Die pragmatische Wende nach Ludwig Wittgenstein


Hausarbeit, 2001
18 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Der Philosoph Ludwig Wittgenstein

3. Erläuterung der Zeichen- und Handlungstheorie

4. Werke Wittgensteins
4.1Wittgensteins „Tractatus logico – philosophicus“
4.2 Wittgensteins „Philosophische Untersuchungen“
4.3 Gründe für Wittgensteins Umdenken

5. Gegenüberstellung des „Traktats“ und der „PU“
5.1Bedeutung versus Gebrauch
5.2Idealsprache versus Sprachspiel
5.3Wesen versus Familienähnlichkeit

6. Bewertungen und Urteile

7. Auswirkungen auf die Kommunikationswissenschaft13

8. Abschlussbetrachtung

Literatur

1. Einleitung

„Wittgenstein war nicht das, was man im allgemeinen einen gelehrten Mann nennt. [...] Wissen war bei ihm eng mit Können verbunden“ (Malcolm 1958: 30). Die Worte des Wittgenstein - Schülers Norman Malcolm beschreiben einen Mann, der „zu den fünf oder sechs einflussreichsten Philosophen des 20.Jahrhunderts“ (Bartley III 1983:11) gehört: Ludwig Wittgenstein.

Sein Wirken soll im Folgenden anhand zweier seiner Werke, des 1921 erschienenen „Tractatus logico – philosophicus“ und der erst posthum veröffentlichten „Philosophischen Untersuchungen“ aufgezeigt und bewertet werden. Dabei bearbeite ich oben genannte Abhandlungen - nachfolgend kurz „Traktat“ und „PU“ genannt - nicht vollständig, sondern wähle die Themen aus, anhand derer das Umdenken Wittgensteins deutlich wird. Im weiteren Verlauf stelle ich die verschiedenen Positionen Ludwig Wittgensteins zu den Themenfeldern „Bedeutung versus Gebrauch“ der Wörter, „Idealsprache versus Sprachspiele“ und „Wesen versus Familienähnlichkeit“ einerseits im „Traktat“, andererseits in den „PU“ dar. Erstes Ziel meiner Arbeit ist es also, die Theorien Ludwig Wittgenstein zu erfassen und gegenüberzustellen.

Anschließend diskutiere ich – ausgehend von Bewertungen der Philosophie Wittgensteins – die Frage, wie der Einfluss seiner Werke auf den Bereich der Kommunikationstheorien, insbesondere der Handlungstheorie, einzuschätzen ist.

Das Beispiel Wittgenstein zeigt, dass die Kommunikationswissenschaft sich nicht nur durch die Arbeiten fachinterner Persönlichkeiten weiterentwickelt. Auch andere Fachbereiche wie zum Beispiel die Philosophie wirken auf die Kommunikationswissenschaft ein. Diesen Einfluss aufzuzeigen, ist zweites Ziel meiner Ausführungen.

Inwieweit Wittgensteins Umdenken vom „Traktat“ zu den „PU“ stellvertretend für den Wandel von der Zeichen- zur Handlungstheorie in der Kommunikationswissenschaft steht, möchte ich in im Schlussteil meiner Arbeit herausstellen. Als Schwierigkeit ergibt sich dabei, dass zu diesem Thema keine Literatur zu finden ist. Deshalb beziehe ich mich bei meinen Schlussfolgerungen in Kapitel 7 und 8 meiner Arbeit auf die Vorlesung des kommunikationswissenschaftlichen Orientierungskurses I am 18.12.2000 zum Thema „Kommunikationstheorien“.

2. Der Philosoph Ludwig Wittgenstein

Geboren am 26. April 1889 wächst Ludwig Wittgenstein als jüngster Sohn eines Stahlbarons in Wien auf. Nach dem Besuch der Realschule in Linz wechselt er 1906 auf die technische Hochschule Berlin – Charlottenburg. Dort lernt er die Schriften Bertrand Russells und Gottlob Freges kennen und beschließt daraufhin, ein Philosophiestudium an der Universität in Manchester zu beginnen. Im Jahr 1911 verlässt er Manchester und führt sein Studium in Cambridge fort.

Als der erste Weltkrieg ausbricht, meldet sich Wittgenstein freiwillig zum Dienst in der österreichischen Armee. Während dieser Zeit stellt er den „Traktat“ fertig. Kurz vor Ende des Krieges gerät er in italienische Gefangenschaft. Nach seiner Rückkehr 1919 lässt er sich in Österreich zum Lehrer ausbilden und übt diesen Beruf mehrere Jahre aus. 1929 kehrt er nach Cambridge zurück, wo er im gleichen Jahr aufgrund des „Traktats“ zum Doktor der Philosophie promoviert wird. 1937 wird er als Nachfolger George Moores zum Professor der Universität Cambridge berufen. In den folgenden Jahren beginnt er, die „PU“ zu verfassen, wird darin aber durch den Ausbruch des zweiten Weltkrieges gestört. Wieder meldet er sich freiwillig, diesmal zum Dienst in diversen Krankenhäusern.

Zwei Jahre nach Kriegsende muss er krankheitsbedingt seine Professur niederlegen. Er vollendet die „PU“ und lebt von nun an bei einem befreundeten Arzt in Cambridge. Hier stirbt er am 29. April 1951 an einem Krebsleiden.

3. Erläuterung der Zeichen- und Handlungstheorie

Um in Kapitel 7 meiner Arbeit Wittgensteins Einfluss auf den Bereich der Kommunikationstheorien darstellen zu können, setze ich folgende Definitionen der Zeichen- und der Handlungstheorie voraus:

In der Zeichentheorie steht der sprachliche Text und seine Bedeutung im Mittelpunkt. Die Bedeutung eines Textes soll im Akt des Verstehens erkannt werden. Dazu muss die wissenschaftliche Methode der Hermeneutik auf den drei Textebenen - der syntaktischen, semantischen und pragmatischen Ebene - angewendet werden.[1] Grundannahme der Zeichentheorie ist, dass Sprache ein Zeichensystem darstellt, in dem jedem Zeichen eine Bedeutung zugewiesen ist.

Die Handlungstheorie geht hingegen davon aus, dass Sprache ein Kommunikationsinstrument ist, mit dem man sozial handeln kann. Die Aktanten stehen dabei im Vordergrund, denn sie wenden Sprache an. Sie orientieren sich aneinander und machen Sprache so zu einer sozialen und kommunikativen Handlung.

[...]


[1] Auf der semantischen Ebene geht es darum, einzelne Sprachelemente zu zählen. Auf den beiden weiteren Ebenen sollen diese Sprachelemente dann gedeutet und interpretiert werden.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Die pragmatische Wende nach Ludwig Wittgenstein
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
1,7
Autor
Jahr
2001
Seiten
18
Katalognummer
V51959
ISBN (eBook)
9783638477864
Dateigröße
497 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wende, Ludwig, Wittgenstein
Arbeit zitieren
Julia Sommerhäuser (Autor), 2001, Die pragmatische Wende nach Ludwig Wittgenstein, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51959

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