1. Einleitung
Diese Arbeit beschäftigt sich mit natürlichen und naturbezogenen Events als eine neue touristische Angebotsform. Unter Events im allgemeinen versteht man speziell inszenierte oder herausgestellte Ereignisse von begrenzter Dauer mit touristischer Ausstrahlung . In dieser Ausarbeitung geht es um eine besondere Form von Events, und zwar um solche, die sehr eng mit der Natur verknüpft sind. Normalerweise entstehen diese aus den natürlichen Angebotsfaktoren von Destinationen oder aus dem "kulturellen Erbe" heraus und müssen daher oftmals nicht speziell inszeniert werden . Solche Ereignisse haben seit einiger Zeit wieder vermehrt die Aufmerksamkeit der Menschen erregt. Durch entsprechende Vermarktungsstrategien werden natürliche Events immer öfter zu wichtigen Bestandteilen von Urlaubsreisen. Sie werden im Zusammenhang mit touristischen Aktivitäten häufig als Pauschalprogramme angeboten oder durch Führungen unterstützt. Die Gründe für das gestiegene Interesse an natürlichen Events aus touristischer Sicht sind in einem veränderten Reiseverhalten der Menschen zu suchen. Gesellschaftliche und wirtschaftliche Weiterentwicklungen hatten und haben Auswirkungen auf die Freizeitgestaltung der Menschen. Es entstanden neue Motivationen, aus denen heraus Urlaubsreisen angetreten wurden. Das wird an verschiedenen Faktoren deutlich, die im folgenden in Kapitel 3 ausführlich behandelt werden.
Nachdem in einem weiteren Abschnitt die besondere Rolle der Pauschalreisen im Eventmarketing untersucht wird, kommt es in einem nächsten Kapitel zu einem Versuch, natürliche und naturbezogene Events zu kategorisieren. Abschließend werden einige Beispiele von Reiseangeboten aus verschiedenen Medien exemplarisch herausgegriffen und näher erläutert.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Natürliche und Naturbezogene Events – Definitionen
3. Boomfaktoren des Reisens
3.1.Einkommen und Wohlstand
3.2.Urlaub, Freizeit, Wertewandel
3.3.Motorisierung und Transportwesen
3.4.Entwicklung des Kommunikationswesens
3.5.Bevölkerungswachstum und Verstädterung
3.6.Entstehung und Ausbau einer neuen Tourismusindustrie
3.7.Fazit
4. Pauschalreisen
5. Natürliche Events und Inszenierungen – eine Kategorisierung
6. Beispiele
6.1.Mittsommernacht
6.2.Kameltour (alternativ: Almabtrieb)
6.3.Sonnenfinsternis
6.4.Wasserfälle
6.5.Tourismusentwicklung in Arktis und Antarktis
6.5.1. Einleitung
6.5.2. Tourismusentwicklung in der Arktis am Beispiel Grönlands
6.5.3. Tourismusentwicklung in der Antarktis
6.5.4. Die Auswirkungen des Tourismus auf die Ökosysteme von Arktis und Antarktis
6.6.Safaritourismus in Tansania
6.6.1. Die Entwicklung des Safaritourismus
6.6.2. Die Auswirkungen des Safaritourismus auf das Ökosystem
7. Das Konfliktpotential zwischen natürlichen Inszenierungen und der Natur
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zunehmende Bedeutung von natürlichen und naturbezogenen Events als moderne touristische Angebotsform und analysiert deren Integration in Vermarktungsstrategien sowie die ökologischen Herausforderungen für sensible Zielgebiete.
- Definition und Kategorisierung natürlicher Event-Formen.
- Analyse der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Boomfaktoren des modernen Reisens.
- Untersuchung der Rolle von Pauschalreisen im Eventmarketing.
- Fallstudien zur Tourismusentwicklung in extremen Naturräumen (Arktis, Antarktis, Tansania).
- Diskussion des Konfliktpotentials zwischen Naturinszenierung und Naturschutz.
Auszug aus dem Buch
6.5.3 Tourismusentwicklung in der Antarktis
Die Antarktis ist der südlichste und der einzige vom Menschen noch weitgehend unberührte Kontinent der Erde. Joseph M. Dukert beschreibt diesen Erdteil folgendermaßen: „Man stelle sich ein Land vor, größer als Australien und Europa zusammen, sonniger als Kalifornien und kälter als das Gefrierfach eines Eisschranks, trockener als Arabien, höher als die Schweiz und leerer als die Sahara – es gibt nur einen Ort, auf den diese Beschreibung zutrifft, auf die Antarktis, jenen fremdartigen Kontinent am untersten Rand unserer Erde.“
Auf der Antarktis herrscht ein sehr verletzliches Ökosystem vor. Grund für dieses labile Gleichgewicht von Flora und Fauna sind die extremen klimatischen Bedingungen und die jahrhundertelange Isolation.
Die Antarktis wird in vielen Prospekten als Highlight angepriesen, man wirbt für unberührte und einzigartige Natur. Die Besucherzahlen in die Region weisen eine stetig steigende Tendenz auf. So werden neben Schiffen mittlerweile auch Flugzeuge zum Transport der Touristen eingesetzt. Ein besonderes Angebot ist ein Ausflug zum Südpol. Diese Flüge sind allerdings nur einem sehr begrenzten, zahlungskräftigen Teilnehmerkreis vorbehalten.
Welche Auswirkungen diese menschlichen Aktivitäten haben und wie dem entgegengewirkt werden soll, wird in einem gesonderten Abschnitt aufgeführt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema natürlicher und naturbezogener Events sowie deren wachsende Relevanz im Tourismus.
2. Natürliche und Naturbezogene Events – Definitionen: Abgrenzung der beiden Begriffsdefinitionen basierend auf dem Grad menschlicher Einflussnahme.
3. Boomfaktoren des Reisens: Darstellung der sechs wichtigsten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Antriebskräfte, die den Tourismus seit 1945 maßgeblich prägten.
4. Pauschalreisen: Erläuterung der Bedeutung von Pauschalreisen als dominierende Angebotsform im Eventmarketing.
5. Natürliche Events und Inszenierungen – eine Kategorisierung: Vorstellung eines Schemas zur Klassifizierung von Events anhand ihrer zeitlichen und naturgegebenen Merkmale.
6. Beispiele: Exemplarische Untersuchung verschiedener Reiseangebote, von Mitternachtssonnen-Touren bis hin zu ökologisch sensiblen Gebieten.
7. Das Konfliktpotential zwischen natürlichen Inszenierungen und der Natur: Analyse der Belastungen, die durch den Naturtourismus in empfindlichen Lebensräumen entstehen.
8. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Wechselwirkung zwischen Ökonomie und Ökologie im Rahmen eines nachhaltigen Naturtourismus.
Schlüsselwörter
Natürliche Events, Naturtourismus, Tourismusmanagement, Ökotourismus, Pauschalreisen, Nachhaltigkeit, Arktis-Tourismus, Antarktis, Naturschutz, Reiseverhalten, Eventmarketing, Ökologisches Gleichgewicht, Safaritourismus, Naturinszenierung, Sensible Ökosysteme
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von Events, die eng mit der Natur verknüpft sind, und wie diese als neue Form touristischer Angebote vermarktet werden.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Die zentralen Felder sind die Kategorisierung dieser Events, die Analyse touristischer Boomfaktoren und die ökologischen Konsequenzen in sensiblen Destinationen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie natürliche Events als Anreiz im Tourismus genutzt werden und welche Anforderungen an einen nachhaltigen Umgang mit der Natur gestellt werden müssen.
Welche wissenschaftliche Methode findet Anwendung?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und eine strukturierte Kategorisierung von Reiseangeboten, unterstützt durch Fallbeispiele und die Auswertung touristischer Fachkonzepte.
Was behandelt der Hauptteil?
Der Hauptteil analysiert die Einflussfaktoren auf das moderne Reiseverhalten, kategorisiert verschiedene Event-Typen und diskutiert anhand von Praxisbeispielen das Konfliktpotential zwischen touristischer Nutzung und Umweltschutz.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Naturtourismus, nachhaltige Entwicklung, Event-Kategorisierung und der Zielkonflikt zwischen Ökonomie und Ökologie.
Welche Rolle spielt die Arktis und Antarktis in der Arbeit?
Diese Regionen dienen als Extrembeispiele, um zu verdeutlichen, wie fragil Ökosysteme auf zunehmende menschliche Aktivitäten reagieren und welche Schutzmechanismen dort implementiert werden.
Warum wird der Safaritourismus in Tansania thematisiert?
Tansania illustriert den Naturtourismus in Entwicklungsländern, wobei die Arbeit untersucht, unter welchen Bedingungen die touristische Nutzung der Schutzgebiete tatsächlich als Ökotourismus klassifiziert werden kann.
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- Maren Heeger (Author), Birgit Schulze Roberg (Author), 2002, Natürliche Events - eine neue touristische Angebotsform, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5191