Schuldarstellungen in Kinderliteratur. Ein Vergleich von "Hanni und Nanni sind immer dagegen" und "Pippi Langstrumpf in der Villa Kunterbunt"


Hausarbeit, 2019

13 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Zur Darstellung von Schule in der Kinder- und Jugendliteratur

3. (Kurz-)Vorstellung der ausgewählten Literatur
3.1 Hanni und Nanni sind immer dagegen 4
3.2 Pippi Langstrumpf

4. Schuldarstellung in der ausgewählten Literatur
4.1 Das vermittelte Schulbild in „Hanni und Nanni sind immer dagegen“
4.2 Das vermittelte Schulbild in „Pippi Langstrumpf“
4.3 Vergleich der Schulbilder

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist die literarische Analyse der beiden Kinderbücher „Hanni und Nanni sind immer dagegen“ von Enid Blyton und „Pippi Langstrumpf“ von As- trid Lindgren im Hinblick auf die Schuldarstellung und dem Vergleich der vermittelten Schulbilder.

Das Ziel ist es, die vielseitigen Eindrücke der Darstellung von Schule in der ausgewählten Literatur aufzuführen und mit Textbeispielen zu belegen. Außerdem werden die ermittelten Darstellungen von Schule miteinander verglichen und die Frage beantwortet, welche Ge- meinsamkeiten und Unterschiede diese aufweisen.

Nach der Einleitung folgen Informationen über das Thema Schule im Allgemeinen in der neueren Kinder- und Jugendliteratur. Nach diesen allgemeinen Basisinformationen werden die beiden Forschungsgegenstände kurz vorgestellt und ihr Inhalt resümiert, damit die Analy- se der Schuldarstellung eingebettet und verstanden werden kann. Der nächste Abschnitt macht den Kern der Arbeit aus und enthält die Untersuchung der Schuldarstellung der beiden Bücher.

Innerhalb der Analyse wurden verschiedene Kategorien entschieden, um die Schuldarstellung systematisch und umfassend belegen zu können. Nach der Analyse werden die herausgefun- denen Ergebnisse miteinander verglichen und dargelegt.

2. Zur Darstellung von Schule in der Kinder- und Jugendliteratur

Die Schule ist als immer wiederkehrendes Thema in der Kinder- und Jugendliteratur etabliert. Das Thema greift zunächst oft das Lehrer-Schüler-Konflikt auf, die meist von den verschie- denen Lehrertypen hervorgehen. Laut Zabka werden die verschiedenen Persönlichkeiten der Pädagogen in der Literatur gegenüber gestellt: einerseits gibt es strenge, unsensible und langweilige Lehrer und andererseits werden Kinder mit begeisternden, verständnisvollen und nachsichtigen Lehrern konfrontiert (Vgl. Zabka 2008, S. 1).

Außerdem wird Schule in Kinder- und Jugendbüchern mit Absicht positiv dargestellt, damit Kinder keine Angst vor dem Ort haben und sich auf die Schule freuen können (Vgl. Zabka 2008, S. 2).

Die Autoren der Kinder- und Jugendliteratur greifen deshalb auf den Schauplatz Schule zu- rück, da die Leserinnen und Leser größtenteils in einem Alter sind, die die Schule noch re- gelmäßig besuchen. Die Schule macht einen bedeutenden Teil ihres Lebens aus, weshalb die- ser auch in der Literatur thematisiert wird.

3. (Kurz-)Vorstellung der ausgewählten Literatur

Im folgenden Kapitel werden die Bücher „Hanni und Nanni sind immer dagegen“ von Enid Blyton und Astrid Lindgren’s „Pippi Langstrumpf“ vorgestellt und eine kurze Zusammenfas- sung über den Inhalt wiedergegeben.

3.1 Hanni und Nanni sind immer dagegen

„Hanni und Nanni sind immer dagegen“ ist das erste Band, welches 1941 in England zum ersten Mal erschien, der Buchreihe Hanni und Nanni der Autorin Enid Blyton. Der Franz Schneider Verlag veröffentlichte das Buch erstmals 1965 in Deutschland.

In „Hanni und Nanni sind immer dagegen“ werden die Zwillinge Hanni und Nanni auf das Mädcheninternat Lindenhof geschickt. Allerdings passiert dies gegen ihren Willen. Ihre El- tern möchten nicht, dass sie „überheblich und großspurig“ (Blyton 2005, S. 12) werden, wes- halb die Versuche der Zwillinge, die Entscheidung der Eltern zu ändern, außerordentlich scheitern. In Lindenhof angekommen werden Hanni und Nanni freundlich von ihrer Klassen- lehrerin Frau Roberts empfangen. Dennoch sind die beiden fest entschlossen, gar nicht daran zu denken, sich in der neuen Schule einzufügen. Die Arbeit für die älteren Schülerinnen zu verrichten, kommt für sie ebenfalls nicht in Frage. Die anderen Mädchen halten die Zwillinge zu Anfang für „ziemlich eingebildet“ (Blyton 2005, S. 17). Nach einiger Zeit auf der neuen Schule müssen Hanni und Nanni feststellen, dass Lindenhof ihnen doch gefällt. Hier haben sie neue Freundschaften geschlossen, die Lehrerinnen sind ihnen ans Herz gewachsen und sie haben jede Menge Spaß beim Spielen von Streichen.

3.2 Pippi Langstrumpf

Astrid Lindgren’s Buch „Pippi Langstrumpf“ erschien erstmals 1945 in Schweden. In deut- scher Übersetzung veröffentliche der Friedrich Oetinger GmbH Verlag das Buch erstmalig 1949.

„Pippi Langstrumpf“ erzählt eine Geschichte über ein Mädchen namens Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf, die in einer kleinen Stadt in der Villa Kunterbunt mit ihrem Pferd „Kleiner Onkel“ und ihrem Affen „Herr Nilsson“ wohnt. Sie ist aber kein gewöhnliches Kind. Pippi ist außerordentlich stark, hat vor niemandem Angst, lässt sich von keinem etwas vorschreiben und wohnt ganz allein in einer großen Villa. Mit ihren Freunden Tommy und Annika erlebt sie viele lustige und spannende Abenteuer. An einem Tag geht sie zum ersten Mal in die Schule, an einem anderen besucht sie den Zirkus oder feiert ihren Geburtstag. Mit Pippi’s verrückten Ideen gibt es keine Langeweile mehr. Durch ihre unbeschwerte und kindlich-naiven Art schafft sie es immer wieder, den Erwachsenen zu trot- zen.

4. Schuldarstellung in der ausgewählten Literatur

Dieses Kapitel ist der Darstellung von Schule in den Büchern „Hanni und Nanni sind immer dagegen“ und „Pippi Langstrumpf“ gewidmet. Hierfür werden ausgewählte Textstellen der untersuchten Literatur beschrieben und analysiert.

4.1 Das vermittelte Schulbild in „Hanni und Nanni sind immer dagegen“

Zunächst lässt sich festhalten, dass Enid Blyton’s „Hanni und Nanni sind immer dagegen“ viele Bilder von Schule vermittelt. Insbesondere werden verschiedene Lehrertypen aufgezeigt und es wird auf das Verhalten der Schülerinnen eingegangen.

Zu Beginn der Geschichte beklagen sich Hanni und Nanni darüber, in das Internat Lindenhof gesteckt zu werden, da sie lieber nach Ringmeer gehen würden.

„Die Schule sei phantastisch [sic!], nur wohlhabende Leute können es sich leisten ihre Kinder dorthin zu schicken. Und nette Freundinnen findet man dort auch. Wir werden einen eigenen Schlafraum und sogar ein eigenes Arbeitszimmer haben; wir brauchen auch keine Schulkleidung tragen und das Essen soll echt gut sein!“ (Blyton 2005, S. 10)

In Lindenhof müssen die Zwillinge sich einen Schlafraum mit sechs oder acht Mädchen tei- len (Vgl. Blyton 2005, S. 10). Die Ausstattung in der Schule und die vorhandenen Räumlich- keiten werden in diesem Buch entsprechend oft erwähnt und ausführlich dargestellt:

„Die Klassenzimmer unterschieden sich nicht von den anderen Schulen, Aber von den Fenstern hatte man einen wunderschönen Blick auf die Umgebung. Dann sahen sie sich die Aufenthaltsräume an. In ihrer alten Schule hatten sie ein eigenes Arbeitszimmer, aber in Lindenhof mussten die unteren Klassen den großen Gemeinschaftsraum benutzen. Hier gab’s aber auch ein Radio, einen Plattenspieler und eine große Anzahl von Büchern.

Außerdem war da ein kleines Musikzimmer, ein Zeichensaal, ein schönes Laboratorium und eine riesige Turnhalle, die auch für Versammlungen und Konzerte verwendet wurde. Die Lehrerinnen besaßen zwei Aufenthaltsräume und ihre eigenen Schlafzimmer, während die Direktorin einen kleinen Flügel des Ge- bäudes bewohnte." (Blyton 2005, S. 19)

Die Schule wird zunächst als „ziemlich kahl und ungemütlich“ (Blyton 2005, S. 19) be- schrieben und die Betten sind im Vergleich zu ihrer alten Schule „weniger bequem“ (Blyton 2005, S.19). Das alles im Internat gleich aussehen muss, missfällt den beiden Schwestern (Vgl. Blyton 2005, S. 19). Das Äußere der Schule wird wie folgt veranschaulicht:

„Die Zwillinge schauten aus dem Fenster und sahen ein großes, weißes, von zwei Türmen eingerahmtes Gebäude. Es lag an einem Berghang und war von großzügigen Sportplätzen und Gärten umgeben.“ (Blyton 2005, S. 17)

Die detaillierte Beschreibung des Internats macht einen deutlichen Teil der Darstellung des Schulbildes aus. Damit wird den Leserinnen und Lesern eine ganz bestimmte Vorstellung vom Internat vermittelt, welche durch die Protagonistinnen festgelegt wird.

Des Weiteren ist das Beschreiben der Lehrerinnen von Lindenhof bedeutend für die Schuldarstellung dieses Buches. Frau Roberts ist die Klassenlehrerin der Zwillinge. Bei der ersten Begegnung bemerken Hanni und Nanni:

„[…] und sie mussten sogar zugeben, dass Frau Roberts nett war. Sie war jung und schlank und sie sah gut aus. Aber sie hatte eine sehr bestimmte Art, und Hanni und Nanni war sofort klar, dass die Lehrerin ihnen keineswegs alles durchgehen lassen würde.“ (Blyton 2005, S. 16)

Sie ist eine gemochte Lehrerin, „obwohl sie im Unterricht keine Albernheiten duldete“ (Bly- ton 2005, S. 25). Sie kann auch sehr streng sein:

„Meinetwegen, tu, was du nicht lassen kannst; aber mit dieser Auffassung wirst du es in meiner Klasse nicht weit bringen.“ (Blyton 2005, S. 25)

Ihrer Klassenlehrerin erweisen die Schülerinnen „großen Respekt“ (Blyton 2005, S. 61). Bei ihr erlauben sich die Schülerinnen keine Streiche und sind in ihrer Gegenwart sehr diszipli- niert: „Vorsicht! Frau Roberts kommt. Geht auf eure Plätze! Schnell!“ (Blyton 2005, S. 58). Die Kunstlehrerin Frau Walker ist sehr beliebt. Die Autorin stellt sie in dieser Weise dar:

„Die Zeichenlehrerin, Frau Walker, war jung und lustig. Sie freute sich sehr, dass beide Zwillinge gut zeichnen und malen konnten. Hanni und Nanni mochten Frau Walkers Stunden am liebsten. Bei ihr gab’s immer was zum Lachen. Sie durften beim Zeichnen sogar reden.“ (Blyton 2005, S. 25)

Die lockere Atmosphäre im Kunstunterricht wird von den Zwillingen entschieden geschätzt und hat zur Folge, dass Frau Walker ihr Ansehen genießen kann. Frau Mademoiselle, „Mam- sell“, unterrichtet an der Schule Französisch. Enid Blyton beschreibt sie als „ältlich, streng und oft recht heftig“ (Blyton 2005, S. 25).

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Schuldarstellungen in Kinderliteratur. Ein Vergleich von "Hanni und Nanni sind immer dagegen" und "Pippi Langstrumpf in der Villa Kunterbunt"
Hochschule
Universität zu Köln
Note
2,7
Autor
Jahr
2019
Seiten
13
Katalognummer
V520077
ISBN (eBook)
9783346126597
ISBN (Buch)
9783346126603
Sprache
Deutsch
Schlagworte
schuldarstellungungen, kinderliteratur, vergleich, hanni, nanni, pippi, langstrumpf, villa, kunterbunt
Arbeit zitieren
Tu Anh Nguyen (Autor:in), 2019, Schuldarstellungen in Kinderliteratur. Ein Vergleich von "Hanni und Nanni sind immer dagegen" und "Pippi Langstrumpf in der Villa Kunterbunt", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/520077

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