Diese Hausarbeit befasst sich mit der Traumnovelle von Arthur Schnitzler aus dem Jahre 19261. Die Traumnovelle schildert, wie Fridolin und Albertine, ein bürgerliches Ehepaar, versuchen, aus ihrem Ehe-Alltag zu entfliehen. Während Fridolin sich im realen Leben in ein wildes und gefährliches Abenteuer stürzt, flüchtet sich seine Frau Albertine in eine phantastische Traumwelt. Hier lebt sie ihre sexuellen Wünsche und Phantasien aus, die in der Ehe mit Fridolin keine Erfüllung finden.
Das Hauptaugenmerk dieser Hausarbeit liegt auf der Rolle Albertines als Ehefrau und Mutter im bürgerlichen Milieu im Wien zur Zeit des Fin de Siècle. Im Weiteren werden Albertines Träume besprochen, mit dem Versuch einer Interpretation unter Berücksichtigung der Traumanalyse nach Sigmund Freud. Besonders Albertines Traum im fünften Kapitel der Traumnovelle steht bei der Analyse im Vordergrund. Durch seine Deutung sollen die wahren Gedanken und Gefühle Albertines ans Tageslicht gebracht werden. Der Traum wird Aufschluss darüber geben, ob Albertine mit ihrer Ehe und der Rolle, welche sie in der Gesellschaft spielt, zufrieden ist. Ein Lösungsansatz am Ende dieser Hausarbeit zeigt einen möglichen Ausweg aus der Ehekrise von Albertine und Fridolin.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Albertine und ihre Rolle in der Gesellschaft
3. Albertines Träume – Ausbruch aus der Einengung.
4. Traumdeutung – das Unterbewusstsein spricht.
5. Resümee
6. Literaturangaben
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Rolle der Protagonistin Albertine in Arthur Schnitzlers Traumnovelle unter besonderer Berücksichtigung ihrer Träume als Medium des Unterbewusstseins, um ihre Zufriedenheit innerhalb der bürgerlichen Ehe und mögliche Auswege aus ihrer persönlichen Ehekrise aufzuzeigen.
- Analyse der gesellschaftlichen Rolle von Albertine als Ehefrau und Mutter im Wien des Fin de Siècle.
- Untersuchung der psychologischen Bedeutung von Albertines Träumen und Tagträumen.
- Interpretation der Träume unter Einbeziehung der psychoanalytischen Konzepte Sigmund Freuds.
- Diskussion über Eheprobleme, Entfremdung und die Bedeutung offener Kommunikation in einer Partnerschaft.
Auszug aus dem Buch
4. Traumdeutung – das Unterbewusstsein spricht.
In seiner Traumdeutung konstatiert der Psychoanalytiker Sigmund Freud, ein Zeitgenosse Arthur Schnitzlers, dass der Mensch nicht „Herr sei in seinem eigenen Haus“. Die Leitung des Handelns werde von unbewussten seelischen Vorgängen, den Trieben, übernommen, der Verstand versage dabei. Schnitzler, seines Zeichens selbst Arzt, der sich mit der Psychoanalyse und Traumdeutung auseinandersetzt, ist sich den Erkenntnissen Freuds durchaus bewusst und unterstützt dessen Meinung. Er sammelt enormes Wissen auf dem Gebiet der Psycho- und Traumanalyse, schreibt viele Jahre seine eigenen Träume nieder und erforscht deren Bedeutung. Er ist daher ein Experte auf dem Gebiet, der genau weiß, wovon er spricht.
Unter den herausragenden deutschsprachigen Autoren der Zeit vor 1914 besaß Schnitzler fraglos das profundeste Wissen über die Psychoanalyse.
Freud selbst ist es schließlich sogar, der Arthur Schnitzler ein tiefgründiges Wissen im Bereich der Psychoanalyse attestiert, wenn er Schnitzler anlässlich dessen 60. Geburtstag am 14. Mai 1922 schreibt: So habe ich den Eindruck gewonnen, dass Sie [...] alles das wissen, was ich in mühseliger Arbeit an anderen Menschen aufgedeckt habe. Ja ich glaube, im Grunde Ihres Wesens sind Sie ein psychologischer Tiefenforscher.
Doch worin genau liegt nun das Geheimnis des Traumes verborgen? Was gibt er uns über unser innerstes Ich preis? Welche Rückschlüsse auf unser Denken, unsere intimsten Wünsche und Vorstellungen kann der Traum uns als Sprachrohr des Unbewussten geben? Scheible formuliert es in seinem Nachwort zur Traumnovelle folgendermaßen: Der Traum hat die Funktion, verborgene Gefühlsqualitäten aufzuspüren, die der rationalen Analyse nicht mehr zugänglich sind. Er ist daher ein Medium der Erkenntnis, weshalb sich Schnitzler auch dagegen wendet, ihn in der Literatur als bloßen Vorwand zu unverbindlichem Fabulieren zu gebrauchen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Traumnovelle von Arthur Schnitzler vor und definiert das Ziel der Arbeit, die Rolle Albertines sowie ihre Träume als Indikator für ihre Unzufriedenheit in der Ehe zu analysieren.
2. Albertine und ihre Rolle in der Gesellschaft: Dieses Kapitel beschreibt Albertine als Ehefrau und Mutter im gehobenen bürgerlichen Milieu des Wien um die Jahrhundertwende und beleuchtet ihre finanzielle Abhängigkeit von ihrem Mann Fridolin.
3. Albertines Träume – Ausbruch aus der Einengung.: Es wird untersucht, wie Albertine durch Träume und Tagträume versucht, den Zwängen ihres als unerfüllt empfundenen Ehelebens zu entfliehen und ihre sexuellen Wünsche zu artikulieren.
4. Traumdeutung – das Unterbewusstsein spricht.: Hier wird der theoretische Rahmen der psychoanalytischen Traumdeutung nach Freud angewandt, um Albertines Träume als Ausdruck ihres Unterbewusstseins und ihrer verdrängten Wünsche zu entschlüsseln.
5. Resümee: Das Resümee fasst zusammen, dass die offene Kommunikation über ihre Träume Albertine dabei hilft, ihre Souveränität zu erlangen und die Grundlage für eine neue Ebene des Vertrauens in der Beziehung zu Fridolin zu schaffen.
6. Literaturangaben: Dieses Kapitel listet die verwendeten Primär- und Sekundärquellen der Hausarbeit auf.
Schlüsselwörter
Arthur Schnitzler, Traumnovelle, Albertine, Psychoanalyse, Sigmund Freud, Traumdeutung, Ehekrise, Fin de Siècle, Unterbewusstsein, Wunscherfüllung, Weibliche Rolle, Kommunikation, Entfremdung, Bürgertum, Sexualität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert Arthur Schnitzlers Traumnovelle mit einem Fokus auf die weibliche Protagonistin Albertine und ihre Träume.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Rolle der Frau im bürgerlichen Wien, psychoanalytische Traumdeutung, Eheprobleme sowie die Suche nach individueller Erfüllung.
Was ist das primäre Ziel der Analyse?
Das Ziel ist es, durch die Deutung von Albertines Träumen ihre verborgenen Gedanken und Gefühle über ihre Ehe sichtbar zu machen und einen Ausweg aus ihrer Krise aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt literaturwissenschaftliche Analyse und wendet dabei psychoanalytische Ansätze, insbesondere die Traumanalyse nach Sigmund Freud, an.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet Albertines gesellschaftliche Stellung, interpretiert ihre Träume als Ausdruck von unterdrückten Wünschen und verknüpft diese mit freudschen Theorien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Traumnovelle, Psychoanalyse, Unterbewusstsein, Ehekrise und weibliche Souveränität.
Warum spielt die Figur des „dänischen Offiziers“ eine Rolle?
Er dient als Projektionsfläche für Albertines Wunsch nach Abenteuer und Freiheit außerhalb ihres eingeengten Alltags.
Wie trägt das Erzählen der Träume zur Bewältigung der Ehekrise bei?
Durch die Offenheit, ihrem Mann ihre innersten Träume mitzuteilen, schafft Albertine die Basis für eine ehrlichere Kommunikation und eine neue Ebene des gegenseitigen Vertrauens.
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- B.A. Dominik Burger (Author), 2006, Der Traum - das Unterbewusstsein spricht. Dargestellt an 'Albertine' in Arthur Schnitzlers 'Traumnovelle', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51880