bildungsreisen hin zur modernen Studienreise aufzuzeigen, deren Angebots- und Nachfragestrukturen zu analysieren sowie die Auswirkungen von Krisen auf die Nachfrage am Beispiel der Türkei zu verdeutlichen.
- Historische Entwicklung des Bildungstourismus von den Kavaliersreisen bis zur Gegenwart
- Strukturelle Merkmale und organisatorische Anforderungen moderner Studienreisen
- Soziographische Profile und das spezifische Reiseverhalten von Studienreisenden
- Produktvielfalt moderner Studienreiseformen (Beispiel: Studiosus Reisen)
- Krisenmanagement und Auswirkungen politischer Konflikte auf die Nachfrage im Tourismus
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Kavaliersreisen oder die „Grand Tour“
Ziel der Kavaliersreisen des 16. Und 17. Jahrhunderts waren die Schauplätze antiker Kultur oder die derer Zeugnisse nämlich Kirchen, Paläste oder Stadtanlagen der Renaissance in Italien, insbesondere Rom. Zu den Teilnehmern zählten junge Adelige, zumeist aus England, Frankreich, Deutschland oder Polen. Diese zwei bis drei Jahre dauernde Reise wurde von ihnen als Abschluß und Höhepunkt ihrer Bildung, als Bewährung in der Fremde, sowie als Brücke zur Weltläufigkeit angesehen.
Die innere Programmgestalt der Kavaliersreise war zweigeteilt. Zum einen waren aristokratische Fertigkeiten zu verfeinern, wie zum Beispiel Auftreten, Fechten, Konversation, Tanzen und Reiten. Zum anderen sollte Wissen erworben oder vertieft werden. Dieses geschah über die Schauplätze antiker Kultur, über die Bauten der Renaissance und des Barock, sowie über das als vorbildhaft geltende Regierungs- und Verwaltungssystem der italienischen Staaten. Die Kavaliersreise wurde tendenziell zu einer Forschungsreise.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in das Thema Bildungstourismus, Definition der Forschungsabgrenzung sowie Vorstellung der verwendeten literarischen Quellen.
2. DEFINITIONEN: Erläuterung der Begriffsgeschichte von Bildungs- und Studienreisen sowie Abgrenzung zu anderen Reiseformen durch Expertenmeinungen.
3. GESCHICHTE DES BILDUNGSTOURISMUS: Historischer Abriss von den Wurzeln im Altertum über die Kavaliersreisen und die Romantik bis zur industriellen Revolution.
4. DER MODERNE BILDUNGSTOURISMUS: Darstellung des Wandels des Bildungsbegriffs und der Entstehung der modernen Studienreise als Gegenstand wissenschaftlicher und touristischer Betrachtung.
5. STRUKTUREN DER STUDIENREISE: Analyse der organisatorischen Merkmale wie Programmgestaltung, Reiseleitung, Pauschalcharakter und Transportmodalitäten.
6. STRUKTUR DES ANGEBOTES: Überblick über den Markt der Reiseveranstalter und soziographische Analyse der Zielgruppe der Studienreisenden.
7. STRUKTUR DER NACHFRAGE: Untersuchung der steigenden Nachfrage nach Studienreisen und Prognosen für zukünftige Entwicklungen in verschiedenen Zielregionen.
8. DIE PRODUKTPALETTE AKTUELLER STUDIENREISEFORMEN AM BEISPIEL VON STUDIOSUS REISEN: Detaillierte Vorstellung verschiedener innovativer Studienreisekonzepte anhand eines führenden Anbieters.
9. NACHFRAGESCHWUND DURCH KRISEN - BEISPIEL TÜRKEI: Untersuchung der Auswirkungen politischer Krisen auf die Buchungszahlen und Anpassungsstrategien der Reiseveranstalter.
10. SCHLUSS: Fazit über die Entwicklung des Bildungstourismus hin zu einer modernen, gesellschaftlich breiten Urlaubsform mit Fokus auf Wissensvermittlung.
Schlüsselwörter
Bildungstourismus, Studienreise, Bildungsreise, Pauschalreise, Reiseleitung, Kulturgeschichte, Tourismusmarkt, Nachfrageanalyse, Studiosus, Destination, Reiseveranstalter, Zielgruppen, Soziographie, Krisenmanagement, Informationsvermittlung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung, Struktur und Vermittlung von Studienreisen innerhalb des Bildungstourismus, insbesondere in ihrer modernen Form als organisierte Pauschalreisen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die historische Herleitung, die strukturellen Anforderungen an Reiseveranstalter, das Verhalten der Zielgruppen und den Einfluss externer Krisen auf die touristische Nachfrage.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Analyse, wie sich Bildungsreisen zu einem modernen Produkt gewandelt haben, das sowohl historisches Wissen vermittelt als auch den aktuellen Bedürfnissen einer breiteren Bevölkerungsschicht nachkommt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, unter Einbeziehung von Reiseanalysen, Unternehmensberichten sowie spezifischen Fachpublikationen zum Kulturtourismus.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen vor allem die Marktstruktur des Angebots, die soziographische Zusammensetzung der Teilnehmer sowie praktische Beispiele der Produktgestaltung und Krisenbewältigung detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Bildungstourismus, Studienreise, Reiseveranstalter, Zielgruppen, Nachfrage, Krisenmanagement und kulturelle Bildung.
Welche Rolle spielt die „Young Line“ in der Produktpalette?
Die „Young Line“ ist ein gezieltes Angebot, um jüngere Reisende zwischen 20 und 35 Jahren für das Produkt Studienreise zu begeistern, indem ein lockerer Rahmen mit „Insidern“ statt klassischer Reiseleitung geschaffen wurde.
Wie haben Veranstalter auf die politische Krise in der Türkei reagiert?
Viele Veranstalter haben ihr Programm angepasst, indem sie unsichere Regionen durch neue Routen ersetzten, Preiskorrekturen vornahmen oder verstärkt auf lokale Reiseleiter setzten, um das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen.
- Citation du texte
- Yvonne Schulz (Auteur), 2001, Bildungstourismus: Strukturen und Informationsvermittlung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51854