Wird das Fernsehen wirklich von Youtube verdrängt, oder lassen sich eventuell auch andere Entwicklungen erkennen? Inwiefern stellt Youtube einen Ersatz für das Fernsehen dar? Welche Vorzüge weist das eine Medium gegenüber dem anderen auf? Beide Medien sollen in dieser Arbeit zunächst einzeln betrachtet werden, um sie dann im letzten Teil gegenüber zu stellen und ihre Beziehung zueinander herauszuarbeiten. Nach einer anfänglichen, kurzen Annäherung an die klassische Fernsehtheorie soll der Frage nachgegangen werden, welchen Herausforderungen das Medium in der heutigen Zeit gegenübersteht. Gerade in diesem Kontext macht es auch Sinn, über mögliche Stärken und auch Schwächen des Fernsehens nachzudenken. Anschließend wird der Fokus dann eher auf die Videoplattform Youtube verlagert und auch an dieser Stelle sollen die Kernkompetenzen der Videoplattform benannt werden.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Fernsehen im Kontext digitalen und gesellschaftlichen Wandels
2.1. Klassischer Fernsehbegriff und traditionelle Rezeptionsforschung
2.2. Moderne Fernsehrezeption: Fernsehwandel und seine Faktoren
2.3. Fernsehspezifische Funktionen und Eigenschaften/Abgrenzung
III. Das Phänomen der Videoportale: Internetbewegter Bewegtbildkonsum
3.1. Youtube- eine kurze Übersicht
3.2. Spezifische Eigenschaften und Funktionen von Youtube
IV. Ist Youtube das neue Fernsehen?
4.1. Nutzungsstatistiken Fernsehen vs. Onlinebewegtbild
4.2. Diskussion: Substitution, Komplementarität oder Konvergenz?
4.3. Abschlussbewertung: Wie wirken sich Videoportale auf das Fernsehen aus?
V. Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themenfelder
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem klassischen Fernsehen und modernen Online-Videoportalen wie Youtube. Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob und inwiefern diese Videoplattformen das traditionelle Fernsehen ersetzen, ergänzen oder durch Konvergenzprozesse transformieren, wobei insbesondere die veränderten Nutzungsgewohnheiten der sogenannten "Digital Natives" im Fokus stehen.
- Klassische Fernsehtheorie vs. digitale Mediennutzung
- Strukturwandel durch Individualisierung, Digitalisierung und Globalisierung
- Vergleichende Analyse der Nutzungsstatistiken und Motive
- Funktionsweise und spezifische Merkmale von Videoportalen
- Konvergenz und Koexistenz von TV und Online-Plattformen
Auszug aus dem Buch
2.1. Klassischer Fernsehbegriff und traditionelle Rezeptionsforschung
Die klassische Fernsehtheorie geht von einer linearen Fernsehrezeption aus, also einem unmittelbaren Empfangen und Konsumieren von gesendeten Programmen (Deutsche TV Plattform 2016). Dabei sei das eigentliche Fernsehen als Aktivität in einen bestimmten Rahmen eingebettet: So beschreibt der britische Fernsehwissenschaftler John Ellis das Fernsehen als „häusliches Phänomen“, das sich oft als kollektives Erlebnis, beispielsweise im klassischen Rahmen einer Familie, vorgestellt wird (Ellis 2001, 46).
Auf inhaltlicher Ebene beschreibt Ellis das Fernsehprogramm als Zusammenschnitt einzelner Segmente, wobei ein einzelnes Segment „eine zusammenhängende Gruppe von Tönen und Bildern [ist], die eine relativ kurze Dauer haben und von anderen derartigen Segmenten begleitet werden müssen“ (ebd.: 45). Gleichzeitig ist das Fernsehprogramm dabei zeitlich durchgeplant und an feste Sendezeiten gebunden, die sich an den alltäglichen Tagesablauf der Durchschnittsmenschen orientieren, beispielhaft lässt sich hier etwa die berühmte Prime Time am Abend nennen (ebd.: 48) . An dieser Stelle lässt sich auch Raymond Williams' Idee des flows anknüpfen, die im Wesentlichen behauptet, dass die Übergänge zwischen den Programmsequenzen fließend geschehen und nicht wirklich kenntlich voneinander getrennt sind. Dies kann beispielsweise durch die Werbung oder Vorschauen für das folgende Programm geschehen (Williams 1975, 40).
Der Fernsehwissenschaftler Elihu Katz hat versucht, eine komprimierte Definition des Mediums Fernsehen festzulegen und beschreibt es als „(1) a technological apparatus (2) embedded in a social institution consisting of rules, roles, and organizations in an environment of other social institutions (3) featuring a repertoire of output (call it content) and (4) characterized of typical „situations of contacts“ (Friedson 1953) in which it is apprehended.“ (Katz 2009, 6f.)“.
Diese Definition nähert sich dem Fernsehen aus unterschiedlichen Perspektiven an und umfasst die vier grundlegenden Komponenten des Mediums: den technischen, den gesellschaftlichen, den inhaltlichen und den sozialen Kontext.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung definiert das medienwissenschaftliche Problemfeld und formuliert die Leitfrage nach der Zukunft des Fernsehens im Konkurrenzkampf mit Online-Plattformen.
II. Fernsehen im Kontext digitalen und gesellschaftlichen Wandels: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des klassischen Fernsehens sowie die treibenden Faktoren des Medienwandels wie Globalisierung und Digitalisierung.
III. Das Phänomen der Videoportale: Internetbewegter Bewegtbildkonsum: Hier werden Youtube als Plattform sowie dessen spezifische Eigenschaften wie User Generated Content und Interaktivität vorgestellt.
IV. Ist Youtube das neue Fernsehen?: Ein empirischer Vergleich auf Basis von Nutzungsstatistiken und Motiven, der die Beziehung zwischen beiden Medienformen kritisch diskutiert.
V. Fazit und Ausblick: Diese Zusammenfassung schließt, dass kein Untergang des Fernsehens droht, sondern eine komplementäre Koexistenz beider Medien bei gleichzeitiger Anpassung klassischer Strukturen.
Schlüsselwörter
Fernsehen, Youtube, Medienwandel, Digitalisierung, Online-Videoportale, Bewegtbildkonsum, Rezeptionsforschung, Digital Natives, Medienkonvergenz, Nutzungsmotive, lineare Rezeption, User Generated Content, Streaming, Medienzukunft, Massenmedium.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das aktuelle Konkurrenzverhältnis zwischen dem klassischen, linearen Fernsehen und modernen Online-Videoplattformen wie Youtube.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen der mediale Strukturwandel, die Vergleichsanalyse von TV- und Online-Nutzungsdaten sowie die Frage nach der Transformation von Mediennutzungsgewohnheiten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu klären, ob Youtube das Fernsehen verdrängt oder ob beide Medien durch eine komplementäre Beziehung und Konvergenzprozesse koexistieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche Literatur- und Analysearbeit, die unter Einbeziehung empirischer Studien (u.a. ARD/ZDF Onlinestudie) theoretische Konzepte prüft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Fernsehens, eine Charakterisierung von Videoportalen und eine detaillierte Auswertung von Nutzungsstatistiken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Fernsehen, Youtube, Medienkonvergenz, Digital Natives, Medienwandel und Bewegtbildkonsum.
Welche Rolle spielt die "Autoplay-Funktion" bei Youtube laut dieser Arbeit?
Sie wird als eine moderne Form des „flows“ gedeutet, die den Zuschauer durch ununterbrochene Videosequenzen in einer Weise bindet, die Parallelen zum traditionellen Fernsehprogramm aufweist.
Warum wird das Fernsehen trotz Online-Konkurrenz weiterhin als wichtiges Medium eingestuft?
Studien belegen, dass Zuschauer weiterhin den Informationsgehalt, die verlässlichen Sendezeiten und den geringeren „Auswahlstress“ des klassischen Fernsehens schätzen.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2016, Fernsehen im Zeitalter Youtube. Wie Onlinevideoportale den derzeitigen Fernsehkonsum beeinflussen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/520431