Politische Bildung auf dem Prüfstand


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004
15 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

A Einleitung zum Rechtsextremismus
1. Der Begriff des Rechtsextremismus
2. Rechtsextremismus in den neuen Bundesländern

B Einleitung zur Studie
1. Vorgehensweise
2. Der Fragebogen
3. Die Gruppendiskussion

C Ausländerfeindlichkeit unter Jugendlichen
1. Verhältnis von Jugendlichen zu Politik und Demokratie
2. Rechts orientierte Jugendliche
3. Ausländerfeindlichkeit an Schulen in Sachsen-Anhalt

D Fazit
Literatur
Anmerkung:

Die Quellenangaben beziehen sich, sofern nicht anders bemerkt, auf das Buch:

Krüger, Heinz-Hermann; Reinhardt, Sybille; u.a.: Jugend und Demokratie – Politische Bildung auf dem Prüfstand, Eine quantitative und qualitative Studie aus Sachsen-Anhalt/ Opladen/ 2002

Einleitung

Während ich mich im Referat um einen Überblick über alle Bereiche der Ergebnisse der Studie aus Sachsen-Anhalt bemüht habe, soll es in der Ausarbeitung vor allem um den Aspekt der Ausländerfeindlichkeit an den Schulen gehen, sowie um Möglichkeiten, dieser entgegenzuwirken. Ursachen für die Entstehung werden nicht als solche benannt, sondern sollen indirekt über die Benennung von Gemeinsamkeiten rechts orientierter Jugendlicher teilweise deutlich werden.

A Einleitung zum Rechtsextremismus

1. Der Begriff des Rechtsextremismus

Aufgrund des wenig differenzierten Umgangs mit dem Begriff des Rechtsextremismus in der Öffentlichkeit, ist es sinnvoll, mit einer kurzen Erklärung des Begriffs zu beginnen.[1]

Politischer Extremismus im allgemeinen bezeichnet verschiedene Formen der Ablehnung von Demokratie und damit von demokratischen Werten. Zu diesen zählen vor allem das Mehrheitsprinzip, die Volkssouveränität und eine auf Menschenrechte beruhende Verfassung. Gemeinsame strukturelle Merkmale extremer Orientierungen können unter anderem die Bildung von starken Freund-Feind-Stereotypen und Verschwörungstheorien, Fanatismus, die Auffassung von einer homogenen Bevölkerung und ein antipluralistisches Gesellschafts- und Politikverständnis sein.

Unter diesem allgemeinen Begriff des politischen Extremismus fallen die verschiedensten Gruppen, wie kommunistische und nationalistische Gruppen, Autonome oder auch Skinheads. Es ist nötig, den Begriff weiter zu untergliedern in links- und rechtextreme Gruppen und diese noch einmal in Bezug auf ihre inhaltliche Ausgestaltung. Hier soll es nur um die Beschreibung rechtsextremistischer Ideologien gehen.

Rechtsextremismus zeichnet sich vor allem durch vier Grundideen aus: Die Überbewertung ethnischer Zugehörigkeit und damit eine Abwertung demokratischer Prinzipien wie den Menschen- und Bürgerrechten, einer Ideologie der Ungleichheit, indem aus Ungleichheit von Menschen in ethnischer, geistiger oder körperlicher Hinsicht eine Ungleichwertigkeit gemacht wird, einem Antipluralismus, der zum einen die Ablehnung verschiedener Interessen, zum anderen eine Forderung nach einer homogenen Gesellschaft bedeutet und einem Autoritarismus, in dem der Staat über die Gesellschaft gestellt wird, der für Harmonie in der Gesellschaft sorgt und das „Allgemeinwohl“ vertritt. Diese Ideen findet man bei allen Rechtsextremisten, jedoch mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung und Ausgestaltung. So sind Neonazis beispielsweise fähig, über die Ländergrenze hinaus zu agieren. Sie sind fixiert auf die Unterscheidung von Menschen nach Rasse und nehmen damit rassistische Positionen ein. Rechte Parteien hingegen, die an der eigenen Nation orientiert sind und damit eine nationalistische Position einnehmen, sind an Ländergrenzen gebunden. Innerhalb der verschiedenen Teilgruppen gibt es keine ideologische Geschlossenheit. Auch die Forderungen, Aktivitäten, Organisation und Ausdifferenzierung der Ideen sind sehr unterschiedlich, so dass die rechtextremen Organisationen nicht als homogene Gruppe zu beschreiben sind.

2. Rechtsextremismus in den neuen Bundesländern

In der DDR wurden von der SED durch ein Staatdoktrin des Antifaschismus gesetzlich alle rechtsextremen Aktivitäten und Organisationen verboten. Vorkommnisse dieser Art wurden nach außen hin geleugnet, und doch beweisen Archivfunde, dass bereits seit den fünfziger Jahren rechtsorientierte kleine Gruppen, vor allem aus Jugendlichen, bestanden, die durch Hakenkreuzzeichnungen, Gewalt gegen Ausländer oder Propaganda auffielen. In der Tat waren schon zu diesem Zeitpunkt fremdenfeindliche Einstellungen und Handlungen weit verbreitet.[2]

Die jugendliche Subkultur der Skinheads bildete sich in den neuen Bundesländern vor allem Anfang der achtziger Jahre. Sie entstand Ende der siebziger in Großbritannien, wo sie sich hauptsächlichen aus Jugendlichen mit niedrigem Bildungsabschluss und Herkunft zusammensetzte. Zuerst unpolitisch differenzierten sich mit der Zeit linke, mittlere, aber vor allem rechte Untergruppen ab. Optisch zeichnen sie sich durch kahlgeschorene Köpfe, Bomberjacken, hochgekrempelten Jeans, Doc Martens oder Springerstiefeln aus. Die Gruppe lehnt diszipliniertes Verhalten ab, ist unorganisiert, entsteht meist durch persönliche Zusammenschlüsse und fällt vor allem durch gewalttätige Handlungen gegenüber Ausländern auf. Das Gruppenverhalten ist gekennzeichnet durch gemeinsamen hohen Alkoholkonsum und dem Lebens eines Männlichkeitskultes (Gruppe besteht vor allem aus männlichen Jugendlichen). Über 2/3 der deutsche Skinheads sind unter 20 Jahre alt. Über die Hälfte von ihnen lebt in den neuen Bundesländern.

B Einleitung zur Studie

Als 1998 die Ergebnisse der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bekannt wurden, war man nicht wenig überrascht: Die Deutsche Volksunion (DVU) erhielt 13 % der Wählerstimmen, davon den größten Teil von Seiten der jungen Bevölkerung (fast 30%). Während des Wahlkampfes fiel die DVU vor allem durch ausländerfeindliche Parolen bzw. Slogans auf.[3][4]

1999 vom Kultusministerium in Auftrag gegeben wurde 2000 die Studie mit 1466 Jugendlichen aus Sachsen-Anhalt durchgeführt. Ziel war es, deren Einstellung zu Politik und verschiedenen Jugendkulturen festzustellen, sowie deren Freizeitaktivitäten und Einbindungen in Organisationen zu untersuchen. Weiterhin wollte man den Einfluss von Eltern, Schule und Peers zu diesen Lebensaspekten der Schüler ermitteln. Am Ende sollten Daten stehen, die zukünftige Vergleiche ermöglichen.

Die Projektleitung bestand aus Prof. Dr. Heinz-Hermann Krüger und Prof. Dr. Sibylle Reinhardt., finanziert wurde die Studie vom Kultusministerium von Sachsen-Anhalt

[...]


[1] Vgl. Pfahl-Traughber: Rechtsextremismus in der Bundesrepublik/ München/ 1999, S.11-19

[2] Vgl. Pfahl-Traughber: Rechtsextremismus in der Bundesrepublik/ München/ 1999, S.58-67

[3] Außer angegebenen Ausnahmen entstammen die Informationen von Kapitel B den S.11-40

[4] S.43

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Politische Bildung auf dem Prüfstand
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
2
Autor
Jahr
2004
Seiten
15
Katalognummer
V51984
ISBN (eBook)
9783638478076
Dateigröße
507 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politische, Bildung, Prüfstand
Arbeit zitieren
Jennifer Werner (Autor), 2004, Politische Bildung auf dem Prüfstand, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51984

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