Die Arbeit schildert den Aufstieg des Augustus, beleuchtet dabei den Krieg von Actium, den Weg zur Legimitation seiner Macht und die starke Rolle seiner Münzpropaganda. Darüber hinaus wird ein kurzer Einblick in die Rolle seines Vertrauten Agrippa gegeben.
Augustus, der ursprünglich Gaius Octavius hieß, regierte das Römische Reich als Alleinherrscher 45 Jahre lang. Er hat in dieser Zeit eine neue Herrschaftsform, das Prinzipat, begründet. Somit gilt Augustus als Begründer der Römischen Kaiserzeit. Nach ihm folgten mehrere Kaiser in der sogenannten julisch-claudischen Kaiserdynastie. Viele versuchten, die erfolgreiche Herrschaftszeit des Augustus fortzusetzen. Der Augustus-Titel ist zudem seit seiner Verleihung an Augustus 27 v. Chr. zum festen Teil der Kaisertitulatur geworden. Doch wie schaffte es dieser Mann, die gesamte Macht über das römische Reich an sich zu nehmen?
Augustus hatte während der Zeit seines politischen Aufschwungs viele Widersacher. Der Konsul Marcus Antonius sah sich als rechtmäßiger Nachfolger von Caesar. Was sind die wichtigsten Aspekte und Merkmale des Aufstiegs von Augustus zum mächtigsten Mann dieser Zeit? Es soll die Zeit von 31 v. Chr. bis 27 v. Chr. genauer betrachtet werden, um zu klären, wie Augustus es geschafft hat, seine Stellung als Prinzeps zu legitimieren. Die ausgewählte Zeit ist deshalb so interessant, da in der Literatur oftmals 31 v. Chr. als der Beginn der Kaiserzeit in Rom angegeben wird. Zudem gab Augustus 27 v. Chr. angeblich seine Machtbefugnisse zurück. Es soll erörtert werden, warum er dies tat. Es werden dafür einzelne wichtige Ereignisse in diesen Jahren genauer betrachtet und analysiert, inwiefern diese wichtig für Augustus' Aufschwung waren. Außerdem soll kurz die Situation vor 31 v. Chr. beschrieben werden, um zu erörtern, ob und inwieweit die Lage davor günstig bzw. ungünstig für Augustus' Aufstieg zum Prinzeps war.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Ausgangslage nach Caesars Tod und die Schlacht von Actium
3. Der Weg zur Legitimierung des Prinzipats nach dem Sieg von Actium und die Rolle des Senats
4. Münzpropaganda
5. Die Rolle des Agrippa
6. Schluss
7. Quellen- und Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den politischen Aufstieg des Augustus zum ersten Prinzeps des Römischen Reiches im Zeitraum von 31 v. Chr. bis 27 v. Chr. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Frage, wie es Augustus gelang, seine Machtstellung nach dem Ende der Bürgerkriege gegenüber dem Senat und dem Volk offiziell zu legitimieren, ohne dabei den Anschein der Wiederherstellung der Republik zu gefährden.
- Analyse der politischen Machtverhältnisse nach der Schlacht von Actium
- Untersuchung der Strategien zur Legitimierung der Herrschaft und der Rolle des Senats
- Bedeutung der Münzpropaganda als Kommunikationsinstrument
- Die militärische und politische Rolle des Agrippa für den Aufstieg des Augustus
- Kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff der "Rückgabe der Macht"
Auszug aus dem Buch
Die Rolle des Agrippa
Wie schon während der Schlacht beschrieben, war Agrippa ein wichtiger Vertrauter von Augustus. Welchen Anteil hatte dieser Mann während der Zeit von 31 v.Chr. bis 27 v.Chr. am Aufstieg des Augustus?
Allgemein wird Agrippa als „Freund, Schwiegersohn und nicht zuletzt als Kollege des Prinzeps“ bezeichnet. Doch welche konkreten Aufgaben hatte Agrippa zwischen 27 v.Chr. und 31 v.Chr.? Agrippa war Augustus überragender Feldherr. Es ist davon auszugehen, dass ohne Agrippas Sieg bei Actium das Prinzipat als solches nicht möglich gewesen wäre. In der Literatur wird ausdrücklich von Agrippas Sieg bei Actium gesprochen. Nicht Augustus, sondern Agrippa habe diesen Sieg für Rom gewonnen. Denn es sei so gewesen, dass Augustus keineswegs ein so guter Heerführer wie Julius Caesar gewesen ist, so dass Augustus immer in einer gewissen Abhängigkeit zu Agrippa stand. Trotzdem „schrieb Agrippa die militärischen Erfolge niemals sich selbst zu […]“.
So soll er niemals versucht haben die auctoritas des Augustus zu vermindern. In der englischen Literatur wird er als „Mastermind of Victory at Actium“ beschrieben. Vor der Schlacht bei Actium soll Augustus Agrippa die komplette Verantwortung für alle militärischen Handlungen übertragen haben. Dies zeigt das große Vertrauen von Augustus in Agrippa und seine Fähigkeiten als Feldherrn deutlich. Durch die komplette Kontrolle über das Vorgehen des militärischen Heers im Krieg bei Actium kann Agrippas Anteil an diesem Sieg kaum hoch genug eingeschätzt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die historische Ausgangslage und die zentrale Fragestellung bezüglich Augustus' Weg zur Macht zwischen 31 und 27 v. Chr.
2. Die Ausgangslage nach Caesars Tod und die Schlacht von Actium: Analyse des Machtkampfes zwischen Augustus und Antonius, der in der entscheidenden Schlacht von Actium gipfelte.
3. Der Weg zur Legitimierung des Prinzipats nach dem Sieg von Actium und die Rolle des Senats: Untersuchung der rechtlichen und politischen Manöver des Augustus zur Etablierung seiner Alleinherrschaft gegenüber dem Senat.
4. Münzpropaganda: Erörterung der Münzen als zentrales Medium zur Verbreitung politischer Botschaften und zur Festigung der Autorität des Augustus.
5. Die Rolle des Agrippa: Darstellung des Einflusses von Agrippa als militärischer Stratege und loyalem Vertrauten für den Aufstieg des Augustus.
6. Schluss: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse zur politischen Konsolidierung des Prinzipats durch Augustus.
7. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primärquellen und der relevanten wissenschaftlichen Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Augustus, Prinzipat, Römische Republik, Actium, M. Antonius, Agrippa, Münzpropaganda, Senat, Machtlegitimierung, Res gestae, auctoritas, Bürgerkrieg, Kaisertum, politische Kommunikation, Alleinherrschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Etablierung der Alleinherrschaft des Augustus in Rom nach dem Ende der Bürgerkriege zwischen 31 und 27 v. Chr.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Neben der politischen Strategie des Augustus bilden die Bedeutung des Senats, die Rolle militärischer Erfolge und die Nutzung von Propaganda, speziell der Münzprägung, die Schwerpunkte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu klären, wie Augustus seine Macht offiziell legitimieren konnte, während er gleichzeitig den Schein einer Rückkehr zur republikanischen Ordnung wahrte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer Auswertung antiker Quellen, wie den Res gestae, sowie moderner Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert den Prozess des Machtgewinns, die strategische Rückgabe von Befugnissen, die Einbindung des Senats und die unterstützende Rolle von Agrippa.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Prinzipat, Augustus, Actium, Legitimation, Machtverschleierung und Propaganda.
Warum war der Sieg bei Actium für den Aufstieg so entscheidend?
Actium markierte das Ende der Bürgerkriege und beseitigte Augustus' stärksten Rivalen, M. Antonius, wodurch Augustus faktisch der einzige verbliebene Machtfaktor in Rom wurde.
Welche Rolle spielte der Begriff "consensum universorum"?
Augustus nutzte diesen Begriff, um seine Macht nicht nur militärisch, sondern als allgemein anerkannten Konsens von Volk und Senat darzustellen, um so eine "weltpolitische Wendung" zu inszenieren.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2017, Der Aufstieg des Augustus in den Jahren von 31 v. Chr. bis 27 v. Chr. und der Weg zur Legitimierung seiner Macht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/520694