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Probleme mit Befragung und des Befragtenverhaltens bei der Erhebung von Daten für ego-zentrierte Netzwerke

Title: Probleme mit Befragung und des Befragtenverhaltens bei der Erhebung von Daten für ego-zentrierte Netzwerke

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 31 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christian Richter (Author)

Sociology - Methodology and Methods
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Summary Excerpt Details

Ziel und Vorgehen:

Ziel der vorliegenden Arbeit soll sein, einen Ausschnitt und damit einen Einblick in den Bereich der Probleme mit Befragung und beim Befragtenverhalten zu geben, die bei der Erhebung von Daten für die egozentrierte Netzwerkanalyse auftreten können. Deshalb werde ich als erstes versuchen darzustellen, was die Netzwerkanalyse aus macht (Abschnitt 2.). Darauf folgend wird die egozentrierte Netzwerkanalyse vorgestellt (Abschnitt 3. ). Danach wer de ich auf die zentralen Erhebungsinstrumente der ego-zentrierten Netzwerkanalyse, die Namensgeneratoren und Namens interpretatoren, eingehen (Abschnitt 3.1) und einen Ausschnitt der über sie geführten Diskussion, betreffend ihrer Validität und Reliabilität präsentieren (Abschnitt 3.2.) Zu m praktischen Verständnis werde ich die „grössten“ Stellvertreter dieser Erhebungsinstrumente kurz skizzieren (Abschnitt 3.3.) und dann vergleichenderweise auf deren Auswirkungen auf die Reliabilität und Validität von den mit ihnen erhobenen Netz werkdaten eingehen (Abschnitt 3.4.). Das die Genauigkeit der Angaben von Befragten auch in diesem Bereich der Sozialforschung eine bedeutende Rolle spielen, wird darauffolgend gezeigt (Abschnitt 4.). Die Anforderungen an die Daten für eine strukturelle Analyse stellen den Befragten vor schwierige Aufgaben (Abschnitt 4.1.) und die Forscher vor zusätzliche Probleme, die es zu verstehen und zu lösen gilt. Besonders wichtig erscheinen in der ego-zentrierten Netzwerkanalyse die Erinnerungsfähigkeit und die Wahrnehmung von sozialen Beziehungen. Deshalb möchte in Abschnitt 4.2. und 4.3. diese erläutern und dann exemplarisch auf die Wahrnehmung von Freundschaftsbeziehungen anhand einer Studie von Carley und Krackhardt (1996) eingehen (Abschnitt 4.4.). In Abschnitt 5. werden Schlüsse aus den betrachteten Forschungsergebnissen gezogen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Ziel und Vorgehen

2. Einführung: Was ist Netzwerkanalyse ?

3. Das ego-zentrierte Netzwerk:

3.1. Namensgeneratoren

3.2. Reliabilität und Validität von Namensgeneratoren

3.3. Das Burt-Instrument und das Fischer-Instrument

3.4. Vergleich von Burt- und Fischer-Instrument und deren Auswirkungen auf Befragung

4. Genauigkeit von Befragtenangaben:

4.1. Aufgaben des Befragten

4.2. Abhängigkeit von Erinnerungsfähigkeit

4.3. Abhängigkeit von sozialer Wahrnehmung

4.4. Wahrnehmung von Freundschaftsbeziehungen

5. Abschließende Worte

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die methodischen Herausforderungen bei der Erhebung von Daten für die ego-zentrierte Netzwerkanalyse, insbesondere im Hinblick auf die Genauigkeit der Angaben durch Befragte. Ziel ist es, den Einfluss von Erinnerungsfähigkeit und sozialer Wahrnehmung auf die Validität und Reliabilität der erhobenen Netzwerkdaten zu beleuchten und aufzuzeigen, wie unterschiedliche Erhebungsinstrumente diesen Prozessen Rechnung tragen können.

  • Grundlagen der ego-zentrierten Netzwerkanalyse und ihre Erhebungsinstrumente.
  • Die zentrale Rolle von Namensgeneratoren und Namensinterpretatoren.
  • Der Einfluss kognitiver Prozesse wie Vergessen auf die Genauigkeit von Befragtenangaben.
  • Die Bedeutung der sozialen Position und Wahrnehmung für die Darstellung sozialer Beziehungen.
  • Methodische Implikationen zur Verbesserung der Datenqualität in der Sozialforschung.

Auszug aus dem Buch

4.4. Wahrnehmung von Freundschaftsbeziehungen

Freundschaft wurde immer schon eine symmetrische Natur zugeschrieben. So ging Davis, 1968, davon aus, das Freundschaft beinhaltet, das zwei Akteure Zeit in physischer Nähe zusammen verbringen. Und da Zeit und physische Nähe hier durch physikalische Beschränkung zwangsläufig symmetrisch sind, tendiert die Freundschaft dazu, auch symmetrisch zu sein. Der Psychologe Heider ging 1958 davon aus, dass ein Mangel an Symmetrie im gegenseitigen Gernhaben ein Ungleichgewicht und Unbehagen produziert, und dieses dazu führt, dass Freundschaften symmetrisch werden. (Carley und Krackhardt, 1996, S.5-6)

Freundschaftsangaben von Befragten hingegen zeigen, dass Freundschaftswahlen wenig valide Angaben sind, wenn man Freundschaftsbeziehungen als symmetrische Beziehungen sieht. Als Verfahren für die Kontrolle der Angaben egos über seine Beziehungen zu den alteri ist von vielen Forschern eine nachfolgende Befragung der alteri eingesetzt worden. Als Mass für die Validität der Angaben egos wurde dabei der Anteil erwiderter Wahlen verwendet. Der Prozentsatz der Übereinstimmung von ego- und alter-Angaben kann auch als eine Schätzung der Validität eines Generators oder Interpretators gesehen werden. Mit Hilfe dieser Methode stellten Coleman et. al. 1966 schon fest, das die Bestätigung von Freundschaftsbeziehungen nur in 37,5 % der Fälle auftrat. Spezifischere Stimulusvorgaben, die bestimmte Aspekte von Freundschaftsbeziehungen enthalten weisen hingegen höhere Symmetrien auf.

Um möglichst valide und reliable Ergebnisse zu erzielen, muss der Forscher somit das Konzept der möglichen Asymmetrie von Freundschaftsbeziehungen berücksichtigen, wenn er ego-zentrierte Freundschaftsnetzwerke untersucht. Symmetrische Freundschaftsbeziehungen können methodologisch dann als solche definiert werden, wenn der von ego als Freund definierte alter, ego auch als Freund definiert. Wenn dies nicht der Fall ist, d.h., ego nimmt genannten alter als Freund wahr, alter aber umgekehrt nicht, spricht man von einer asymmetrischen Freundschaftsbeziehung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Ziel und Vorgehen: Diese Einleitung skizziert den Aufbau der Arbeit und definiert das Ziel, einen Einblick in die Problematik bei der Erhebung ego-zentrierter Netzwerkdaten zu geben.

2. Einführung: Was ist Netzwerkanalyse ?: Dieses Kapitel definiert die Netzwerkanalyse als wissenschaftlichen Ansatz, der darauf abzielt, soziale Strukturen durch Beziehungsmuster zwischen Akteuren zu beschreiben.

3. Das ego-zentrierte Netzwerk: Hier werden die methodischen Kernstücke der Netzwerkanalyse, wie Namensgeneratoren und Namensinterpretatoren, eingeführt und in ihrer Funktion erläutert.

3.1. Namensgeneratoren: Dieses Kapitel differenziert verschiedene Arten von Namensgeneratoren nach Pfenning und erläutert deren Rolle bei der Abgrenzung sozialer Netzwerke.

3.2. Reliabilität und Validität von Namensgeneratoren: Der Fokus liegt auf der Güte der Erhebungsinstrumente, unterteilt in die Reliabilitätsbereiche von soziodemographischen Angaben bis hin zu strukturellen Netzparametern.

3.3. Das Burt-Instrument und das Fischer-Instrument: Dieses Kapitel stellt zwei der gebräuchlichsten Namensgeneratoren im Vergleich vor und diskutiert deren spezifische konzeptionelle Ansätze.

3.4. Vergleich von Burt- und Fischer-Instrument und deren Auswirkungen auf Befragung: Hier werden die Vor- und Nachteile beider Instrumente hinsichtlich ihrer Anwendung in der Massenumfrage und ihrer analytischen Tiefe analysiert.

4. Genauigkeit von Befragtenangaben: Dieses zentrale Kapitel behandelt die kognitiven Anforderungen an den Befragten und die daraus resultierenden Probleme für die Datenqualität.

4.1. Aufgaben des Befragten: Dieser Abschnitt listet die komplexen Anforderungen an den Befragten auf, die von der Eigendarstellung bis zur Beschreibung der Beziehungen zwischen den Netzwerkkontakten reichen.

4.2. Abhängigkeit von Erinnerungsfähigkeit: Hier wird der Einfluss des Vergessens auf die Erhebung von Netzwerkdaten untersucht, wobei verschiedene Forschungsansätze zu Erinnerungsleistungen präsentiert werden.

4.3. Abhängigkeit von sozialer Wahrnehmung: Dieser Teil beleuchtet, wie die soziale Position eines Akteurs im Netzwerk dessen Wahrnehmung und somit die Verlässlichkeit seiner Angaben beeinflusst.

4.4. Wahrnehmung von Freundschaftsbeziehungen: Anhand theoretischer Studien wird die Diskrepanz zwischen der wahrgenommenen Symmetrie von Freundschaft und der realen Asymmetrie in sozialen Netzwerken diskutiert.

5. Abschließende Worte: Das Fazit fasst zusammen, dass eine sorgfältige Berücksichtigung der Befragtenperspektive und eine instrumentelle Anpassung unerlässlich für die Validität ego-zentrierter Netzwerkforschung sind.

Schlüsselwörter

Ego-zentrierte Netzwerkanalyse, Namensgeneratoren, Namensinterpretatoren, Befragtenverhalten, Validität, Reliabilität, Erinnerungsfähigkeit, soziale Wahrnehmung, Freundschaftsbeziehungen, soziale Strukturen, soziale Position, soziale Interaktion, Datenerhebung, Burt-Instrument, Fischer-Instrument.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Hausarbeit befasst sich mit den methodischen Herausforderungen und den Auswirkungen des Befragtenverhaltens bei der Erhebung von Daten für ego-zentrierte soziale Netzwerke.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Erhebungsinstrumente (Namensgeneratoren), der Einfluss kognitiver Prozesse auf die Genauigkeit der Angaben sowie die Bedeutung der sozialen Wahrnehmung für die Netzwerkkonstruktion.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Erinnerungsvermögen und die soziale Wahrnehmung der Befragten die Qualität der erhobenen Netzwerkdaten beeinflussen, um daraus Empfehlungen für die Gestaltung von Erhebungsinstrumenten abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, die verschiedene empirische Studien und Konzepte der sozialwissenschaftlichen Netzwerkanalyse zusammenführt und vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Funktionsweise von Namensgeneratoren (insb. Burt und Fischer), die Reliabilität dieser Instrumente und insbesondere psychologische Aspekte des Befragtenverhaltens wie Vergessen und kognitive Verzerrungen analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind ego-zentrierte Netzwerkanalyse, Validität, Namensgeneratoren, Erinnerungsfähigkeit, soziale Wahrnehmung und asymmetrische Freundschaftsbeziehungen.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen Namensgenerator und Namensinterpretator eine Rolle?

Die Unterscheidung ist für die Güte der Daten entscheidend, da Namensgeneratoren das Netzwerk abgrenzen, während Interpretatoren die detaillierten qualitativen und quantitativen Eigenschaften der Beziehungen erfassen.

Wie gehen Befragte typischerweise mit der Komplexität von Freundschaftsnetzwerken um?

Studien zeigen, dass Befragte dazu neigen, soziale Beziehungen kognitiv zu vereinfachen und eine Symmetrie in ihre Netzwerke zu projizieren, auch wenn die reale soziale Welt oft durch asymmetrische Beziehungen geprägt ist.

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Details

Title
Probleme mit Befragung und des Befragtenverhaltens bei der Erhebung von Daten für ego-zentrierte Netzwerke
College
University of Mannheim  (Fakultät Sozialwissenschaften)
Course
Hauptseminar Befragung und Befragtenverhalten
Grade
1,3
Author
Christian Richter (Author)
Publication Year
2003
Pages
31
Catalog Number
V52163
ISBN (eBook)
9783638479479
ISBN (Book)
9783656780687
Language
German
Tags
Probleme Befragung Befragtenverhaltens Erhebung Daten Netzwerke Hauptseminar Befragung Befragtenverhalten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Richter (Author), 2003, Probleme mit Befragung und des Befragtenverhaltens bei der Erhebung von Daten für ego-zentrierte Netzwerke, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52163
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