Hooligans in der heutigen Gesellschaft


Hausarbeit, 2015

11 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hooligans
2.1 Der Begriff „Hooligans“
2.2 Ursachen für das entstehen von Hooligan Gruppierungen
2.3 Wie erkennt man Hooligans? Das äußere Erscheinungsbild
2.4 Warum macht Gewalt Spaß?
2.5 Gruppenverhalten unter Hooligans
2.6 Polizei als Aggressor – Die Polizei als „3. Mob“

3. Fazit: Gewissen im Polizeiberuf?

4. Literaturverzeichnis
4.1 Monographien
4.2 Sonstige Quellen

1. Einleitung

Sie sind bei jedem Fußballspiel dabei. Sie sorgen dafür, dass die Fußballspiele zu einer gefährlichen Veranstaltungen für alle Fans werden. Sie treffen sich als Gruppe, um Gewalt gegen die gegnerischen Fans auszuüben. Sie sind bei jedem Spiel dabei, verpassen kein einziges. Es handelt sich um Hooligans.

Wer oder was sind eigentlich Hooligans? Diese Frage stellte ich mir zum Anfang dieser Hausarbeit. Aus dieser Frage ergeben sich noch einige andere Fragen die ich im Rahmen dieser Arbeit klären und wiederlegen werde. Es wird darauf eingegangen, wie Hooligans aussehen, was sie bewegt, Gewalt auszuüben und welche Rolle die Polizei bei den Auseinandersetzungen spielt.

Diese Hausarbeit soll einige Stellungnahmen beinhalten und Fakten liefern. Der Schwerpunkt liegt vor allem auf der Begriffserklärung und darauf, was man sich unter Hooligans in der heutigen Zeit vorzustellen hat. Ich bin unbefangen an die Thematik herangegangen und versuche auf viele verschiedene Ansichten einzugehen und diese loyal zu „beleuchten“. Mein Ziel ist es, dass einige Fragen des Lesers beantwortet werden und man ein genaueres „Bild“ von Hooligans in der heutigen Gesellschaft bekommt.

Im Fazit gehe ich auf die Thematik aus meiner Sicht ein und werde ein für mich entstandenes Bild über Hooligans niederschreiben. Es ist allgemein bekannt, dass jeder Text den man liest, ein Bild im Kopf erzeugt und genau dieses „Bild“ das ich über Hooligans habe, werde ich im Fazit erläutern.

2. Hooligans

2.1 Der Begriff „Hooligans“

Zum Anfang stellt sich die Frage, was bedeutet das Wort Hooligans? Was kann man sich unter Hooligans vorstellen? Somit widme ich mich im ersten Kapitel der Begriffsbestimmung. Ich kläre woher das Wort Hooligan überhaupt kommt und was Hooligan bedeutet.

Hooligans sind meist im Gruppenverband auftretende Jugendliche deren Verhalten von Randale und gewalttätigen Übergriffen bei öffentlichen Veranstaltungen (z. B. Fußballspielen) gekennzeichnet sind.1

„Hoolganismus ist eine männliche Form zivilen Ungehorsams, eine nichtpolitische Rebellion gegen die sinnlose Autorität des Alltags, ein Versuch, die von montags bis freitags aufgezwungene Rolle abzustoßen, aus dem langweiligen, abstumpfenden Spießerdasein auszubrechen - wenigstens für ein paar Stunden.“2

Ralf Ek hat herausgefunden, dass der Begriff Hooligan zum ersten Mal im Jahre 1898 in einer englischen Tageszeitung im Zusammenhang mit Alkohol und exzessiver Gewaltanwendung auf öffentlichen Plätzen benutz wurde.3

Es gibt mehrere Varianten, woher der Begriff Hooligan kommen könnte. Zum einen könnte sich der Begriff auf eine irisch-stämmige Familie namens ‚Houliah’ beziehen, die landesweit wegen ihrer gewalttätigen und trinkfesten Mitglieder bekannt war und in volkstümlichen irischen und schottischen Liedern besungen wurde. Zum anderen könnte Hooligan aus einer missverständlichen Übernahme von ‚Hooley´s gang’ entstanden sein, einer Bande jugendlicher Straßenkrimineller.4 Eine weitere Variante besteht darin, „Hooligan“ als englischen Kunstbegriff anzusehen, der sinngemäß mit „Straßenrowdy“ oder „Halbstarker“ übersetzt wird. Oder der Begriff kommt vom irischen Wort „hooley“, was so viel heißt wie „Sauforgie“, und wurde zu Hooligan verdreht.5

Bis heute weiß man also nicht, woher das Wort „Hooligan“ ursprünglich kommt und auf welchem Ereignis dieses Wort aufbaut.

2.2 Ursachen für das entstehen von Hooligan Gruppierungen

Nun stellt sich die Frage, warum entstehen Hooligan Gruppierungen. Warum finden sich junge Personen zusammen, die bei jedem Fußballspiel gewalttätig gegen die gegnerischen Fußballfans vorgehen? Anhänger der Hooligans Gruppierungen vermitteln zwar nach außen hin, dass sie aus ganz „normalen“ Familien kommen, ihnen in Beruf und Privatleben nichts mangelt und dass sie sozial eingebunden sind, jedoch wurde im Forschungsbericht des Bundesministerium des Inneren über Hooliganismus in Deutschland nachgewiesen, dass sich die These nicht halten lässt.6 In dem nachfolgen Auszug aus dem Forschungsbericht heißt es, dass die jungen Männer delinquente Merkmale aufweisen.7

Es heißt: „Es finden sich deutlich gehäuft Probleme in der Herkunftsfamilie wie Brokenhome-Situationen, ungünstige Erziehungsstiele sowie Alkoholmissbrauch und Arbeitslosigkeit der faktischen Väter. In der Schulzeit kommt es oft zu Leistungsproblemen, Schulschwänzen und allgemein dissozialem Verhalten. Obwohl die meisten Hooligans einen Schulabschluß erreichen und eine Lehre beginnen, setzt dann nicht selten eine absteigende soziale Entwicklung ein.“8 „Häufiger Alkohol- und Drogenmissbrauch, Eigentums- und Raubdelikte sowie häufige Verurteilungen auch ohne Bezug zu typischen Hooligan-Aktivitäten sind weitere Belege dafür, dass unsere Hooligans keine Doppel-Existenz zeigen, sondern einen Lebensstil, wie er dem schwer delinquenter junger Männer entspricht. Abgesehen vom Fußballbezug ihrer Gewaltaktivität weisen sie ziemlich genau jene Entwicklungsrisiken und Probleme auf, die in der neueren Längsschnittforschung über schwere und gewalttätige Jugendkriminalität gut belegt sind...“9 So kann man sagen, dass eine Vielzahl von Uhrsachen in der Person (psychische Ursachen), in der Gesellschaft oder der Umwelt (soziologische Ursachen) zu suchen ist. Abschließend kann man sagen, es gibt also nicht die Ursache, sondern es ist immer ein Zusammenspiel von mehreren Ursachen.10

2.3 Wie erkennt man Hooligans? Das äußere Erscheinungsbild

Wie erkennt man eigentlich Hooligans? Wie sind sie gekleidet?

Mit diesen Fragen, befasse ich mich nun ausführlich, in diesem Kapitel. Dem Leser sollen die wichtigsten Merkmale der Kleidung dargelegt werden.

„Die Veränderung begann kurz nach der Wendezeit. Da war plötzlich nicht mehr wichtig, was man kann, sondern bloß noch, wie man aussieht. Das fand ich zum Kotzen. Gute Klamotten zieht sich ja eigentlich jeder gerne an, darum geht´s gar nicht. Aber wenn da einer vor dir steht, den hast du vorher noch nie gesehen, und der hat´n bißchen mehr Kohle oder Conection zu jemanden, der ihn das günstig besorgt, oder er macht das selber, und der steht dann vor mir und hat die teuersten Iceberg-Klamotten an und quatscht dich voll, was du da überhaupt willst, weil du ja nicht die Klamotten anhast...“11

Hooligans sind in ihrem Äußerlichen darauf bedacht, recht unauffällig und nobel auszusehen. Die Zeiten, wo Fußballrowdys mit fantypischem Outfit (d.h. „Kutte“, Trikot, Schal etc.) ausgestattet waren und das „Ungepflegte“ eines Angehörigen der Unterschicht im wahrsten Sinne des Wortes verkörperten, sind längst vorbei.

Heute tragen Hooligans simple Kleidung, wie Jeans, T-Shirts, Turnschuhe und modische Lederjacken.12 Ihre Kleidung ist meist von Nike, Lacoste, Londsdale, Hugo Boss, Fred Perry, Adidas, New Balance usw. Besonders Marken aus England – wegen dem Bezug zur englischen Hooliganszene – sind gefragt.13

Durch die Umstellung der Outfits, ergeben sich neue Vorteile.

Zum einen können die Polizeibeamten die Jugendlichen nicht mehr so leicht identifizieren in ihrem unauffälligen Outfit. Zum andern können die Fans in den Fan-Blöcken die Normalfans von den Hooligans genau unterscheiden.14

Die Outfits sind auch unter den Hooligans ein Problem.

Vor allem die Jung-Hools definieren ihr Hooligandasein mehr über ihr Outfit als über ihre Fights. Umso teurer die Klamotten sind, umso mehr gehört man dazu. Das schafft Konflikte mit den Alt-Hools.

Durch die teuren Klamotten scheuen sich Hools manchmal vor Fights, weil durch die Kampfhandlung die Sachen entweder zerstört oder gestohlen werden können. Diesen Verlust will man nicht riskieren. Das führt wieder um zu Konflikten mit den Hools in den eigenen Reihen.15

2.4 Warum macht Gewalt Spaß?

Als nächstes wird die Frage aufgeworfen, warum sich junge Männer darauf freuen, zu einem Fußballspiel zu gehen, um dort Gewalt auszuüben. Diese Frage versucht Bill Buford in seinem Buch zu beantworten. „Warum machen junge Männer jeden Samstag Randale? Sie machen das aus demselben Grund, aus dem frühere Generationen sich betranken, Hasch rauchten, Drogen nahmen, sich wüst oder rebellisch aufführten. Gewalttätigkeit bereitet ihnen einen antisozialen Kitzel, sie ist für sie ein bewusstseinsveränderndes Ergebnis, eine von Adrenalin bewirkte Euphorie, die vielleicht um so stärker ist, weil der Körper selbst sich hervorbringt, mit vielen meiner Überzeugung nach suchtbildern Eigenschaften, wie sie auch für synthetisch herstellte Drogen charakteristisch sind.“16 Nachfolgend ein interessanter Aspekt, wie im Gegensatz zum Autor Bill Buford, Hooligans diese Frage beantworten.

„Es macht spaß!“17

„Auf Samstag [...] freuen wir uns die ganze Woche lang. Das ist das, was in unserem Leben am meisten Sinn hat. Im Grunde eine Religion. So wichtig ist das für uns. Samstag ist unsere Feiertag.“18

„Wenn man im Dunkeln durch den Wald rennt, über Zäune und durch Gärten, und die anderen jagt, und die Polizei ist hinter einem her – das ist fantastisch, da vergißt man sich.“19

„Wenn du natürlich jetzt mit so ` nem Übermob antobst und dann eben alles niedermachst, also das schönste Gefühl ist das eigentlich. Dann fliegen vielleicht ´n paar Flaschen oder Steine. Und dann rennt der andere Mob und dann jagst du die anderen durch die Gegend. Also siebenter Himmel. Das würdest du mit keiner Frau schaffen oder mit keiner Droge. Dieses Gefühl, das ist schön.“20 Man erkennt die Ähnlichkeit zwischen den aussagen, dass z.B. durch diese Gewalttaten ein Nervenkitzel gegeben wird und das Adrenalin steigt, wenn man im Rausch dieser Gewalttaten ist.

An diesen Zitaten einzelner Hooligans kann man sehr gut erkennen, dass sie sich am liebsten in Gruppen aufhalten und als kompletter „Mob“ ihre Gewalttaten ausüben und sich nur zusammen wohl fühlen. Das Adrenalin kommt nur in der Masse auf. Damit der Leser dieses Gruppenverhalten besser verstehen kann, wird nun nachfolgend genau auf das Gruppenverhalten der Hooligans eingegangen.

[...]


1 Vgl. Duden (online): [Art.] „Hoo­li­gan“ URL: http://www.duden.de/rechtschreibung/Hooligan (letzter Zugriff am 03.03.2015).

2 Farin, Klaus: generation kick.de. Jugendsubkulturen heute, 2001, S 191

3 Vgl. EK, Ralf: Hooligans. Fakten – Hintergründe – Analysen, 1996

4 Meier, Ingo-Felix: Hooliganismus in Deutschland, 2001, S. 9

5 Vgl. Weigelt, Ina: Die Subkultur der Hooligans, Marburg 2004, S. 13

6 Vgl. Lösel, Friedrich/Bliesener, Thomas/Fischer, Thomas/Papst, Markus A.: Hooliganismus in Deutschland, 2001, S. 149

7 Vgl. Weigelt 2004, S.44, a.a.O.

8 Vgl. Lösel/Bliesener/Fischer/Papst 2001, S. 149f, a.a.O.

9 Lösel/Bliesener/Fischer/Papst 2001, S. 149f, a.a.O.

10 Vgl. Weigelt 2004, S.45, a.a.O.

11 Weigelt, 2004, S. 71, zit. n. Farin/Hauswald, 2001, S. 29, a.a.O

12 Vgl. Weigelt 2004, S.71f, a.a.O.

13 Vgl. Weigelt 2004, S.72, a.a.O.

14 Vgl. Matthesius, Beate: Anti-Sozial-Front. Vom Fußballfan zum Hooligan, 1992, S 219f

15 Vgl. Weigelt 2004, S.72, a.a.O.

16 Buford, Bill: Geil auf Gewalt. Unter Hooligans, 1992, S. 246

17 Hooligan bei einem Fankongress 1988 auf die Frage „Warum prügelt ihr euch?“, zit. aus: Gehrmann/ Schneider 1998, S 11

18 Weigelt, 2004, S. 49, zit. n. Buford 1992, S 128, a.a.O.

19 Weigelt, 2004, S. 49, zit. n. Pilz, Gunter A.: „Emotionen beleben das Geschäft“ – Vom widersprüchlichen Umgang mit der Gewalt: einen sozialkritische Analyse, in: Nitsch, Jürgen R.: Emotionen im Sport. Zwischen Körperkult und Gewalt 1995, S. 30-51

20 Weigelt, 2004, S. 49, zit. n. Pilz, in: Nitsch1995, a.a.O

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Hooligans in der heutigen Gesellschaft
Note
2,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
11
Katalognummer
V520768
ISBN (eBook)
9783346143693
ISBN (Buch)
9783346143709
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Polizei in Extremsituationen, Hooligans, Hooligans unter der Lupe, Die Polizei als „3. Mob“
Arbeit zitieren
Benedikt Berger (Autor), 2015, Hooligans in der heutigen Gesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/520768

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