Das Lesen bezeichnet einen komplexen Entwicklungsprozess bei dem sich der/die Lesende mit verschiedenen Strategien von der Buchstabenebene zur Textebene hocharbeitet.
ILeA bedeutet individuelle Lernstandsanalyse und ist „ein pädagogisches Diagnostikum, das Anleitungen zu Lernstandsanalysen und pädagogische Angebote enthält“. Dieses Verfahren gibt es in dem Fach Deutsch für die Bereiche Lesen und Rechtschreibung, sowie für die Mathematik. Es kann von der 1. bis zur 6. Klasse eingesetzt werden. So ist es möglich die Entwicklung des Kindes über einen längeren Zeitraum hinweg in dem jeweiligen Bereich zu dokumentieren.
Ziel ist es auf Basis der verschiedenen Lernausgangslagen individuelle Lern- und Förderpläne zu erstellen und den Unterricht zu optimieren. ILeA wurde so angelegt, dass man es mit einer kompletten Schulklasse, in kleineren Gruppen oder Einzelsituationen anwenden kann. Idealerweise wird das Verfahren zum Schuljahresbeginn und wiederholend im weiteren Verlauf des Jahres eingesetzt.
Inhaltsverzeichnis
1. Theorie
1.1 Theoretische Grundlagen zur Lesefähigkeit
1.2 ILeA 2
2. Umsetzung
2.1 Kind-Umfeld-Analyse
2.2 Durchführung der Diagnose mit Hilfe der ILeA 2
2.3 Beschreibung der Ergebnisse
2.4 Interpretation der Ergebnisse
3. Förderung der Kinder
3.1 Allgemeine Förderaspekte
3.2 Förderplan
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, basierend auf der individuellen Lernstandsanalyse (ILeA 2) den Leistungsstand zweier Grundschüler im Bereich der Lesegeschwindigkeit und des Leseverständnisses zu diagnostizieren, um daraus gezielte, individualisierte Fördermaßnahmen abzuleiten.
- Diagnostik der Leseentwicklung mittels ILeA 2
- Analyse basaler Lesefähigkeiten auf Wortebene
- Untersuchung höherer Lesefähigkeiten auf Satzebene
- Erstellung von Förderplänen zur Steigerung der Leseflüssigkeit
- Methoden zur Förderung des Textverständnisses im Unterricht
Auszug aus dem Buch
1.1 Theoretische Grundlagen zur Lesefähigkeit
Das Lesen bezeichnet einen komplexen Entwicklungsprozess bei dem sich der/die Lesende mit verschiedenen Strategien von der Buchstabenebene zur Textebene hocharbeitet. Dieser Prozess lässt sich vereinfacht in drei unterschiedliche Strategien der Leseentwicklung einteilen.
Die Logografische Strategie bezeichnet eine Vorstufe, in der die Wörter ganzheitlich durch visuelle Merkmale erkannt werden, demnach können nur Worte „erlesen“ werden, welche bereits bekannt sind. Diese Stufe ist typisch bei Kindern im Vorschulalter. Schründer-Lenzen (2013) definiert diese Phase wie folgt: „Auf der logographischen Stufe haben Buchstaben nur Signalcharakter als cues für die Worterkennung, sie werden von den Kindern nicht in ihrem Lautcharakter entschlüsselt“ (S. 67).
Die Alphabetische Strategie eignen sich die Kinder typischerweise in der ersten Klasse an. Sie markiert den Beginn der Wahrnehmung von Graphem-Phonem- Korrespondenzen, die Kinder fangen an zu erkennen, dass die einzelnen Buchstaben Laute repräsentieren (vgl. Jeuk & Schäfer 2013, S. 76). Sie fangen an Buchstaben systematisch zu übersetzen und so die entsprechenden Laute zu entschlüsseln. In dieser Phase treten häufig Probleme beim Erlesen langer Wörter oder welcher mit Konsonantenhäufungen auf. Sobald die Kinder die Alphabetische Strategie vollständig beherrschen erlesen sie sich die einzelnen Buchstaben von links nach rechts und ziehen die Laute zu Silben und Wörtern zusammen. Hier werden die einzelnen Laute noch überdeutlich artikuliert. Die Lesetechnik verlangt in diesem Stadium noch viel Konzentration des Kindes, sodass das Lesetempo noch langsam und das Leseverständnis sehr begrenzt ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Theorie: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Modelle der Leseentwicklung, wie die logografische, alphabetische und lexikalische Strategie, sowie die Funktionsweise des Diagnoseinstruments ILeA 2.
2. Umsetzung: Hier werden die Kind-Umfeld-Analyse der beiden Probanden, der konkrete Ablauf der Diagnose sowie die Beschreibung und Interpretation der Testergebnisse detailliert dargelegt.
3. Förderung der Kinder: Dieses Kapitel leitet aus den diagnostischen Erkenntnissen allgemeine Förderaspekte ab und entwickelt konkrete Förderpläne inklusive der Auswahl geeigneter Materialien und Methoden für beide Kinder.
Schlüsselwörter
Lesediagnostik, ILeA 2, Lesegeschwindigkeit, Leseverständnis, Schriftspracherwerb, Leseentwicklung, Förderplanung, Leseflüssigkeit, Lautlesetandem, Grundschule, Lesestrategien, Diagnoseinstrument, Lernstandsanalyse, Automatisierung, Lesekompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Diagnose und individuellen Förderung der Lesefähigkeiten von zwei Grundschulkindern am Ende der zweiten Klasse.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Leseentwicklung, der diagnostischen Erhebung mittels standardisierter Verfahren und der Ableitung pädagogischer Förderangebote.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den aktuellen Leistungsstand der Kinder in Bezug auf Lesegeschwindigkeit und -verständnis zu ermitteln und passende, motivierende Fördermaterialien bereitzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird das Diagnoseinstrument ILeA 2 (Individuelle Lernstandsanalyse) sowie eine begleitende qualitative Beobachtung des Leseverhaltens genutzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Einordnung der Kinder in Stufenmodelle des Lesens, die Analyse ihrer Fehlermuster bei den Tests sowie die Konzeption eines Förderplans.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Lesediagnostik, ILeA 2, Leseflüssigkeit, Förderplanung und Schriftspracherwerb.
Warum wurde für Kind 1 ein höheres Anforderungsniveau gewählt?
Aufgrund ihrer fortgeschrittenen Lesetechnik und ihres ausgeprägten Textverständnisses wurde das Material für Klasse 3/4 als angemessener erachtet als das Niveau für Klasse 2.
Welchen Stellenwert nimmt das Lautlesetandem ein?
Es fungiert als zusätzliche, klassische Fördermaßnahme zur Automatisierung des Lesens und zur Steigerung der Leseflüssigkeit im Tandem.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, ILeA 2. Diagnose und Förderung im Bereich Lesegeschwindigkeit und Leseverständnis von zwei Kindern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/520053