Einleitung
Der Wandel vom Verkäufer- zum Käufermarkt ist auf vielen Märkten unlängst vollzogen. Auf diesem Märkten sind nur die Unternehmen nachhaltig erfolgreich, die ihre Produkte und Dienstleistungen anhand der Kundenwünsche entwickeln, herstellen und anbieten. Diese Entwicklung reflektiert sich in den Managementkonzepten und -philosophien, die in den letzten Jahren entwickelt worden sind. Das »Quality Function Deployment« ist ein Instrument zur Transformation von Kundenwünschen in Produktmerkmale bei der Entwicklung und Verbesserung von Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsprozessen. Im Rahmen dieser Seminararbeit sollen die Grundprinzipien dieser Methodik dargelegt werden, um dann anhand der Ausführungen von Kuei et al. eine Erweiterung des Quality Function Deployment, die sich auf die Verbesserung der Prozesse in der Supply Chain richtet, vorzustellen und kritisch zu analysieren.
Zunächst sollen im ersten Teil dieser Arbeit die Grundlagen des Supply Chain Managements erläutert werden. Insbesondere soll der Grundaufbau von Lieferketten, die Beziehungen zwischen den Unternehmen, sowie die Aufgaben und Ziele des Supply Chain Managements betrachtet werden. Anschließend wird der Wandlungsprozess des Qualitätsgedankens bis hin zur Unternehmensphilosophie des »Total Quality Managements« dargelegt. Im Rahmen dieser Betrachtung kommt dem Wandel von der reinen Kostenorientierung zum integrierten Management von Qualität eine wesentliche Bedeutung zu, da nicht mehr allein die Qualität des Produkts- oder der Dienstleistung im Vordergrund steht, sondern ebenfalls die Qualität der beteiligten Unternehmensprozesse.
Das Ziel dieser Seminararbeit ist es die Verknüpfungspunkte der verschiedenen Konzepte aufzuzeigen und die Methodik des Quality Function Deployment in diesen Bezugsrahmen einzuordnen. Weiterhin sollen die Annahmen, Aufgaben und Ziele der Konzepte durch die Darstellung des Instrumentes »Quality Function Deployment« transparenter werden. Die abschließende Betrachtung soll dann auf die möglichen Problem und Schwierigkeiten, die im Zusammenhang mit diesem Instrument stehen, aufmerksam machen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einführung in die Themen Supply Chain Management und Qualität
2.1 Grundlagen des Supply Chain Managements
2.2 Aufgaben und Ziele des Supply Chain Managements
2.3 Wandel des Qualitätsverständnisses
2.4 Total Quality Management
3. Instrumente zur Qualitätssicherung
3.1 Quality Function Deployment
3.2 Verbesserung der Supply Chain Performance durch SCQTM
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht, wie durch die Anwendung des Quality Function Deployment (QFD) sowie dessen Erweiterung in Form des Supply Chain Quality and Technology Management (SCQTM) die Qualität und Effizienz innerhalb von Lieferketten gesteigert werden kann. Dabei wird analysiert, wie kundenorientierte Anforderungen in die komplexen Prozesse der Wertschöpfungskette integriert werden können.
- Grundlagen und Zielsetzungen des modernen Supply Chain Managements
- Wandel des Qualitätsverständnisses hin zur umfassenden Prozessorientierung
- Funktionsweise und Anwendung des Quality Function Deployment (QFD)
- Implementierung von Qualitäts- und Technologievariablen mittels SCQTM
- Kritische Analyse von Problemen und Herausforderungen bei der Anwendung dieser Instrumente
Auszug aus dem Buch
3.1 Quality Function Deployment
Das Instrument des »Quality Function Deployment« (QFD) geht auf den Japaner Yoji Akao (vgl. Akao 1992) zurück und wurde erstmalig im Jahre 1972 von der Mitsubishi Heavy Industries in Kobe, Japan eingesetzt. Mit Hilfe des Quality Function Deployment sollen kunden- und ressourcenbezogene Unternehmensprozesse gesteuert und koordiniert werden. Innerhalb der Methodik werden dazu die vier Einflussgrößen Qualität, Kosten, Zeit und Flexibilität simultan einbezogen. Das Instrument wird während der Planung von Produkten und Prozessen eingesetzt, da während dieser frühen Planungsphase die Qualität eines Produktes, einer Dienstleistung oder der damit verbundenen Unternehmensprozesse festgelegt wird.
Theden et al. sind der Auffassung, dass es gerade während dieser frühen Phase notwendig ist, die Kundenwünsche in Produktmerkmale umzusetzen. Die Anforderungen der Kunden (»Stimme des Kunden«) sollen demnach in technische Merkmale (»Sprache der Ingenieure«) der Produkte und Prozesse transformiert werden. Der Ablauf eines QFD stellt sich im wesentlichen in vier aufeinander aufbauende Phasen dar, in denen jeweils ein Qualitätsplan erstellt wird: Qualitätsplan Produkte (Gegenüberstellung der Kundenanforderungen mit den Produktmerkmalen), Qualitätsplan Konstruktion (Umsetzung der Produktmerkmale in Qualitätsmerkmale einzelner Baugruppen oder Teile), Qualitätsplan Prozess (Umsetzung der Baugruppenmerkmale in Prozessmerkmale und -parameter für Prozess- und Prüfablaufpläne), Qualitätsplan Produktion (Übertragung von Prozessmerkmalen in Arbeits- und Prüfanweisungen).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung legt die Grundlagen und Zielsetzung der Arbeit dar, insbesondere die Transformation von Kundenwünschen in Prozessmerkmale zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.
2. Einführung in die Themen Supply Chain Management und Qualität: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen des Supply Chain Managements, der Wandel des Qualitätsgedankens sowie der Managementansatz des Total Quality Managements erläutert.
3. Instrumente zur Qualitätssicherung: Hier erfolgt die detaillierte Darstellung der Methodik des Quality Function Deployment sowie der speziellen Erweiterung für die Supply Chain Performance durch SCQTM.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Potenziale sowie die kritischen Herausforderungen bei der praktischen Anwendung von QFD und SCQTM innerhalb komplexer Wertschöpfungsketten zusammen.
Schlüsselwörter
Supply Chain Management, Quality Function Deployment, QFD, SCQTM, Total Quality Management, TQM, Qualitätssicherung, Wertschöpfungskette, Kundenorientierung, Prozessmanagement, Lean Management, Kaizen, House of Quality, Prozessqualität, Produktentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht Möglichkeiten zur Qualitätsverbesserung in Lieferketten durch den Einsatz der QFD-Methodik und deren Erweiterung für das Supply Chain Management.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Integration von Kundenanforderungen in die Produktentwicklung sowie die prozessorientierte Optimierung der gesamten Wertschöpfungskette.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Aufzeigung der Verknüpfungspunkte zwischen verschiedenen Managementkonzepten und die Einordnung der Methodik des Quality Function Deployment in den Bezugsrahmen moderner Supply Chains.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden Literaturanalysen und das methodische Instrument des QFD bzw. SCQTM (House of Quality) als theoretische Analysewerkzeuge verwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen des Supply Chain Managements sowie die Instrumente zur Qualitätssicherung (QFD und SCQTM) detailliert vorgestellt und analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Supply Chain Management, QFD, SCQTM, TQM und Prozessqualität charakterisiert.
Welche Defizite weist die QFD-Methodik laut der Arbeit auf?
Laut der Arbeit stellt die subjektive Bewertung von Anforderungen bei Neuentwicklungen sowie der hohe Zeitaufwand bei der Erstellung des House of Quality ein Problem dar.
Was ist das Besondere am SCQTM-Prozess?
SCQTM erweitert die QFD-Methodik um Qualitäts- und Technologievariablen, um strategische Zielgrößen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg zu optimieren.
- Quote paper
- Jörn Kaltenbach (Author), 2006, Qualitätsverbesserung in der Supply Chain durch QFD, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52172