Wie kann man Sportstätten nachhaltig und langfristig nutzbar planen? Management und Planung von Sportanlagen


Einsendeaufgabe, 2019

19 Seiten, Note: 0,8

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Sportanlagen- und Sportstättenbau
1.1 Grafische Darstellung der Schritte beim Bau einer Sportstätte
1.1.1 PLANNET-Diagramm
1.1.2 Netzplantechnik

2 Kommunale Sportentwicklungsplanung
2.1 Grundformel zur Berechnung des Sportstättenbedarfs
2.2 Berechnung des Sportstättenbedarfs
2.2.1 Berechnung des Sportbedarfs
2.2.2 Berechnung des Auslastungsfaktors
2.3 Förderinteressenten

3 Finanzierung und Betrieb von Sportanlagen
3.1 Investition und Finanzierung
3.2 Auslastungsanalyse einer Sportanlage
3.3 Auslastungsoptimierung
3.4 Nachhaltigkeit von Sportstätten

4 Digitale Vermarktung von Sportanlagen und Sportstätten

5 Literaturverzeichnis

6 Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
6.1 Abbildungsverzeichnis
6.2 Tabellenverzeichnis

Sportanlagen- und Sportstättenbau

1.1 Grafische Darstellung der Schritte beim Bau einer Sportstätte

Beim Bau einer Sportstätte handelt es sich um ein Projekt, da es durch seine Einmaligkeit und Komplexität in Bezug auf den Umfang der Planung und der eigenen Projektorganisation gekennzeichnet ist (Kuster, et al., 2011, S. 5). Des Weiteren lässt sich ein Projekt durch eine begrenzte Dauer und eine exakt definierte Zielsetzung nach Inhalt, Ausmaß und Zeit definieren (Olfert, 2008, S. 13 f.). Bei einem Projekt stehen die drei Parameter Leistung, Zeit und Ressourcen im Vordergrund. Diese müssen in der Projektsteuerung genauestens betrachtet und möglichst vereint werden. Man spricht hierbei auch vom magischen Dreieck der Projektsteuerung (Bea, Scheurer, & Hesselmann, 2011, S. 41). Ein Projekt wird in vier verschiedene Phasen unterteilt. Die Projektdefinition bildet die Grundlage für das folgende Projekt, wobei zum einen die Projektvorbereitung, die Zielpräzisierung und das Projektdesign näher betrachtet werden (Burghardt, 2013, S. 27). Die Projektplanung ist die nächste und auch wichtigste Phase im gesamten Projekt. Sie befasst sich mit der Struktur- und Aufgabenplanung, der Personalplanung, der Terminplanung sowie mit weiteren ergänzenden Planungen (Olfert, 2008, S. 85). Die Projektdurchführung und die Projektkontrolle beziehungsweise der Projektabschluss sind die zwei letzten Phasen des Projekts (Bea, Scheurer, & Hesselmann, 2011, S. 39). Im Folgenden werden die Projektplanung und die erforderlichen Schritte beim Bau einer Sportstätte systematisch und logisch aufeinander aufbauend dargestellt.

Tab. 1: Projektplanung beim Bau einer Sportstätte

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im Folgenden werden die einzelnen Schritte des Baus einer Sportstätte und deren Abhängigkeiten durch das PLANNET-Diagramm und die Netzplantechnik dargestellt.

1.1.1 PLANNET-Diagramm

Bei der PLANNET-Technik zeigen horizontale Striche die Dauer der einzelnen Vorgänge an. Außerdem werden durch senkrechte verbindende Striche die terminliche Abhängigkeit der einzelnen Vorgänge, sowie durch nicht ausgefüllte Bereiche, wie bei Vorgang B, die ermittelte Pufferzeit dargestellt (Olfert, 2008, S. 105).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Projektterminierung beim Bau einer Sportanlage durch die PLANNET-Technik (modifiziert nach Olfert, 2006)

1.1.2 Netzplantechnik

Die Netzplantechnik wird vor allem bei komplexeren Projekten verwendet. Durch Knotenpunkte werden Zeitpunkte und durch die Pfeile die einzelnen Arbeitsvorgänge dargestellt. Durch den roten gestrichelten Pfeil wird ein sogenannter Scheinvorgang dargestellt und die damit einhergehende Pufferzeit einberechnet. Die Vorteile dieser Technik liegen vor allem in der relativ einfachen und leichten Anwendbarkeit (Wöhe & Döring, 2010).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Projektterminierung beim Bau einer Sportanlage durch die Netzplantechnik (modifiziert nach Birker, 1997)

Beide Diagramme zeigen deutlich auf, dass mit dem Betrieb der Sportanlage frühestens nach Vorgang H also nach 38 Monaten begonnen werden kann.

2 Kommunale Sportentwicklungsplanung

2.1 Grundformel zur Berechnung des Sportstättenbedarfs

Die Grundformel zur Berechnung des Sportstättenbedarfs findet sich im Memorandum zur kommunalen Sportentwicklungsplanung wieder. Hierbei handelt es sich um eine Grundlage von wissenschaftsrelevanten Aspekten der Sportentwicklungsplanung (Rütten, et al., 2010, S. 4). Das Memorandum unterteilt sich in eine konkrete Bestandsaufnahme und die damit einhergehenden Analysen von Datenbeständen der Kommunalverwaltung, zum lokalen Sportverhalten, der bestehenden kommunalen Sporträume, der Sportvereine und anderer Sportanbieter, sowie der Finanzierung und Förderung des Sports. Des Weiteren erfolgt eine Bedarfsbestimmung in Form einer Ist- und Soll-Analyse. Es wird hierbei auf drei Ansätze zurückgegriffen. Die richtwertbezogene Bedarfsbestimmung, die anhand von Richtwerten ermittelt wird. Dieser Ansatz beruht jedoch nicht auf empirischen Daten, sondern lediglich auf Schätzungen von Experten. Aus diesem Grund ist dieser Ansatz nicht mehr aktuell (Rütten, et al., 2010, S. 23). Einen weiteren Ansatz bildet die sportverhaltensorientierte Bedarfsbestimmung, die anhand einer empirischen Untersuchung ermittelt wird. Hierbei werden die Grundformel zur Berechnung des Sportstättenbedarfs und die damit verbundenen Parameter berücksichtigt (Rütten, et al., 2010, S. 24). Die kooperative Bedarfsbestimmung bildet den dritten Ansatz und erfolgt durch Zusammenarbeit von späteren Nutzern, politischen Entscheidungsträgern und Experten (Rütten, et al., 2010, S. 25). Anschließend erfolgen die Zielbestimmung und die Maßnahmenentwicklung. Hierbei gibt es keine einheitlichen Vorgaben, sondern es bedarf der selbstständigen Gestaltung der Kommunen (Rütten, et al., 2010, S. 28 ff.). Die letzten Schritte im Memorandum sind die Beteiligungs- und Abstimmungsprozesse. Diese Prozesse sind für eine Sportentwicklungsplanung unumgänglich um die Planung zukunftsfähig zu halten (Rütten, et al., 2010, S. 33). Die Grundformel zur Berechnung des Sportstättenbedarfs wird in der sportverhaltensorientierten Bedarfsbestimmung verwendet und verknüpft die Parameter Sportbedarf, bestehend aus Sportler, Häufigkeit und Dauer, den Zuordnungsfaktor, die Belegungsdichte, die Nutzungsdauer und den Auslastungsfaktor. Die Grundform der Formel ist in der folgenden Abbildung dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Grundformel zur Berechnung des Sportstättenbedarfs (Bundesinstitut für Sportwissenschaft, 2000, S.75)

Der Sportbedarf ist der zeitliche Umfang der gesamten sportlichen Aktivitäten und setzt sich aus den Sportlern, der Häufigkeit und der Dauer zusammen. Unter dem Begriff Sportler fallen die Einwohner einer Kommune, die eine oder mehrere sportliche Aktivitäten ausüben. Für die Häufigkeit wird als Bezugszeitraum eine Woche herangezogen. Für die Dauer wird die Zeit in Stunden einer Einheit beziehungsweise die Dauer pro Ausübung der Sportart verwendet. Für beide Parameter wird der Durchschnittswert verwendet. Der Zuordnungsfaktor beziehungsweise die Zuordnungquote grenzt den Anteil an Sportgelegenheiten vom Sportbedarf aus, da diese für die Sportstättenbedarf nicht relevant sind. Die Belegungsdichte zeigt die Anzahl an Sportlern pro Anlageeinheit auf. Die Nutzungsdauer gibt den Zeitumfang, in der Sportanlagen genutzt werden können in Stunden pro Woche wieder. Der Auslastungsfaktor berücksichtigt in der Berechnung gar nicht genutzte, untergenutzte oder übermäßig genutzte Sportanlagen (Bundesinstitut für Sportwissenschaft, 2000, S. 73 ff.).

2.2 Berechnung des Sportstättenbedarfs

Anhand der untenstehenden Daten und der obenstehenden Formel werden im Folgenden der Sportbedarf und der Auslastungsfaktor der Stadt Mannheim berechnet.

Tab. 2: Kennzahlen zur Berechnung des Sportstättenbedarfs der Stadt Mannheim

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2.1 Berechnung des Sportbedarfs

Der Sportbedarf bildet sich aus dem Produkt von Sportler, Häufigkeit und Dauer. Demnach ergibt sich die folgend dargestellte Formel.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Formel zur Berechnung des Sportbedarfs

Durch das Einsetzen der bekannten Werte für Sportler, Häufigkeit und Dauer ergibt sich der konkrete Sportbedarf von 64800.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Berechnung des Sportbedarfs

2.2.2 Berechnung des Auslastungsfaktors

Nach Umstellung der oben dargestellten Grundformel zur Berechnung des Sportstättenbedarfs nach dem Auslatungsfaktor ergibt sch die folgendene Formel.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6: Formel zur Berechnung des Auslastungsfaktors

Durch das Einsetzen der bekannten Werte für Sportbedarf, Zuordnungsfaktor, Belegungsdichte, Nutzugsdauer und Sportstättenbedarf ergibt sich der konkrete Auslastungsfaktor von 0,62 beziehungsweise von 62 Prozent.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7: Berechnung des Auslastungsfaktors

2.3 Förderinteressenten

Die in der Aufgabenstellung dargestellte Aussage, dass die Bundesregierung ausschließlich den Spitzensport fördert und die Bundesländer und Kommunen ausschließlich an der Förderung von Spitzensport interessiert sind, ist nicht zutreffend. Das Förderinteresse des Bundes liegt aufgrund der Wichtigkeit für die Bundesregierung im deutschen Spitzensport. Beim Förderinteresse des Bundes gilt grundlegend das Subsidiaritätsprinzip. Dieses besagt, dass zuerst jegliche andere Finanzierungsmöglichkeiten zu verwenden sind, bevor eine finanzielle Unterstützung des Bundes stattfinden kann. Für Instandsetzungs- oder Sanierungsmaßnahmen von Sportanlagen gilt ebenfalls das beschriebene Subsidiaritätsprinzip. Der Breitensport wird demnach durch den Bund nicht gefördert (Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, 2019). Die Förderinteressen von Bundesländern und Kommunen liegen im Wesentlichen im Breitensport. Unter dem Begriff Breitensport fasst man den Freizeitsport, den Schulsport und den Behindertensport zusammen. Dabei wird vor allem auf Bundesländerebene mit verschiedensten Sportstätten-Förderprogrammen gearbeitet. Da die Sportanlagen für den Spitzensport zu weiten Teilen in den deutschen Bundesländern sind, besitzen diese ebenso ein Interesse an einer Förderung des Spitzensports, um die eigenen Standorte möglichst attraktiv zu halten und zu fördern (Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, 2012). Ein weiteres Förderinteresse besitzen private Investoren. Hierbei wird versucht eine effizientere Realisation von Projekten durch eine langfristige Zusammenarbeit zu erzielen. Eine weitere Möglichkeit besteht auch beim Zurückgreifen auf eine „Public Private Partnership“ also eine öffentlich private Partnerschaft (Christen, 2004).

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Details

Titel
Wie kann man Sportstätten nachhaltig und langfristig nutzbar planen? Management und Planung von Sportanlagen
Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
0,8
Jahr
2019
Seiten
19
Katalognummer
V520748
ISBN (eBook)
9783346143778
ISBN (Buch)
9783346143785
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sportstätten, management, planung, sportanlagen
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, Wie kann man Sportstätten nachhaltig und langfristig nutzbar planen? Management und Planung von Sportanlagen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/520748

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