Qualitätsverbesserung in der Supply Chain durch QFD


Seminararbeit, 2006
19 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einführung in die Themen Supply Chain Management und Qualität
2.1 Grundlagen des Supply Chain Managements
2.2 Aufgaben und Ziele des Supply Chain Managements
2.3 Wandel des Qualitätsverständnisses
2.4 Total Quality Management

3. Instrumente zur Qualitätssicherung
3.1 Quality Function Deployment
3.2 Verbesserung der Supply Chain Performance durch SCQTM

4. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Wandel vom Verkäufer- zum Käufermarkt ist auf vielen Märkten unlängst vollzogen. Auf diesem Märkten sind nur die Unternehmen nachhaltig erfolgreich, die ihre Produkte und Dienstleistungen anhand der Kundenwünsche entwickeln, herstellen und anbieten. Diese Entwicklung reflektiert sich in den Managementkonzepten und -philosophien, die in den letzten Jahren entwickelt worden sind. Das »Quality Function Deployment« ist ein Instrument zur Transformation von Kundenwünschen in Produktmerkmale bei der Entwicklung und Verbesserung von Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsprozessen. Im Rahmen dieser Seminararbeit sollen die Grundprinzipien dieser Methodik dargelegt werden, um dann anhand der Ausführungen von Kuei et al. eine Erweiterung des Quality Function Deployment, die sich auf die Verbesserung der Prozesse in der Supply Chain richtet, vorzustellen und kritisch zu analysieren.

Zunächst sollen im ersten Teil dieser Arbeit die Grundlagen des Supply Chain Managements erläutert werden. Insbesondere soll der Grundaufbau von Lieferketten, die Beziehungen zwischen den Unternehmen, sowie die Aufgaben und Ziele des Supply Chain Managements betrachtet werden. Anschließend wird der Wandlungsprozess des Qualitätsgedankens bis hin zur Unternehmensphilosophie des »Total Quality Managements« dargelegt. Im Rahmen dieser Betrachtung kommt dem Wandel von der reinen Kostenorientierung zum integrierten Management von Qualität eine wesentliche Bedeutung zu, da nicht mehr allein die Qualität des Produkts- oder der Dienstleistung im Vordergrund steht, sondern ebenfalls die Qualität der beteiligten Unternehmensprozesse.

Das Ziel dieser Seminararbeit ist es die Verknüpfungspunkte der verschiedenen Konzepte aufzuzeigen und die Methodik des Quality Function Deployment in diesen Bezugsrahmen einzuordnen. Weiterhin sollen die Annahmen, Aufgaben und Ziele der Konzepte durch die Darstellung des Instrumentes »Quality Function Deployment« transparenter werden. Die abschließende Betrachtung soll dann auf die möglichen Problem und Schwierigkeiten, die im Zusammenhang mit diesem Instrument stehen, aufmerksam machen.

2. Einführung in die Themen Supply Chain Management und Qualität

2.1 Grundlagen des Supply Chain Managements

Der Begriff »Supply Chain Management« (SCM) wurde erstmalig Anfang der 80er Jahre von angloamerikanischen Consulting-Gesellschaften angewandt. Eine theoretische Ausgestaltung des Begriffs erfolgte dann in den späten 80er Jahren von verschiedenen Wissenschaftlern (vgl. Ellram/Cooper, Macbeth/Ferguson). In der Literatur wird der Terminus des »Supply Chain Management« verschiedenartig definiert und ausgelegt. Die wörtliche Übersetzung von »Supply Chain« bedeutet Versorgungs- oder Lieferkette und beschreibt den Gesamtprozess, den ein Produkt oder eine Dienstleistung von der Rohstoffgewinnung bis zum Endkunden durchläuft. Das »Supply Chain Management« beschäftigt sich nunmehr im Kern mit der Optimierung dieser Lieferkette.

» Als Supply Chain Management (SCM) kann die Planung, Steuerung und Kontrolle des gesamten Material- und Dienstleistungsflusses, einschlie ß lich der damit verbundenen Informations- und Geldfl ü sse, innerhalb eines Netzwerkes von Unternehmen und deren Bereichen verstanden werden, die im Rahmen von aufeinanderfolgenden Stufen der Wertsch ö pfungskette an der Entwicklung, Erstellung und Verwertung von Sachg ü tern und/oder Dienstleistungen partnerschaftlich zusammenarbeiten, um Effektivit ä ts- und Effizienzsteigerungen zu erreichen. « 1

Anhand der Definition von Hahn wird deutlich, dass das SCM eine prozessorientierte Sichtweise einnimmt, die den Fluss von Leistungsobjekten (Material, Information, Finanzmittel) durch das Netzwerk der am Leistungsprozess beteiligten Unternehmen fokussiert. Dieses Netzwerk obliegt in der Praxis einer Dynamik, da sich einerseits die an der Wertschöpfung beteiligten Unternehmen und andererseits die Beziehungen zwischen den Unternehmen innerhalb der Kette ändern können. In welchem Ausmaß diese Anpassungen geschehen wird im wesentlichen durch die Veränderungen der Anforderung an die Supply Chain und/oder durch Änderungen der strategischen Ausrichtung der Wertschöpfungskette determiniert.2 Die Definition von Hahn kennzeichnet zudem den theorieimmanenten Gedanken der Kooperation in der Wertschöpfungskette, um Effektivitäts- und Effizienzsteigerungen zu erlangen. Dabei bezieht sich das SCM nach Werner sowohl auf die Prozesse innerhalb eines Unternehmens als auch auf die Schnittstellen zwischen den Unternehmen in der Lieferkette. Für die unternehmensinterne Betrachtung ist insbesondere die Fertigungstiefe der betrachteten Unternehmung relevant. Die integrierte Sichtweise richtet hingegen ihr Augenmerk auf die »Verzahnung« mit den Lieferanten auf der Inputseite, sowie auf die Beziehung mit den Kunden auf der Outputseite.3 Es wird die gesamte Supply Chain, von den Rohstofflieferanten bis zum Endkunden, als ein geschlossenes System betrachtet, indem es gilt sämtliche Material-, Informations- und Finanzflüsse zu erfassen, zu gestalten und zu optimieren. Das Supply Chain Management umfasst somit die Planung, Steuerung und Überwachung der relevanten Objektflüsse entlang der Lieferkette.4 Der Kooperationsgedanke stellt demnach ein wesentliches Merkmal des SCM dar. Der »klassische« Blick auf das Einzelunternehmen wird auf die gesamte Lieferkette ausgeweitet, sodass Synergien an den Schnittstellen der Kette sichtbar werden.

Der Gedanke der Integration von Unternehmen innerhalb einer Wertschöpfungskette wird häufig als Unterscheidungsmerkmal zur Logistik genannt. Jedoch existiert in der Wissenschaft keine einhellige Meinung zu diesem Sachverhalt. M ü ller ist der Auffassung, das in der Literatur vornehmlich zwei unterschiedliche Strömungen erkennbar sind: Einerseits wird das SCM nur als Erweiterung des Logistikmanagements gesehen, andererseits gibt es Verfechter, die eben den bereits erläuterten Kooperationsgedanken entlang der gesamten Wertschöpfungskette als wesentlichen Unterschied zur Logistik nennen.5 Je nach Blickwinkel obliegen dem Supply Chain Management demnach unterschiedliche Aufgaben und Ziele. Im Verlauf dieser Seminararbeit soll das SCM aus der integrativen Sicht betrachtet werden, um aufzuzeigen, wie der Gedanke der Qualität in die gesamte Wertschöpfungskette wissenschaftlich implementiert werden kann.

2.2 Aufgaben und Ziele des Supply Chain Managements

Als »Kernziel« des Supply Chain Managements betrachtet Beckmann die Schaffung von Kundennutzen, »der in einem ausbalancierten Verhältnis zu Kosten und Gewinn steht.«6 Wildemann erweitert diese Sichtweise, indem er ausgehend von Kunde und Markt verschiedene »marktinduzierte« Trends als Ausgangspunkt für die Gestaltung von Aufgaben und Zielen nennt. Seiner Auffassung nach lassen sich aus den in Tabelle 1 dargestellten Trends Anforderungen an das SCM ableiten. Angemerkt sei hierbei das die Tabelle 1 lediglich eine Auswahl der von Wildemann genannten Trends darstellt.7

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Marktinduzierte Trends nach Wildemann (eigene Darstellung)

Es lässt anhand der Aussagen des Autors feststellen, dass die Unternehmen branchenübergreifend einer ständig steigenden Komplexität und einer wachsenden Dynamik ausgesetzt sind. Wildemann leitet aus diesen Voraussetzungen die Hauptziele für die Gestaltung des Supply Chain Managements ab. Zum einen soll die Komplexität, die durch eine hohe Anzahl von Lieferanten, eine hohe Produktvielfalt sowie eine Vielzahl von Kunden verursacht wird, durch eine Ausrichtung der Aktivitäten an den Kundenanforderungen reduziert werden. Weiterhin soll eine koordinierte Übermittlung von Informationen zwischen den Partnern der Wertschöpfungskette sicherstellen, dass die notwendigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt an das jeweilige Kettenglied gelangen und somit Informationsasymmetrien vermieden werden. Ein weiteres Merkmal für die Ausgestaltung der Supply Chain ist die Konzentration auf Kernkompetenzen, um einen Vorsprung gegenüber Konkurrenten sicherzustellen. Ausschlaggebend für die Auswahl der Kernkompetenzen ist nach Wildemann, das sie von den Kunden direkt oder indirekt identifiziert und anerkannt werden und von den Konkurrenten nicht oder nur durch einen erheblichen Zeit- und Kostenaufwand nachgeahmt werden können. Zudem führt ein sich wandelndes Qualitätsverständnis zu neuen Anforderungen an das Supply Chain Management. Dieses erweiterte Verständnis schließt neben der Qualität der Produkte und Prozesse auch die unternehmensinternen und -externen Beziehungen ein.8

Werner spricht dem Supply Chain Management als vorrangige Aufgaben die Versorgung, die Entsorgung und das Recycling zu und erfasst somit die Theorie des SCM eher aus einer logistisch geprägten Sichtweise. Seiner Auffassung nach, muss das SCM bei der Wahrung der von ihm genannten Aufgaben zudem die Komponenten Quantität, Qualität, Preise, Liefer- und Lagerorte sowie Termine beachten. Aus den Hauptaufgaben und den jeweiligen Komponenten lassen sich die primären Ziele des Supply Chain Managements ableiten:

- Optimierung der Effektivit ä t und der Effizienz von Unternehmensaktivit ä ten
- Harmonisierung von Wettbewerbsfaktoren

In diesem Zusammenhang ist er der Auffassung das das Supply Chain Management auf die »entscheidenden Faktoren« des Wettbewerbs wie Kosten, Zeit, Qualität und Flexibilität ausgerichtet werden muss, um Synergieeffekte zu erzielen und mögliche Trade-offs zu vermeiden.9

2.3 Wandel des Qualitätsverständnisses

Das Qualitätsverständnis in der Wissenschaft und Praxis unterlag in den letzten Jahrzehnten einem ständigen Wandel. Stand Anfang der 1980er Jahre noch die reine Kostenorientierung im Vordergrund, die lediglich auf das Produkt oder die Dienstleistung ausgerichtet war, so weisen die Ansätze zur Qualitätssicherung heutzutage ganzheitliche Eigenschaften auf.

[...]


1 Hahn, D. (2000): Problemfelder des Supply Chain Management, in: Wildemann, H. (Hrsg.): Supply Chain Management, München, S. 9

2 Beckmann, H. (2004): Supply Chain Management: Grundlagen, Konzept und Strategien, in: Beckmann, H. (Hrsg.): Supply Chain Management, Berlin, S. 2

3 Werner, H. (2000): Supply Chain Management, Wiesbaden, S. 5

4 Beckmann, H. (2004): Supply Chain Management: Grundlagen, Konzept und Strategien, in: Beckmann, H. (Hrsg.): Supply Chain Management, Berlin, S. 5

5 Müller, M. (2005): Informationstransfer im Supply Chain Management, Wiesbaden, S. 15

6 Beckmann, H. (2004): Supply Chain Management: Grundlagen, Konzept und Strategien, in: Beckmann, H. (Hrsg.): Supply Chain Management, Berlin, S. 3

7 Wildemann, H. (2006): Supply Chain Management, München, S. 2ff.

8 Wildemann, H. (2006): Supply Chain Management, München, S. 23ff.

9 Werner, H. (2000): Supply Chain Management, Wiesbaden, S. 9

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Qualitätsverbesserung in der Supply Chain durch QFD
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Note
1,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
19
Katalognummer
V52172
ISBN (eBook)
9783638479554
Dateigröße
418 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Qualitätsverbesserung, Supply, Chain
Arbeit zitieren
Jörn Kaltenbach (Autor), 2006, Qualitätsverbesserung in der Supply Chain durch QFD, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52172

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