Wer sich als Freiberufler gründet, steht auch vor der Frage, welche Rechtsform gewählt werden sollte. Dies gilt umso mehr, wenn sich für die zukünftige Tätigkeit von Kollegen anbahnt.
Die Arbeit vergleicht mehrere Rechtsformen, welche den freien Berufen offen stehen. Der Vergleich nähert sich einer Lösung über das Gesellschaftsrecht und andererseits über das Steuerrecht. Hierbei werden insbesondere die Gesellschaft bürgerlichen Rechts, die Partnergesellschaft und die GmbH verglichen. Als Vergleichsparameter werden u.a. die Gründungskosten, die schuldrechtlichen Haftungsthematiken, die steuerrechtlichen Ausflüsse inkl. der Buchführungspflicht erörtert. Überdies wird ein Blick in das Berufsrecht geworfen sowie die laufenden Kosten gegenübergestellt.
Im Ergebnis werden diese Rechtsformen argumentativ abgewogen und zu einer transparenten Übersicht zusammengeführt.
Inhaltsverzeichnis
A Einleitung
B Definition des freien Berufes
C Partnergesellschaft
D Gesellschaft mit beschränkter Haftung
E Schlussreflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschafts- und steuerrechtlichen Rahmenbedingungen bei der Rechtsformwahl für sich gründende Freiberufler, wobei der Fokus insbesondere auf dem Vergleich zwischen der Partnergesellschaft (PartG) und der Freiberufler-GmbH liegt, um Existenzgründern eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu bieten.
- Rechtliche Grundlagen und Definition freiberuflicher Tätigkeiten
- Gesellschaftsrechtliche Strukturen der Partnergesellschaft und GmbH
- Vergleich der Haftungsrisiken und Haftungsbeschränkungen
- Steuerrechtliche Belastungen und Buchführungspflichten
Auszug aus dem Buch
C Partnergesellschaft
Mit der Einführung des Partnergesellschaftsgesetztes entwickelte der Gesetzgeber eine Rechtsform, die für die freien Berufe explizit zugeschnitten ist. Diese sollte die damals noch nicht als teilrechtsfähig anerkannte GbR ersetzen bzw. eine Alternative zur Freiberufler-GmbH aufzeigen, da ebenfalls nicht abschließend geregelt war, ob diese grundsätzlich bei allen Berufsrechten zulässig wäre.
Für die PartG gelten grundsätzlich die Regeln der GbR lt. § 1 IV PartGG. Ferner verweist das PartGG an mehreren Stellen auf die §§ 105 ff. HGB, was eine Brücke zu den handelsrechtlichen Gesellschaftsformen und somit zur OHG schlägt. Die PartG ist eine registerpflichtige Personengesellschaft, was Sie grundlegend von der GbR unterscheidet. Die PartG ist partei und rechtsfähig gem. § 7 II PartGG i.V.m. § 124 HGB, sowie Vertretungsbevollmächtige lt. § 7 IV S. 1. Die Gesellschaft ist somit selbst Trägerin von Rechten und Pflichten. Eine Mindestkapitalquote sieht das Gesetz nicht vor. Die Kapitaleinbringung tritt ferner hinter die einzubringenden, freiberuflichen Dienstleistungen zurück. Im Vordergrund steht somit die hohe Dienstleistung des freien Berufes. Die PartG ist auf Kontinuität ausgelegt, sodass von einer Abwicklung der Gesellschaft, bspw. im Todesfall eines Gesellschafters, nicht ausgegangen wird vgl. § 9 I, 131 HGB.
Zusammenfassung der Kapitel
A Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Rechtsformwahl für Freiberufler ein und legt den Untersuchungsumfang sowie die methodische Eingrenzung der Arbeit fest.
B Definition des freien Berufes: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen und steuerlichen Kriterien zur Bestimmung freiberuflicher Tätigkeiten und deren Abgrenzung zum Gewerbebetrieb.
C Partnergesellschaft: Hier werden das Wesen, die Gründungsvoraussetzungen sowie die Haftungs- und Steuerstruktur der Partnergesellschaft detailliert analysiert.
D Gesellschaft mit beschränkter Haftung: Dieses Kapitel widmet sich der GmbH als Rechtsform für Freiberufler, insbesondere hinsichtlich ihrer juristischen Besonderheiten, der Haftungsbeschränkung und der spezifischen Steuerpflichten.
E Schlussreflexion: Abschließend erfolgt eine zusammenfassende Gegenüberstellung beider Rechtsformen, um die Vor- und Nachteile im Hinblick auf Gründung, Haftung und steuerliche Aspekte praxisnah abzuwägen.
Schlüsselwörter
Rechtsformwahl, Existenzgründung, Freiberufler, Partnergesellschaft, PartG, GmbH, Haftung, Steuerrecht, Körperschaftsteuer, Einnahmen-Überschuss-Rechnung, Bilanzierung, Mitunternehmerschaft, Abfärbetheorie, Umsatzsteuer, Gewerbesteuer
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der rechtlichen und steuerlichen Analyse von Gesellschaftsformen für Existenzgründer, die freiberuflich tätig sind.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die rechtliche Einordnung freiberuflicher Tätigkeiten, die gesellschaftsrechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten sowie die damit verbundenen steuerlichen Pflichten und Haftungsrisiken.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Gründern einen wissenschaftlich fundierten Praxisleitfaden an die Hand zu geben, der beim Vergleich zwischen einer Partnergesellschaft und einer GmbH unterstützt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine rechtsdogmatische Analyse auf Basis aktueller Gesetzestexte, einschlägiger Kommentierungen sowie rechtsprechungsorientierter Quellen, um die Eignung der Rechtsformen zu vergleichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Untersuchung der Partnergesellschaft und der GmbH hinsichtlich Gründung, Haftung, steuerlicher Belastung und Buchführungspflichten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Rechtsformwahl, Haftungsbeschränkung, Mitunternehmerschaft, Körperschaftsteuer und das Abfärbeprinzip.
Warum ist die Abfärbetheorie für Freiberufler-GmbHs oder Misch-Gesellschaften relevant?
Die Abfärbetheorie kann dazu führen, dass eigentlich freiberufliche Einkünfte als gewerbliche Einkünfte eingestuft werden, was eine Gewerbesteuerpflicht auslösen kann, sofern bestimmte Grenzwerte überschritten werden.
Welche wesentlichen Unterschiede gibt es bei der Haftung zwischen PartG und GmbH?
Während bei der PartG grundsätzlich eine gesamtschuldnerische Haftung der Gesellschafter besteht (mit speziellen Berufshaftungsprivilegien), bietet die GmbH eine absolute Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen.
Welche Rolle spielt das Gründungskapital bei den untersuchten Rechtsformen?
Für die PartG ist kein Mindestkapital gesetzlich vorgeschrieben, während für die Gründung einer GmbH ein Stammkapital von mindestens 25.000 Euro erforderlich ist.
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- Clemens Eydt (Author), 2017, Rechtsformwahl bei Existenzgründern im freiberuflichen Spektrum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/520583