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Hexenverfolgung in der Region. Die Hexenprozesse in Rothenburg ob der Tauber

Titel: Hexenverfolgung in der Region. Die Hexenprozesse in Rothenburg ob der Tauber

Bachelorarbeit , 2019 , 44 Seiten , Note: 3,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Geschichte - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit geht es mir vor allem darum, Irrtümer aus dem Weg zu räumen, Vorurteile, die sich bis in die Gegenwart durchsetzen. Ein Missverständnis, dass sich bis dato hält bezieht sich auf die Zeit. Die Hexenverfolgung wird fälschlicherweise oft für ein dunkles Kapitel des Mittelalters gehalten. Diese Annahme ist insofern berechtigt, dass sich die theoretischen und ideologischen Grundlagen für Prozesspraxen während des Mittelalters entwickelten, die Blütezeit der Hexenverfolgung fand jedoch in der Frühen Neuzeit statt.5 Um weitere, kursierende Vorstellungen zum Thema Hexen näher zu untersuchen, habe ich folgende Thesen aufgestellt: die Kirche ist für die Hexenverfolgung verantwortlich, überall herrschten wahnähnliche Zustände, jede Hexereianklage führte unweigerlich zu einer Hinrichtung und Frauen waren die Opfer der Verfolgung

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Forschungsstand

3 Rahmenbedingungen der frühneuzeitlichen Hexenverfolgung

3.1 Zeitgeschichtlicher Überblick

3.2 Entstehung und Verbreitung eines kumulativen Hexenbegriffs

3.3 Von den Ketzern zu den Hexen

3.4 Inquisition

3.4.1 Der Inquisitionsprozess

4 Beginn der Hexenverfolgung

4.1 Notwendige Voraussetzungen der Prozesse

4.1.1 Kirchliche Prämissen

4.1.2 Weltliche Prämissen

4.2 Begünstigende Momente

4.3 Anklagemotive

4.3.1 Kirchliche Motive

4.3.2 Weltliche Motive

5 Hexenprozesse

5.1 Prozessführung und Verlauf

5.1.1 Denunziation

5.1.2 Verhaftung / Haft

5.1.3 Anklage / Verteidigung

5.1.4 Verhöre

5.1.5 Geständnis

5.1.6 Verurteilung

5.1.7 Hinrichtung

5.2 Höhepunkt

5.3 Opfer

5.3.1 Kinder

5.3.2 Männer

6 Hexenprozesse in Rothenburg ob der Tauber

6.1 Hans Gackstatt

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Hintergründe und den Verlauf der frühneuzeitlichen Hexenverfolgung mit einem spezifischen Fokus auf die Stadt Rothenburg ob der Tauber, um verbreitete Fehlvorstellungen über diesen historischen Prozess kritisch zu hinterfragen.

  • Historische Rahmenbedingungen und Entstehung des Hexenbegriffs
  • Die Rolle der Kirche und der Inquisition bei der Etablierung von Hexenprozessen
  • Soziale und ökonomische Faktoren als Auslöser für Hexenverfolgungen
  • Prozessverlauf, Geständnisdruck und die Funktion der Folter
  • Fallstudie: Analyse der Hexenprozesse in Rothenburg ob der Tauber

Auszug aus dem Buch

3.4.1 Der Inquisitionsprozess

Im Gegensatz zum Prozessverfahren des bisherigen Akkusationsprozess gab es bei der inquisitio haereticae pravitatis Besonderheiten. Der Inquisitor war zugleich Ermittler, Richter und Seelsorger, der Verdächtige Angeklagter und gegebenenfalls auch ein Irrender, dem die Möglichkeit zur Buße gegeben werden sollte.23 Teil der Ermittlungsverfahren waren Befragungen des Klerus und der Bevölkerung, die eidlich verpflichtet waren, Ketzer und Ketzereidelikte anzuzeigen. Für eine Anklage genügten bereits Verdachtsmomente, böse Gerüchte und Denunziation. Die Prozessführung fand nicht öffentlich statt und Zeugen blieben geheim, die zur Verurteilung erforderlichen Geständnisse erhielt der Inquisitor in der Regel spätestens durch die Anwendung der Tortur. Das Urteil eines überführten Häretikers war der Feuertod.24,25

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung des Themas, Darlegung der persönlichen Motivation sowie Definition der zentralen Thesen und Forschungsfragen.

2 Forschungsstand: Überblick über die historische Entwicklung der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Hexenprozessen von der konfessionell geprägten Forschung bis hin zur interdisziplinären Moderne.

3 Rahmenbedingungen der frühneuzeitlichen Hexenverfolgung: Analyse der antiken und mittelalterlichen Wurzeln sowie der theologischen Entwicklungen, die das Hexenbild und das inquisitorische Strafrecht formten.

4 Beginn der Hexenverfolgung: Untersuchung der institutionellen Etablierung durch päpstliche Bullen und den Hexenhammer sowie der rechtlichen Voraussetzungen auf kirchlicher und weltlicher Ebene.

5 Hexenprozesse: Detaillierte Darstellung des juristischen Ablaufs, der Methoden der Wahrheitsfindung, der Rolle von Zeugen und Folter sowie der statistischen Verteilung von Opfern.

6 Hexenprozesse in Rothenburg ob der Tauber: Konkrete Fallanalyse, die aufzeigt, dass es hier im Gegensatz zu anderen Regionen keine Massenpanik gab und die juristische Urteilsfindung besonnen verlief.

7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ursachen der Hexenverfolgung als Konstrukt des Hexereiverbrechens und Reflexion über die Rolle von Staat und Gesellschaft.

Schlüsselwörter

Hexenverfolgung, Rothenburg ob der Tauber, Inquisition, Hexenhammer, Teufelspakt, Frühe Neuzeit, Schadenszauber, Peinliche Befragung, Tortur, Prozessführung, Ketzerverfolgung, Denunziation, Hexenglaube, Hexenprozesse, Soziale Konflikte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Geschichte der Hexenverfolgung in der Frühen Neuzeit und analysiert insbesondere die juristischen und sozialen Strukturen, die hinter den Prozessen standen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Neben der Entstehung des Hexenglaubens behandelt die Arbeit die Rolle der Inquisition, die juristische Handhabung von Prozessen und die Ursachen für das Ausmaß der Verfolgungen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit zielt darauf ab, Vorurteile über die Hexenverfolgung abzubauen und zu untersuchen, wie es zur Entstehung des Hexereidelikts kam und warum dieses in der Praxis regional sehr unterschiedlich umgesetzt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer Auswertung von Fachliteratur sowie Prozessakten und Quellen aus der Zeit basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Rahmenbedingungen, den Beginn der Verfolgung durch den Hexenhammer, den Ablauf der Hexenprozesse und eine tiefgehende Fallstudie zu Rothenburg ob der Tauber.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Hexenverfolgung, Inquisition, Peinliche Befragung, Hexenhammer und Rothenburg ob der Tauber charakterisiert.

Was macht den Fall Rothenburg ob der Tauber besonders?

In Rothenburg gab es im Vergleich zu anderen Territorien eine auffallend geringe Zahl an Verurteilungen, was auf eine zögerliche und besonnene Haltung der lokalen Obrigkeit gegenüber Hexereianklagen schließen lässt.

Warum spielt der "Hexenhammer" eine so große Rolle?

Der Hexenhammer diente als einflussreiches Handbuch, das die theoretischen Grundlagen für die Hexenverfolgung lieferte und somit die Popularisierung der Hexenlehre und die gerichtliche Praxis maßgeblich beeinflusste.

Ende der Leseprobe aus 44 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Hexenverfolgung in der Region. Die Hexenprozesse in Rothenburg ob der Tauber
Hochschule
Universität zu Köln  (Philosphische Fakultät)
Note
3,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
44
Katalognummer
V519921
ISBN (eBook)
9783346112590
ISBN (Buch)
9783346112606
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hexenverfolgung Hexenprozesse Ketzer kumulativer Hexenbegriff Inquisitionsprozesse Kirche Verhöre Geständnis Kinderhexenprozesse Männerhexenprozesse Mittelalter Frühe Neuzeit Höhepunkt Rothenburg Opfer Hinrichtung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2019, Hexenverfolgung in der Region. Die Hexenprozesse in Rothenburg ob der Tauber, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/519921
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Leseprobe aus  44  Seiten
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