Thema dieser Hausarbeit ist Anorexia nervosa, umgangssprachlich auch als Magersucht bekannt, betrachtet unter dem Gesichtspunkt, ob es sich dabei um eine individuelle oder durch gesellschaftliche Strukturen hervorgerufene Problematik handelt. Detailliert beschäftige ich mich mit dem Krankheitsbild der Anorexia nervosa unter Betrachtung sowohl der psychischen als auch der biologischen Komponenten. Weiterführend sollen mögliche Ursachen dieser Krankheit geklärt werden.
Vor einigen Jahren ging man noch davon aus, dass es sich bei „Magersucht“ um ein rein psychisches Phänomen handelt, welches sowohl persönlich sowie gesellschaftlich bedingt wird. Neuere Studien lassen nun jedoch vermuten, dass auch die Gene bei der Entstehung dieses Krankheitsbildes eine Rolle spielen. In meiner schriftlichen Ausarbeitung werde ich auf diese Forschungsergebnisse eingehen, aber auch auf die psychische Disposition und Lebensumstände von Betroffenen sowie mögliche gesellschaftliche Missstände, die zur Entstehung der Krankheit Anorexia nervosa führen können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Krankheitsbild Anorexia nervosa
2.1 Definition nach ICD-10
2.2 psychische/physische Komponenten
2.3 genetische Prädisposition
3. Gesellschaftliche Aspekte
3.1 Sozialisation
3.2 mediale Induktion
4. Bewusstsein des Einzelnen
5. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit Anorexia nervosa als individuelles Leiden oder als Resultat gesellschaftlich induzierter Strukturen betrachtet werden muss, um ein tieferes Verständnis für die Entstehung dieser Essstörung zu fördern.
- Psychische und biologische Grundlagen des Krankheitsbildes
- Einfluss von Sozialisationsprozessen auf das Körperbild
- Die Rolle medialer Schönheitsideale bei der Entstehung von Magersucht
- Analyse des gesellschaftlichen Bewusstseins und der Wahrnehmung von Essstörungen
Auszug aus dem Buch
3.2 mediale Induktion
Doch neben der individuellen Sozialisation kann auch die mediale Induktion zur Entstehung von „Magersucht“ beitragen.
Zu nennen ist in diesem Zusammenhang zuerst natürlich die Modeindustrie, welche Mode für schlanke und dünne Menschen produziert. Um die aktuell modernen Trends tragen zu können und sich darin wohl zu fühlen, muss man schlank sein. Es wird suggeriert, dass man zufriedener ist, wenn man schöne Kleidung trägt. Das hat zur Folge, dass sich ein Großteil der Menschen als nicht schön empfindet.
So ergab eine Studie aus dem Jahr 2016, dass sich drei von vier jungen Mädchen zu dick fühlen (Die Presse, 2016). Die Gleichsetzung von Schönheit und Schlankheit wird auch von der Werbung propagiert, der man sich kaum noch entziehen kann. Riesige Plakate an Hauswänden oder in Bushaltestellen, Werbespots im Fernsehen oder Werbebanner im Internet sind allgegenwärtig. Ob im Fernsehen, Kino oder Internet, ob im Kaufhaus oder in der Drogerie; die Botschaft ist klar: Schönheit steht in unserer westlichen Zivilisation an erster Stelle und dazu gehört eben auch ein schlanker Körper. Doch die Medien bergen noch andere Gefahren, die die Krankheit Anorexia nervosa auslösen, ja sogar deren Verlauf weiter antreiben können. Seit nun schon vielen Jahren existiert die sogenannte „Pro-Ana-Bewegung“. In dieser tauschen sich größtenteils junge Mädchen über ihre Erfolge beim Abnehmen aus und spornen sich gegenseitig weiter an. Ähnlich haben Aufbau und Struktur dieser Bewegung mit einer Art Religion. Ana, die Kurzform von Anorexia nervosa, ist eine fiktive Person, die einen Verhaltenskodex für Magersüchtige aufstellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz des Themas und stellt die Forschungsfrage nach dem individuellen versus gesellschaftlichen Ursprung der Anorexia nervosa.
2. Das Krankheitsbild Anorexia nervosa: Dieses Kapitel definiert die Krankheit medizinisch nach ICD-10 und beleuchtet psychische sowie biologische und genetische Einflussfaktoren.
3. Gesellschaftliche Aspekte: Hier wird untersucht, wie familiäre Sozialisation und mediale Einflüsse sowie Schönheitsideale zur Entwicklung der Erkrankung beitragen können.
4. Bewusstsein des Einzelnen: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse einer kleinen Umfrage, die das Wissen und die Einstellung der Gesellschaft gegenüber Essstörungen reflektiert.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Anorexia nervosa ein gesellschaftliches Problem darstellt, das oft fälschlicherweise nur als individuelles Versagen oder Einzelschicksal betrachtet wird.
Schlüsselwörter
Anorexia nervosa, Magersucht, Essstörungen, Sozialisation, Medien, Schönheitsideal, ICD-10, Genetik, Körperbild, Pro-Ana-Bewegung, Leistungsgesellschaft, Körperwahrnehmung, Psychopathologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, ob Anorexia nervosa primär ein individuelles Problem darstellt oder ob sie durch gesellschaftliche Strukturen und Einflüsse induziert wird.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themenfelder umfassen die medizinische Definition der Krankheit, die Rolle der Genetik, familiäre Sozialisationsprozesse sowie den Einfluss medialer Schönheitsideale.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Entstehung von Essstörungen stärker gesellschaftlich bedingt sein könnte, als oft angenommen wird, und somit ein größeres Bewusstsein für die gesellschaftliche Verantwortung zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer empirischen Kleinstudie mit 100 Teilnehmern zur Erhebung des Wissensstandes über Essstörungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die medizinisch-psychologische Definition, eine soziologische Betrachtung der Sozialisation und eine medienkritische Analyse der gesellschaftlichen Schönheitsnormen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Anorexia nervosa, Magersucht, Gesellschaft, Sozialisation, Medien, Körperbild und Pro-Ana-Bewegung.
Welche Rolle spielen die sogenannten "Anas Gebote"?
Sie dienen als Beispiel für die mediale Induktion und die Entstehung von digitalen Gemeinschaften, die extreme Gewichtsabnahme durch Verhaltenskodizes religiös überhöhen.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Eigenverantwortung?
Die Autorin folgert, dass es für die Gesellschaft einfacher ist, Betroffene als "krank" zu stigmatisieren, anstatt sich kritisch mit den eigenen gesellschaftlichen Strukturen und dem vorherrschenden Leistungsdruck auseinanderzusetzen.
- Arbeit zitieren
- Maya Linke (Autor:in), 2018, Anorexia nervosa. Individuelles oder gesellschaftlich induziertes Problem?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/520924