Fintech und seine Auswirkungen auf das Firmenkundengeschäft von Banken. Eine Analyse


Hausarbeit, 2019

34 Seiten, Note: 1,4


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung

2 Firmenkundengeschäft von Banken in Deutschland
2.1 Wettbewerbssituation in Deutschland
2.2 Wertschöpfungskette der Banken

3 FinTechs
3.1 Definition und Arten von FinTechs
3.2 Überblick über den FinTech-Markt

4 Analyse der Auswirkungen durch FinTechs
4.1 Risiken für das Firmenkundengeschäft der Banken
4.2 Möglichkeiten für das Firmenkundengeschäft der Banken

5 Schlussfolgerung

Literaturverzeichnis

Verzeichnis der Internetquellen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Summe der Kredite an Unternehmen und Selbstständige

Abbildung 2: Profit Pool im Corporate-Banking in 2017

Abbildung 3: Zinserträge der Banken in Deutschland in Mrd. Euro

Abbildung 4: Weltweite Investitionen in FinTechs (2010 bis 2018)

Abbildung 5: Risiken durch FinTechs

Abbildung 6: Arten der Investitionen in FinTechs

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Die Digitalisierung schreitet in schnellen Schritten voran. Immer mehr Branchen spüren die Veränderungen, die sich dadurch ergeben. Jedoch sind nicht nur die Branchen von der Digitalisierung betroffen, sondern auch unsere gesamte Gesellschaft verändert sich nachhaltig. Der Bankensektor ist momentan stark von dieser Entwicklung betroffen, allerdings liegt es nahe, dass der große Wandel wie, etwa bei der Reise- oder Handelsbranche, den Banken erst noch bevorsteht. In der jüngeren Vergangenheit wurde eine große Anzahl an Start-ups im Finanzbereich gegründet. Diese werden unter anderem als FinTechs bezeichnet und sie versuchen, durch moderne Technologien und neue Geschäftsmodelle die Bankenbranche zu verändern.1 Diese Revolution traf als erstes das Privatkundengeschäft der Banken durch reine Online-Banken wie N26 oder Comdirect. Nun wollen die FinTechs jedoch auch das Firmenkundengeschäft der Banken im angreifen und drängen immer stärker auf diesen Markt.

Aufgrund des niedrigen Zinsumfelds seit der Finanzmarktkrise 2008 sind die Unternehmen eine hartumkämpfte Kundengruppe, da hier die Banken durch hohe Margen noch Erträge generieren konnten.2 Durch den Markteintritt von FinTechs in das Firmenkundengeschäft wird dieser Markt noch härter umkämpft sein und es stellt sich die Frage, wie die Banken darauf reagieren. Werden die Banken durch die neuen Marktteilnehmer verdrängt oder bieten sich gar ganz neue Chancen für sie? Denn auch Apple, Amazon oder Facebook haben früher als kleines Unternehmen begonnen und zählen inzwischen zu den fünf größten börsennotierten Unternehmen der Welt.3

Immer mehr FinTechs gewinnen im Firmenkundengeschäft Marktanteile und sind präsent bei den Unternehmen.4 Diese Entwicklung erkennen auch die Banken und müssen sich dementsprechend auf die veränderten Bedingungen einstellen, denn wie Bill Gates im Jahre 1994 schon sagte: „Banking is necessary, Banks are not”.5

In dieser Projektarbeit werden die Gefahren, die durch FinTechs für das Firmenkundengeschäft von Banken entstehen, herausgearbeitet und anschließend Chancen und Handlungsempfehlungen für die Banken aufgezeigt.

1.2 Gang der Untersuchung

Die Projektarbeit besteht aus insgesamt 5 Kapiteln. Das erste Kapitel dient zur Einleitung in das Thema. Dort wird die Problemstellung erarbeitet, sowie die Zielsetzung der Projektarbeit genannt.

Im zweiten Kapitel folgt die Betrachtung des Firmenkundengeschäfts der Banken. Dieses gliedert sich auf in die Wettbewerbssituation in Deutschland und die Wertschöpfungskette der Banken. Zur Analyse der Wettbewerbssituation werden aktuelle Studien herangezogen, um den Firmenkundenmarkt zu beschreiben. Bei der Untersuchung der Wertschöpfungskette der Banken werden die einzelnen Phasen erläutert, welche später dann als Grundlage dienen, um zu erklären, in welchen Bereichen die FinTechs den Banken gefährlich werden können.

Im dritten Kapitel wird zuerst der Begriff FinTech definiert und die verschiedenen Arten von FinTechs aufgezeigt. Es wird somit ein Überblick über das Leistungsspektrum von FinTechs vermittelt. Anschließend folgt ein Überblick über den FinTech-Markt, wobei wieder aktuelle Studien herangezogen werden, um die Veränderungen der letzten Jahre aufzuzeigen und einen Trend zu erkennen.

Das vierte Kapitel beschäftigt sich anschließend mit den Auswirkungen, die FinTechs auf das Firmenkundengeschäft der Banken haben. Es untergliedert sich in die Risiken und die Möglichkeiten für die Banken. Bei der Auswahl der FinTechs, die als Beispiele dienen, wurden hauptsächlich etablierte FinTechs herangezogen, die schon über einen längeren Zeitraum im FinTech-Markt bestehen und deren Auswirkung heute schon zu erkennen sind oder es wurden FinTechs betrachtet, die relativ jung sind, aber mit einer neuen Technologie oder einem neuen Geschäftsmodell den Markt erobern wollen. Als weitere Grundlagen dienen hier neueste Studien über FinTechs und deren Auswirkungen auf das Firmenkundengeschäft.

Abschließend werden im 5. Kapitel noch einmal die Möglichkeiten und Risiken durch den Markteintritt der FinTechs reflektiert und anschließend ein Fazit für das Firmenkundengeschäft von Banken gezogen.

2 Firmenkundengeschäft von Banken in Deutschland

2.1 Wettbewerbssituation in Deutschland

Insgesamt sind laut dem Bankenverband 1.783 ausländische und inländische Banken im Jahr 2018 in Deutschland aktiv.6 Im Jahre 2003 waren es noch 2.466 Banken in Deutschland.7 Es gab im Jahr 2018 insgesamt 29.670 Filialen in Deutschland. Auch diese Zahl ist stark rückläufig, wenn man das Jahr 1998 betrachtet, wurden die damals 64.485 Bankstellen inzwischen sogar mehr als halbiert.8 Der Gesamtbetrag der ausgereichten Kredite an Unternehmen und Selbstständige belief sich im Jahre 2017 auf 1.403,1 Milliarden Euro. Davon gehen 28,4% der Kredite auf Sparkassen, gefolgt von den Kreditbanken mit 27,7% und den Kreditgenossenschaft mit 18,1%.9

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 : Summe der Kredite an Unternehmen und Selbstständige 10

Das Firmenkundengeschäft entwickelte sich nach der Finanzkrise zu einem beliebten Geschäftsfeld der Banken, da dort noch Erträge generiert werden konnten.11 Diese Entwicklung untermauert auch Abbildung 1. Zwar war nach der Wirtschaftskrise im Jahr 2012 ein Einbruch zu verzeichnen, jedoch vergeben die Banken momentan wieder in großem Umfang Kredite an Unternehmen. Durch die steigende Anzahl von Unternehmen im Firmenkundengeschäft kommt es zu einem sehr umkämpften Markt. Der steigende Wettbewerb führt nun jedoch zu sinkenden Margen bei den Kreditinstituten.12

Der Mittelstand gilt in Deutschland als Motor der deutschen Wirtschaft. Vor allem um den gehobenen Mittelstand, dieser geht von 25 bis 250 Millionen Euro Umsatz pro Jahr, kämpfen Banken sehr. Hier herrscht mit 7,4 Milliarden Euro auch das größte Ertragspotenzial.13 Bei diesen Unternehmen haben die Banken das vorhandene Cross-Selling-Potenzial noch nicht voll ausgeschöpft.14 Das ausgereichte Kreditvolumen von Banken an Unternehmen steigt zwar unaufhörlich und erreichte einen neuen Höchststand, jedoch sind die Zinsüberschüsse und Kreditmargen weiterhin rückläufig. Die Kreditmarge erreichte in 2018 einen historischen Tiefstand von gerade einmal 1,2 Prozent.15 Dies führt zu einer starken Belastung für die Banken, da, wie in Abbildung 2 zu sehen ist, dass Kreditgeschäft mit insgesamt 5,7 Milliarden Euro von 8,9 Milliarden mehr als die Hälfte der Erträge der Kreditinstituten darstellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 : Profit Pool im Corporate-Banking in 2017 16

Immer mehr Unternehmen entscheiden sich auch bewusst gegen eine Hausbank.17 Bei großen Unternehmen ist es inzwischen ein wichtiger Baustein ihrer Finanzierungsstrategie, mehrere Bankbeziehungen zu halten. So werden die Risiken für die Bank und für das Unternehmen diversifiziert. Der Mittelstand und die KMUs entdecken inzwischen ebenfalls die Möglichkeit für sich, mehrere Hausbankbeziehungen zu halten.18 Dadurch wird der Druck auf die Banken nochmals erhöht, da die Unternehmen sich bei Kreditentscheidungen immer mehrere Angebote einholen und nicht nur das ihrer Hausbank. Die Gründe, sich für ein Angebot einer anderen Bank zu entscheiden, können vielfältig sein. Meistens liegt es jedoch an der Preisgestaltung, der Reputation oder der Leistungsfähigkeit, die eine Bank hat. Immer häufiger ist auch das digitale Angebot ein ausschlaggebender Grund für ein Unternehmen, ob es sich für eine andere Bank entscheidet.19

Der Mittelstand erfährt in Deutschland momentan eine sehr hohe Aufmerksamkeit. Die Commerzbank legt als „Mittelstandsbank“ ihren Fokus ganz bewusst auf Unternehmen mit einem Umsatz von 15 Millionen bis 100 Millionen Euro. So erreichte die Bank schon im Jahr 2019 ihr für 2020 gestecktes Ziel von 10.000 neuen Firmenkunden.20 Ebenso möchte die Deutsche Bank sich stärker auf Unternehmen mit einem Umsatz ab 5 Millionen Euro fokussieren.21 Zusätzlich drängen immer mehr ausländische Banken auf den Markt für Firmenkunden. Die ING und die BNP Paribas kündigten beide an, sich nun auf den deutschen Mittelstand zu konzentrieren, so auch die HSBC. Für die BNP Paribas spielt die 250 Millionen Euro Umsatz Hürde keine Rolle mehr, sondern die Umsätze in Deutschland sollen bis 2020 um 8 Prozent auf 2 Milliarden Euro steigen.22 Die ING hat sogar noch größere Ziele und will zu den Top-5-Firmenkundenbanken in Deutschland aufsteigen. Dafür eröffnet die ING inzwischen sogar Filialen in den wichtigen deutschen Metropolregionen.23 Unternehmen, die sich bei den Banken neu aufstellen wollen, nehmen immer häufiger auch die HSBC in ihre Bankenlandschaft mit auf, somit dient sie als Ergänzung bei den Unternehmen und sichert sich ebenfalls Marktanteile im Firmenkundensegment.

Ein weiterer Punkt für Banken ist das momentane Zinsumfeld in Europa. Seit der Finanzkrise 2008 hat man es in Europa nicht geschafft, zu den Verhältnissen in den Jahren vor der Finanzkrise zurück zu kehren. So wurde der Leitzins erst sukzessive auf 0,05% gesenkt. Danach legte die Europäische Zentralbank ein Ankaufprogramm von Wertpapieren auf und es wurden langfristige Kredite an Banken vergeben.24 All dies half jedoch nicht, die Inflation in die Höhe zu treiben. Im Juli 2014 ist man in Europa an dem Punkt angelangt, dass es einen negativen Einlagesatz von -0,4% gab. Dies bedeutet, dass Banken für überschüssige Liquidität, die sie bei der Europäischen Zentralbank parken, Zinsen in Höhe von 0,4% zahlen müssen.25 Dieser negative Einlagenzins wurde im September 2019 zwar umgestellt auf einen Staffelungszins, somit gibt es bestimmte Freibeträge, allerdings wurde er ebenfalls gleichzeitig auf -0,5% gesenkt. Neben dem starken Wettbewerb und den sinkenden Margen belastet dies nun zusätzlich die Profitabilität der Banken, da sie diese Kosten momentan noch nicht an ihre Kunden weitergeben können. Laut einer Studie aus dem Jahre 2017 vom Münchner Ifo Institut haben nur 8% der Unternehmen einen Negativzins akzeptiert.26 Von den fast 4.000 befragten Unternehmen musste 2017 fast jedes fünfte Unternehmen Negativzinsen zahlen, davon haben 36% mit einem Bankwechsel geantwortet.27 Solange manche Banken bei Unternehmen noch keine Zinsen für ihr Guthaben auf dem Kontokorrentkonto oder Festgeld verlangen, werden auch weiterhin die Unternehmen mit einem Bankwechsel entsprechend reagieren.28

Die negativen Zinssätze der Europäischen Zentralbank wirken sich aber nicht nur auf die Einlagensätze aus, sondern ebenfalls auch auf die häufig verwendeten Referenzzinssätze wie zum Beispiel den Euro Over Night Index Average (EONIA) oder den Euro Interbank Offered Rate (Euribor).29 Die Banken werden durch die flache Zinsstrukturkurve in den Möglichkeiten der Fristentransformation eingeschränkt.30

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 : Zinserträge der Banken in Deutschland in Mrd. Euro 31

Abbildung 3 verdeutlicht den Handlungsdruck, den Banken in der heutigen Zeit spüren, da die Zinserträge von 2010 bis 2017 fast halbiert wurden. Dies lässt die Notwendigkeit der Transformation von Banken erkennen, sodass diese auch langfristig am Markt bestehen können.

Zusätzlich zu dem starken Wettbewerb und dem niedrigen Zinsumfeld wird die Bankenbranche durch immer stärkere Regulierungen beeinträchtigt. Seit der Finanzkrise 2008 stiegen die Anforderungen für Banken zunehmend.32

In der Krise wurde ersichtlich, dass schon einige wenige, in Schieflage geratene Banken ausreichen, um eine globale Katastrophe hervorzurufen. Systemische Risiken werden seit 2008 noch schärfer durch die BaFin berücksichtigt, da die Folgen daraus massiv sein können, auch wenn das Eintreten solcher Risiken relativ selten ist. Die Risiken können eine Eigendynamik entwickeln und somit sind sie nur schwer in den Griff zu bekommen, wenn sie tatsächlich auftreten. Es folgt ein Dominoeffekt für die komplette Bankenbranche, daher wurden durch Basel III neue Kapital- und Liquiditätsvorschriften für Banken aufgesetzt. Das Ziel ist es, dass Banken sich in Krisen selbst stabilisieren können ohne Hilfe von Staaten und Steuerzahler.33

Die neuen Regulierungen beinhalten einen reduzierten Eigenhandel, sowie eine Erhöhung der harten Kernkapitalquote auf 4,5% ihrer risikogewichtigen Aktiva. Das erhöhte Eigenkapital soll den Banken die Möglichkeit geben, dass sie in der Krise eine bessere finanzielle Stabilität vorweisen. Des Weiteren sind die Kreditinstitute angehalten einen höheren Liquiditätspuffer vor- und eine gewisse Leverage-Ratio einzuhalten. Die Maßnahmen führen bei Banken zu einer geringeren Profitabilität, da sie durch den Wettbewerbsdruck die Kosten durch die erhöhte Regulierung nur zum Teil an ihre Kunden weitergeben können. Daher versuchen die meisten Kreditinstitute nun ihre Effizienz zu steigern.34

Die Bankenbranche erlebt durch all diese Faktoren einen starken Umbruch und die Geschäftsmodelle stehen momentan auf dem Prüfstand. Die meisten Banken stellen ihre auf Zinsertrag basierenden Geschäftsmodelle nun auf ein provisionsbasiertes um.35 Als Instrument für eine schnelle Anpassungsfähigkeit an den ständigen veränderten Markt kann die Digitalisierung dienen. Die meisten Kreditinstitute sind jedoch auf einer unflexiblen und veralteten Informationstechnologie aufgebaut und müssen ihre IT-Infrastruktur verbessern.36 Einige Branchen wie etwa die Musik- und Filmindustrie oder das Handelsgewerbe hatten diese Transformation schon und wurden durch die Digitalisierung maßgeblich verändert. Die Bankenbranche steht nun vor diesen Veränderungen.37

Neue Technologien und Applikationen substituieren alte Methoden zunehmend und ersetzen diese schlussendlich komplett. Die „Disruption“ hat bei den Banken begonnen. Das erstaunliche an der Digitalisierung ist jedoch ihre Dynamik. Diese verändert nicht nur die Geschäftsmodelle, sondern auch die komplette Gesellschaft. Der Veränderungsprozess findet nicht nur im beruflichen Alltag, sondern auch im Privatleben jedes Menschen statt. Die Erwartungen an Banken durch die Veränderungen der Digitalisierung ist inzwischen auch bei den Firmenkunden angekommen, da die Gesellschafter und Geschäftsführer die Erfahrungen von der Privatkundenseite miteinbringen und solche Tools gerne auch im Firmenkundengeschäft anwenden würden.38

Momentan finden viele Geschäftsabschlüsse noch persönlich mit dem Berater statt, da die Kunden ein hohes Vertrauen in ihren Berater haben.39 Die meisten Unternehmen recherchieren zwar online, zum Abschluss kommen sie dann jedoch in die Filiale. Dies wird auch ROPO (Research online, Purchase offline) genannt. Der Wandel, der durch die Digitalisierung entsteht, macht aber auch vor diesem Prinzip nicht halt. Immer mehr Firmenkunden wollen inzwischen auch online ihre Geschäfte abschließen.40 Sie erhoffen sich durch die Online-Angebote eine höhere Transparenz und eine Zeitersparnis, da sie nicht mehr auf die Bankfiliale müssen. Diesen Trend nehmen auch die Banken aktuell wahr und bauen ihr Online-Angebot für Unternehmen aus.41

2.2 Wertschöpfungskette der Banken

Die Wertschöpfung einer Bank unterteilt sich in zwei Richtungen. Einmal gibt es die primären Aktivitäten, die den Kunden mit Produkten und Dienstleistungen versorgt und es gibt die sekundären Aktivitäten, darunter versteht man die Gewährleistung der primären Aktivitäten.42 Unter den sekundären Aktivitäten würden somit Bankeninfrastruktur, Personalwirtschaft, Technologie und auch Risikopolitik fallen. Die Wertschöpfungsketten der Banken können sich je nach Geschäftsbereich deutlich unterscheiden. Aufgrund der Digitalisierung müssen Banken all ihre Geschäftsprozesse überprüfen und sich auf die Elemente der Wertschöpfungskette konzentrieren, in denen sie einen Kompetenzvorsprung haben.43 So bleibt im Firmenkundengeschäft die Beratung bei komplexen Themen weiterhin eine zentrale Aufgabe der Bank. Neben diesen Tools muss eine Bank jedoch auch ihr Angebot an den Bedarf der Firmenkunden anpassen und neuen Medien, für beispielsweise den Zahlungsverkehr, hinzufügen.

Die primäre Wertschöpfungskette einer Bank lässt sich grob in 3 Phasen einteilen. Die erste Phase beginnt mit dem Marketing & Vertrieb. Banken müssen ihre Leistungen ebenso am Markt ausrichten wie ein normales Handelsunternehmen, daher betreiben sie Marktforschung, Preispolitik, Vertriebspolitik, Produktpolitik, Kommunikation und Verkauf. Bei der Marktforschung werden jegliche Daten über den Kunden, die Wettbewerber und das Marktsegment eingeholt und ausgewertet.44 Die Preispolitik wiederum umfasst die Festsetzung und Änderung von Preisen. Über die Vertriebspolitik wird der Vertriebskanal gewählt, so kann die Bank zum Beispiel ein Produkt auch nur online oder nur in der Filiale anbieten. Unter Produktpolitik verstehen Banken die Namensgebung, das Sortiment und auch die Produktqualität, wie etwa die Höhe der Zinsen. Bei der Kommunikation wird entschieden, was für eine Werbung und welche anderen Verkaufsförderungen eingesetzt werden. Der Vertrieb umschließt als letztes den Verkauf an den Kunden, aber auch dessen Beratung.45 Die Banken haben ein sehr gutes Verhältnis zu ihren Firmenkunden und über die Jahre ist ein gegenseitiges Vertrauen aufgebaut worden. Zusätzlich besitzen sie hohe Kompetenzen in der Preisgestaltung, Strukturierung und auch in der Verteilung von Vermögenswerten von den Unternehmen.46

[...]


1 Vgl. Schmidt, B. (2014), S.75

2 Vgl. Bankenverband (2019), https://bankenverband.de/statistik (Stand: 06.09.2019)

3 Vgl. Ernst & Young (2019a), https://www.ey.com/de (Stand: 06.09.2019)

4 Vgl. Ernst & Young (2019c), https://assets.ey.com/content/dam/ey-sites (Stand: 13.09.2019)

5 Gates, Bill (1994)

6 Vgl. Bankenverband (2019), https://bankenverband.de/statistik (Stand: 06.09.2019)

7 Vgl. Deutsche Bundesbank (2019), https://www.bundesbank.de/resource (Stand: 01.09.2019)

8 Vgl. Ebenda

9 Vgl. Bankenverband (2019), https://bankenverband.de/statistik (Stand: 06.09.2019)

10 Eigene Darstellung in Anlehnung: Bankenverband (2019), https://bankenverband.de/statistik (Stand: 06.09.2019)

11 Vgl. Ernst & Young (2019c), https://assets.ey.com/content/dam/ey-sites (Stand: 13.09.2019)

12 Vgl. Bain & Company (2019), https://www.bain.com/de/ueber-uns/presse (Stand: 06.09.2019)

13 Vgl. Graf, C / Huber, J. (2018), S. 4

14 Vgl. Bain & Company (2019), https://www.bain.com/de/ueber-uns/presse (Stand: 06.09.2019)

15 Vgl. Ebenda

16 Eigene Darstellung in Anlehnung: Graf, C. & Huber, J. (2018), S. 7

17 Vgl. Ernst & Young (2015), S. 4 ff.

18 Vgl. Ernst & Young (2015), S. 4 ff.

19 Vgl. Ebenda

20 Vgl. Dentz, M. (2018), https://www.dertreasurer.de/news (Stand: 06.09.2019)

21 Vgl. Peters, N. (2018), S. 26

22 Vgl. Dentz, M. (2018), https://www.dertreasurer.de/news (Stand: 06.09.2019)

23 Vgl. Ebenda

24 Vgl. Buchholz, L. (2015), S. 7

25 Vgl. Freiberger, H. (2019), https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft (Stand: 06.09.2019)

26 Vgl. Freiberger, Harald (2017), https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ (Stand: 09.12.2019)

27 Vgl. Ebenda

28 Vgl. Siedenbiedel, C. (2017), https://www.faz.net/aktuell/finanzen (Stand: 06.09.2019)

29 Vgl. Buchholz, L. (2015), S.7

30 Vgl. Kaulvers, S. (2015), S.31

31 Eigene Darstellung in Anlehnung: Deutsche Bundesbank (2018), https://www.bundesbank.de/

32 Vgl. Hellenkamp, D. (2018), S. 77 f

33 Vgl. Hellenkamp, D. (2018), S. 83 f.

34 Vgl. Andrae, S. / Gruber, J. (2012), S. 370 f.

35 Vgl. Schmitz, C. / Behrens, J. (2017), S. 76

36 Vgl. Breinich-Schilly, A. (2018): https://www.springerprofessional.de/bank-it/ (Stand: 27.11.2019)

37 Vgl. Schmitz, C. / Behrens, J. (2017), S. 76

38 Vgl. Theilacker, B. (2017), S. 698 f.

39 Vgl. Peters, N. (2018), S. 26 f.

40 Vgl. Ernst & Young (2019c), https://assets.ey.com/content/dam/ey-sites (Stand: 13.09.2019)

41 Vgl. Peters, N. (2018), S. 26 f.

42 Vgl. Porter, M. (2004), S. 36 f.

43 Vgl. Theilacker, B. (2017), S. 700

44 Vgl. Büschgen, H. / Büschgen, A. (2002), S. 527 f.

45 Vgl. Petry, T. / Rohn, H. (2004), S. 4

46 Vgl. Schnarr, T. / Pfeiffer, M. (2015), S. 8.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Fintech und seine Auswirkungen auf das Firmenkundengeschäft von Banken. Eine Analyse
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Stuttgart, früher: Berufsakademie Stuttgart
Note
1,4
Autor
Jahr
2019
Seiten
34
Katalognummer
V520667
ISBN (eBook)
9783346129666
ISBN (Buch)
9783346129673
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fintechs, Chancen, Risiken, Banken, Firmenkunden, Analyse, Start-ups, VUCA
Arbeit zitieren
Michael Grom (Autor), 2019, Fintech und seine Auswirkungen auf das Firmenkundengeschäft von Banken. Eine Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/520667

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