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Das Elektorat der AfD im Spiegel sozialwissenschaftlicher Untersuchungen

In welchen (Des-)Integrationszonen nach Castel lässt sich das Elektorat der Afd verorten?

Título: Das Elektorat der AfD im Spiegel sozialwissenschaftlicher Untersuchungen

Tesis (Bachelor) , 2019 , 47 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Carolin Engelhardt (Autor)

Sociología - Política, Mayorías, Minorías
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Die Arbeit untersucht die gesellschaftlichen und politischen Transformationen in Bezug auf Erwerbsarbeit, die sich in den letzten Jahren in Deutschland vollzogen haben. Es wird dabei konkret die "Alternative für Deutschland" und ihre Wählerschaft analysiert um herauszufinden, was mögliche Gründe für das Erstarken der Partei sind. Theoretische Grundlagen der Arbeit sind Castels Modell der (Des-)Integrationszonen sowie Überlegungen zum "neuen" Rechtspopulismus. Konkret geht die Arbeit der Fragestellung nach: In welchen (Des-)Integrationszonen nach Castel lässt sich das Elektorat der „Alternative für Deutschland“ verorten?

Bei den jüngsten Wahlen in Bayern und Hessen im Oktober 2018 schaffte es die „Alternative für Deutschland“ (AfD) mit 10,2% (Bayern) bzw. 13,1% (Hessen) in den Landtag einzuziehen. Somit ist sie nicht nur stärkste Oppositionspartei im Deutschen Bundestag, sondern auch in jedem Landtag der Bundesrepublik vertreten (Statista 2018). Dieser Trend lässt sich als bemerkenswert erachten, gründete sich die Partei erst im Jahr 2013 und scheiterte damals noch knapp an der 5%-Hürde. Nicht verwunderlich scheint unter Berücksichtigung der derzeitigen politischen Situation, dass sich zunehmend auch die Soziologie dem „Phänomen AfD“ annimmt.

In bekannten Fachzeitschriften (z.B. Zeitschrift für Soziologie, Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie) sind in den letzten Jahren zunehmend Beiträge von Soziolog*innen zu finden, die sich mit der Frage auseinandersetzen, weshalb es ausgerechnet die AfD in den letzten Jahren geschafft hat, einen so erheblichen Teil der deutschen Bevölkerung zu mobilisieren, ihre Stimme für sie abzugeben. Ist es der Wandel der AfD von einer „Professoren- zur Prekariatspartei“, wie es die WELT (2016) in einem Artikel schreibt, oder aber besitzen Personen, die einen niedrigen Bildungs-, Einkommens- und Arbeitsstatus aufwei-sen, keine signifikant höhere Wahrscheinlichkeit die AfD zu wählen, wie es Lengfeld im Juni 2017 zu belegen scheint?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Ausgangslage

1.2. Ziel der Arbeit

2. Grundlagen

2.1. Gesellschaftliche Transformationen im postmodernen Zeitalter

2.1.1. Sozio-ökonomische Dimension: Gewandelte Erwerbsarbeit

2.1.2. Sozio-kulturelle Dimension: Die Bedrohung der kulturellen Identität

2.1.3. Sozio-politische Dimension: Die „Krise politischer Repräsentation“

2.2. Der neue Rechtspopulismus

2.2.1. Die „Alternative für Deutschland“

2.2.2. Politisch-ideologische Einordnung der AfD

2.2.3. Wahlprogramm: Was sagt die AfD zur sozialen Frage?

3. Wissenschaftliche Debatte: Wer sind die Wähler*innen der AfD?

4. Analyse des AfD-Elektorats

4.1. Sozialstruktur und Einstellung

4.2. Weitere Forschungsergebnisse

4.3. Auswertung: Aus welchen (Des-)Integrationszonen der Arbeitsgesellschaft rekrutiert sich das Elektorat der AfD?

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht, inwieweit die wachsende Zustimmung für die „Alternative für Deutschland“ (AfD) als Folge gesellschaftlicher Desintegrationsprozesse und zunehmender Prekarisierung der Erwerbsarbeit verstanden werden kann. Dabei wird analysiert, in welchen Zonen der Arbeitsgesellschaft nach Robert Castel sich das Elektorat der AfD verorten lässt und welche Rolle subjektive Verarbeitungsformen ökonomischer Unsicherheit sowie kulturelle Identitätsfragen spielen.

  • Zusammenhang zwischen Prekarisierung und Rechtspopulismus
  • Analyse sozio-ökonomischer, kultureller und politischer Transformationsprozesse
  • Theoretische Fundierung durch das Modell der (Des-)Integrationszonen nach Robert Castel
  • Empirische Untersuchung der AfD-Wählerschaft anhand sozio-demografischer Daten
  • Diskussion der Bedeutung von Enttäuschung und Protestmotiven bei der Wahlentscheidung

Auszug aus dem Buch

Subjektive Verarbeitung prekärer Beschäftigung

Diese expandierende Desintegration lässt sich vor allem mit der Betrachtung der subjektiven Verarbeitung der ökonomischen Situation begründen.

Als prekär lässt sich ein Arbeitsverhältnis nämlich auch dann bezeichnen, wenn es zusätzlich zum atypischen Charakter „subjektiv mit Sinnverlusten, Anerkennungsdefiziten und Planungsunsicherheiten [...] verbunden ist“ (Brinkmann et al. 2006, S. 17). Diese Erfahrungen speisen sich aus der sogenannten „Re-Kommodifizierung des Arbeitsvermögens“ (Dörre 2009, S. 292), aufgrund derer Lohnarbeit ihre integrationsstiftende Funktion zunehmend einbüßt und sich das Band, welches soziale Sicherheit und Lohnarbeit einst verknüpfte, zu lösen scheint (vgl. ebd.).

Dörre et al. haben anhand der Ergebnisse ihrer Studie fünf subjektive Verarbeitungsformen prekärer Beschäftigung formuliert, welche sich im Zuge der Befragung von Arbeiter*innen herauskristallisiert haben (vgl. Dörre et al. 2006).

Die „sinnhaft-subjektbezogene Dimension“ beschreibt die Wichtigkeit der Identifikation mit der auszuführenden Tätigkeit. So können einfache, monotone Tätigkeiten, sowie die Unsicherheit in Bezug auf die Dauer des Arbeitsverhältnisses den Beschäftigten zusetzen. Aufgrund einer fachlichen Qualifikation wird ein gewisser Anspruch an die Tätigkeit gestellt. Es sollen Würde, Stolz und das Selbstwertgefühl bewahrt werden und ein gewisses Maß an Sinnproduktion garantiert sein. Ein befristeter Leiharbeitsvertrag beispielsweise genügt diesen Ansprüchen nicht (vgl. Dörre 2005, S. 190 f.).

Die „sozialkommunikative Dimension“ beleuchtet die Schattenseiten der innerbetrieblichen positiv anmutenden Integration von Leiharbeitern in die Stammbelegschaft. Wird die Integration zwar überwiegend positiv wahrgenommen, so liegt genau in dieser positiven Integration eine umso höhere Fallhöhe beim Wechsel der Abteilung oder des Betriebs. So muss Anerkennung in Bezug auf fachliche und soziale Kompetenz stets von neuem erworben werden. Hinzu kommt die geringe Wertschätzung von Seiten der Stammbelegschaft. Im Extremfall kann es aufgrund einer großen Entfernung zwischen Arbeitsplatz und Familie, Freunden oder Vereinen zu einer starken Beeinträchtigung des Sozial- und Freizeitlebens kommen (vgl. ebd., S. 191 f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, der Relevanz des „Phänomens AfD“ und der zentralen Forschungsfrage im Kontext gesellschaftlicher Veränderungen.

2. Grundlagen: Erläuterung der sozio-ökonomischen, kulturellen und politischen Transformationen sowie Einordnung des neuen Rechtspopulismus und der AfD.

3. Wissenschaftliche Debatte: Wer sind die Wähler*innen der AfD?: Diskussion der Kontroversen in der Forschung zur Modernisierungsverliererthese und zu den Merkmalen der AfD-Wählerschaft.

4. Analyse des AfD-Elektorats: Empirische Untersuchung sozialstruktureller Daten und Verortung der Wählerschaft in den (Des-)Integrationszonen.

5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Forschungsergebnisse sowie kritische Reflexion und Ausblick auf zukünftige Untersuchungsansätze.

Schlüsselwörter

Alternative für Deutschland, AfD, Rechtspopulismus, Prekarisierung, Erwerbsarbeit, (Des-)Integrationszonen, Gesellschaftlicher Wandel, Soziale Desintegration, Moderne Arbeitswelt, Wahlmotive, Modernisierungsverlierer, Politische Repräsentation, Soziale Frage, Soziologie, Wähleranalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Hintergründe für den Erfolg der AfD in Deutschland und analysiert, inwieweit prekäre Lebens- und Arbeitsverhältnisse zu einer Hinwendung zum Rechtspopulismus führen.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Im Mittelpunkt stehen die Auswirkungen von Modernisierungs- und Globalisierungsprozessen, die Erosion des Normalarbeitsverhältnisses sowie die kulturellen und politischen Identitätskrisen in der Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, das Elektorat der AfD mithilfe des Modells der (Des-)Integrationszonen nach Robert Castel zu verorten und die kausalen Zusammenhänge zwischen Prekarisierung und Wahlverhalten zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch fundierte Analyse, die auf der Auswertung aktueller wissenschaftlicher Studien, Wahlstatistiken von Instituten wie infratest dimap und der inhaltsanalytischen Betrachtung des AfD-Grundsatzprogramms basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Diskussion der aktuellen wissenschaftlichen Debatte sowie eine eigene empirische Analyse des AfD-Elektorats anhand sozialstruktureller Daten und Meinungsbilder.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Prekarisierung, Rechtspopulismus, (Des-)Integrationszonen, Modernisierungsverlierer, soziale Desintegration und die „Krise politischer Repräsentation“.

Warum spielt das Castel’sche Modell der (Des-)Integrationszonen eine so wichtige Rolle für das Verständnis des AfD-Erfolgs?

Das Modell ermöglicht es, nicht nur die objektiven ökonomischen Daten zu betrachten, sondern auch die subjektive Verarbeitung von Unsicherheit und das Gefühl der Abkopplung von der Arbeitsgesellschaft, was eine wichtige Triebfeder für rechtspopulistische Einstellungen darstellt.

Zu welchem Ergebnis kommt die Arbeit bezüglich der Modernisierungsverlierer-These?

Die Arbeit bestätigt weitgehend, dass sich das Elektorat vornehmlich aus der „Zone der Entkopplung“ und der „Zone der Prekarität“ rekrutiert, betont jedoch, dass auch in der „Zone der Integration“ aufgrund krisenhafter Transformationen eine erhöhte Anfälligkeit für die AfD besteht.

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Detalles

Título
Das Elektorat der AfD im Spiegel sozialwissenschaftlicher Untersuchungen
Subtítulo
In welchen (Des-)Integrationszonen nach Castel lässt sich das Elektorat der Afd verorten?
Universidad
Technical University of Darmstadt  (Soziologie)
Calificación
1,0
Autor
Carolin Engelhardt (Autor)
Año de publicación
2019
Páginas
47
No. de catálogo
V520462
ISBN (Ebook)
9783346123305
ISBN (Libro)
9783346123312
Idioma
Alemán
Etiqueta
Alternative für Deutschland AfD prekäre Arbeit Deprivation Castel Transformation Rechtspopulismus Zone der Integration Zone der Prekarität Zone der Entkopplung (Des-)Integration
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Carolin Engelhardt (Autor), 2019, Das Elektorat der AfD im Spiegel sozialwissenschaftlicher Untersuchungen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/520462
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